Seit Jahren kursieren Berichte von Urlauber:innen, die in ihren Airbnb-Wohnungen oder Hotelzimmern versteckte Kameras finden. Diese sind oft in Lüftungsschächten, Klimaanlagen oder Rauchmeldern untergebracht. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die man ergreifen kann, um solche Kameras aufzuspüren.
SweepLED soll versteckte Kameras finden
Allerdings gehört dazu etwa das aufwändige Absuchen der möglicherweise betroffenen Räume oder die Überprüfung von WLAN- und Bluetooth-Verbindungen auf verdächtige Datentransfers oder Geräte. Deutlich einfacher soll die Suche nach versteckten Kameras künftig mit dem sogenannten SweepLED funktionieren.
Das von Forscher:innen aus Südkorea und Singapur gemeinsam entwickelte System soll eine Genauigkeit von 94 Prozent erreichen. Das übertrifft schon vorhandene portable Detektoren deutlich. Auch weil diese oft Reflexionen von Metall, Glas oder Plastikoberflächen fälschlicherweise für Kameralinsen halten, wie es in einer entsprechenden Mitteilung der Forscher:innen heißt.
Hohe Trefferquote dank LEDs und KI
SweepLED erreicht die hohe Trefferquote durch eine Kombination mehrerer LEDs, die an das Smartphone angebracht, Lichtimpulse in die Umgebung abgeben. Dort werden sie reflektiert und diese Reflexionen von einer KI ausgewertet, wie die Forscher:innen in einem Paper erklären.
Dabei spielt den Forscher:innen in die Hände, dass Licht von Kameralinsen anders reflektiert wird als etwa von Glas- oder Metalloberflächen. Die KI soll diese Unterschiede in wenigen Sekunden ausmachen können. Getestet haben die Forscher:innen das neue System an 30 Gegenständen, darunter neben versteckten Kameras auch an gewöhnlich reflektierenden Objekten wie Ladegeräten, Uhren oder Fernbedienungen.
Erkennungstechnologie für Nicht-Experten
„Versteckte Kameras stellen eine ernsthafte Bedrohung für die persönliche Sicherheit und die Privatsphäre im Alltag dar“, erklärt Mitautor Jun Han von der KAIST School of Computing. Die Lösung der Forscher:innen basiere dagegen auf kostengünstiger Hardware für Smartphones und KI-Analyse. Dadurch, so Han, könne diese „praktische Erkennungstechnologie“ auch von Nicht-Expert:innen genutzt werden.
Den Forscher:inne zufolge soll die benötigte Hardware lediglich mit Kosten von rund sechs Euro zu Buche schlagen. Allerdings gibt es das SweepLED noch nicht als fertiges Produkt, sondern bisher nur als Prototyp.





