Saugt stark, wischt ordentlich, kostet weniger: Der Saugroboter Roborock Qrevo Edge 2 macht vieles wie „die Großen“ – aber deutlich günstiger?
Der Roborock Qrevo Edge 2 verbindet geringe Bauhöhe mit hoher Saugleistung und einer umfassenden Reinigungsstation. Neu ist vor allem der einfahrbare Laserturm wie bei Dreame oder Mova. Dadurch passt der Roboter unter Möbel, an denen viele Modelle mit festem Turm scheitern. Durch die in der Mitte geteilte Hauptbürste soll Haare zudem besser abgesaugt werden, statt zu verknoten, und zwei rotierende Mopps übernehmen die feuchte Reinigung. Klingt für knapp 600 Euro klasse – aber ist es das auch? Wir haben den flachen Roboter getestet. Das Testgerät hat uns Roborock zur Verfügung gestellt.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Roborock Qrevo Edge 2?
Der Roborock Qrevo Edge 2 ist rund und misst etwa 35 cm im Durchmesser bei einer Höhe von nur 8 cm. Der Laserturm sitzt im hinteren Bereich und fährt bei Bedarf in das Gehäuse ein. Ein Sensor auf der Oberseite prüft zuvor, ob die Durchfahrt wirklich hoch genug ist. Das kann unter Sofas, Betten und Schränken den Unterschied machen. Der Qrevo Edge 2 gehört damit zu den flachsten Saugrobotern am Markt.
Roborock Qrevo Edge 2 – Bilderstrecke
Das Gehäuse des schwarzen Roboters besteht überwiegend aus Kunststoff, die Verarbeitung ist sauber und unauffällig. Unter der Abdeckung sitzt der nur 0,2 l fassende Staubbehälter, dank der automatischen Absaugung ist das aber kein Problem. Der dazugehörige Filter lässt sich entnehmen und auswaschen. An der Unterseite sitzt die geteilte Duo-Divide-Hauptbürste. Ihre beiden Walzen führen Haare zur Mitte, wo sie dann im Ganzen abgesaugt werden sollen.
Die Station wirkt eher funktional und weniger hochwertig als der Roboter. Große glänzende Flächen sammeln zudem sichtbar Staub und Fingerabdrücke. Einziges Designelement ist die leichte Riffelung auf der Front. Sonstige Akzente gibt es nicht. Dafür ist sie vergleichsweise kompakt – sie misst 34 x 49 x 52 cm. Oben sitzen Frisch- und Abwassertank mit 4 und 3,5 l, der Staubbeutel im Inneren fasst etwa 2,7 l. Die Station entleert den Roboter, wäscht die Mopps mit 80 °C heißem Wasser und füllt dessen Wassertank nach. Nach der Reinigung wird mit 55 °C heißer Luft getrocknet. Die Waschschale ist als entnehmbares Teil ausgeführt, um sie regelmäßig von Hand zu reinigen, da sich dort trotz Selbstreinigung mit der Zeit Schmutz absetzt. Eine automatische Dosierung für Reinigungsmittel fehlt.
Einrichtung: Wie schnell ist der Roborock Qrevo Edge 2 betriebsbereit?
Der Aufbau ist wie immer unkompliziert, die Verbindungsaufnahme mit der App schnell abgewickelt. Die erste Karte wird während einer schnellen Kartierung oder bei der ersten Reinigung erstellt. Räume werden meist automatisch getrennt, Fehler lassen sich später korrigieren. Räume können geteilt, verbunden und benannt werden. Zusätzlich stehen Sperrzonen, unsichtbare Wände und Zonen für einzelne Reinigungsaufträge bereit. Bis zu vier Karten lassen sich speichern.
Die App bietet Ansichten in 2D, 3D und einer detaillierteren Matrix-Darstellung. Sie zeigt Teppiche, Möbel und erkannte Hindernisse. Nicht jede automatische Eintragung wird an der genau richtigen Stelle platziert und bedarf dann etwas Nacharbeit. Spiegel stören die Laserkartierung und erzeugen scheinbar zusätzliche Räume, die auch nicht herausgerechnet werden. Teppiche wurden im Test gut erkannt, aber nicht immer genau genug in die Karte eingezeichnet.
Für jeden Raum lassen sich Saugstufe, Wassermenge, Zahl der Durchgänge und Fahrtrichtung festlegen. Programme bündeln mehrere Räume und Einstellungen. Auch die Teppichoptionen sind umfangreich. Der Roboter kann die Mopps anheben, Teppiche meiden oder die Wischmodule vor einer reinen Saugrunde in der Station ablegen. Letzteres schützt auch höhere Teppiche zuverlässig vor Feuchtigkeit. Wie immer gilt: Die Roborock-App gehört zu den umfangreichsten am Markt – das setzt dann aufgrund der schieren Feature-Fülle zumindest kurzes Einarbeiten voraus, wenn man wirklich alle Funktionen auch nutzen will.
Roborock Qrevo Edge 2 – App & Einrichtung
Neben der App unterstützt der Qrevo Edge 2 den Smart-Home-Standard Matter sowie Alexa, Google Home und Siri-Kurzbefehle. Der eingebaute Sprachassistent reagiert auf „Hello Rocky“ und funktioniert für grundlegende Befehle auch ohne Internetverbindung. Zudem ist Rocky auch umfangreicher und hört etwa auf spezifische Befehle wie „reinige hier“ – also an der Position des Nutzers.
Navigation: Wie gut erkennt der Roborock Qrevo Edge 2 Hindernisse?
Der Qrevo Edge 2 nutzt zur Umgebungserfassung einen ein- und ausfahrbaren LDS-Lasersensor, den Roborock Retract Sense nennt. Im abgesenkten Zustand helfen ein Sichtfeld mit 100 Grad und weitere Abstandssensoren bei der Orientierung, im ausgefahrenen Zustand gewährt der „Laserturm“ dem Roboter die typische 360-Grad-Rundumsicht. Im Test fuhr der Roboter Räume geordnet ab. Er reinigt dabei zuerst die Ränder und danach die Fläche in parallelen Bahnen. Engstellen werden meist korrekt eingeschätzt.
Auch unter flachen Möbeln bleibt die Orientierung stabil. Stuhlbeine und breite Standfüße wurden überwiegend sauber umfahren. Vereinzelt kann sich der Roboter in komplexen Gruppen aus Stuhlbeinen aber kurz festfahren. Überwiegend befreit er sich aber selbst wieder und bei entsprechenden Versuchen ist er nicht nur sehr ausdauernd, sondern bisweilen auch etwas ruppig.
Zur Erkennung kleiner Gegenstände nutzt Roborock beim Qrevo Edge 2 eine RGB-Kamera, strukturiertes Licht und eine LED für dunkle Bereiche. Der Hersteller spricht von mehr als 280 unterscheidbaren Hindernis-Arten ab etwa 3 x 3 cm Größe. Damit erkennt der Roboter im Alltag den Großteil an ausgelegten Hindernissen, nur winzige oder farblich dem Boden zu ähnliche Objekte übersah er. Gelegentlich berührt er Objekte auch, obwohl er sie offensichtlich erkannt hat. Entsprechend gilt auch hier: Aufräumen bleibt trotzdem Pflicht, im Notfall ist aber die Chance hoch, dass der Roboter eine Tierhinterlassenschaft nicht in der ganzen Wohnung verteilt.
Türschwellen überwindet der Roborock-Sauger zuverlässig bis etwa 2 cm Höhe. Das überrascht, weil der Vorgänger Qrevi Edge dank Adapti-Lift-Fahrwerk deutlich mehr schaffte.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Roborock Qrevo Edge 2?
Roborock gibt die maximale Saugleistung mit 25.000 Pascal an – kein Spitzenwert, aber ordentlich. Im Test zeigte der Roboter damit eine gute Saugleistung auf Hartboden und Teppich, solange der nicht zu hochflorig ist. Besonders hochflorige Auslegeware schränkt zudem die Bewegung des Qrevo Edge 2 zunehmend ein. Die Duo-Divide-Hauptbürste sorgt im Alltag tatsächlich dafür, dass lange Tier- und Menschenhaare weitgehend verwicklungsfrei eingesaugt werden. Nur auf hohem Teppich können einzelne Haare tief in den Fasern hängen bleiben.
Die ausfahrbare Flexi-Arm-Arc-Seitenbürste verbessert die Reinigung an Wänden und in Ecken. Größere Krümel werden in Ecken gut aufgenommen, feiner Schmutz blieb teilweise zurück und benötigt mehrere Durchgänge. Das ist bei den meisten Konkurrenten nicht anders. Die Wischfunktion arbeitet mit zwei rotierenden Mopps, von denen der rechte seitlich ausgefahren wird, um besser in Ecken und an den Rand zu kommen. Roborock nennt einen Anpressdruck von 8 N (Newton), die Wassermenge ist in der App einstellbar. Für Staub, frische Fußspuren und leichte, auch flüssige Küchenflecken reicht dieses Wischsystem aus. Bei eingetrocknetem Schmutz fallen die Ergebnisse schwächer aus. Hier kommen Wischpads an ihre Grenzen und Nutzer, die besonderen Wert auf die Wischleistung legen, sollten einen Blick auf Modelle mit Wischwalze werfen.
Praktisch: Eine Dirtect genannte Funktion soll trockene und nasse Verschmutzungen unterscheiden: Bei trockenem Schmutz erhöht der Roboter entsprechend die Saugleistung, bei erkannter Nässe hebt er die Hauptbürste an und wischt ohne sie weiter. Das funktionierte im Test zufriedenstellend, wenn auch nicht immer. Auf Teppichen hebt der Roboter die Mopps auf Wunsch um bis zu 12 mm an – für flache Teppiche reicht das. Nach der Reinigung wäscht die Station die Mopps mit Wasser, das laut Hersteller bis zu 80 °C erreicht. Dadurch sollen Fett und sonstige Rückstände besser gelöst werden. Im Test war das Reinigungsergebnis der Mopps visuell gut, dank Trocknung mit heißer Luft von bis zu 55 °C reduziert schlechte Gerüche.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Roborock Qrevo Edge 2?
Der Lithium-Ionen-Akku des Roboters hat eine Kapazität von 5.200 mAh. Als maximale Laufzeit werden rund 190 Minuten genannt, im Test kam der Roboter aber bei eingeschalteter Objekterkennung und aktiviertem Teppichboost eher auf 30 Quadratmetern in einer knappen Stunde und verbrauchte dabei fast 30 % des Akkus. Das ist kein Rekordwert, aber solide und erlaubt eine Reinigung am Stück von hochgerechnet etwa 85 bis 90 m², bevor es zurück zum Zwischenladen geht. Eine vollständige Ladung dauert bis zu vier Stunden, danach setzt der Qrevo Edge 2 seine Arbeit fort.
Preis: Was kostet der Roborock Qrevo Edge 2?
Die unverbindliche Preisempfehlung für Deutschland beträgt rund 900 Euro. Der aktuelle Preis für den Roborock Qrevo Edge 2 liegt mit Station und Zubehör bei knapp 600 Euro.
Fazit
Der Roborock Qrevo Edge 2 ist vor allem ein guter Saugroboter. Auf Hartboden und niedrigem Teppich nimmt er dabei Schmutz gründlich auf, Haare bereiten der geteilten Hauptbürste kaum Probleme. Der einfahrbare Laserturm und die damit verbundene niedrige Bauhöhe des Roboters sind ein weiterer Pluspunkt. Auch die generelle Navigation gehört zu den Stärken, die Objekterkennung ist ebenfalls ordentlich.
Die Wischfunktion ist keine echte Schwachstelle des Gerätes, aber eher für die laufende Pflege bei moderater Verschmutzung als für eine Grundreinigung gedacht. Die Reinigungsstation erledigt ihre Aufgabe dafür sehr zufriedenstellend und erlaubt einen hohen Autarkiegrad, auch wenn sie optisch etwas langweilig wirkt. Insgesamt bietet der Qrevo Edge 2 ein solides Gesamtpaket zu einem überschaubaren Straßenpreis.





