Warum es keine Whatsapp-Alternative ist


Das vorerst letzte Uh-oh ertönte am 26. Juni 2024. ICQ wurde endgültig eingestellt, nachdem der Messenger über Jahrzehnte als populäre Plattform für den digitalen Austausch gedient hatte. Gerade Anfang der 2000er Jahre konnte der Instant Messenger, nach der Übernahme durch AOL, enorm viele User aufweisen. 2010 ging der Dienst an die heutige Mail.ru Group und musste sich zu dieser Zeit bereits mit anderen populären Optionen wie Facebook und Whatsapp auseinandersetzen.

Jetzt kommt ICQ zurück – allerdings nicht in offizieller Form. Ein Community-Projekt lässt das alte Design samt ikonischem Sound und Nutzungsoptionen wieder aufleben. Das ist aber eher eine nostalgische Tech-Spielerei als eine echte Messaging-Alternative.

Was ICQ Reborn zu bieten hat

Der legendäre ICQ-Messenger ist zurück, gibt das Community-Projekt ICQ Reborn auf der dedizierten Website an. Fans des nicht mehr vorhandenen Kult-Messengers ICQ können mit der Neuauflage die Vergangenheit des Internet-Chats heraufbeschwören. Denn ICQ Reborn bietet neben den Identifikationsnummern (UIN) und dem authentischen Uh-oh-Sound ein User-Interface, das mit seinen Buttons und Profilelementen sowie Chat-Ansichten an 2002 erinnern soll.

Die Kontaktliste mit Online-Anzeige sieht aus wie beim klassischen ICQ. (Screenshot: ICQ Reborn Project)

User können außerdem Bilder im Chat verschicken, Freund:innen auch schreiben, wenn sie offline sind, den Online-Status checken – wann war ein Kontakt zuletzt online – und Profilkarten anschauen. Die kostenlos verfügbare Windows-Version von ICQ Reborn steht aktuell in der Version v1.3 zum Download bereit. Mobil steht bisher keine Version bereit. Wichtig zu beachten ist, dass ICQ Reborn ein Projekt von unabhängigen Entwickler:innen ist – und somit nichts mit den ICQ-Inhaber:innen (Mail.ru Group) sowie dem offiziellen ICQ-Dienst zu tun hat.

Top-Artikel

Einschränkungen für ICQ Reborn

Dass die neue alte ICQ-Version kaum zu einer ernsthaften Konkurrenz für populäre Messaging-Dienste wie Whatsapp, Signal und Co. werden wird, liegt auf der Hand, wie auch Stefan Trunzik für WinFuture schreibt. Immerhin müssen User für die Nutzung ein neues Profil anlegen und starten mit einer leeren Kontaktliste, da eben keine direkte Verbindung zum Original-ICQ besteht. Wer bei ICQ Reborn chatten möchte, muss also auch andere von der Nutzung des Nostalgiedienstes überzeugen, denn eine Verknüpfung zu anderen Chat-Diensten ist noch nicht dabei. Darüber hinaus wird der Chat über einen privaten XMPP gehostet und bietet keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Schmidtis Blog stellt daher die Sicherheit des Chats infrage.

Das heißt: Dort sollten User keine sensiblen Inhalte besprechen, keine wichtigen Details und Daten preisgeben. Denn weder kann aus technischer Sicht ein zureichender Schutz für den Chat gewährleistet werden, noch ist ganz klar, wer eigentlich hinter dem Projekt – „Built with love by fans.“ – steckt.

Aktuell wird der selbst ernannte „Blast from the past“ mit einigen Updates versehen, die die Nutzung optimieren und kleinere Technikprobleme lösen sollen. So fehlte bei einigen Usern zunächst der Uh-oh-Sound, es kam zu eingefrorenen Apps durch die Save-Funktion und dergleichen mehr.

Der Nostalgiefaktor ist groß, wenn man sich ICQ Reborn anschaut. Dazu gehört vielleicht auch, dass es hin und wieder zu technischen Problemen kommen kann. Für mehr als eine Chat-Spielerei dient diese neue ICQ-Erfahrung wohl nicht. Denn Whatsapp, Signal, Threema und viele andere Dienste sind längst zu den Alltagsdiensten avanciert, die die Kommunikation im Digitalraum beherrschen.

Der Artikel stammt von Niklas Lewanczik aus der OnlineMarketing.de-Redaktion und wird im Rahmen einer Content-Kooperation auf t3n veröffentlicht.



Source link

Leave a Comment