Top 10: Der beste Mähroboter ohne Begrenzungskabel mit Kamera, GPS oder LiDAR


Mähroboter ohne Begrenzungskabel versprechen eine leichte Inbetriebnahme. Mit LiDAR-Navigation gelingt das sogar noch einfacher. Wir zeigen die besten Geräte.

Mähroboter ohne Begrenzungskabel lassen sich schnell in Betrieb nehmen und bieten viel Freiheit. Doch nicht jede Navigationstechnik passt zu jedem Garten. RTK-Modelle stoßen bei hohen Gebäuden, Mauern oder dichtem Baumbestand an ihre Grenzen – im Test verweigerte ein Gerät wegen fehlender Satellitendaten sogar komplett den Start.

Hier spielen Modelle mit LiDAR-Navigation ihre Stärken aus. Statt Satelliten nutzen sie Laser, um die Umgebung zu scannen und per SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) eine präzise Karte zu erstellen. Genau die Hindernisse, die RTK-Signale stören, dienen ihnen dabei als zuverlässige Referenzpunkte – ohne freie Sicht zum Himmel und nahezu unabhängig von der Tageszeit.

Doch auch LiDAR hat Grenzen: Auf großen, offenen Flächen ohne markante Strukturen wird die Positionsbestimmung ungenauer. Die Zukunft gehört daher hybriden Systemen wie dem Mammotion Luba Mini AWD LiDAR, der Laser, Kamera und Net-RTK zu einem „Tri-Fusion“-Ansatz kombiniert.

War LiDAR 2025 noch Vorreitern wie Dreame, Ecovacs oder Mammotion vorbehalten, haben 2026 nahezu alle großen Anbieter entsprechende Modelle im Programm. LiDAR entwickelt sich damit zum neuen Standard für komplexe Gärten.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Allrad-Mäher mit hoher Schnittleistung und Top-Kantenschnitt

Welcher ist der beste Mähroboter ohne Begrenzungskabel?

In dieser Bestenliste präsentieren wir diejenigen Mähroboter ohne Begrenzungsdraht, die in unseren Tests die besten Ergebnisse erzielt haben. Zu jedem Gerät erläutern wir detailliert, auf welcher Grundlage unsere Bewertung beruht. Die vorgestellten Modelle zeichnen sich in der Regel durch präzise Navigation, hohe Mähgeschwindigkeit, sicheres Passieren von Engstellen, überzeugenden Kantenschnitt sowie Tauglichkeit für steiles Gelände aus. Für Besitzer einfacher Gärten mit kleiner bis mittelgroßer Rasenfläche haben wir zudem die separate Bestenliste Top 10: Der beste Mähroboter für kleine Flächen – gut, günstig, getestet.

Bislang haben wir weit über 50 Modelle getestet. Nur weil Roboter A bei uns auf dem ersten und Roboter B auf dem letzten Platz steht, bedeutet das noch lange nicht, dass diese Reihenfolge auf jeden Anwendungsfall zutrifft. Grundsätzlich gilt: Preis und Verfügbarkeit unterliegen Schwankungen – jede Aktualisierung der Bestenliste ist daher eine Momentaufnahme.

Unser Testsieger, der Dreame A3 AWD Pro 3500 (Testbericht), ist die erste Wahl für steiles Gelände und höchste Mähleistung. Mit Allradantrieb und 40 cm Schnittbreite meistert er komplexe Gärten mühelos und überwindet selbst 5 cm hohe Randsteine. Die präzise LiDAR-Navigation manövriert ihn souverän durch 70 cm schmale Engstellen, der Kantenschnitt überzeugt mit knapp 3 cm Randabstand. Die hohe Qualität hat allerdings ihren Preis. So muss man für den Dreame A3 AWD Pro 3500 regulär 2600 Euro hinblättern – aktuell ist er aber zum Tiefstpreis für 2000 Euro im Angebot.

Den besten Kantenschnitt bietet der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro (Testbericht) dank integrierter Trimmer-Einheit – unser Technologiesieger. Zwar arbeitet der Trimmer bisher nicht optimal, dennoch fällt hier die wenigste Nacharbeit an den Kanten an. Mit 33 cm Schnittbreite mäht er allerdings etwas langsamer als der Dreame A3 und da er nur einen Hinterradantrieb bietet, ist er auch weniger geländegängig als unser Testsieger. Aktuell ist er allerdings zum Standardpreis für 2300 Euro erhältlich. Im Juli war er hingegen für 1700 Euro im Angebot (-26 %).

Unser Preis-Leistungs-Sieger ist ein ehemaliger Testsieger aus 2025. Der Dreame A2 3000 (Testbericht) kostete zur Vorstellung regulär 2500 Euro. Inzwischen ist die UVP auf 1999 Euro gesunken. Und aktuell gibt es den LiDAR-Mähroboter zum Tiefstpreis für knapp 1000 Euro.

Aktuelle Top-Angebote

Wer sich für aktuelle Tiefstpreis-Angebote interessiert: Derzeit ist nicht nur unser Testsieger Dreame A3 im Angebot, sondern auch viele andere Mähroboter. Einige davon haben wir bereits getestet, bei anderen steht der Mähroboter-Test noch aus. Wir zeigen die aktuellen besten Angebote, sortiert nach Ersparnis zum Verkaufspreis:

  • Dreame A2 3000 (3000 m²) für 999 Euro (-50 %)
  • Mova Lidax Ultra 1600 (1600 m²) für 923 Euro (-38 %)
  • Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro (1600 m²) für 999 Euro (-38 %)
  • Mammotion Yuka Mini 2 1000 LiDAR mit Garage (1000 m²) für 1049 Euro (Code: MAMMOTIONDE50, -26 %)
  • Mova Lidax Ultra 800 (800 m²) für 699 Euro (-26 %)
  • Dreame A3 AWD Pro 3500 (3500 m²) für 1999 Euro (-23 %)
  • Mova Lidax Ultra 2000 AWD (2000 m²) für 1699 Euro (-23 %)
  • Dreame A2 1200 (1200 m²) für 899 Euro (-10 %)
  • Segway Navimow i208 (800 m²) für 899 Euro (-10 %)
  • Dreame A1 Pro (2000 m²) für 799 Euro (-6 %)
KURZÜBERSICHT

Für große, steile oder verwinkelte Gärten mit dem Anspruch an minimale Nacharbeit an den Kanten ist der Dreame A3 AWD Pro 3500 eine der besten verfügbaren Mährobotern. Allerdings ist er mit einer UVP von knapp 2600 Euro ziemlich teuer. Aktuell ist er für knapp 2000 Euro (-25 %) im Hersteller-Shop und bei Amazon zum Tiefstpreis erhältlich.

VORTEILE

  • Top-Kantenschnitt, hohe Mähleistung
  • Passiert Engstellen problemlos und überwindet Randsteine
  • Dank Allrad auch für steiles Gelände geeignet

NACHTEILE

  • Smart-Home-Integration bleibt Stückwerk
  • Gewicht als Achillesferse bei Nässe
  • Garden Guardian enttäuscht

Das Highlight des Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist der integrierte Trimmer. Auch wenn dieser noch nicht perfekt funktioniert, liefert der Ecovacs-Mähroboter den bislang besten Kantenschnitt. Hier ist die Nacharbeit auf ein Minimum reduziert.

VORTEILE

  • Integrierter Fadentrimmer spart Nacharbeit an Kanten
  • Gutes Mähtempo mit 155 m²/h
  • Solide Akkulaufzeit und schnelles Laden
  • Livestream der Kamera in App

NACHTEILE

  • Trimmer arbeitet unpräzise an Sperrflächen
  • Eingeschränkte Geländetauglichkeit
  • Mobilfunkmodul (LTE) nur optional

Der Dreame A2 bietet mit Lidar-Navigation und KI-Kamera das Beste, was die Technik für Mähroboter in puncto Navigation und Hinderniserkennung derzeit hergibt. Insgesamt haben uns die Leistungen des Dreame A2 nicht nur überzeugt, sondern auch begeistert. Die UVP für den Dreame A2 beläuft sich auf 2500 Euro. Aktuell gibt es den Lidar-Mähroboter für 1000 Euro zum Tiefstpreis.

VORTEILE

  • Lidar-Navigation mit KI-Kamera und damit unabhängig von Satellitendaten
  • Top-Software mit vielen Einstellmöglichkeiten pro Zone
  • Durchfährt problemlos enge Stellen

NACHTEILE

  • Schnittbreite mit 22 cm nur Durchschnitt
  • Teilweise Durchdrehen der Räder

Ratgeber

Wie funktioniert ein Rasenroboter ohne Begrenzungskabel?

Früher war der Begrenzungsdraht bei Mährobotern unverzichtbar: Er gab dem Gerät vor, welchen Bereich es bearbeiten und welche Zonen es meiden sollte. Das setzte allerdings voraus, dass der Draht zuvor präzise rund um die Mähfläche verlegt wurde – entweder oberirdisch oder im Boden vergraben. Je nach Grundstücksgröße und Verlegeart konnte das mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Was generell noch wichtig bei Rasenrobotern ist, erklären wir in unserem Ratgeber Husqvarna, Gardena, Stihl: Der beste Mähroboter für jede Rasengröße.

Aktuelle Mähroboter verzichten auf den aufwendig zu verlegenden Begrenzungsdraht und versprechen weniger Arbeit sowie mehr Komfort. Statt am Kabel orientieren sie sich überwiegend per Satellitennavigation, zunehmend kommen LiDAR, Kameras oder Ultraschall zum Einsatz – bei manchen Modellen ersetzen diese Sensoren die Satellitennavigation sogar komplett. Ein Regensensor gehört bei fast allen Geräten zur Grundausstattung.

Viele RTK-Mähroboter benötigen für die Navigation eine separate Antenne oder Referenzstation. In eng bebauten Gebieten, unter Bäumen und bei bewölktem Himmel, ist der Empfang oft nicht optimal. Unter solchen Bedingungen sind LiDAR-basierte Modelle die bessere Wahl.

RTK-Technik: Mithilfe von Satellitendaten navigieren

Bei RTK-Mährobotern (Real-Time Kinematic) handelt es sich um eine besonders präzise Form der Satellitennavigation (GPS): Eine zusätzliche Referenzstation liefert Korrekturdaten, sodass das Gerät zentimetergenau navigieren kann, ohne das Blumenbeet umzupflügen. Ergänzt wird die Ortung meist durch Signalbaken, Ultraschall, ToF-Sensoren (Time of Flight) und Kameras mit KI-Unterstützung.

Problematisch wird es allerdings auf Flächen, die von hohen Gebäuden umgeben sind oder unter großen Bäumen liegen. Auch eine dichte Wolkendecke kann den Empfang stören. Fehlen zu viele Satellitensignale, verweigert der Mähroboter aus Sicherheitsgründen die Arbeit. Dank zusätzlicher Sensoren und Kameras passiert das bei aktuellen Geräten aber nur noch selten.

Dreame A2: So sehen die 3D-Karten auf Basis von LiDAR aus.

LiDAR – Light Detection and Ranging: Ohne Satellitendaten navigieren

Die LiDAR-Technologie hält zunehmend Einzug in die Mähroboter-Welt. Hinter dem Kürzel, das für „Light Detection and Ranging“ steht, verbirgt sich ein Messverfahren, das mit Laserstrahlen Entfernungen ermittelt und präzise 3D-Karten der Umgebung erzeugt. Man kann es sich ähnlich wie Radar vorstellen – nur dass hier mit Licht statt mit Radiowellen gearbeitet wird. Dadurch lassen sich Objekte und Abstände extrem genau erfassen. Genau das ist der große Pluspunkt gegenüber RTK-Mährobotern: Während Letztere in engen Straßenschluchten oder unter Bäumen oft mit schlechtem GPS-Empfang kämpfen und dann ungenau navigieren, arbeitet LiDAR vollkommen unabhängig von Satellitensignalen und meistert solche schwierigen Situationen deutlich besser.

In unserem Versuchsgarten haben bisher nur die LiDAR-Modelle eine schmale, von zwei Hauswänden begrenzte Passage zwischen zwei Rasenflächen zuverlässig bewältigt.

Doch LiDAR hat auch seine Tücken: Die Technik benötigt markante Bezugspunkte wie Gebäude oder Schuppen. Wo diese fehlen – zum Beispiel auf großen, offenen Golfrasen – stößt das System schnell an seine natürlichen Grenzen.

So sieht der Ecovacs A3000 LiDAR Pro die Umgebung

RTK vs. LiDAR verständlich erklärt

Die beiden Technologien verfolgen gegensätzliche Ansätze: RTK arbeitet „von oben“ über Satelliten, LiDAR „von unten“ über Laser und feste Strukturen am Boden.

RTK erreicht im sogenannten Fix-Zustand eine Genauigkeit im Zentimeterbereich – ideal für große, offene Flächen mit freier Sicht zum Himmel. Wird der Empfang gestört, wechselt das System in den Float-Zustand, in dem Spurführung und Zuverlässigkeit deutlich nachlassen.

LiDAR kommt in zwei Bauarten zum Einsatz: 360°-LiDAR, bei dem ein rotierender Sensor die Umgebung rundum scannt, und Festkörper-LiDAR (Solid-State), das ohne bewegliche Teile auskommt und mehrere feste Blickrichtungen kombiniert.

Während RTK seine Stärken auf freien Flächen ausspielt, eignet sich LiDAR besonders für strukturierte, komplexe Gärten. Viele aktuelle Geräte kombinieren beide Ansätze, um die jeweiligen Vorteile zu verbinden.

Bei vielen LiDAR-basierten Mährobotern befindet sich der entsprechende Sensor unter einer Glaskuppel.

Warum nutzen moderne Mähroboter Kameras und KI?

Die Kameras vieler neuer Mähroboter erlauben es dem Gerät, sich buchstäblich ein Bild von seiner Umgebung zu machen. Mithilfe von KI orientiert sich der Mäher und erkennt Hindernisse wie Gartenmöbel, Menschen oder Tiere im Fahrweg. Bei einigen Modellen dienen die Kameras zusätzlich als bewegliches Sicherheitssystem: Die Geräte können – patrouillierend auf dem Grundstück oder stationär in der Ladestation – erkannte Personen filmen und so potenzielle Diebe abschrecken. Gemeinsam mit einem PIN-Code sorgt das für zuverlässigen Diebstahlschutz. Bei einigen Herstellern gehört zudem ein GSM-Modul für die Mobilfunkanbindung zum Lieferumfang oder ist optional nachrüstbar.

Die Erkennung von Gegenständen, Personen und der Umgebung geschieht zwar über die erwähnten Kameras, allerdings muss der Roboter das Gesehene auch verstehen. KI sorgt dafür, dass der Mäher die Bilder verarbeitet und etwa seine Fahrtroute bei einem Hindernis umplanen kann, ohne es zuvor anzurempeln oder gar zu überfahren. Das erhöht nicht nur die Autonomie des Roboters, sondern auch den Schutz für Menschen und Tiere.

Dreame A2: Kameraansicht

Wie richtet man Mähroboter ohne Kabel ein?

Mähroboter ohne Begrenzungskabel reduzieren den Zeitaufwand bei der Ersteinrichtung erheblich. Das Aufstellen der Ladestation bleibt zwar Pflicht, das mühsame Verlegen des Drahtes entfällt jedoch komplett. Stattdessen erfolgt die Einrichtung bequem per App – ein unkomplizierter Vorgang, der Nutzern von Saugrobotern (Bestenliste) bereits vertraut sein dürfte.

Je nach Navigationstechnik gibt es beim Aufbau kleine Unterschiede: Während LiDAR-basierte Mähroboter ohne weitere Hardware auskommen, müssen bei RTK-Modellen oft noch GPS-Antennen oder Signal-Beacons im Garten platziert werden. Einige neuere RTK-Geräte verzichten inzwischen auf diese Zusatzantennen und beziehen ihre Satellitendaten direkt aus dem Netz. Voraussetzung dafür ist dann allerdings eine lückenlose WLAN-Abdeckung im Garten oder ein Mähroboter mit integriertem 4G-Modul.

Anschließend folgt das Erlernen der Mähfläche. Dafür wird der Mäher bei fast allen derzeit verfügbaren Geräten mit dem Smartphone wie ein ferngesteuertes Auto am Rand der Mähfläche entlang manövriert, bis man wieder am Ausgangspunkt angelangt ist. Dabei sollte man möglichst exakt vorgehen, damit die Messer des Rasenmähroboters auch Halme am Rand erreichen können. Die Roboter erkennen dadurch ihre spätere Arbeitsfläche. Dieser Vorgang dauert je nach Roboter und Rasengröße sowie Ausgrenzungen von Beeten oder Teichen im Schnitt etwa 20 bis 60 Minuten. Das Verlegen von Draht dauert deutlich länger.

Inzwischen gibt es auch Modelle, die das Grundstück automatisch erkunden und kartografieren. Doch diese Funktion ist nur bei wenig komplexen Rasenflächen mit klaren Abgrenzungen sinnvoll. Ist der Garten verwinkelt oder führen niedriger gelegene Wege an dessen Grenze vorbei, ist eine manuelle Kartenerstellung das A und O für ein optimales Mähergebnis.

Hierbei sollte man auch das Handbuch genau studieren. Manche Hersteller empfehlen, bei schwierigen Geländesituationen, wie einem tiefer liegenden Weg, etwas Abstand zur Rasengrenze zu halten, damit das Roboschaf nicht hängen bleibt. Diese Empfehlung deckt sich mit unseren Erfahrungen in der Praxis. Bis man die optimale Karte für seinen Mähroboter erstellt hat, können mehrere Kartierungsdurchläufe vonnöten sein.

Für eine präzise Navigation benötigen RTK-Mähroboter einen optimalen Satellitenempfang. In dicht bebauten Gebieten kann dieser problematisch sein.

Automatische Kartierung oder manuell?

Moderne Mähroboter bieten häufig eine automatische Kartierung, bei der das Gerät die Rasenfläche selbstständig abfährt und erfasst. In der Praxis funktioniert das jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen zuverlässig – entscheidend ist primär eine klare Abgrenzung der Rasenfläche gegenüber dem restlichen Garten, etwa durch Randsteine, Mauern oder befestigte Wege.

Die manuelle Kartierung, bei der der Mähroboter per App gezielt entlang der Rasenkanten gesteuert wird, liefert in der Regel präzisere Ergebnisse. Sie ermöglicht eine exakte Definition der Mähfläche und verhindert Fehlinterpretationen an Übergängen zu Beeten, Kiesflächen oder unbefestigten Bereichen.

In unserem Standard-Testgarten mit mehreren Zonen und offenen Übergängen zu einem Blumenbeet konnte keiner der getesteten Mähroboter eine wirklich zufriedenstellende automatische Kartierung erzielen. Demgegenüber funktioniert die automatische Kartierung in unserem zweiten Testgarten, der größtenteils von Randsteinen umgeben ist, tadellos.

Zusammengefasst: Die automatische Kartierung ist komfortabel und kann in klar strukturierten Gärten mit eindeutigen Begrenzungen zuverlässig funktionieren. In komplexeren Umgebungen bietet die manuelle Kartierung jedoch deutliche Vorteile hinsichtlich Präzision, Kontrolle und Zuverlässigkeit – insbesondere bei der gezielten Zonierung und individuellen Anpassung des Mähverhaltens. Wer exakt festlegen möchte, wo gemäht wird und wo nicht, fährt mit der manuellen Kartierung in der Regel besser.

Wenn eine Rasenfläche klar abgegrenzt ist, bringt die automatische Kartierung brauchbare Ergebnisse. Die manuelle Kartierung sollte man dennoch bevorzugen, weil damit präzisere Karten erzeugt werden können.

Mähroboter und Kartierung: Warum eine Aufteilung in Zonen sinnvoll ist

Die Aufteilung der Mähkarte in Zonen ist immer dann sinnvoll, wenn Rasenflächen unterschiedlich ausgerichtet sind, physisch voneinander getrennt liegen oder besondere Eigenschaften aufweisen. Durch eine gezielte Zonierung lässt sich der Mähroboter effizienter einsetzen und besser an die Gegebenheiten des Gartens anpassen.

Mährichtung optimieren: Verläuft eine Rasenfläche quer zum Gebäude und eine andere längs, empfiehlt es sich, diese als separate Zonen zu definieren. So lässt sich für jede Fläche die optimale Mährichtung individuell einstellen, was zu einem gleichmäßigeren Schnittbild führt und die Grasnarbe schont.

Unterschiedliches Wachstum berücksichtigen: Bereiche mit stärkerem Wachstum – etwa durch mehr Sonneneinstrahlung oder bessere Bodenverhältnisse – können per Zonierung häufiger gemäht oder mit einer angepassten Schnitthöhe gepflegt werden. Zeitpläne lassen sich gezielt pro Zone konfigurieren.

Hangneigung beachten: Bei stark geneigten Flächen kann es notwendig sein, die Mährichtung zu ändern. Eine Fläche, die quer zum Gebäude angelegt ist, aber eine deutliche Steigung aufweist, wird oft besser längs gemäht. Andernfalls kann der Mähroboter die Spur nicht sauber halten, was zu ungleichmäßigem Schnitt oder sogar Rasenschäden führt.

Hinderniserkennung feinjustieren: In bestimmten Bereichen – etwa unter Büschen oder bei tief hängenden Ästen – kann eine zu empfindliche Hinderniserkennung dazu führen, dass der Mähroboter Flächen auslässt. Durch eine separate Zonendefinition lassen sich die Sensoreinstellungen gezielt anpassen. Dazu bieten die Hersteller entsprechende Optionen in den jeweiligen Apps.

Akkulaufzeit effizient nutzen: Ist der Garten so groß, dass der Mähroboter ihn nicht in einem Durchgang bewältigen kann, muss er zwischendurch zur Ladestation zurückkehren. Durch eine sinnvolle Aufteilung in Zonen, die jeweils innerhalb einer Akkuladung bearbeitet werden können, lässt sich die Mähzeit besser strukturieren. Das reduziert lange Betriebszeiten am Stück und sorgt dafür, dass der Garten schneller wieder uneingeschränkt nutzbar ist. Besonders wichtig ist das bei Eigentümergemeinschaften mit einem geteilten Garten.

Beanspruchung steuern: Stark frequentierte Bereiche wie Spiel- oder Laufzonen lassen sich gezielt schonen oder seltener mähen. Auch saisonale Anpassungen – etwa unterschiedliche Mähintervalle im Frühjahr und Sommer – sind pro Zone einfacher umsetzbar.

Insgesamt ermöglicht die Aufteilung in Zonen einen effizienteren, flexibleren und rasenschonenderen Betrieb. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass die Gartennutzung möglichst wenig eingeschränkt wird.

Durch eine Aufteilung in Zonen lassen sich Mähparameter wie die Mährichtung gezielt konfigurieren, sodass der Mähroboter mit möglichst wenigen Wendemanövern effizient arbeitet. Sinnvoll ist das jedoch nicht in jedem Fall: In steilem Gelände (im Beispiel „Vorne Steil“) wäre die optimale Mährichtung quer zur Hangneigung. Hier können der A3 wie auch andere Mähroboter die Spur allerdings nicht halten und müssen wiederholt korrigieren – was vor allem bei nassem Untergrund Schäden am Rasen verursacht.

Sollte man die Hinderniserkennung immer aktivieren?

In Gärten mit spielenden Kindern oder Haustieren sollte man die KI-unterstützte visuelle Hinderniserkennung der Mähroboter aktivieren. Es gibt aber auch Situationen, bei denen man sie besser ausschaltet. Wenn etwa Äste von Pflanzen auf die Rasenfläche ragen, verhindert die Hinderniserkennung möglicherweise, dass Mähroboter unter diesen den Rasen mähen, weil sie die Äste als Hindernis erkennen und sie umfahren.

In solchen Fällen sind Mähroboter mit Zonenverwaltung im Vorteil: Sie erlauben es, die Hinderniserkennung gezielt für einzelne Zonen oder Bereiche wie Kanten zu deaktivieren oder herabzusetzen. So interpretieren die Geräte überhängende Äste nicht als Hindernis, sondern fahren darunter hindurch und mähen den Rasen sauber ab. Diese Funktion bieten unter anderem Modelle von Anthbot, Dreame, Mova, Mammotion und Segway.

Bei Ecovacs lässt sich die Hinderniserkennung dagegen nur global steuern. Die 2026er-Modelle erlauben jedoch, einzelne Bereiche zu markieren, in denen die visuelle Hinderniserkennung deaktiviert bleibt. Eine vergleichbare Option bietet auch Sunseeker.

Mammotion Luba Mini AWD LiDAR im Einsatz: Unter Bäumen und Sträuchern mäht der Mähroboter erst, wenn die Hinderniserkennung ausgeschaltet ist.

Welche Vorteile bieten Rasenroboter ohne Begrenzungsdraht?

Neben der Arbeitsersparnis bei der Einrichtung bieten Mähroboter, die ohne Begrenzungskabel auskommen, weitere Vorteile. So fahren diese größtenteils in geraden Bahnen und erzeugen damit ein ordentliches Schnittbild – fast wie auf dem Fußballplatz. Die Ausrichtung der Bahnen darf bei manchen Geräten frei gewählt werden, sodass man etwa exakt parallel zur Hausfront mähen lassen kann. Einige Modelle können sogar Muster in den Rasen schneiden – eher eine Spielerei.

Außerdem lassen sich bei den meisten Varianten sinnvollerweise einzelne Zonen anlegen, die unterschiedlich hoch oder oft gemäht werden können – ähnlich wie bei Saugrobotern. Zudem sieht man größtenteils dank App-Steuerung genau, wo der Roboter schon war, wie lange er noch benötigt und einiges mehr. Das klappt detaillierter als bei bisherigen Rasenrobotern, da die GPS- oder LiDAR-gestützten Geräte genau wissen, wo sie sich gerade aufhalten und wo sie schon waren.

Gibt es Nachteile von Mährobotern ohne Begrenzungskabel?

Neben der bereits erwähnten Abhängigkeit vom GPS-Signal bei RTK-Modellen (Probleme bei hohen Gebäuden, dichter Wolkendecke oder dichten Bäumen) gibt es bei kabellosen Mährobotern noch weitere Schwachpunkte. Wer von schlechtem Satellitenempfang betroffen ist, sollte ohnehin direkt zu LiDAR-Modellen greifen.

Ein bislang großer Nachteil verschwindet langsam: Immer mehr Hersteller erlauben die Anpassung einer Karte. Dazu zählen Marotronics Alfred (Testbericht), die Segway-Modelle sowie die Anthbot-Varianten und einige Mammotion-Mähroboter. Der Hookii Neomow X unterstützt ebenfalls eine Korrektur eines bereits kartierten Bereichs. Viele andere Roboter verlangen bei Problemen an einer bestimmten Stelle jedoch noch ein komplett neues Anlernen der Karte – hier hilft oft nur das Einrichten einer No-Go-Zone als Workaround.

Auch beim Kantenschnitt zeigen sich noch Schwächen. An festen Begrenzungen wie Randsteinen bleibt fast immer ein schmaler Grasstreifen stehen – wie breit dieser ausfällt, hängt stark vom Modell und vom Abstand der Messer ab. Bei RTK-Modellen kann außerdem ein schwacher GPS-Empfang den Randschnitt zusätzlich beeinträchtigen. Die besten Ergebnisse liefern hier aktuell die LiDAR-Modelle. Aber auch sie schaffen es konstruktionsbedingt nicht, hohe Steine oder Mauern ganz ohne Restrasen zu mähen, weil die Klingen einfach nicht bis zur äußersten Kante reichen. Das Prinzip ist also vergleichbar mit dem von Saugrobotern: Ein perfektes Ergebnis gibt es nur mit ein wenig Handarbeit. Selbst der beste Mähroboter ohne Draht ersetzt also den Rasentrimmer nicht vollständig.

Neu in dieser Saison sind Geräte, die mit speziellen Techniken für besonders saubere Kanten punkten. Schon letztes Jahr zeigten die Dreame-Modelle, was möglich ist – mit einem zur Seite ausfahrenden Mähdeck kamen sie bis auf 5 cm an feste Ränder heran. Unser Testsieger Dreame A3 geht mit seinem Klingensystem sogar noch näher heran, nämlich bis auf 3 cm. Noch einen Schritt weiter gehen die neuen Ecovacs-Modelle A3000 (Technologiesieger), A1600 und O1200, die eine eigene Trimmeinheit integriert haben. Auch Mammotion (Luba Mini 2 AWD 1500) und Sunseeker (X5 Gen2) rüsten ihre Geräte mit einer zusätzlichen Mähscheibe für den Kantenschnitt aus.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Für Home Assistant existiert eine community-basierte Integration. Sie ist allerdings an die Dreame-Cloud gekoppelt – eine lokale Ansteuerung ist nicht möglich. Dafür liefert sie Zugriff auf viele Betriebsdaten wie Akkustatus und Mähfortschritt.

Für welche Gärten eignen sich Mähroboter ohne Begrenzungsdraht?

Dank der Auswahl zwischen RTK-Navigation für weite, offene Flächen und LiDAR-Technologie für komplexe, verwinkelte Grundstücke eignen sich Mähroboter ohne Begrenzungsdraht mittlerweile für nahezu jeden Garten. Ausschlaggebend für die Wahl der passenden Technologie ist vor allem die Struktur des Gartens. Die Größe wiederum entscheidet eher über die passende Modellklasse.

Kleine Gärten bis 800 m² – kompakt und leise

Für kleine Gärten ist der Ecovacs Goat O600 RTK für 444 Euro eine preisgünstige Alternative. Er navigiert per RTK-Antenne – in Gärten mit hohen Gebäuden oder dichtem Baumbestand kann der Empfang allerdings leiden.

Eine weitere günstige Option für kleine, klar abgegrenzte Rasenflächen ist der Roboup Raccoon 2SE für 500 Euro. Ein gleichmäßiges Schnittbild liefert er jedoch nicht, da er die meiste Zeit kreuz und quer über den Rasen fährt.

Mittlere, komplexe Gärten bis 1500 m² – enge Passagen und Übergänge

Der Mova Lidax Ultra 1000 AWD ist die richtige Wahl für Gärten bis 1000 m² ohne Engstellen unter 80 cm. Wer Premium-Technik sucht und sparen will, bekommt hier den besten Mähroboter seiner Preisklasse.

Einen besseren Kantenschnitt bietet der Ecovacs Goat O1200 LiDAR Pro. Allerdings ist er nicht so geländegängig wie Allrad-Modelle und somit nur für flache Gärten mit geringen Steigungen geeignet.

Große Gärten bis 3000 m² – komfortabel, aber eingeschränkt bei Hindernissen

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro eignet sich für größere, eher offen gestaltete Grundstücke. Er bietet eine gute Balance aus Leistung und Komfort und punktet beim Randmähen mit nur etwa 5 cm Abstand sowie einem zusätzlichen Trimmer. In komplexen Gärten mit Engstellen oder Stufen zeigt er jedoch Schwächen – kleine Kanten oder schmale Durchgänge meistert er selten zuverlässig.

Sehr große oder steile Gärten bis 3500 m² – leistungsstark und geländegängig

Der Dreame A3 AWD Pro 3500 ist die beste Wahl für große und anspruchsvolle Flächen. Mit Allradantrieb, hoher Steigfähigkeit und einer der größten Schnittbreite im Test arbeitet er besonders effizient – auch Hindernisse, Übergänge und die Engstelle im Testgarten meistert er souverän. Beim Randmähen liegt er mit unter 3 cm Abstand zudem im Spitzenfeld.

Benötigen Mähroboter ohne Kabel flächendeckendes WLAN im Garten?

Grundsätzlich nicht. An der Ladestation genügt ein stabiles WLAN-Signal, um Firmware-Updates durchzuführen und die Ersteinrichtung vorzunehmen. Während des Mähvorgangs benötigen die Geräte keine permanente WLAN-Verbindung; sie kommunizieren entweder eigenständig oder über eine eigene Funkstrecke mit ihrer RTK-Referenzstation. Eine durchgehende WLAN-Abdeckung wird nur dann relevant, wenn der Roboter seine Korrekturdaten über Net-RTK aus dem Internet bezieht oder wenn eine dauerhafte Steuerbarkeit per App gewünscht ist. Alternativ bieten immer mehr Hersteller Modelle mit integriertem 4G-Mobilfunkmodul an. Hierbei sind jedoch die laufenden Kosten zu beachten: Nach Ablauf des meist enthaltenen Mobilfunktarifs – je nach Modell nach ein bis drei Jahren – fallen jährliche Gebühren in Höhe von etwa 30 bis 50 Euro an.

Was kosten Mähroboter ohne Begrenzungskabel?

Die Preise variieren je nach Navigationstechnik und Flächenleistung erheblich. Einstiegsgeräte wie der Ecovacs Goat O600 RTK oder der kamerabasierte Roboup Raccoon 2SE sind bereits ab rund 450 Euro zu haben. Premium-Modelle mit Allradantrieb und LiDAR-Navigation wie unser Testsieger Dreame A3 AWD Pro 3500 oder der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro kosten dagegen 2000 bis 2300 Euro. Wer sparen will, sollte nach Vorjahresmodellen Ausschau halten – sie bieten meist eine ähnlich ausgereifte Technik, sind aber deutlich günstiger.

Betriebskosten und Ersatzakku

Für den Betrieb der Mähroboter fallen Stromkosten für das regelmäßige Aufladen an. Diese sind bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent pro kWh allerdings vernachlässigbar. Pro Ladung muss man je nach Größe des Akkus zwischen rund 4 Cent und rund 8 Cent rechnen.

Auch die Klingen müssen regelmäßig ersetzt werden. Die Apps informieren darüber. Die Ersatzklingen kann man entweder direkt über den Hersteller beziehen oder im freien Handel nach günstigen Alternativen suchen. So kosten 45 kompatible Klingen für Modelle zahlreicher Hersteller teilweise weniger als 25 Euro.

Für den Luba Mini AWD LiDAR bietet Mammotion einen passenden 6,1-Ah-Akku für 219 Euro an. Der Einbau kann selbst erfolgen. Ein Akkutausch in Eigenregie soll laut Hersteller auch bei den Mini-Modellen möglich sein, nicht jedoch beim Luba 3.

Bei vielen anderen Herstellern ist offenbar nur ein Austausch durch Service-Personal möglich. Ob man dazu den Mähroboter einschicken muss oder den Austausch bei einem Service-Partner vor Ort erledigen kann, ließ sich bis zum Redaktionsschluss nicht für jeden Hersteller verifizieren. Ecovacs hat uns mitgeteilt, dass bei Defekt ein Ersatz-Akku während der Garantiezeit kostenlos ausgetauscht wird. Hierfür muss das Gerät nicht eingeschickt werden – der Austausch kann von einem autorisierten Fachhändler vor Ort erledigt werden.

Fazit

Bei der Wahl eines Mähroboters zählen vor allem vier Faktoren: Größe der Rasenfläche, Komplexität des Gartens, Geländeneigung und die Qualität des Kantenschnitts. Die reine Fläche spielt dabei eine kleinere Rolle als die Gartenstruktur – enge Passagen und Hindernisse entscheiden im Alltag oft mehr über die Eignung als ein paar Quadratmeter mehr oder weniger.

Wer einen Mähroboter ohne Begrenzungskabel für komplexe Gärten sucht, fährt derzeit mit einem LiDAR-Modell meist am besten. Die neuesten Modelle mit LiDAR-Navigation zeigen ihre Vorteile gegenüber der vorherrschenden RTK-Technik in Stadtgärten, die von hohen Gebäuden umgeben sind, bei engen Übergängen und beim Randschnitt.

BESTENLISTE

Testsieger

Dreame A3 AWD Pro 3500

Mähroboter Dreame A3 AWD Pro 3500 im Test: Allrad, LiDAR und Top-Kantenschnitt

Allrad, LiDAR und Kantenschnitt unter 3 cm: Der Dreame A3 AWD Pro 3500 zielt auf die Mähroboter-Spitze. Ob das gelingt, zeigt unser Praxistest.

VORTEILE

  • Top-Kantenschnitt, hohe Mähleistung
  • Passiert Engstellen problemlos und überwindet Randsteine
  • Dank Allrad auch für steiles Gelände geeignet

NACHTEILE

  • Smart-Home-Integration bleibt Stückwerk
  • Gewicht als Achillesferse bei Nässe
  • Garden Guardian enttäuscht

Allrad, LiDAR und Kantenschnitt unter 3 cm: Der Dreame A3 AWD Pro 3500 zielt auf die Mähroboter-Spitze. Ob das gelingt, zeigt unser Praxistest.

RTK-Mähroboter scheitern in Stadtgärten häufig an hohen Gebäuden und dichtem Baumbestand – der Satellitenempfang reicht schlicht nicht aus. In einem an einem hohen Gebäude angrenzenden Garten konnten wir bei zahlreichen Mähroboter-Tests einige Modelle mit RTK-Navigation erst gar nicht in Betrieb nehmen, da der Empfang von mindestens 20 Satelliten dort nicht möglich war. Neuere Modelle auf Basis von LiDAR (Light Detection and Ranging) kennen dieses Problem nicht: Statt auf Satelliten zu setzen, erfasst der Roboter seine Umgebung mit Laserstrahlen und erstellt daraus eine detaillierte Karte. Gerade das, was für RTK zum Problem wird – Wände, Zäune, Bäume –, dient LiDAR als stabile Referenzpunkte.

Mit dem A3 AWD Pro 3500 erweitert Dreame seine Produktpalette um einen kabellosen Premium-Mähroboter für komplexe und großflächige Gärten bis 3.500 m². Das Gerät wurde auf der CES 2026 vorgestellt und ist seit März 2026 auf dem Markt. Die technologische Besonderheit liegt in der Kombination aus einem 360°-3D-LiDAR-System mit binokularer KI-Vision (OmniSense 3.0) und einem echten Allradantrieb (AWD) mit Nabenmotoren. Diese Ausstattung positioniert den Roboter in der gehobenen Klasse der kabellosen Mähroboter, die ohne RTK-Antenne oder Begrenzungskabel auskommen.

Getestet wurde der Dreame A3 AWD Pro 3500 in einem komplexen Garten mit drei Rasenzonen und einer Gesamtfläche von knapp 500 m². Eine Zone weist eine Neigung von etwa 30° auf und ist nur über 4 bis 5 cm hohe Randsteine erreichbar. Eine weitere Zone ist nur über eine 70 cm breite Engstelle zugänglich. Die Mähgeschwindigkeitstests fanden aus Vergleichbarkeitsgründen auf einem flachen, 240 m² großen Teilstück statt, das auch die anderen Testgeräte problemlos erreichen konnten.

Design, Verarbeitung und Ausstattung

Der A3 AWD Pro 3500 gehört mit Abmessungen von 7 × 53,2 × 32,5 cm nicht zu den kompaktesten Modellen, und mit einem Gewicht von etwa 23,9 kg ist er der schwerste Mähroboter, den wir bislang getestet haben. Das Gehäuse ist hochwertig verarbeitet und verfügt über ein integriertes Farbdisplay mit Bedientasten, das eine Steuerung auch ohne Smartphone ermöglicht.

Allradantrieb und Steigfähigkeit: Der Mähroboter nutzt vier einzeln angesteuerte Nabenmotoren. Zwei omnidirektionale Räder an der Vorderseite ermöglichen Wendemanöver auf der Stelle, während die Hinterräder für Traktion im Gelände ausgelegt sind. Die maximale Steigfähigkeit gibt der Hersteller mit 80 Prozent an (ca. 38,7 Grad). Im Testgarten bewältigte der Dreame die rund 30° steile Zone zuverlässig – extremere Steigungen standen für eine Überprüfung der Herstellerangabe nicht zur Verfügung.

Schnittsystem und Kantenverarbeitung: Das Doppelmessersystem arbeitet mit einer Schnittbreite von 40 cm – nur wenige Mähroboter bieten eine noch etwas größere Schnittbreite. Mehr Schnittbreite bedeutet weniger Bahnen und damit kürzere Mähzeiten, ein Vorteil vor allem auf großen Flächen. Dieser Vorteil kann aber auch bei kleineren Gärten eine Rolle spielen, wenn diese häufig genutzt werden: Ein schneller Mäher gibt den Garten früher zur uneingeschränkten Nutzung frei.

Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch zwischen 3 und 10 cm einstellen. Das Edge-Master-2.0-System verschiebt die Messerscheibe beim Kantenschnitt seitlich nach außen und erreicht so einen Restabstand von unter 3 cm zur Rasenkante. Das ist ein Spitzenwert, den kein anderer Mähroboter aktuell erreicht. Lediglich Modelle mit integrierter Trimmeinheit wie der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro versprechen einen noch saubereren Kantenschnitt.

Modellvariante: Der A3 AWD Pro 5000 unterscheidet sich durch einen größeren 10-Ah-Akku und eine Flächenkapazität von bis zu 5.000 m², bleibt ansonsten technisch identisch.

Die Dreame-App ist leider nicht für Tablets optimiert. Die Kartenansicht ist daher nicht optimal. Dafür gibt es eine Option, die die 3D-Karte auf Basis des LiDAR-Scanners zeigt.

Inbetriebnahme und Kartierung

Die Einrichtung erfolgt über die Dreamehome-App. Zunächst wird eine Bluetooth-Verbindung zum Roboter hergestellt, anschließend das Gerät in das heimische 2,4-GHz-WLAN integriert. Die Basisstation sollte auf ebenem Untergrund mit mindestens einem Meter Freiraum vorne sowie 40 bis 50 cm seitlichem Abstand positioniert werden.

Kartierungsprozess: Das System bietet zwei Verfahren:

  1. Automatische Kartierung: Der Roboter fährt selbstständig die Fläche ab und erkennt Rasengrenzen mittels KI-Vision. Diese Funktion arbeitet bei klaren Kantenverläufen – etwa Randsteinen, Mauern oder befestigten Wegen – zuverlässig.
  2. Manuelle Fernsteuerung: Der Nutzer steuert den Roboter per App entlang der gewünschten Rasenkanten. Diese Methode liefert präzisere Ergebnisse bei komplexen Gartenstrukturen, mehreren Zonen oder unklaren Begrenzungen.

Im Testgarten mit mehreren Zonen und offenen Übergängen zu einem Blumenbeet lieferte der Dreame erwartungsgemäß keine zufriedenstellende automatische Kartierung. Bei schwierigen Rasenkanten oder weichen Übergängen zu Beeten, Kiesflächen oder unbefestigten Bereichen ist die manuelle Kartierung daher dringend empfehlenswert.

Warum eine Aufteilung in Zonen sinnvoll ist:

Die Aufteilung der Mähkarte in separate Zonen bringt in der Praxis erhebliche Vorteile. Unterschiedlich ausgerichtete Rasenflächen lassen sich mit individueller Mährichtung bearbeiten, was zu einem gleichmäßigeren Schnittbild führt. Zudem können Wachstumsunterschiede berücksichtigt werden, indem sonnige Bereiche häufiger gemäht oder mit angepasster Schnitthöhe gepflegt werden. Bei Hangneigungen kann die Mährichtung pro Zone angepasst werden, um eine saubere Spurführung sicherzustellen. Auch die Hinderniserkennung lässt sich feinjustieren, sodass unter Büschen oder bei tief hängenden Ästen die Sensoreinstellungen gezielt pro Zone angepasst werden können. Darüber hinaus lässt sich die Akkulaufzeit effizient nutzen, indem Zonen geschaffen werden, die jeweils innerhalb einer Akkuladung bearbeitet werden können – dies reduziert unnötige Ladeunterbrechungen. Nicht zuletzt kann die Beanspruchung gesteuert werden, indem stark frequentierte Spiel- oder Laufzonen gezielt geschont werden.

Weitere App-Konfigurationsparameter:

  • Sperrzonen (No-Go-Areas) für Teiche, Beete oder Spielbereiche
  • Mähparameter pro Zone: Schnitthöhe, Mährichtung, Geschwindigkeit, Effizienzmodi
  • Zeitpläne für bestimmte Wochentage und Uhrzeiten
  • Garden Guardian: Livestream der Kamera, Personenerkennung mit Benachrichtigungen, Patrouillenfahrten
  • Link-Dienst: Statusabfrage und Steuerung über 4G außerhalb der WLAN-Reichweite
  • Dual-Map-Management: Verwaltung von zwei separaten Gartenbereichen
Die Dreame-App erlaubt eine Anpassung der Mähparameter wie Mährichtung pro Zone. Die optimale Mährichtung  mit wenig Wendemanövern ist aber nicht immer sinnvoll. Bei steilem Gelände (Vorne Steil) würde die optimale Mährichtung quer zur Hangneigung verlaufen. Doch bei dem steilen Gelände kann der A3 wie auch andere Mähroboter die Spur nicht halten und muss wiederholt korrigieren. Das führt speziell bei nassem Untergrund zu Schäden am Rasen.

Mähleistung im Praxistest

Geschwindigkeit und Flächenleistung: Der A3 AWD Pro 3500 arbeitet mit einem strukturierten Bahnenmähsystem und fährt Flächen systematisch ab, statt zufällige Muster zu generieren. Die Mähgeschwindigkeit wurde im Test nicht verändert – im Auslieferungszustand ist die niedrigste Geschwindigkeit eingestellt, die für die höchste Schnittpräzision sorgt.

Laut Hersteller mäht der Dreame im Standardmodus bis zu 2.500 m² innerhalb von 24 Stunden, im Effizienzmodus bis zu 3.500 m² und im Schnellmodus 5.000 m². Diese Werte werden in der Praxis – ähnlich wie Reichweitenangaben bei E-Bikes oder E-Autos – in einem Garten mit Hindernissen wie Bäumen, Büschen oder Wäschegerüsten selten erreicht.

Die etwa 240 m² große Teilfläche unseres knapp 500 m² großen Testgartens bewältigte der Dreame in 1,3 Stunden – der schnellste Wert im Vergleichstest. Die knapp 500 m² große Gesamtfläche schaffte er allerdings nicht mit einer Akkuladung. Für den Test haben wir das untere Akku-Limit, bei dem der Mähroboter zur Ladestation zurückkehrt, von 15 auf 10 Prozent reduziert. Damit mähte er eine Fläche von 437 m² innerhalb von etwa drei Stunden – das ergibt eine Stundenleistung von rund 145 m². Da diese Fläche auch den steilen Bereich mit einigen Hindernissen umfasst, der zudem nicht in der optimalen Mährichtung bearbeitet werden konnte, reduziert sich die Stundenleistung gegenüber dem flachen Terrain (186 m²/h) erwartungsgemäß.

 Dreame A3 AWD Pro 3500: Allrad-Mäher mit hoher Schnittleistung und Top-Kantenschnitt

Kantenschnitt: Das EdgeMaster 2.0-System reduziert den Abstand zur Rasenkante auf unter 3 cm – eine der besten Werte, die aktuelle Mähroboter zu bieten haben. Allerdings ist der Kantenschnitt fest auf eine Schnitthöhe von 3 cm eingestellt, sodass er am Rand etwas kürzer geschnitten wird, wenn man den restlichen Rasen mit der empfohlenen Schnitthöhe von 4 bis 5 cm gemäht hat.

Zum Vergleich: Die neuen Ecovacs-Modelle der A-Serie erreichen rund 5 cm Abstand und ergänzen dies mit einem integrierten Trimmer, der allerdings mit 82 dB(A) so laut ist wie ein herkömmlicher Rasentrimmer. Der kürzlich getestete Segway Navimow i208 LiDAR lässt mit rund 9 cm deutlich mehr Rand stehen – hier fällt entsprechend mehr Nacharbeit an.

Überwindung von Hindernissen: Das Gerät überwindet Randsteine und Absätze bis zu einer Höhe von 5,5 cm. Schmale Passagen ab 70 cm Breite werden zuverlässig durchfahren – im Testgarten meisterte der Dreame die Engstelle ebenso souverän wie der bereits getestete Mammotion Luba Mini AWD LiDAR (Testbericht).

Rasenschäden und Bodenverhältnisse: Der knapp 24,5 kg schwere Mähroboter kann bei feuchtem Rasen im steilen Gelände bei Richtungswechseln Spuren hinterlassen. Der Allradantrieb minimiert zwar das Durchdrehen der Räder, das hohe Gewicht bleibt jedoch ein Faktor. Steile Rasenflächen sollten daher nur bei Trockenheit gemäht werden, um Schäden am Rasen zu vermeiden.

Garden Guardian: Der A3 lässt sich in der App so konfigurieren, dass er von erkannten Hindernissen und Personen automatisch Fotos erstellt. Manuell lassen sich auch Videos aufzeichnen. Allerdings beträgt die Auflösung lediglich 640 × 360 Pixel. Im Test funktionierte die Erkennung grundsätzlich, doch der Roboter interpretierte auch Regenrinnen und andere Objekte als Personen. Die Erkennungsquote lag bei nur rund 50 Prozent – die Qualität ist also nicht mit der einer dedizierten Überwachungskamera vergleichbar. Wer diese Funktion nutzt, sollte zudem den Datenschutz beachten, insbesondere wenn der Mähroboter in Bereichen mit Einsicht auf Nachbargrundstücke oder öffentliche Wege unterwegs ist.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Die Dreame-App kann auch den Livestream des Kamera darstellen. Zudem bietet sie die Option, Fotos von erkannten Objekten oder Menschen aufzunehmen. Allerdings liegt die Erkennungsrate viN Menschen im Test nur bei etwa 50 Prozent. Zudem ist die Auflösung mit 640 × 360 Pixel nicht sehr hoch.

Navigation und Hinderniserkennung

Navigationsprinzip: Der 360°-LiDAR-Sensor mit einer Reichweite von bis zu 70 m erfasst die Umgebung kontinuierlich und nutzt feste Strukturen wie Wände, Zäune oder Bäume als Referenzpunkte. Mithilfe von SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) bestimmt der Roboter seine Position laufend neu. Gerade in verwinkelten, schattigen oder dicht bebauten Gärten ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber RTK-basierten Systemen.

Ganz ohne Einschränkungen kommt LiDAR allerdings nicht aus: Auf sehr großen, offenen Flächen mit wenigen markanten Strukturen kann die Positionsbestimmung ungenauer werden. Hier spielt RTK weiterhin seine Stärken aus. Der Dreame setzt – anders als etwa der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR mit seinem Tri-Fusion-Ansatz aus LiDAR, Kamera und cloudbasiertem Net-RTK – ausschließlich auf LiDAR plus KI-Vision.

HINWEIS: An sehr heißen Tagen kann sich die LiDAR-Einheit so stark aufheizen, dass der A3 zur Kühlung zurück auf die Ladestation fährt. Dreame will mit der nächsten Firmware das Problem lösen.

Hinderniserkennung: Das System erkennt laut Hersteller über 300 verschiedene Hindernistypen, darunter Gartenmöbel, Spielzeug, Tiere und Personen. Im Test funktionierte die Erkennung bei Schläuchen, kleinen Bällen und anderen Gegenständen tadellos. Eine hundertprozentige Zuverlässigkeit gibt es dennoch nicht – sehr flache oder kleine Gegenstände können gelegentlich überrollt werden. Zur Verbesserung der Erkennungsrate empfiehlt Dreame die Einstellung der Hindernisempfindlichkeit auf „Hoch“.

Dreame A3 AWD Pro 3500: 80 Minuten muss man warten, bis der Akku von 10 auf 100 Prozent geladen ist.

Akkulaufzeit, Ladezeit und Betriebskosten

Laufzeit und Ladezeit: Der 32,4-V-Akku mit 7,5 Ah Kapazität trieb den Dreame im Praxistest über die gesamte 240-m²-Teilfläche ohne Zwischenladung an. Für die knapp 500 m² große Gesamtfläche mit Steigung und Hindernissen reichte eine Ladung hingegen nicht aus (siehe Abschnitt 4).

Die Ladezeit gibt Dreame mit 70 Minuten an. Im Test dauerte das Laden von 10 auf 100 Prozent allerdings 80 Minuten – ein guter Wert im Vergleich. Der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR benötigt mit 140 Minuten fast doppelt so lang. Ähnlich schnelle Ladezeiten wie der Dreame bietet der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro (Test folgt) mit rund 85 Minuten.

Stromkosten: Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent/kWh fallen pro Ladung rund 8 Cent an – vernachlässigbar im laufenden Betrieb.

Klingenkosten: Die 18 mitgelieferten Ersatzklingen reichen für den Einstieg. Sind diese aufgebraucht, kosten 12 Originalklingen 20 Euro. Kompatible Dritthersteller-Klingen sind teilweise deutlich günstiger – 45 Stück gibt es im Handel bereits ab 25 Euro.

Ersatzakku: Anders als Mammotion (Ersatzakku für 219 Euro, Selbsteinbau möglich) bietet Dreame keinen Ersatzakku für Privatanwender an. Ein Austausch ist offenbar nur durch Service-Personal möglich. Ob dazu der Mähroboter eingeschickt werden muss oder ein Austausch bei einem Service-Partner vor Ort erfolgen kann, blieb bis Redaktionsschluss offen.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Der Allrad-Mäher überwindet im Test 4–5 cm hohe Randsteine problemlos.

Lautstärke und Betriebszeiten

Die Betriebslautstärke des Dreame A3 AWD Pro 3500 liegt bei 65 dB(A) und damit etwas höher als beispielsweise beim Segway Navimow i208 LiDAR (Testbericht) mit 59 dB(A). Im Freien nimmt man diesen Unterschied jedoch kaum wahr. Grundsätzlich arbeiten alle von uns getesteten Mähroboter erfreulich leise.

Dennoch sollte man die geltenden rechtlichen Bestimmungen beachten. Nach herrschender Rechtsauffassung gelten für den Betrieb von Mährobotern die Zeiten der 32. BImSchV: Montag bis Samstag von 7:00 bis 20:00 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist der Betrieb prinzipiell untersagt.

Sicherheit und Diebstahlschutz

PIN-Schutz: Beim Dreame muss vor der Inbetriebnahme eine PIN eingegeben werden. Auch ohne PIN hätten Diebe wenig Freude: Der Mähroboter lässt sich nicht mit einer anderen App verbinden, solange er noch mit einem Konto verknüpft ist.

GPS-Ortung und Alarmsystem: Der Dreame lässt sich über GPS lokalisieren. Zusätzlich löst das Gerät einen Alarm aus, wenn es angehoben wird oder die Mähkarte verlässt, und sperrt sich automatisch. Eine Integration in Apples „Wo ist?“-Netzwerk wie der kürzlich getestete Segway Navimow i208 LiDAR (Testbericht) bietet der Dreame allerdings nicht.

Tierschutz: Zum Schutz nachtaktiver Tiere sollte der Mähroboter ausschließlich tagsüber betrieben werden. In einigen Kommunen gibt es bereits Nachtfahrverbote mit empfindlichen Geldbußen – in Leipzig beispielsweise bis zu 50.000 Euro. Geht es nach dem Deutschen Städtetag, könnte ein Nachtfahrverbot bald bundesweit gelten.

Der Dreame A3 AWD Pro 3500 meistert die nur 70 cm breite Engstelle souverän.

App und Smart-Home-Integration

App-Qualität: Die Dreamehome-App bietet alle wesentlichen Funktionen zur Konfiguration und zum Betrieb: Schnitthöhe, Mährichtung, Mähgeschwindigkeit, Kantenmähen, Hindernisempfindlichkeit und Zeitpläne. Einschränkend: Die App ist nicht für Tablets wie das iPad optimiert, sondern lediglich zoombar.

Besonders nützlich ist die Möglichkeit, für einzelne Zonen die Hinderniserkennung zu deaktivieren. Das ist etwa in Bereichen mit herunterhängenden Ästen von Vorteil, weil der Mähroboter diese Flächen dann nicht auslässt. Der Stoßfänger bleibt als mechanische Hinderniserkennung bei Kontakt weiterhin aktiv.

Ebenfalls praktisch: Der Akkustand für das automatische Aufladen lässt sich in Stufen von 10, 15, 20 und 25 Prozent konfigurieren. Ebenso kann der Akkustand für die Wiederaufnahme des Mähvorgangs zwischen 80 und 100 Prozent in 5er-Schritten definiert werden. Wer den Wert auf 80 Prozent setzt, verkürzt die Wartezeit an der Ladestation – vorausgesetzt, die verbleibende Akkuladung reicht für die Restfläche aus.

Sprachsteuerung: Unterstützt werden Amazon Alexa, Google Assistant und Siri-Kurzbefehle für grundlegende Steuerungsbefehle wie Start, Stopp und Rückkehr zur Ladestation.

Smart Home by Hornbach: Der Dreame lässt sich einbinden, die Integration bietet jedoch kaum Mehrwert über einfache Start-/Stopp-Befehle hinaus.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Für Home-Assistant gibt es eine community-basierte Integration, die allerdings an die Dreame-Cloud gekoppelt ist. Eine lokale Ansteuerung ist nicht möglich. Mit der Integration hat man Zugriff auf viele Betriebsdaten wie dem Akku-Status und dem Mähfortschritt.

Home Assistant: Über eine Community-basierte Integration besteht Zugriff auf den Mähroboter. Die Dreame-Integration zeigt unter anderem Mähkarten und den aktuellen Fortschritt an – ein deutlich größerer Funktionsumfang als bei den meisten nativen Smart-Home-Anbindungen. Wichtig: Die Integration ist an die Hersteller-Cloud gekoppelt – ein rein lokaler Zugriff ist nicht möglich.

Fehlende Integrationen: Eine native Anbindung an Apple Home besteht nicht – das gilt allerdings bislang für alle Mähroboter. Generell spielt Smart Home bei den Herstellern eine untergeordnete Rolle.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Der Allrad-Mäher hat mit steilem Gelände keine Probleme. Allerdings sollte der Untergrund absolut trocken sein. Ansonsten drohen bei Wendemanövern Schäden am Rasen.

Wartung und Pflege

Die App informiert, wenn die Klingen gewechselt werden müssen. Der Wechsel selbst ist unkompliziert und ohne Werkzeug möglich. Mit 18 mitgelieferten Ersatzklingen ist der Einstieg gut abgedeckt.

Ein Ersatzakku für Privatanwender ist bei Dreame nicht erhältlich (siehe Abschnitt 6). Für die Überwinterung empfiehlt der Hersteller, den Mähroboter frostfrei zu lagern und den Akku auf etwa 50 Prozent Ladezustand zu halten. Eine automatische Reinigungsfunktion ist nicht vorhanden – das Gehäuse und die Messer sollten regelmäßig von Grasresten befreit werden.

Preis

Der Dreame A3 AWD Pro 3500 hat eine UVP von knapp 2600 Euro und ist aktuell für knapp 2000 Euro (-25 %) im Hersteller-Shop und bei Amazon zum Tiefstpreis erhältlich. Das größere Modell A3 AWD Pro 5000 wird für 2.999 Euro angeboten. Dreame gewährt drei Jahre Garantie. Außerdem hat Dreame mit dem A3 AWD 1000 ein weiteres Modell im Programm, das allerdings nur eine Schnittbreite von 20 cm bietet. Hier ist also nur ein Schneideteller installiert, während die größeren Varianten mit zweien eine Schnittbreite von 40 cm bieten.

Fazit

Der Dreame A3 AWD Pro 3500 richtet sich an Besitzer großer, komplexer Gärten mit Hanglagen, mehreren Zonen und schwierigen Übergängen. Der Mähroboter entfaltet seinen Mehrwert insbesondere dort, wo herkömmliche Geräte an Traktions- oder Navigationsgrenzen stoßen. Beim Kantenschnitt ist er mit unter 3 cm Restabstand einer der besten – wer Nacharbeit mit dem Rasentrimmer minimieren will, findet hier eine sehr gute Lösung.

Die Mähleistung überzeugt: Mit 186 m²/h auf flachem Terrain ist der Dreame einer der schnellsten Mähroboter. Auch die Gesamtfläche von knapp 500 m² mit Steigung und Hindernissen bewältigte er zuverlässig, wenn auch nicht in einer Akkuladung. Die Ladezeit von rund 80 Minuten hält die Zwangspause kurz.

Schwächen zeigt der A3 AWD Pro bei der Software-Reife: Die automatische Kartierung erfordert bei komplexen Gärten manuelle Nacharbeit, die Garden-Guardian-Funktion liefert mit einer Erkennungsquote von nur 50 Prozent und niedriger Auflösung keine zuverlässige Überwachung, und die Smart-Home-Anbindung bleibt rudimentär – Apple Home fehlt, eine iPad-optimierte App ebenfalls. Auch das hohe Gewicht von 24,5 kg kann auf feuchtem, steilem Rasen zu Spuren führen.

Die Kaufentscheidung sollte primär an der Gartensituation festgemacht werden: Für große, steile oder verwinkelte Gärten mit dem Anspruch an minimale Nacharbeit an den Kanten ist der Dreame A3 AWD Pro 3500 eine der besten verfügbaren Optionen. Für einfache, kleine Rasenflächen ist er überdimensioniert – hier fahren günstigere Modelle wie der Segway Navimow i208 LiDAR wirtschaftlicher.

  • Historie:
  • Veröffentlichung des Artikels am 16.4.2026
  • Letztes Preis-Update siehe Artikeldatum
Mähroboter Mammotion Luba 3 im Test: schnell, geländegängig und im Angebot

Mammotions Premium-Mäher navigiert mit LiDAR und bietet eine Schnittbreite von 40 cm. Wie gut er sich in der Praxis schlägt, zeigt der Testbericht.

VORTEILE

  • 40 cm Schnittbreite, Allrad-Antrieb
  • App ausgereift und für Tablets optimiert
  • Mäht unter Sträuchern

NACHTEILE

  • Kantenschnitt nur Mittelmaß
  • kann Rasen bei feuchtem Untergrund beschädigen
  • Bumper kann sich im Geäst verheddern
  • Sichere Zone

Mammotions Premium-Mäher navigiert mit LiDAR und bietet eine Schnittbreite von 40 cm. Wie gut er sich in der Praxis schlägt, zeigt der Testbericht.

Als Flaggschiff von Mammotion nutzt der Luba 3 erstmals ein LiDAR-gestütztes Navigationssystem. Im Gegensatz zur reinen RTK-Technik, die auf Satellitendaten basiert und empfindlich auf Verschattungen durch Bäume oder Gebäude reagiert, ist LiDAR weniger störbar. Dennoch kann der Luba 3 bei Bedarf auch Satellitendaten über die Mammotion-Cloud beziehen – etwa dann, wenn die maximale Reichweite des LiDAR von 70 Metern auf großen Flächen nicht ausreicht. Da hierfür eine permanente Onlineverbindung nötig ist, integriert der Hersteller ein 4G-Modul, das in den ersten drei Jahren nach Kauf kostenlos genutzt werden kann. Zwei KI-Kameras ergänzen das System sowohl für die Navigation als auch für die Hinderniserkennung. Mammotion vermarktet diese Kombination als „Tri-Fusion“-Positionierung.

Die übrigen Leistungsdaten entsprechen weitgehend denen der Vorgängermodelle. Die Schnittbreite des Doppelscheiben-Systems beträgt 40 cm. Die beiden Trennscheiben mit jeweils sechs Klingen werden von zwei 165 W starken Elektromotoren angetrieben und mähen bei bis zu 3000 U/min auch höheres Gras problemlos. Die Akkukapazität des für 3000 m² vorgesehenen Modells beträgt wie beim Vorjahresmodell 12 Ah 269,2 Wh). Die Variante für 5000 m² ist mit einem 15-Ah-Akku (324 Wh) ausgestattet. Das 1500er-Modell kommt mit einem 9,4-Ah-Akku (203 Wh).

Getestet wurde der Mammotion Luba 3 in einem anspruchsvollen Garten mit drei Rasenzonen und einer Gesamtfläche von knapp 500 m². Eine Zone weist eine Neigung von etwa 30° auf und ist nur über 4 bis 5 cm hohe Randsteine erreichbar – eine für viele Mähroboter kritische Hürde. Eine weitere Zone lässt sich lediglich über eine 70 cm breite Engstelle ansteuern. Die Mähgeschwindigkeitstests fanden aus Vergleichbarkeitsgründen auf einem flachen, etwa 240 m² großen Teilstück statt, das auch die anderen Testgeräte problemlos erreichen konnten.

Design, Verarbeitung und Ausstattung

Das sportliche Design hat Mammotion auch beim Luba 3 beibehalten. Mit den sichtbaren Vorder- und Hinterrädern erinnert der Luba 3 an einen Formel-1-Boliden. Die vorderen, transparenten Abdeckungen der Vorderräder wirken wie aerodynamische Flächen, die den Anpressdruck verstärken sollen, was natürlich nur in der Fantasie des Beobachters liegt und praktisch irrelevant ist. Schließlich fährt der Luba 3 keine 300 km/h und sein Eigengewicht von 19 kg benötigt bei einer Fahrgeschwindigkeit von 0,6 m/s keinen zusätzlichen Anpressdruck. Aufgrund seiner Größe von 69 × 53,3 × 27,9 cm wirkt der Luba 3 allerdings nicht ganz so sportlich wie das kleinere Allrad-Modell Luba 2 Mini. Neu gegenüber dem alten Luba ist die typische LiDAR-Kuppel, die oben auf der Kameraeinheit sitzt und durch Plastikstreben geschützt wird. Die Verarbeitung ist ansonsten wie gewohnt ohne offensichtliche Mängel.

Klein und groß: Mammotion Luba 3 AWD 3000 im Vergleich zum Luba Mini 2 AWD

Allradantrieb und Steigfähigkeit: Der Luba 3 setzt auf vier einzeln angesteuerte Nabenmotoren. Zwei omnidirektionale Räder an der Vorderseite ermöglichen Wendemanöver auf der Stelle, während die Hinterräder für Traktion im Gelände ausgelegt sind. Die maximale Steigfähigkeit gibt der Hersteller mit 80 Prozent an (entspricht etwa 38,7 Grad). Im Testgarten bewältigte der Luba 3 die rund 30° steile Zone zuverlässig – extremere Steigungen standen für eine Überprüfung der Herstellerangabe nicht zur Verfügung.

Das Doppelmessersystem arbeitet mit einer Schnittbreite von 40 cm. Optimierungen für den Kantenschnitt hat der Luba 3 nicht zu bieten.

Schnittsystem und Kantenverarbeitung: Das Doppelmessersystem arbeitet mit einer Schnittbreite von 40 cm – nur wenige Mähroboter bieten eine noch etwas größere Schnittbreite. Mehr Schnittbreite bedeutet weniger Bahnen und damit kürzere Mähzeiten, was vor allem auf großen Flächen ein Vorteil ist. Es kann aber auch bei kleineren, häufig genutzten Gärten relevant sein, da ein schneller Mäher den Garten früher zur uneingeschränkten Nutzung freigibt. Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch zwischen 2,5 und 7 cm einstellen.

Für den Kantenschnitt bietet der Luba 3 – anders als die Modelle Dreame A3 und Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro – keine spezifischen Optimierungen. Im Test ließ er an einem festen Rand deutlich mehr Rasen ungemäht als die direkte Konkurrenz.

Luba 3: Die automatische Kartierung ist nur sinnvoll bei Rasenflächen mit festen Begrenzungen. Die manuelle Kartierung ist deutlich präziser.

Inbetriebnahme, Kartierung & App-Einstellungen

Vor der Einrichtung muss man zunächst den Front-Bumper sowie die orangefarbenen Seitenschweller montieren, was dank der detaillierten Beschreibung nach wenigen Minuten erledigt ist.

Die Einrichtung des Luba 3 erfolgt über die Mammotion-App, die als eine der wenigen auch für Tablets optimiert ist und so die größere Bildschirmfläche dieser Geräte ausnutzt. Die Kopplung geschieht zunächst per Bluetooth, bevor der Roboter mit dem heimischen WLAN verbunden wird. Die Assistenten-geführte Inbetriebnahme ist nach wenigen Minuten abgeschlossen. Im Test folgt anschließend ein Firmware-Upgrade, das je nach Verbindungsqualität länger dauern kann – ein bei vernetzten Geräten üblicher, aber ärgerlicher Vorgang, der die Inbetriebnahme verzögert.

Vor der Einrichtung muss man zunächst den Front-Bumper sowie die orangefarbenen Seitenschweller montieren, was dank der detaillierten Beschreibung nach wenigen Minuten erledigt ist.

Für die Kartierung bieten kabellose Mähroboter wie der Luba 3 zwei Methoden an: Bei der automatischen Variante fährt er selbstständig die Rasengrenzen ab, während beim manuellen Verfahren der Nutzer den Roboter über virtuelle Tasten steuert. Letztere Methode ist zu empfehlen, da sie präzisere Ergebnisse liefert. Bei klar abgegrenzten Gärten kann die automatische Kartierung zufriedenstellend sein – im Testgarten mit mehreren Zonen und offenen Übergängen zu Pflanzenbeeten ist sie jedoch überfordert.

Eine große Mähfläche unterteilt man üblicherweise in Zonen, um pro Zone die optimale Mährichtung mit möglichst wenigen Richtungsänderungen einzustellen – das beschleunigt den Mähvorgang. Hier heißt es allerdings aufgepasst: Die Mammotion-App unterstützt keine Aufteilung in Zonen nach der Kartierung. Anders als bei der Konkurrenz von Dreame und Ecovacs kann man nicht zunächst die gesamte Rasenfläche umfahren und später Linien auf der Karte ziehen, sondern muss Zone für Zone anlegen, bis die Gesamtfläche erfasst ist. Das ist im Set-up aufwendiger und weniger flexibel.

Luba 3: Die App erlaubt die Erstellung sogenannter „Hindernisfreier Zonen“, in denen die visuelle Hinderniserkennung mittels LiDAR und KI-Kameras deaktiviert ist – sinnvoll etwa für Bereiche, wo herabhängende Äste den Rasen überdecken. Ohne diese Einstellung würden die Äste als Hindernisse erkannt, und der darunterliegende Rasen bliebe ungemäht.

Anschließend lassen sich für jede Zone Parameter wie Mährichtung, Mähmuster, Mähsequenz, Mähgeschwindigkeit, Bahnabstand sowie die KI-Hinderniserkennung konfigurieren. Zudem erlaubt die App die Erstellung sogenannter „Hindernisfreier Zonen“, in denen die visuelle Hinderniserkennung mittels LiDAR und KI-Kameras deaktiviert ist – sinnvoll etwa für Bereiche, wo herabhängende Äste den Rasen überdecken. Ohne diese Einstellung würden die Äste als Hindernisse erkannt, und der darunterliegende Rasen bliebe ungemäht.

Die Hinderniserkennung funktioniert im Test nur bei höchster Empfindlichkeit zuverlässig. Im Standardmodus werden kleinere Bälle überfahren. Generell sollte man den Mähroboter nur tagsüber mähen lassen, sodass nachtaktive Tiere geschützt sind. Die Mammotion-App bietet dafür entsprechende Konfigurationsmöglichkeiten.

Wie üblich unterstützt die App auch Zeitpläne zur Automatisierung des Mähvorgangs. Dabei können Nutzer die Batteriestrategie anpassen – etwa die Ladegrenze auf 80 % reduzieren, was die Akku-Lebensdauer verlängert. Apropos Akku: Anders als beim Luba Mini 2 kann der Nutzer diesen nicht selbst tauschen; ein Austausch ist nur über Mammotion oder ein Service-Center möglich – ein kritisches Detail mit Blick auf Langlebigkeit und Reparierbarkeit.

Smart ist die Akkustrategie bezüglich des Mähfortschritts: Schafft der Luba 3 die gesamte Fläche nicht mit einer Ladung, fährt er zurück zur Ladestation. Dort lädt er aber nicht bis 100 %, sondern nur bis zu dem Prozentsatz, der nötig ist, um die Restfläche zu schaffen. Diese Strategie spart Zeit und schont den Akku.

Bei unterschiedlich ausgerichteten Rasenflächen empfiehlt sich eine Aufteilung in Zonen. Da die Mammotion-App keine Aufteilung in Zonen nach der Kartierung unterstützt, sollte man den Garten Zone um Zone kartieren.

Mähleistung

Der Luba 3 mäht in geraden Bahnen, sodass das Schnittbild entsprechend sauber ausfällt. Für den Leistungstest wurde die voreingestellte Mähgeschwindigkeit von 0,6 m/s (einstellbar zwischen 0,2 und 1,0 m/s) beibehalten, ebenso der unveränderte Bahnabstand von 25 cm (einstellbar zwischen 20 und 35 cm).

In dieser Konfiguration erreicht der Luba 3 auf einer flachen, 240 m² großen Testfläche mit typischen Hindernissen wie Bäumen und Wäscheständern eine praktische Mähleistung von etwa 187 m² pro Stunde. Hochgerechnet auf einen kontinuierlichen 24-Stunden-Betrieb ergibt sich daraus eine Flächenleistung von rund 2.800 m² pro Tag – inklusive aller notwendigen Ladezeiten. Die Herstellerangabe von 500 m² pro Stunde bezieht sich dagegen auf die maximal möglichen Einstellungen von 1,0 m/s und 35 cm Bahnabstand. Mit diesen optimalen Parametern wäre unter Idealbedingungen eine Steigerung auf etwa 437 m² pro Stunde erreichbar, was rund 87 Prozent des beworbenen Maximalwerts entspricht. Die verbleibende Differenz ist auf reale Einflüsse wie Hindernisse und Wendemanöver zurückzuführen. Die Herstellerangabe ist daher technisch nicht unrealistisch, allerdings erreicht der Luba 3 diesen Spitzenwert nur unter optimalen Bedingungen mit maximalen Einstellungen. Im typischen Hausgarten mit Standardparametern sollte der Nutzer mit einer Mähleistung von etwa 60 bis 70 % des Maximalwerts rechnen.

Eine nützliche Funktion bietet Mammotion mit den sogenannten "hindernisfreien Zonen": Konfiguriert man eine Zone entsprechend, wird die visuelle Hinderniserkennung mittels LiDAR und KI-Kameras für diesen Bereich deaktiviert. Der Luba 3 fährt dann auch unter Büsche oder tief hängende Äste und mäht dort den Rasen.

Insgesamt belegt der Luba 3 bei der Mähleistung einen Spitzenwert. Ähnlich gut ist der vergleichbare Dreame A3 AWD 3500, der aufgrund seiner geringeren Akkukapazität jedoch nur 2.519 m² pro 24 Stunden schafft.

Praxis: Engstellen, steiles Gelände, Kantenmähen und Betriebsgeräusch

In puncto Navigation ist der Luba 3 mit LiDAR und RTK bestens aufgestellt. Unseren kritischen Engpass mit nur einer Breite von 70 cm meistert er genauso wie der Dreame A3 AWD (Testbericht). Auch gelangt er zur abgelegenen Rasenzone, die von 3 bis 5 cm hohen Randsteinen umgeben ist. Wie der Dreame hinterlässt er im bis zu 30° steilen Gelände bei feuchtem Untergrund aber Spuren im Rasen. Solch steiles Gelände sollte man also nur bei absoluter Trockenheit mähen, um Rasenschäden zu vermeiden. Das gilt für den Luba genauso wie für den Dreame A3 AWD.

Rasenflächen mit fester Begrenzung wie Randsteinen fährt der Luba 3 präzise ab, lässt aber mit 7 bis 10 cm deutlich mehr Rasen ungemäht als der Dreame A3, der sein Mähdeck an den Gehäuserand fahren kann und nur 3 bis 5 cm Rasen stehen lässt. Noch besser in Bezug auf das Mähen von Rasen an festen Kanten sind die Ecovacs-Modelle mit integriertem Rasentrimmer. Nach zwei Durchgängen an den Randsteinen bleibt praktisch kein Halm mehr stehen. Allerdings sind die Geräte mit aktivierter Trimmeinheit mit über 80 dB(A) sehr laut. Der Luba 3 geht wie alle Mähroboter leise zu Werke, wobei er im direkten Vergleich mit dem Dreame A3 AWD etwas lauter ist.

Mammotion Luba 3 AWD 3000: Mit einer Community-Integration hat man Zugriff auf wichtige Betriebsparameter und kann den Luba 3 auch steuern.

Smart-Home-Integration

Offiziell unterstützt Mammotion – wie viele andere Mähroboterhersteller auch – lediglich eine Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant. Deutlich nützlicher im praktischen Betrieb ist hingegen eine Community-Integration für Home Assistant, die allerdings an die Mammotion-Cloud gekoppelt bleibt. Mit ihr lässt sich nicht nur auf wesentliche Betriebsparameter wie Akkustand, Mähfortschritt und den Kameralivestream zugreifen, sondern der Luba 3 kann darüber auch aktiv gesteuert werden. Einzig Terramow bietet bislang eine lokale Integration, etwa über MQTT.

Preis

Den Luba 3 bietet Mammotion in drei Varianten an. Das günstigste Modell, ausgelegt für Flächen bis 1500 m², kostet regulär 2.300 Euro und aktuell 2050 Euro (mit Code MAMMTIONDE50) – verzichtet allerdings auf ein GPS-Modul und kann daher nicht per RTK, sondern ausschließlich per LiDAR navigieren. Der von uns getestete Luba 3 AWD 3000 ist aktuell für 2450 Euro inklusive Garage erhältlich (mit dem Code MAMMOTIONDE50 an der Kasse), während das größte Modell AWD 5000 mit 3150 Euro zu Buche schlägt.

Fazit

Der Luba 3 AWD navigiert mit seinem Tri-Fusion-System aus LiDAR, RTK und KI-Kameras präzise und meistert im Testgarten nicht nur die 70 cm breite Engstelle, sondern erreicht auch die von Randsteinen umgebene Rasenzone zuverlässig. Die bis zu 30° steile Mähzone bewältigt er problemlos, hinterlässt bei feuchtem Grund jedoch Spuren im Rasen – ein Phänomen, das sich bei dieser Gewichtsklasse allerdings nicht von anderen Mährobotern unterscheidet.

Dank einer Schnittbreite von 40 cm und dem leistungsfähigen Akku arbeitet er nicht nur schnell, sondern auch ausdauernd. In der 24-Stunden-Flächenleistung belegt er mit 2.800 m² aktuell den ersten Platz im Vergleichsfeld. Wer also viel und zudem anspruchsvolles, nicht nur flaches Gelände zu mähen hat, liegt mit dem Luba 3 AWD richtig.

Steht hingegen ein optimaler Kantenschnitt im Fokus – etwa bei streng geometrischen Rasenflächen mit langen, geraden Grundstücksgrenzen – sind Konkurrenten wie der Dreame A3 AWD oder der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro besser aufgestellt.

  • Historie:
  • Der Testbericht wurde am 21.5.2026 veröffentlicht
  • Update 22.5.2026: Hinweis ergänzt, dass Luba 3 AWD 1500 kein GPS-Modul enthält
  • Bei interessanten Angeboten wird er aktualisiert (siehe Artikeldatum)

Technologiesieger

Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro

Mähroboter Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro im Test: Mäht gut und trimmt sogar

Kabellos, Trimmer integriert, 400 m²/h – kann der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro in unserem Test halten, was er verspricht?

VORTEILE

  • Integrierter Fadentrimmer spart Nacharbeit an Kanten
  • Gutes Mähtempo mit 155 m²/h
  • Solide Akkulaufzeit und schnelles Laden
  • Livestream der Kamera in App

NACHTEILE

  • Trimmer arbeitet unpräzise an Sperrflächen
  • Eingeschränkte Geländetauglichkeit
  • Mobilfunkmodul (LTE) nur optional

Kabellos, Trimmer integriert, 400 m²/h – kann der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro in unserem Test halten, was er verspricht?

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist der aktuelle Flaggschiff-Mähroboter des Herstellers und setzt vollständig auf kabellose Navigation. Störende Begrenzungskabel oder eine RTK-Antenne entfallen – stattdessen kombiniert Ecovacs einen 360°-LiDAR mit einem 3D-ToF-Sensor und einer KI-Kamera. Das ist ein klarer Vorteil bei schwierigen Empfangsbedingungen, etwa unter hohen Bäumen oder in Hinterhöfen, wo Satellitensignale oft ausfallen.

Getestet wurde der 18,3 kg schwere Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro in einem anspruchsvollen Garten mit drei Rasenzonen und einer Gesamtfläche von knapp 500 m². Eine Zone weist eine Steigung von rund 30° auf, zwischen den Zonen liegen 4 bis 5 cm hohe Randsteine, und eine weitere Zone ist nur über eine 70 cm breite Engstelle erreichbar. Die Mähgeschwindigkeit wurde auf einer flachen, 240 m² großen Referenzfläche gemessen. Ziel war es herauszufinden, ob der integrierte Tru-Edge-Trimmer und die Dual-LiDAR-Navigation den Alltag wirklich erleichtern – oder ob die vielen Sensoren an komplexen Gegebenheiten scheitern.

Design, Verarbeitung und Ausstattung

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro präsentiert sich in einem modernen weiß-schwarzen Gehäuse, dessen Verarbeitung einen hochwertigen Eindruck hinterlässt. Auffällig sind die großen, stark profilierten Offroad-Räder, die gute Traktion versprechen.

Auf der Oberseite thront die charakteristische 360°-LiDAR-Kuppel, die sich mit einer Schutzkappe abdecken lässt. Frontseitig ergänzen eine KI-Fischaugenkamera mit 150° horizontalem und 80° vertikalem Blickfeld sowie ein 3D-ToF-LiDAR mit 90° horizontalem und 70° vertikalem Erfassungswinkel bei einer Reichweite von 3 bis 4 Metern das Sensorsystem. Ein integriertes Display mit drei Tasten und eine gut erreichbare rote Stopptaste erlauben die Bedienung auch ohne Smartphone. Auf der Unterseite arbeiten zwei Messerscheiben mit jeweils drei Klingen bei 3.000 Umdrehungen pro Minute. Der seitliche Fadentrimmer wird separat montiert.

Der Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro und der Goat O1200 verfügen ebenfalls über eine Trimm-Einheit.

Modellvarianten: Ecovacs bietet den Mähroboter in zwei Ausführungen an. Der Goat A1600 LiDAR Pro ist mit einem 3.000-mAh-Akku bei 32,4 V für Flächen bis 1.600 m² ausgelegt, wiegt 17,8 kg und kostet rund 1.500 Euro. Der hier getestete Goat A3000 LiDAR Pro verfügt über einen deutlich größeren 7.500-mAh-Akku für Flächen bis 3.000 m², wiegt 18,3 kg und liegt bei etwa 2.300 Euro. Beide Modelle sind ansonsten baugleich – Schnittbreite von 33 cm, Trimmer und Navigationssystem sind identisch. Der A3000 bringt lediglich den größeren Akku und ein schnelleres Ladegerät mit.

Inbetriebnahme und Kartierung

Die Einrichtung über die Ecovacs-App ist vorbildlich gelöst. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern führt durch Bluetooth-Kopplung, QR-Code-Scan und WLAN-Verbindung über 2,4 GHz – auch in gemischten Netzen gab es keine Probleme. Nach einem obligatorischen Firmware-Update war der Roboter in etwa 30 Minuten startklar. Einzig die Montage des Trimmermoduls erfordert etwas Geduld und einen Kreuzschlitzschraubendreher mit langer Klinge von mindestens 10 cm, da eine Schraube tief im Gehäuse sitzt.

Kartierung: Die automatische Kartierung funktioniert grundsätzlich nur bei klaren Rasenkanten wie Randsteinen oder Mauern. Da der Testgarten offene Grenzen hat und nur teilweise mit Randsteinen umgeben ist, konnte die automatische Kartierung nicht sinnvoll überprüft werden. Für komplexe Gärten ist die manuelle Kartierung ohnehin die bessere Wahl: Man läuft in Bluetooth-Reichweite hinter dem Roboter her und steuert ihn per App entlang der Rasengrenzen. Das ist präziser, zuverlässiger und wird von der App gut unterstützt. Es lassen sich mehrere Zonen und Verbindungspfade anlegen.

Unsere nur 70 cm breite Engstelle zwischen zwei Rasenzonen passiert der Goat A3000 LiDAR Pro im Test nicht. Scheinbar ist der Mähroboter durch die Trimmeinheit dafür zu breit geworden, denn das Vorgängermodell hat diese Engstelle gemeistert. RTK-Mähroboter sind bislang alle daran gescheitert.

Die Mindestdurchfahrtsbreite gibt Ecovacs mit 90 cm an. Die 70 cm breite Engstelle im Testgarten konnte der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro nicht passieren – anders als noch der Vorgänger Goat A3000 LiDAR ohne Pro-Zusatz. Für Gärten mit schmalen Durchgängen ist das eine relevante Einschränkung.

Mähleistung im Praxistest

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro mäht in geraden, parallelen Bahnen und liefert ein tadelloses Schnittbild. Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch von 3 bis 9 cm in 1-cm-Schritten einstellen. Pro Zone kann man die Mährichtung gradgenau und die Mähgeschwindigkeit zwischen 0,4 und 0,9 m/s festlegen. Für ein besonders gepflegtes Erscheinungsbild lässt sich ein Schachbrettmuster mit 90°-Wechsel aktivieren. Die Mähgeschwindigkeit sollte man allerdings nur erhöhen, wenn die Rasenfläche kaum Hindernisse wie Bäume oder Büsche aufweist – bei höherem Tempo navigiert der Roboter etwas unpräziser, was grundsätzlich für alle Mähroboter gilt.

Flächenleistung: Auf dem 240 m² großen Teststück benötigte der Roboter 1,6 Stunden, was einer Stundenleistung von 155 m² entspricht. Das ist ein solider Wert, liegt aber deutlich unter der Herstellerangabe von bis zu 400 m²/h, die wohl nur auf völlig freier Fläche bei maximaler Geschwindigkeit erreichbar ist. Der Dreame A3 AWD Pro 3500 ist aufgrund seiner größeren Schnittbreite von 40 cm mit 186 m²/h auf derselben Testfläche schneller.

Kantenschnitt mit dem TruEdge-Trimmer: Die größte Neuerung des Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist der integrierte Fadentrimmer. Er wird separat über die App gestartet, nachdem man die zu bearbeitenden Kanten markiert hat. Der Roboter fährt diese dann ab, senkt den Trimmer auf eine feste Höhe von 6 cm und beginnt zu trimmen.

Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getesteter Mähroboter.

An den Außengrenzen des Gartens funktioniert das Trimmen zufriedenstellend – es bleibt deutlich weniger Nacharbeit als bei Mährobotern ohne Trimmer. Allerdings zeigten sich im Praxistest mehrere Schwächen: Der Roboter verlor gelegentlich ohne ersichtlichen Grund den Kontakt zum Rasenrand, navigierte ins Flächeninnere oder stoppte den Trimmer während der Fahrt. An Sperrflächen hielt er einen viel zu großen Abstand von 10 bis 20 cm, obwohl diese auf 1 bis 2 cm genau kartiert waren – der Trimmer wurde dort wirkungslos. Zudem kann die feste Bauhöhe von 6 cm dazu führen, dass der Trimmer an Randsteinen aufsetzt, wenn der Rasen tiefer als die angrenzende Fläche liegt.

Ecovacs weist in den FAQ darauf hin, dass dichtes Gras mehrere Trimmsitzungen erfordern kann und die Personenerkennung den Trimmvorgang unterbricht – beides bestätigte sich im Test. Nach zwei Durchläufen war das Ergebnis an den Außenkanten gut, die Sperrflächen-Problematik bleibt jedoch ein Ärgernis. Insgesamt ist der Trimmer eine vielversprechende Innovation, die in der aktuellen Softwareversion aber noch nicht ihr volles Potenzial entfaltet.

Navigation und Hinderniserkennung

Das Holo-Scope-360-System kombiniert den 360°-LiDAR mit dem frontalen 3D-ToF-LiDAR und der KI-Kamera zu einem leistungsfähigen Navigationsverbund, der im Regelbetrieb präzise und zuverlässig arbeitet. Die Hinderniserkennung ist vorbildlich: Schläuche, kleine Bälle, Spielzeug und Igel – Ecovacs wirbt mit über 200 erkennbaren Objekttypen – werden sicher umfahren. Dunkle Bereiche oder schlechter Satellitenempfang stellen dank LiDAR kein Problem dar, was einen echten Vorteil gegenüber RTK-basierten Systemen darstellt.

Ganz ohne Kritikpunkte bleibt die Navigation allerdings nicht. Die Hinderniserkennung reagiert gelegentlich übervorsichtig auf hohes Gras oder Löwenzahn, was die Mähzeit unnötig verlängert. Hier hilft die Anpassung des Vermeidungsmodus in der App, der sich auf 10, 15 oder 20 cm konfigurieren lässt. Auch die Überlappung der Mähbahnen schwankt stellenweise, was den insgesamt guten Gesamteindruck etwas trübt. Die Hindernisumfahrung funktioniert im Nahbereich bis auf etwa 5 cm Abstand, was für die meisten Alltagssituationen ausreicht.

Ecovacs-App: Die Aufteilung in Zonen ist möglich und bei einem großen Garten mit unterschiedlichen Flächen auch sinnvoll, da man je Zone die optimale Mährichtung einstellen kann.

Akkulaufzeit und Ladezeit

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist mit einem 7.500-mAh-Akku bei 32,4 V ausgestattet, was einer Kapazität von rund 243 Wh entspricht. Im Praxistest auf dem flachen 240-m²-Teststück verbrauchte er bei 1,6 Stunden Mähzeit etwa 45 bis 50 Prozent der Kapazität. Die Ladezeit von 15 auf 100 Prozent betrug mit dem 189-W-Netzteil 85 Minuten – die Herstellerangabe von 70 Minuten wurde damit nicht ganz erreicht, der Wert ist aber akzeptabel. Die Reichweite dürfte für die beworbenen 3.000 m² in der Praxis bei komplexen Gärten mit Hindernissen und Steigungen etwas geringer ausfallen, ist aber insgesamt sehr gut dimensioniert.

Bei einem Strompreis von 35 Cent/kWh kostet eine Vollladung rund 8,5 Cent – die Betriebskosten sind damit vernachlässigbar.

Hanglagen und Geländetauglichkeit

Ecovacs gibt eine maximale Steigfähigkeit von 50 Prozent an, was etwa 27° entspricht. Im Testgarten wurde der Mähroboter auch auf einer 30°-Steigung eingesetzt – also oberhalb der Herstellerangabe. Auf weniger steilem Gelände arbeitete der Hinterradantrieb zuverlässig, solange längs zum Hang gemäht wurde. Quer zum Hang oder bei nassem, rutschigem Gras kam es jedoch zu Traktionsverlusten und Wendemanövern, die Rasenschäden verursachen können. Für Gärten mit extremen Steigungen ist ein Allradantrieb wie beim Dreame A3 AWD Pro 3500 die bessere Wahl – doch auch mit Allrad sollte man steile Flächen nur bei trockenem Untergrund mähen, um Rasenschäden zu vermeiden.

Die maximale Hindernishöhe liegt bei 4 cm, was für viele Gärten ausreichen dürfte. Die 4 bis 5 cm hohen Randsteine im Testgarten stellten jedoch eine unüberwindbare Hürde dar, sodass der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro eine der drei Rasenzonen nicht erreichen konnte. Für normale Hanglagen bis etwa 45 Prozent Neigung und Gärten ohne hohe Bordsteinkanten ist das Gerät gut geeignet, bei extremeren Anforderungen stößt es an seine Grenzen.

So sieht der Ecovacs A3000 LiDAR Pro die Umgebung

Lautstärke und Betriebszeiten

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist im normalen Mähbetrieb mit 62 dB(A) angenehm leise – das entspricht in etwa einer normalen Unterhaltung. Man kann sich problemlos im Garten aufhalten, während er arbeitet.

Deutlich anders verhält es sich mit dem integrierten Trimmer: Mit 82 dB(A) erreicht er die Lautstärke eines herkömmlichen Rasentrimmers. Der Geräuschpegel schwankt dabei je nach Situation – leiser bei der Navigation zwischen den Kanten, lauter im dichten Gras und kurzzeitig mit höherer Drehzahl beim Markieren der Schnittlinie. Nach herrschender Rechtsauffassung gelten für den regulären Mähbetrieb die Zeiten der 32. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV): Montag bis Samstag von 7:00 bis 20:00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ist der Betrieb grundsätzlich untersagt. Da § 7 der 32. BImSchV für Graskantenschneider verschärfte Einschränkungen vorsieht, sollte der Trimmer vorsichtshalber nur werktags zwischen 9:00 und 13:00 Uhr sowie zwischen 15:00 und 17:00 Uhr eingesetzt werden.

Sicherheit und Diebstahlschutz

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro verfügt über einen PIN-Code, der beim Einschalten oder Verlassen der Mähkarte abgefragt wird. Doch selbst mit Kenntnis der PIN können Diebe mit dem Gerät nichts anfangen: Solange der Roboter mit einem Nutzerkonto verknüpft ist, lässt er sich nicht mit der Ecovacs-App nicht verbinden. Wird das Gerät angehoben, löst es einen Alarm aus. Optional kann ein 4G-Modul mit GPS-Einheit für 150 Euro nachgerüstet werden, das im Lieferumfang nicht enthalten ist und eine Echtzeit-Ortung ermöglicht sowie eine Fernsteuerung außerhalb des heimischen WLAN-Netzes erlaubt.

Die Kombination aus LiDAR, Kamera und ToF-Sensor erkennt selbst kleine Gegenstände zuverlässig, eine hundertprozentige Garantie gibt es dennoch nicht. Zum Schutz nachtaktiver Tiere wie Igel sollte der Mähroboter ausschließlich tagsüber betrieben werden. In einigen Kommunen gibt es bereits Nachtfahrverbote mit empfindlichen Geldbußen – in Leipzig beispielsweise bis zu 50.000 Euro. Geht es nach dem Deutschen Städtetag, könnte ein solches Verbot bald bundesweit gelten. In der Ecovacs-App lassen sich entsprechende Tierschutz-Zeiten definieren, die standardmäßig auf 19:00 bis 7:00 Uhr eingestellt sind.

App und Smart-Home-Integration

Die Ecovacs-App ist funktional und übersichtlich gestaltet. Sie bietet zonenbasierte Einstellungen für Mährichtung, Geschwindigkeit, Schnitthöhe und Hindernisvermeidungshöhe. Zeitpläne lassen sich ebenso konfigurieren wie Tierschutz-Zeiten und eine Regenverzögerung von 3 bis 5 Stunden. Die Kartenbearbeitung erlaubt das Teilen und Zusammenführen von Zonen, das Anlegen von Sperrflächen und Verbindungspfaden sowie die gezielte Auswahl der Kanten für den Trimmereinsatz. Darüber hinaus stehen eine manuelle Steuerung und ein Livestream der integrierten Kamera zur Verfügung. Die App ist allerdings nicht für Tablets wie das iPad optimiert – die Darstellung lässt sich lediglich größer zoomen.

Smart-Home-Integration: Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro unterstützt Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant sowie Siri-Kurzbefehle für grundlegende Befehle wie Start, Stopp und Rückkehr zur Ladestation. Auch eine Einbindung in Smart Home by Hornbach ist möglich, bietet aber nur rudimentäre Funktionen wie Start und Stopp – selbst das Auslesen von Betriebsdaten wie dem Akkustatus fehlt. Die Community-basierte Home-Assistant-Integration unterstützt derzeit den Goat A3000 LiDAR aus dem Vorjahr, jedoch bislang nicht das aktuelle Pro-Modell. Zudem ist die Integration an die Hersteller-Cloud gekoppelt – ein rein lokaler Zugriff auf das Gerät ist nicht möglich. Eine native Anbindung an Apple Home besteht nicht.

Mit einem Hochdruckreiniger darf der Ecovacs nicht gereinigt werden. Aber Wasser aus einem normalen Gartenschlauch hält er dank IPX6-Zertifizierung aus.

Wartung und Pflege

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist nach IPX6 zertifiziert und kann mit einem sanften Wasserstrahl gereinigt werden – ein Hochdruckreiniger sollte jedoch nicht zum Einsatz kommen. Die Ladestation ist nach IPX4 geschützt. Vor dem Reinigen oder Umdrehen des Geräts muss die Gummikappe auf die LiDAR-Kuppel gesetzt werden, um den empfindlichen Sensor zu schützen.

Laut Handbuch sollte der LiDAR-Sensor wöchentlich abgewischt werden, Kamera und ToF-Sensor alle ein bis zwei Wochen. Die Messer sind alle vier bis sechs Wochen zu wechseln, Trimmerfaden und -bürste alle vier bis acht Wochen. Ein Ersatzmessersatz mit 18 Klingen kostet 15 Euro, von Drittanbietern gibt es 30 Stück bereits für aktuell rund 16 Euro. Ein Trimmer-Kit mit zwei Fäden und zwei Bürsten schlägt mit 35 Euro zu Buche.

Der Akku ist über eine verschraubte Abdeckung auf der Unterseite zugänglich und grundsätzlich wechselbar. Die Kosten für einen Austausch außerhalb der Garantie sind allerdings nicht verbindlich beziffert – der Support verweist auf autorisierte Servicepartner.

Preis

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro positioniert sich mit rund 2300 Euro im oberen Premiumsegment. Sein größtes Alleinstellungsmerkmal ist der integrierte Trimmer, der allerdings in der aktuellen Softwareversion noch nicht perfekt arbeitet. Gegenüber RTK-Systemen hat er den Vorteil, dass er auch ohne Satellitenempfang zuverlässig navigiert. Gegenüber dem Dreame A3 AWD Pro 3500 fehlt ihm der Allradantrieb für extreme Steigungen und hohe Randsteine, dafür bietet er mit dem Trimmer eine Funktion, die kein anderes Gerät im Testfeld hat. Ecovacs gewährt drei Jahre Garantie.

Für Gärten bis 1.600 m² ohne extreme Steigungen ist der Goat A1600 LiDAR Pro (Test folgt) mit rund 1000 Euro (-38 %) die wirtschaftlichere Alternative: Baugleiche Technik, mit identischem Trimmer und Navigationssystem, lediglich der Akku ist kleiner.

Fazit

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist ein mutiger, aber noch nicht vollständig ausgereifter Meilenstein. Die kabellose Dual-LiDAR-Navigation arbeitet hervorragend – vor allem unter Bäumen oder in Hinterhöfen, wo RTK-Systeme regelmäßig scheitern. Die Mähleistung ist mit 155 m²/h gut, das Schnittbild tadellos gleichmäßig. Auch die App überzeugt mit übersichtlicher Bedienung und umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten, die sich pro Mähzone individuell festlegen lassen.

Der integrierte Tru-Edge-Trimmer ist die eigentliche Innovation dieses Modells. An den Außenkanten des Gartens spart er spürbar Nacharbeit – kein anderes Gerät im Testfeld kommt ohne manuellen Rasentrimmer an ein vergleichbares Ergebnis. Allerdings kämpft der Trimmer mit Abstandsproblemen an Sperrflächen, gelegentlichen Unterbrechungen und einer festen Bauhöhe von 6 cm, die an Randsteinen zum Problem werden kann. Die Technik ist vielversprechend, benötigt aber noch Software-Feinschliff.

Grenzen zeigt der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro bei der Geländetauglichkeit: Die Mindestdurchfahrtsbreite von 90 cm schließt enge Passagen aus, die maximale Hindernishöhe von 4 cm macht hohe Randsteine zur unüberwindbaren Hürde, und bei Steigungen jenseits von 27° gerät der Hinterradantrieb ins Rutschen. Wer einen Mähroboter für Gärten mit Engstellen, hohen Bordsteinkanten oder steilen Hängen sucht, ist mit einem Allrad-Modell wie dem Dreame A3 AWD Pro 3500 (Testbericht) besser bedient.

Für große, überwiegend offene Gärten mit moderaten Steigungen und dem Wunsch nach möglichst wenig Nacharbeit an den Kanten ist der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro dennoch eine der interessantesten Optionen am Markt. Wenn Ecovacs die Software-Baustellen beim Trimmer und bei der Bahnüberlappung per Update behebt, könnte dieses Gerät sein volles Potenzial entfalten.

  • Historie:
  • Veröffentlichung des Artikels am 17.4.2026
  • Letztes Preis-Update siehe Artikeldatum

Preis-Leistungs-Sieger

Dreame A2

Dreame A2 im Test: LiDAR-Mähroboter jetzt zum Schnäppchenpreis

Der Dreame A2 navigiert dank Lidar und Kamera ohne Begrenzungskabel. Wie gut er das macht und wie die Mähleistung ausfällt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • Lidar-Navigation mit KI-Kamera und damit unabhängig von Satellitendaten
  • Top-Software mit vielen Einstellmöglichkeiten pro Zone
  • Durchfährt problemlos enge Stellen

NACHTEILE

  • Schnittbreite mit 22 cm nur Durchschnitt
  • Teilweise Durchdrehen der Räder

Der Dreame A2 navigiert dank Lidar und Kamera ohne Begrenzungskabel. Wie gut er das macht und wie die Mähleistung ausfällt, zeigt der Test.

Saugroboter fahren schon seit Jahren mit Lidar (Light Detection and Ranging) zentimetergenau durch den Haushalt, Haushaltshelfer mit Laserturm haben sich längst gegen Kamerasysteme durchgesetzt. Bei Mährobotern ist das anders. Aktuelle Modelle, die ohne Begrenzungsdraht auskommen, verwenden überwiegend entweder Kameras und/oder RTK (Real Time Kinetics) mit GPS (Global Positioning System) zur Orientierung.

Doch die Satellitennavigation hat ihre Tücken. Begrenzen hohe Gebäude die Rasenfläche, kann es wie im Fall des Ecovacs Goat A1600 RTK (Bestenliste) passieren, dass nicht genügend Satellitendaten empfangen werden. Im schlimmsten Fall fährt der Mähroboter erst gar nicht los. Auch kann der Empfang bei um Gebäude verlaufenden Rasenflächen gestört werden.

Lidar-gestützte Mähroboter wie der Ecovacs Goat A3000 Lidar (Bestenliste) kommen ohne Satellitendaten aus. Das prädestiniert sie für den Einsatz in SAT-feindlicher Umgebung. Dreame hatte bereits 2024 mit dem A1 (Bestenliste) einen Mähroboter mit Lidar im Programm. Der A2 setzt ebenfalls auf diese Technik und hat zudem eine Kamera an Bord und mäht nun bis zu 3000 m² statt 2000 m² beim A1. Außerdem hat Dreame ein 4G-Modul integriert, das ab Inbetriebnahme drei Jahre kostenlosen Empfang ermöglicht. Damit hat man im Garten auch ohne WLAN Zugriff auf den Mähroboter inklusive Kamera. Die Schnittbreite beträgt wie beim Vorgängermodell 22 cm, allerdings mit einem gravierenden Unterschied: Der A2 bietet ein bewegliches Schneidesystem, das bis auf 5 cm zum Gehäuserand ausgefahren werden kann.

Was der Dreame A2 ansonsten noch zu bieten hat und wie er sich in der Praxis in Bezug auf Navigation, Mähleistung und Kantenmähen schlägt, zeigt unser Test.

Dreame A2

Design

Mit dem A1 hat Dreame bereits einen sehr schönen Mähroboter vorgestellt. Doch der A2 sieht tatsächlich noch besser aus. Das lange, flache Chassis mit glänzendem Finish in Silber gleicht auf den ersten Blick dem des Vorgängers, bietet aber an der oberen Abdeckung an der Front eine umlaufende, leicht zurückgesetzte LED-Beleuchtung, die von einer Silber-schwarz lackierten wenige Zentimeter großen Fläche reflektiert wird. Während so gut wie alle anderen Hersteller auf widerstandsfähigen, matten Kunststoff setzen, verpasst Dreame seinem Modell eine Oberfläche wie ein Luxusauto. Vor allem das Heck erinnert an das Design eines weltbekannten Sportwagenherstellers aus Stuttgart. Finish und langgestrecktes Chassis lassen den Roboter mit dem kleinen „Knopf“ vorn, bei dem es sich um das Lidar-System handelt, hochwertig erscheinen.

Dreame A2: Top-Technik schön verpackt.

Der Rest ist hingegen Standard: Es gibt zwei nur teilweise verdeckte, große Antriebsräder mit Stollen und vorne zwei ungelenkte Stützräder. Die große Stopp-Taste im hinteren Bereich der Oberseite unterbricht nicht nur sofort den Mähvorgang, sondern öffnet gleichzeitig auch die obere Abdeckung, unter der ein kleines Display sowie ein dreh- und drückbarer Bedienknopf und Folientasten zur weiteren Steuerung untergebracht sind. Das erinnert an den Worx Vision (Testbericht), nur dass diese Elemente dort nicht unter einer Abdeckung verborgen sind. Die Unterseite des A2 bietet mit drei per Schnellverschluss ohne Werkzeug wechselbaren Klingen ein weiteres kleines Highlight des rund 16 kg schweren Geräts. Zudem darf der Dreame-Mäher dank IPx6-Zertifizierung auch auf der Unterseite mit einem Gartenschlauch abgespritzt werden – das ist bei vielen Wettbewerbern anders.

Wie gut ist die App des Dreame A2?

Zur Steuerung des Dreame A2 kommt die bewährte Dreamehome-App zum Einsatz. Dort scannt der Nutzer mit seinem Smartphone wie gewohnt den QR-Code, der unter der Bedienfeldabdeckung positioniert ist, und folgt den weiteren Anweisungen. Das klappt genauso einfach wie bei den Saugrobotern des Herstellers. Im Laufe der Einrichtung wird nach der Bluetooth-Verbindung auch eine WLAN-Verbindung hergestellt, über die der Roboter später auch aus der Ferne gesteuert werden kann. Fährt der A2 aus dem Empfangsbereich des WLANs, sorgt das integrierte 4G-Modul für eine Verbindung.

Mittig ist die Mähkarte positioniert, darüber Auswahlbuttons für die Mähart („Gesamtes Gebiet“, „Begrenzung“, „Zone“), Zeitpläne (unterteilt nach Frühling/Sommer und Herbst/Winter), Karte, Einstellungen und Sperrung der Bedienung am Mäher. Darüber befindet sich eine weitere Reihe mit Anzeigen für Bluetooth, WLAN und 4G, außerdem werden hier die Gesamtgröße aller Zonen und die Akkuladung des Roboters angezeigt. Ganz oben rechts gibt es über das typische Dreipunkt-Menü Zugriff auf weitere Optionen wie Aktivitätenprotokolle, Regen- und Frostschutz, Roboterstimme und einiges mehr.

Im Kartenmenü zeigt sich die Erfahrung des Herstellers mit Saugrobotern. Hier gibt es zahllose Features zum Anlegen von Zonen, Verbotszonen und Pfaden. So viel gibt es bei der Konkurrenz meist nicht. So dürfen No-Go-Zonen nicht nur wie gewohnt mit dem Roboter abgefahren, sondern wahlweise auch in der App eingezeichnet werden, wobei Nutzer Linien, Rechtecke oder Kreise verwenden können. Pfade verbinden Zonen untereinander oder die Ladestation mit einer Zone – sie darf also auch außerhalb stehen. Die Schnitthöhe darf der Nutzer pro Zone oder global zwischen 30 und 70 mm wählen, die Ausrichtung der Mähbahnen frei bestimmen.

3D-Karte: So sieht der Dreame A2 unsere Rasenflächen.

Besonders hervorzuheben ist, dass man eine Zone nicht nur hinsichtlich der Mähgeschwindigkeit und -höhe, sowie Hinderniserkennung konfigurieren kann, sondern, anders als etwa bei Ecovacs, auch die Mährichtung und das Muster (Kreuz- oder Schachbrettmuster) einstellen kann. Zudem unterscheidet die Hinderniserkennung nicht nur hinsichtlich der Größe, sondern auch zwischen Menschen, Tieren und Objekten. All dies lässt sich pro Zone und nicht nur generell festlegen – ausgezeichnet.

Schick ist auch die 3D-Darstellung dessen, was der Roboter sieht. In einem Punktraster findet der Nutzer hier eine erstaunlich detaillierte Karte der Umgebung vor, auf der Gegenstände, Pflanzen, Bäume, Autos und wegen der großen Reichweite des Lidar-Systems auch schon mal Teile vom Nachbarhaus schematisch angezeigt werden. Der „Laser“ des A2 kommt nämlich bis zu 75 Meter weit und in einem Winkel von bis zu 59 Grad hoch. Die Karte ist flüssig zoom-, dreh- und bewegbar.

Im Standard-Modus fährt der A2 überlappende Bahnen und lässt nichts aus, er mäht hier bis zu 120 m² pro Stunde. Im Effizienzmodus sinken Genauigkeit und Hinderniserkennung, dafür steigt die Mähleistung auf bis zu 200 m²/h. Einer der wichtigsten Punkte dürfte die Hinderniserkennung sein. Hier darf der Nutzer bestimmen, ob der Roboter generell berührungslos fahren soll und wie groß Hindernisse sein müssen, um erkannt werden zu können. Die App unterscheidet dabei zwischen ab 5, 10, 15 und 20 Zentimeter Höhe. Je unebener oder höher der Rasen ist, desto häufiger werden mit abnehmender Höhe der zu erkennenden Objekte allerdings Fehlerkennungen. So kann es passieren, dass der Roboter einzelne Grasbüschel nicht mehr mäht oder in die Zone hängende Zweige und Blätter dafür sorgen, dass er darum herum statt darunter herfährt.

Der Dreame A2 bietet eine 1080P-Kamera, die auch Menschen erkennt und eine entsprechende Benachrichtigung verschickt.

Wie lernt der Dreame A2 die Mähzonen?

Die Einrichtung der einzelnen Mähzonen klappt dank der guten Erklärungen und des überwiegend einfachen Aufbaus der App kinderleicht und letztlich wie beim Großteil der Konkurrenz. Der Nutzer muss dafür beim Anlernen den A2 wie ein RC-Auto mit dem Smartphone steuern und die Grenzen abfahren – fertig. Neu ist beim A2 die Möglichkeit der automatischen Kartierung. Allerdings funktioniert das im Test in unserem Garten mit direkt an den Rasen grenzenden Beeten und Bepflanzungen ohne Randsteine nicht so gut. Daher raten wir bei Rasenflächen ohne klare Abgrenzung zur manuellen Kartenerstellung. Damit fährt man besser, weil diese Karte einfach präziser ist.

Vorsicht ist wie immer bei Kanten geboten, die die Rasenfläche von einem etwas tiefer liegenden Weg abgrenzen. Hier sollte man ein wenig Abstand halten und nicht auf Kante kartieren. Denn ansonsten kann es wie im Test passieren, dass der A2 über diese hinausfährt und hängenbleibt. Dadurch besteht außerdem die Gefahr, dass sich die Klingen stumpf schleifen und die bewegliche Mähscheibe beschädigt wird. In einem solchen Fall schaltet der A2 sich zwar ab, doch die Vermeidung solcher Vorfälle ist immer besser.

Toll ist auch die Möglichkeit, dass man die Rasenfläche auch nach der Kartierung in mehrere Zonen einteilen kann. Und zwar ohne, dass man diese Trennlinie mit dem A2 abfahren muss. Stattdessen ermöglicht das die App, indem man einfach eine Linie einzeichnet.

Dreame A2: Die Zonenverwaltung sucht ihresgleichen. Nach der Kartierung kann man die Rasenfläche bequem per App in mehrere Zonen aufteilen und diese umfassend konfigurieren. So kann man etwa unterschiedliche Mährichtungen und -muster einstellen und auch die Mähgeschwindigkeit und -höhe sowie die Hinderniserkennung lokalen Begebenheiten anpassen.

Wie navigiert der Dreame A2 im Alltag?

Wir haben uns wie immer nicht an die Vorgaben gehalten, sondern ohne Blick ins Handbuch losgelegt – und sind grundsätzlich nicht enttäuscht worden. Zwar bezahlte unser Testgerät des Dreame A2 schon nach kurzer Zeit mit einer hässlichen Schramme von der unsachgemäßen Installation, die er sich an einer Wand zugezogen hatte. Das als Bumper konzipierte Chassis sorgt aber in solchen Ausnahmen dafür, dass der Roboter problemlos weiter mäht. Hier rächt sich dann allerdings das schicke Hochglanz-Chassis des „Silberpfeils“.

Dreame A2: An dieser Engstelle scheiterten bislang alle RTK-basierten Mähroboter. Die Lidar-basierten Modelle wie den Dreame A2 oder den Ecovacs A3000 passieren das enge Verbindungsstück problemlos.

Davon abgesehen schlug sich der A2 bei der grundsätzlichen Navigation aber sehr gut, auch wenn es im Detail noch etwas Anpassungsbedarf gibt. So findet sich der Mähroboter stets sehr gut zurecht und navigiert daher auch in Umgebungen, in denen RTK/GPS-basierte Modelle längst aufgeben. Wir haben ihn etwa dem Härtetest rechts neben dem Haus unterzogen, wo selbst die besten GPS-Mäher wie Mammotion Luba (Testbericht) und Stiga A1500 (Testbericht) immer wieder mit Problemen zu kämpfen hatten. Außerdem haben wir zwei Zonen per Pfad zwischen zwei Gebäudeteilen hindurch verbunden. Spätestens hier hätte sich jeder GPS-Mäher geweigert und die Arbeit eingestellt. Nicht so der A2, der nach dem ersten Anlernen fortan stoisch dem einmal angeeigneten Weg folgte und auch die beiden Problemzonen ohne Einschränkung mähte. Auch hat er eine Engstelle wie der Ecovacs A3000 Lidar gemeistert, an der etwa der Mammotion Luba Mini nicht vorbeikam.

Es wurde bereits angedeutet: Ganz rund läuft trotzdem nicht alles beim A2. Zwar passt für uns die grundsätzliche Navigation schon sehr gut und auch die Genauigkeit, die der Hersteller mit bis zu 1 cm angibt, scheint meist erreicht zu werden. Gerade in Verbindung mit der anpassbaren Hinderniserkennung, die im Abschnitt “App” beschrieben wurde, mäht der Roboter nach der Fläche dann auch direkt an der Begrenzung – und das bei entsprechender Einstellung auch unter Büschen. Bei GPS-Mähern steigt hier die Abweichung, Kamera-Mäher wollen sich erst gar nicht in die Büsche schlagen.

Auffällig ist allerdings, dass der A2 – egal ob manuell per Fernbedienung gesteuert oder automatisch fahrend – immer wieder für den Bruchteil einer Sekunde abrupt stehenbleibt und dann direkt ohne Richtungswechsel weiterfährt. Das hatte im Test auch der sehr gute Segway Navimow (Testbericht) gemacht. Außerdem wirkt er – vor allem bei aktivierter Hinderniserkennung – bisweilen recht unstrukturiert. Dann wird mal hier, mal dorthin gedreht, ein Bogen gefahren oder sonst wie versucht, mit dem Störfaktor klarzukommen. Das funktionierte letztlich immer, wirkt aber noch sehr chaotisch und kostet Zeit. Denn gemäht wird bei solchen Kapriolen auch nicht, wohl aus Sicherheitsgründen.

Wie gut mäht der Dreame A2?

Dank der systematischen (und in der Ausrichtung frei wählbaren) Bahnennavigation schafft der Dreame A2 pro Tag etwa 1000 m² Rasenfläche. Die versprochenen 3000 m² beziehen sich also auf 2 Tage – oder der Nutzer stellt die Mäeffizienz in der App von „Standard“ auf „Effizient“ um. Die angegebenen Rasenflächen erreicht er wie die Konkurrenz, indem er mäht, anschließend zur Ladestation zurückkehrt, lädt und nach rund einer Stunde wieder seine Arbeit fortsetzt. Das Schnittbild gibt keinen Anlass zur Kritik.

Dreame A2: Der Abstand zwischen Gehäuserand und Mähteller beträgt wie bei den Ecovacs-Modellen A3000 Lidar und A1600 RTK nur 5 cm. Entsprechend wenig muss man mit einem Trimmer an Kanten mit fester Begrenzung nacharbeiten.

Wird es enger und der A2 muss viel rangieren, macht sich das langgezogene Chassis negativ bemerkbar. Gerade dann, wenn der Rasen eher holperig ist und nicht einem englischen Wimbledon-Grün entspricht, bleibt der Mäher bei Wendemanövern immer wieder kurz mit den vorderen, ungelenkten Rädern hängen. Das führt dann immer wieder kurzzeitig zu durchdrehenden Rädern, denn die Kraft, die der Bot benötigt, um den langen Vorbau herumzuschwenken, ist einfach höher als bei einem kompakten Modell. Das macht sich auch an Hängen bemerkbar. Muss er sie nur gerade hinauf oder hinunterfahren, gibt es bis zur Herstellerangabe von 45 Prozent oder 24 Grad keine Probleme. Soll am Hang gewendet werden, rutscht der Roboter aber immer wieder ab. Das machen Stiga und Mammotion besser.

Der Dreame A2 bietet ein bewegliches Klingensystem mit einer Schnittbreite und drei Klingen, das am Rand nur 5 cm ungemäht lässt. Im Lieferumfang befinden sich zudem 81 Ersatzklingen. Somit kann man die Klingen, die nach 100 Stunden Betriebszeit ausgetauscht werden sollen, 27x wechseln.

Preise: Was kostet der Dreame A2?

Der Dreame A2 3000 ist für Rasenflächen bis 3000 m² geeignet und kostete zur Vorstellung 2025 noch 2500 Euro. Inzwischen ist der UVP auf knapp 2000 Euro gesunken. Aktuell gibt es unseren ehemaligen Testsieger für knapp 1000 Euro bei Amazon zum Tiefstpreis. Im Lieferumfang sind nicht nur sämtliche Werkzeuge für die Befestigung der Ladestation enthalten, sondern auch 81 Ersatzklingen.

Noch günstiger ist der Dreame A2 1200 für Rasenflächen bis 1200 m². Dieser ist ebenfalls im Angebot und zum Tiefstpreis für knapp 900 Euro erhältlich. Während der A2 3000 einen Akku mit 5 Ah bietet, kommt beim A2 1200 ein 4-Ah-Akku zum Einsatz.

Wer auf die Kamera der A2-Modelle verzichten kann, erhält mit dem Dreame A1 Pro für Rasenflächen bis 2000 m², einer etwas verbesserten Version des 2024 vorgestellten A1 (Testbericht), einen Lidar-basierten Mähroboter für knapp 800 Euro.

Dreame A2: Gibt es eine Integration für Home Assistant?

Es gibt eine Community-Integration für Home Assistant für Mähroboter von Dreame. Die Einbindung in Home Assistant erfolgt über die Dreame-Cloud. Der Dreame A2 wird inzwischen ebenfalls unterstützt. Neben der Steuerung des Mähroboters kann man sich über die Integration Benachrichtigungen über bestimmte Betriebszustände wie den Ladestand des Akkus schicken lassen, was etwa mit der App nicht möglich ist.

Dreame A2: Cloud-basierte Community-Integration für Home Assistant

Fazit

Der Dreame A2 bietet mit Lidar-Navigation und KI-Kamera das Beste, was die Technik für Mähroboter in puncto Navigation und Hinderniserkennung derzeit hergibt. Allerdings ist das noch immer nicht perfekt. Im Test in unserem anspruchsvollen Parcours ist der Dreame A2 wie jeder andere von uns getestete Mähroboter über den befestigten Rasenrand auf einen tieferliegenden Weg gefahren und hing dort fest. Allerdings ist das weniger häufig vorgekommen als bei den RTK-basierten Modellen. In einem solchen Fall lässt man bei der Kartierung besser einen kleinen Abstand zur Kante, dann passiert das nicht, muss aber später mit einem Trimmer mehr nacharbeiten.

Insgesamt haben uns die Leistungen des Dreame A2 nicht nur überzeugt, sondern auch begeistert. Wie der Ecovacs bewältigt er auch Engstellen von weniger als 1 Meter Breite bravourös und bietet in puncto Zonenkonfiguration die meisten Einstellungen. Allerdings gibt es mit dem Blick auf die Konkurrenz auch einige Kritikpunkte. Die Schnittbreite von 22 cm ist für ein Top-Modell nur durchschnittlich. Hier haben die Ecovacs-Varianten A1600 RTK und A3000 Lidar mit 32 cm und die Mammotion-Luba-Modelle mit 40 cm deutlich mehr zu bieten. Dadurch verlängert sich die Mähzeit des Dreame A2 erheblich. Was in kleinen und mittleren Gärten kaum eine Rolle spielt, kann in größeren Gärten schnell zum Problem werden – und dafür ist der A2 mit einer maximal möglichen Mähfläche von 3000 m² ausgelegt. Vor allem bei wechselhaftem Wetter, wie das hierzulande leider häufig der Fall ist. Für derart große Gärten empfehlen wir daher eher den Ecovacs Goat A3000 Lidar oder Mammotion Luba 2 AWD. Für kleinere und mittlere Gärten ist hingegen der Dreame A2 sehr empfehlenswert. Und inzwischen gibt es den ehemals 2500 Euro teuren LiDAR-Mähroboter zum Schnäppchenpreis von knapp 1000 Euro.

  • Historie:
  • Veröffentlichung des Artikels am 15.5.2025
  • Letztes Preis-Update siehe Artikeldatum
Segway Navimow X420 im Test: Starker Allrad-Mähroboter im Raumschiff-Look

Der Segway Navimow X420 ist ein Allrad-Mähroboter, der dank lenkbarer Vorderräder besonders rasenschonend sein soll. Was er sonst noch kann, zeigt der Test.

VORTEILE

  • Top-Mähleistung dank 43 cm Schnittbreite
  • geländegängig dank starkem Vier-Rad-Antrieb
  • lenkbare Vorderräder, besonders rasenschonend
  • Nachkartieren per App

NACHTEILE

  • Keine Optimierung für Randschnitt an festen Rändern
  • bleibt an abfallenden Rändern manchmal hängen
  • passiert Engstellen nur größer als 1 m
  • kein Livestream der Kamera

Der Segway Navimow X420 ist ein Allrad-Mähroboter, der dank lenkbarer Vorderräder besonders rasenschonend sein soll. Was er sonst noch kann, zeigt der Test.

Segways neuer Top-Mähroboter ist zwar riesig und schwer, soll aber dennoch besonders wendig sein und rasenschonend arbeiten – bestätigt durch die TÜV-Rheinland-Zertifizierung „Lawn Care“. Maßgeblich verantwortlich dafür dürften die lenkbaren Vorderräder sein, die bei Wendemanövern deutlich weniger Druck auf den Rasen ausüben – unterstützt von einem kräftigen Vier-Rad-Antrieb mit Antischlupfregelung. Wie sich der RTK-gesteuerte Mähroboter im Praxistest schlägt, zeigt unser ausführlicher Testbericht.

Design und Verarbeitung

Einen Mähroboter wie den Navimow X420 sieht man nicht alle Tage. Beim ersten Anblick des kantigen Designs denkt man eher an ein Raumschiff auf Rädern oder an ein Bobbycar zum Draufsetzen – so wuchtig wirkt die Erscheinung. Die Dimensionen werden vor allem im Vergleich zur Allrad-Konkurrenz und zu kompakten Modellen wie dem Anthbot M9 Pro richtig greifbar:

Navimow X420 85 61 35 5.185 28,8
Dreame A3 74 53 33 3.922 24,3
Mammotion Luba 3 69 53 28 3.657 19,0
Anthbot M9 Pro 50 39 25 1.950 10,4

Mit 85 cm Länge übertrifft der Navimow den Dreame A3 um 11 cm und den Luba 3 sogar um 16 cm. Auch bei der Breite legt er mit 61 cm noch einmal 8 cm zu. Noch deutlicher fällt der Gewichtsunterschied aus: Mit fast 29 kg übertrifft er den Dreame A3 um knapp 5 kg und den Luba 3 um fast 10 kg. Besonders krass zeigt sich der Unterschied bei der Grundfläche: Der Navimow nimmt 32 % mehr Fläche ein als der Dreame A3 und 42 % mehr als der Luba 3. Gegenüber einem kompakten Mäher wie dem Anthbot M9 Pro ist seine Grundfläche fast 2,7-mal so groß – ein echter Brocken.

Das Gehäuse besteht aus mattem Kunststoff, der bei unserem Testgerät in Schwarz lackiert ist. Im Handel gibt es den X420 bis auf Ausnahmen jedoch nur in grauer Lackierung. Die Verarbeitung macht einen durchweg hochwertigen und stabilen Eindruck. Am hinteren Ende befindet sich ein integrierter Hebegriff, der es erlaubt, den knapp 29 kg schweren Koloss zu transportieren – sofern man über die nötige Kraft verfügt.

Auf der Oberseite sitzt ein Display mit Bedientasten, das nicht nur über den Ladestatus informiert, sondern auch die direkte Bedienung des Mähers ermöglicht. Ein darunter angebrachter LED-Streifen zeigt ebenfalls den Ladezustand an. Oberhalb befindet sich der Notausschalter und der Regensensor. Während das Gehäuse nach vorn abfällt, sitzt an der Spitze ein Aufsatz mit drei Kameras: Eine ist nach vorn ausgerichtet, die beiden weiteren jeweils seitlich nach hinten. An der Frontseite ist – ähnlich wie beim Luba 3 von Mammotion – ein Stoßfänger montiert.

Die Unterseite offenbart zwei Mähscheiben mit insgesamt 12 Messerklingen – im Lieferumfang sind direkt 36 Ersatzklingen enthalten. Das Mähdeck ist beweglich und passt sich so Bodenunebenheiten an. Die vorderen Räder sind lenkbar und verfügen über eine Einzelradaufhängung; die Hinterachse ist zwar starr, aber ebenfalls beweglich gelagert. Eine spezielle Scheibe für das Randmähen hat der X420 nicht – anders als der Dreame A3 fährt sein Mähdeck auch nicht seitlich aus, und eine Trimmereinheit wie beim Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro sucht man ebenfalls vergeblich. Positiv hervorzuheben ist die IP66-Zertifizierung: Der Navimow verträgt Regen und kann vorsichtig mit einem Wasserschlauch gereinigt werden.

Mit der Option "Tatsächliches Gelände" zeigt sich die Karte anhand realer Kameradaten. Das ist praktisch beim Anlegen einer Sperr- oder Vision-Fence-Aus-Zone.

Inbetriebnahme und App

Im Lieferumfang des Navimow X420 enthalten sind eine Ladestation mit 224-Watt-Netzteil sowie eine RTK-Antenne – letztere ist für die Inbetriebnahme zwar nicht zwingend erforderlich, aber dennoch Teil des Pakets. Eine Garage gehört nicht zum Standardumfang, kann aber optional für 269 Euro nachgekauft werden.

Dank integriertem Mobilfunkmodul kann der X420 Netzwerk-RTK nutzen und Positionsdaten über das Internet beziehen. Die Inbetriebnahme gestaltet sich dadurch sehr schnell – für unseren Test haben wir zusätzlich die beiliegende RTK-Antenne montiert. Der Netzwerk-RTK-Zugang bleibt laut Segway kostenlos. Der Datendienst Connect+ ist beim X420 im ersten Jahr inklusive und kostet danach 29,99 Euro jährlich.

Die Kopplung mit dem heimischen WLAN erfolgt über die Navimow-App, anschließend kann die Kartierung starten. In übersichtlichen Gärten mit klaren Grenzen steht eine automatische Variante zur Verfügung – in unserem verwinkelten Testgarten mit offenen Beetübergängen, mehreren Zonen und eingelassenen Trittplatten hat diese jedoch nicht funktioniert. Allerdings hat es bislang noch kein Mähroboter in unserem Garten geschafft, die Kartierung automatisch zufriedenstellend durchzuführen.

Damit der Navimow X420 nahe an die Kante und unter Büsche fährt, sollte man die entsprechenden Bereiche als Vision-Fence-Aus-Zone markieren. Die Option ist auch hilfreich, wenn der X420 bei im Boden eingelassenen Trittplatten aus dem Konzept kommt.

Die App selbst ist übersichtlich gestaltet und bietet Zugriff auf alle wesentlichen Funktionen – einen Livestream der Kameras sucht man allerdings vergeblich. Auf der Startseite lässt sich die Kartenansicht von „Standard“ auf „Tatsächliches Gelände“ umschalten, die den Rasen und die Umgebung anhand realer Kameradaten darstellt. Das erleichtert die nachträgliche Anpassung von Sperrzonen und insbesondere von Vision-Fence-Aus-Zonen, da man sich an tatsächlichen Gegebenheiten orientieren kann. Letztere sind beispielsweise für einen sauberen Randschnitt erforderlich, damit der Mäher auch unter Büsche fahren kann. In der Standardeinstellung meidet er solche Bereiche und lässt merklich Platz zwischen Pflanzenrand und Rasen – bei überhängenden Ästen können so größere Flächen ungemäht bleiben.

Gelegentlich überfährt der X420 die kartierte Rasengrenze und bleibt dabei hin und wieder hängen. Allerdings kann er sich aus Bereichen mit einem Höhenunterschied von bis zu 7 cm eigenständig befreien.

Navigation und Hindernisvermeidung

Während des mehrwöchigen Tests arbeitete die Navigation des X420 – bestehend aus RTK- und Kamerasystem – größtenteils zuverlässig. Allerdings kam es vor, dass der Mähroboter über die kartierten Grenzen hinausfuhr. Das ist normalerweise unproblematisch, es sei denn, der angrenzende Bereich liegt tiefer. Bei Höhenunterschieden unter 7 cm meistert der X420 diese Hürde problemlos und findet eigenständig zurück auf die Rasenfläche. Bei größeren Absätzen kann er sich jedoch festfahren – in diesem Fall muss nachkartiert werden, was allerdings zulasten des Randschnitts geht. Apropos Nachkartieren: Als einer von wenigen Herstellern erlaubt Segway das nachträgliche Anpassen von Rasengrenzen über die App. Man muss also den Bereich nicht erneut mit dem Mähroboter abfahren.

Praktisch: Das Ändern einer Rasengrenze kann per App erfolgen.

Auch in den Rasen eingelassene Trittplatten – etwa unter einem fest installierten Wäscheständer – bringen den X420 aus dem Takt: Er weicht von der vorgegebenen Mährichtung ab und fährt verwirrt hin und her. Für solche Bereiche empfiehlt sich die Einrichtung einer Vision-Fence-Aus-Zone.

An unserem nur rund 70 cm breiten Verbindungsstück zwischen zwei Rasenzonen scheiterte der X420 – für diese Passage ist er schlicht zu breit.

Die Hinderniserkennung überzeugte im Test durchgängig: Größere Objekte wie Hunde, aber auch kleine Bälle und ein auf dem Boden liegender Gartenschlauch wurden zuverlässig erkannt.

Unter Büsche fährt der Segway Navimow X420 nur, wenn man entsprechende Bereiche mit einer Vision-Fence-Aus-Zone markiert. Dadurch wird die visuelle Hinderniserkennung deaktiviert.

Mähleistung im Alltag

Die Flächenleistung zählt zu den großen Stärken des Navimow X420. Mit einer Schnittbreite von 43 cm gehört er zu den schnellsten Mährobotern am Markt. Im Test bewältigte er ein 240 m² großes Flachstück in 66 Minuten.

Auf offener Fläche arbeitet er sich in nahezu perfekt parallelen Bahnen vor und hinterlässt ein makelloses Schnittbild. Die gleichmäßigen Streifen sorgen für ein gepflegtes, ordentliches Erscheinungsbild. Dank der lenkbaren Vorderräder bleibt der Rasen selbst bei Wendemanövern unbeschädigt – im Vergleich zu Modellen wie dem Dreame A3 oder der Mammotion Luba 3, die mit omnidirektionalen Rädern und Mehrpunktdrehungen arbeiten, erweist sich der X420 hier als deutlich rasenschonender.

Der Randschnitt gehört nicht zu den Stärken des X420. In der Standardkonfiguration lässt er teils viel Rasen stehen – Äste, die in den Rasen ragen, umfährt er großzügig. Mit Vision-Fence-Aus-Zonen lässt sich das zumindest beheben. An festen Kanten bleibt bauartbedingt mehr Rasen stehen als bei der Konkurrenz. Modelle wie der Dreame A3 mit seitlich ausfahrendem Mähdeck, der Sunseeker X5 Gen2 mit zusätzlicher Messerscheibe oder der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro mit integrierter Trimmeinheit schneiden hier besser ab.

Smart-Home-Anbindung

Der Navimow X420 lässt sich per Sprachbefehl über Amazon Alexa und Google Assistant bedienen und bietet darüber hinaus offizielle Anbindungen an Smart Home by Hornbach sowie an Home Assistant – allerdings fallen die Steuerungsmöglichkeiten in allen Fällen recht überschaubar aus.

Deutlich mehr Funktionsumfang bietet dagegen eine inoffizielle Community-Integration. Sie bietet fast alle Funktionen, die die App auch bietet, und bindet zudem Karten ein, die den Mähfortschritt direkt in Home Assistant visualisieren.

Die offizielle Integration für Home Assistant bietet nur wenige Steuerungsmöglichkeiten und zeigt lediglich den Batteriestatus an. Deutlich leistungsfähiger ist die Community-Integration. Sie erlaubt  fast alle in der App verfügbaren Konfigurationsoptionen und zeigt auch eine Karte mit Mähfortschritt unter Home Assistant an.

Akku

Der Navimow X420 kommt mit einem 216 Wh-Akku (21,6 V, 10 Ah), der im Test auf einem flachen Terrain eine Betriebszeit von 2,5 Stunden ermöglicht und dabei die Herstellerangabe von 1,5 Stunden erheblich übertrifft. Umgekehrt verhält es sich zunächst bei der Ladezeit: Während Navimow für das Laden nur 75 Minuten angibt, hat es im Test an einem heißen Sommertag gut drei Stunden gedauert, bis der Akku von 15 % bis 100 % geladen war. Am weniger heißen Folgetag dauerte das Laden des Akkus, dessen Ladelimit wir über die App von 15 % auf 5 % gesetzt haben, knapp zwei Stunden. Auch das liegt deutlich höher als der vom Hersteller angegebene Wert.

Die Navimow-App erlaubt die Einstellung von unterer und oberer Ladegrenze. Standardmäßig liegen diese bei 15 % und 100 %. Für eine längere Betriebsdauer setzt man die untere auf 5 % und für eine längere Akku-Lebensdauer stellt man 20% und 80 % ein.

Wer den Akku schonen möchte, stellt über die App oder die Community-Lösung das untere Limit auf 20 % und das obere auf 80 %. Wer die Ladelimits auf 5 % und 100 % setzt, kann die Betriebszeit auf einem flachen Terrain noch einmal etwa 11 Minuten steigern, sodass man insgesamt auf 2:42 h kommt.

An einem heißen Sommertag mit Temperaturen um 35 °C dauerte das Laden des Akkus von 15 auf 100 % etwa 3 Stunden. Am weniger heißen Folgetag war der Akku von 5 auf 100 % in knapp 2 Stunden geladen. Auf ebenem Gelände lief der Navimow X420 im Test rund 2,5 Stunden. Wird das untere Ladelimit von standardmäßig 15 % auf 5 % gesenkt, verlängert sich die Betriebsdauer um weitere 11 Minuten.

Preis

Die X4-Serie von Segway umfasst hierzulande zwei Modelle: Der Navimow X420 mit 216-Wh-Akku für 2000 m² kostet regulär 2500 Euro. Aktuell ist er für 2265 Euro im Angebot. Der Navimow X450 mit 324-Wh-Akku für 5000 m² kostet 3200 Euro. Im Handel findet sich außerdem noch das Modell X430 mit 276-Wh-Akku für 3000 m².

Fazit

Mit der Navimow X4-Serie liefert Segway leistungsstarke Mähroboter, die dank Vierradantrieb Steigungen von bis zu 40° bewältigen und dank lenkbarer Vorderräder auch bei Wendemanövern rasenschonend arbeiten – trotz eines Eigengewichts von 28 kg. Die Schnittbreite von 43 cm sorgt für hohe Flächenleistung: Im Test erreichte der Navimow X420 einen Stundenwert von 218 m² und setzt sich damit an die Spitze aller von uns bisher getesteten Mähroboter.

Das Schnittbild ist makellos, der Randschnitt hingegen verbesserungswürdig. Auf ebenen Übergängen – etwa zu einer Terrasse – hinterlässt der X420 ein sauberes Bild. An festen Begrenzungen bleibt jedoch deutlich mehr Rasen stehen als etwa beim Dreame A3, dessen fahrbares Mähdeck nur wenige Zentimeter ungemäht lässt. Um auch unter Büsche zu fahren, müssen entsprechende Bereiche manuell als Vision-Fence-Aus-Zone konfiguriert werden – ein Umweg, den eine einfache App-Option zur temporären Deaktivierung der Hinderniserkennung eleganter lösen könnte. Die Hinderniserkennung selbst arbeitet einwandfrei und erkannte im Test selbst kleinste Objekte zuverlässig.

Insgesamt empfiehlt sich die Navimow X4-Serie vor allem für große Rasenflächen mit starkem Gefälle und wenigen Engstellen unter 1 m Breite.

Mähroboter Mova Lidax Ultra 1000 AWD im Test: Top-Technik zum fairen Preis

Dreame-A3-Technik deutlich günstiger und für 1000 m² Rasen: Der Mova mäht im Test schnell und präzise an Kanten und meistert auch Engstellen.

VORTEILE

  • Testsieger-Hardware zum reduzierten Preis
  • Exzellenter Kantenschnitt
  • Gleichmäßiges Schnittbild auf jedem Terrain

NACHTEILE

  • Scheitert (noch) an Engstellen unter 70 cm
  • schnellster Mähmodus vom baugleichen Dreame A3 fehlt
  • Automatische Kartierung an weichen Übergängen unbrauchbar

Dreame-A3-Technik deutlich günstiger und für 1000 m² Rasen: Der Mova mäht im Test schnell und präzise an Kanten und meistert auch Engstellen.

Auf dem Papier ist der Mova Lidax Ultra 1000 AWD ein Schnäppchen: Lidar-Navigation, zwei Kameras, Allradantrieb, 40 cm Schnittbreite, 243-Wh-Akku – exakt dieselbe Hardware wie im Dreame A3 AWD Pro 3500 (Testbericht), unserem aktuellen Testsieger. Der Unterschied: Der Mova ist für Rasenflächen bis 1000 m² ausgelegt statt für 3500 m².

Beim Preis wird es interessant. Offizieller Verkaufspreis: 1600 Euro für den Mova, 2600 Euro für den Dreame – eine Differenz von 1000 Euro. Allerdings sind beide Geräte regelmäßig im Angebot.

Für Gartenbesitzer mit einer mittelgroßen Rasenfläche klingt das nach einem cleveren Deal: Premium-Technik zum reduzierten Preis. Doch hält der Mova, was die Hardware verspricht? Im Test überzeugt er bei Mähleistung und Kantenpräzision – mäht dank verschiebbarem Mähdeck bis auf 3 bis 5 cm an feste Ränder heran. Und mit der neuesten Firmware 4.3.6_0439 meistert er auch eine nur 70 cm breite Engstelle.

Getestet wurde der Mova Lidax Ultra 1000 AWD in einem komplexen Garten mit drei Rasenzonen und einer Gesamtfläche von knapp 500 m². Eine Zone weist eine Neigung von etwa 30° auf und ist nur über 4 bis 5 cm hohe Randsteine erreichbar. Eine weitere Zone ist nur über eine 70 cm breite Engstelle zugänglich. Die Mähgeschwindigkeitstests fanden aus Vergleichbarkeitsgründen auf einem flachen, 240 m² großen Teilstück statt, das auch die anderen Testgeräte problemlos erreichen konnten.

Design, Verarbeitung und Ausstattung

Mit Abmessungen von 74,0 × 53,2 × 32,1 cm und einem Gewicht von 23,6 kg gehört der Mova Lidax Ultra 1000 AWD nicht zu den kompakten Vertretern seiner Klasse. Zusammen mit dem baugleichen Dreame A3 AWD Pro ist er der schwerste Mähroboter, den wir bislang getestet haben. Das Gehäuse wirkt hochwertig verarbeitet. Ein integriertes Farbdisplay mit Bedientasten erlaubt die Steuerung auch ohne Smartphone.

Allradantrieb und Steigfähigkeit: Vier einzeln angesteuerte Nabenmotoren treiben den Mäher an. Die beiden omnidirektionalen Vorderräder ermöglichen Drehungen auf der Stelle, die Hinterräder sorgen für Traktion im Gelände. Der Hersteller gibt die maximale Steigfähigkeit mit 80 % (rund 38,7 Grad) an. Im Testgarten meisterte der Mova die rund 30 Grad steile Zone zuverlässig – steilere Passagen für eine Überprüfung der Herstellerangabe standen nicht zur Verfügung.

Der Mova Lidax Ultra AWD ist nahezu baugleich mit dem Dreame A3 AWD Pro. Die Lackierung des Mova ist matt, die Hinterräder nutzen ein anderes Profil und die LiDAR-Einheit sitzt etwas geneigt nach vorn.

Schnittsystem und Kantenverarbeitung: Das Doppelmessersystem schneidet mit 40 cm Breite – ein Spitzenwert, den nur wenige Modelle übertreffen. Mehr Schnittbreite bedeutet weniger Bahnen und kürzere Mähzeiten. Das spielt nicht nur auf großen Flächen eine Rolle: Auch in häufig genutzten kleineren Gärten gibt ein schneller Mäher die Fläche früher zur Nutzung frei.

Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch zwischen 3 und 10 cm einstellen. Beim Kantenschnitt verschiebt das Ultra-Trim-2.0-System die Messerscheibe seitlich nach außen – konstruktionsbedingt fährt das Schnittsystem bis auf weniger als 3 cm an den Gehäuserand. In der Praxis bleiben an geraden, festen Rändern rund 3 cm Rasen ungemäht, an kurvigen Verläufen bis zu 5 cm. Diesen Wert erreicht aktuell nur ein weiteres Modell: der baugleiche Dreame A3 AWD Pro, der dieselbe Technik unter dem Namen Edge Master 2.0 vermarktet. Lediglich Mäher mit zusätzlicher Trimmeinheit wie der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro schneiden Kanten noch sauberer.

Modellvarianten: Die Mova-Lidax-Ultra-AWD-Reihe umfasst drei Modelle für Rasenflächen bis 1000, 1600 und 2000 m² – Mova Lidax Ultra 1000 AWD, Mova Lidax Ultra 1600 AWD und Mova Lidax Ultra 2000 AWD. Die Dreame-A3-Serie deckt die größeren Klassen ab: Dreame A3 AWD Pro 3500 und Dreame A3 AWD Pro 5000. Alle Varianten teilen sich Allradantrieb, 40 cm Schnittbreite und die identische Kantenschneidetechnik – bei Mova als Ultra Trim 2.0 vermarktet, bei Dreame als Edge Master 2.0. Diese parallele Markenführung zieht sich durch beide Produktlinien. Der einzige Hardware-Unterschied: Der Dreame A3 AWD Pro 5000 nutzt einen stärkeren Akku mit 324 Wh statt 243 Wh – passend zur größten abgedeckten Rasenfläche von 5000 m².

Mova Lidax Ultra 1000 AWD: Lidar-Mähroboter mit 40 cm Schnittbreite und 243 Wh-Akku. Das schwimmende Mähdeck wird beim Randmähen seitlich ausgefahren, sodass im optimalen Fall nur ein Rand von unter 5 cm ungemäht bleibt. Etwas Nacharbeit mit einem Rasentrimmer ist also an Rändern nötig.

Inbetriebnahme und Kartierung

Die Einrichtung erfolgt über die Movahome-App, die zunächst eine Bluetooth-Verbindung zum Roboter herstellt und anschließend das Gerät in das heimische 2,4-GHz-WLAN integriert. Die Basisstation sollte auf ebenem Untergrund mit mindestens einem Meter Freiraum vorn sowie 40 bis 50 cm seitlichem Abstand positioniert werden.

Kartierungsprozess: Der Mova bietet wie andere Mähroboter auch zwei Verfahren zur Karten-Erstellung.

Bei der automatischen Kartierung fährt der Roboter die Fläche selbstständig ab und erkennt Rasengrenzen über Lidar und KI-Vision. An klar definierten Kanten wie Randsteinen, Mauern oder befestigten Wegen funktioniert das System zuverlässig. Im Testgarten mit mehreren Zonen und offenen Übergängen zu Blumenbeeten brachen wir den Vorgang nach wenigen Minuten ab: Der Mova kartierte deutlich neben den tatsächlichen Rasengrenzen, in einigen Bereichen fuhr er sogar darüber hinaus. Das ist ein generelles Problem aktueller Mähroboter an weichen Übergängen zu Beeten, Kies oder unbefestigten Flächen, nicht spezifisch für den Mova.

Bei der manuellen Fernsteuerung lenkt der Nutzer den Roboter per App entlang der gewünschten Rasenkanten. Diese Methode lieferte im Testgarten einwandfreie Ergebnisse: Der Mova folgte den per App vorgegebenen Linien präzise und erstellte eine saubere Karte. Bei komplexen Gartenstrukturen, mehreren Zonen oder unklaren Begrenzungen ist sie der automatischen Variante klar überlegen.

Weitere App-Konfigurationsparameter:

  • Sperrzonen (No-Go-Areas) für Teiche, Beete oder Spielbereiche
  • Mähparameter pro Zone: Schnitthöhe, Mährichtung, Geschwindigkeit, Automatisches Randmähen, Sicheres Randmähen, Ultra Trim 2.0, LiDAR-Hinderniserkennung, AI-Hinderniserkennung, Abstand bei Hindernisvermeidung
  • Zeitpläne für bestimmte Wochentage und Uhrzeiten
  • Livestream der Kamera, Personenerkennung mit Benachrichtigungen, Patrouillenfahrten
  • Link-Dienst: Statusabfrage und Steuerung über 4G außerhalb der WLAN-Reichweite
  • Dual-Map-Management: Verwaltung von zwei separaten Gartenbereichen
Für Gärten mit mehreren Zonen bietet die Mova-App viele Konfigurationsmöglichkeiten. So kann man die Mähgeschwindigkeit auf 1800 m² oder 2600 m² festlegen, die Mähhöhe zwischen 3 und 10 cm bestimmen und am wichtigsten: die optimale Mährichtung auswählen.

Mähleistung im Praxistest

Die Mähgeschwindigkeit haben wir in drei unterschiedlich anspruchsvollen Zonen des Testgartens gemessen – jeweils direkt im Vergleich mit dem baugleichen Dreame A3 AWD Pro 3500 (Testbericht). Beide Geräte liefen im jeweiligen Standard-Modus.

Steil (ca. 30°) 63,4 m² 38 min ca. 100 34 min ca. 112
Flach mit Seitenflächen 251,5 m² 145 min ca. 104 107 min ca. 141
Flach mit Hindernissen 240,0 m² 101 min ca. 143 77 min ca. 186

Der Dreame mäht in allen drei Zonen schneller als der Mova – auf flachem Terrain mit 30 bis 36 % Vorsprung, auf der steilen Zone nur noch mit 12 %. Die Erklärung liegt nicht in der Hardware: Beide Geräte sind baugleich. Entscheidend ist die Standard-Geschwindigkeitseinstellung, die beim Dreame deutlich offensiver kalibriert ist (2500 m²/Tag) als beim Mova (1800 m²/Tag). Auf der steilen Zone schmilzt der Vorsprung des Dreame deutlich, weil hier die Hardware physikalisch limitiert – Traktion und Sicherheit gelten für beide Geräte gleich.

Auffällig ist zudem: Der Mova bietet ausschließlich die Modi Standard (1800 m²/Tag) und Effizient (2600 m²/Tag). Der beim Dreame zusätzlich vorhandene Schnell-Modus (5000 m²/Tag) fehlt – obwohl die Hardware identisch ist. Hier liegt offenbar eine bewusste Produktdifferenzierung des Herstellers vor: Wer maximale Mähgeschwindigkeit will, soll zum teureren Dreame greifen.

Für die Zielgruppe des Mova ist diese Einschränkung in der Praxis bedeutungslos. Bei 1000 m² Maximalfläche bewältigt das Gerät im Standard-Modus seinen vorgesehenen Garten in rund 7 bis 10 Stunden je nach Gartenstruktur – mehr als ausreichend für zwei bis drei Mähzyklen pro Woche, auch in der Hauptwachstumszeit.

Der Mova Lidax Ultra AWD ist baugleich mit dem Dreame A3 AWD, jedoch für Rasenflächen von maximal 2000 m² ausgelegt. In der Praxis zeigen sich dennoch Unterschiede, da die Firmware des Mova mehrere Builds hinter der des Dreame zurückliegt. So fehlt beim Mova die Möglichkeit, die Hinderniserkennung an Kanten zu deaktivieren – wodurch er an mit Pflanzen bewachsenen Rändern etwas mehr Abstand hält. Dies lässt sich jedoch mit der Option „Zugängliche Zone“ beheben: Markiert man den entsprechenden Bereich damit, mäht auch der Mova die Ränder sehr gut.

Innerhalb der Mova-Daten zeigt sich ein zweites Muster: Die flache Zone mit Seitenflächen (104 m²/h) liegt praktisch gleichauf mit der steilen Zone (100 m²/h). Wendemanöver und Navigation in komplexer Geometrie kosten den Mova also etwa genauso viel Leistung wie steiles Gelände. Erst bei einfacheren Strukturen mit klaren Hindernissen statt verwinkelter Ausläufer (143 m²/h) zieht das Tempo deutlich an.

Schnittbild: Beide Mähroboter liefern in allen drei Testzonen ein gleichmäßiges Schnittbild ohne sichtbare Reststellen oder Büschel zwischen den Bahnen. Das schwimmend gelagerte Mähdeck folgt Bodenunebenheiten und Senken, ohne die Schnitthöhe zu verlieren – ein klarer Vorteil auf welligen Rasenflächen, wo starre Mähdecks an Hochpunkten zu kurz und in Senken gar nicht schneiden.

Beide Geräte arbeiten mit strukturiertem Bahnenmähen und fahren Flächen systematisch ab, statt – wie ältere Modelle ohne Kartierung – nach dem Zufallsprinzip durch den Garten zu fahren. Das sorgt für gleichmäßige Abdeckung ohne ungemähte Stellen.

Allerdings bleiben die einzelnen Mähbahnen je nach Lichteinfall optisch sichtbar: Die Grashalme werden in Fahrtrichtung leicht umgelegt und reflektieren das Licht je nach Mährichtung unterschiedlich – derselbe Effekt, der das Streifenmuster eines Sportrasens entstehen lässt. Wer eine homogenere Optik bevorzugt, kann ein Kreuzmuster (zwei Mährichtungen) oder Schachbrettmuster (vier Mährichtungen) wählen. Beide Modi überlagern die Bahnen und mildern die Streifenwirkung.

Kantenschnitt: Dank Ultra Trim 2.0 fährt der Mova bis auf weniger als 3 cm an den Gehäuserand. In der Praxis bleiben an festen Rändern 3 bis 5 cm Rasen ungemäht – einer der besten Werte, die aktuelle Mähroboter erreichen. Allerdings arbeitet die nicht deaktivierbare optische Hinderniserkennung nicht immer fehlerfrei: In den Rasen hereinragende Äste oder Pflanzenteile werden teilweise als Hindernis interpretiert, der Mova umfährt sie und lässt entsprechend mehr Rand stehen.

Für solche Fälle bietet die App die Option „Zugängliche Zonen“. In so markierten Bereichen wird die optische Hinderniserkennung deaktiviert, sodass der Mäher direkt an der Kante entlangfährt. Die mechanische Hinderniserkennung über den Bumper bleibt aktiv – der Roboter stoppt also weiterhin bei tatsächlichem Kontakt.

Mova Lidax Ultra 1000 AWD: Präzise an der Kante

Zum Vergleich: Die neuen Ecovacs-Modelle der A-Serie erreichen rund 5 cm Restabstand und ergänzen diesen mit einem integrierten Trimmer – allerdings auf Kosten der Lautstärke. Mit 82 dB(A) erreicht dieser Trimmer das Niveau eines herkömmlichen Rasentrimmers, was bei autonomen Mähzyklen während des Tages für Nachbarschaftsärger sorgen kann. Der kürzlich getestete Segway Navimow i208 LiDAR lässt mit rund 9 cm deutlich mehr Rand stehen – entsprechend mehr Nacharbeit fällt an.

Überwindung von Hindernissen: Randsteine und Absätze bis 5,5 cm überwindet der Mova zuverlässig. An der 70 cm schmalen Passage in unserem Testgarten scheitert er mit einer älteren Firmware. Mit neuer Firmware meistert er aber auch diese Herausforderung.

Rasenschäden und Bodenverhältnisse: Mit 23,6 kg gehört der Mova zu den schwereren Mährobotern. Bei feuchtem Rasen in steilem Gelände kann er bei Richtungswechseln Spuren hinterlassen. Der Allradantrieb reduziert zwar das Durchdrehen der Räder, das Gewicht bleibt aber ein Faktor. Steile Rasenflächen sollten daher nur bei trockenem Wetter gemäht werden.

Navigation und Hinderniserkennung

Navigationsprinzip: Der 360°-LiDAR-Sensor mit einer Reichweite von bis zu 70 m erfasst die Umgebung kontinuierlich und nutzt feste Strukturen wie Wände, Zäune oder Bäume als Referenzpunkte. Mittels SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) berechnet der Roboter seine Position laufend neu. Gerade in verwinkelten, schattigen oder dicht bebauten Gärten ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber RTK-basierten Systemen, die auf satellitengestützte Positionsdaten angewiesen sind und unter Bäumen oder in Häuserschluchten an Genauigkeit verlieren.

Ganz ohne Einschränkungen kommt LiDAR allerdings nicht aus: Auf sehr großen, offenen Flächen mit wenigen markanten Strukturen kann die Positionsbestimmung ungenauer werden – hier spielt RTK weiterhin seine Stärken aus. Der Mova setzt ausschließlich auf LiDAR plus KI-Vision und verzichtet auf eine RTK-Komponente. Konkurrenzmodelle wie der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR kombinieren beide Technologien (Tri-Fusion-Ansatz aus LiDAR, Kamera und cloudbasiertem Net-RTK) und sind dadurch auf großen offenen Flächen im Vorteil.

Im Testzeitraum stieg die Außentemperatur über mehrere Tage auf über 30 Grad. Einmal wurde es dem LiDAR-Sensor zu heiß, sodass der Mova die Mähaufgabe unterbrach und nach einer Abkühlung in der Ladestation die Arbeit wieder aufnahm. Auch das Handbuch erwähnt diese Fehlermeldung. Allerdings wird hier auf 40° C verwiesen. So heiß war es allerdings nicht.

Eine Randbeobachtung aus dem Testzeitraum: An einem Tag mit Außentemperaturen über 30 Grad meldete der Mova eine Überhitzung des LiDAR-Sensors und unterbrach die Mähaufgabe selbsttätig. Nach kurzer Abkühlphase setzte er die Arbeit automatisch fort. Da das Phänomen während der mehrtägigen Hitzeperiode am Teststandort nur ein einziges Mal auftrat, lässt sich keine belastbare Aussage über die Häufigkeit oder eine systematische Temperaturempfindlichkeit treffen.

Hinderniserkennung: Der Hersteller wirbt mit der Erkennung von über 300 Hindernistypen, darunter Gartenmöbel, Spielzeug, Tiere und Personen. Im Test zeigte sich: Bei größeren Objekten wie Gartenschläuchen, Bällen ab etwa 10 cm Durchmesser und Werkzeugen funktionierte die Erkennung zuverlässig – der Mova stoppte oder umfuhr die Hindernisse. Bei sehr flachen oder kleinen Gegenständen (etwa flachen Spielzeugen oder herabgefallenen Früchten) kommt es dagegen gelegentlich zu Überfahrten. Eine hundertprozentige Zuverlässigkeit gibt es nicht. In den App-Einstellungen lässt sich die Hindernisempfindlichkeit auf “Hoch” stellen, was die Erkennungsrate verbessert – allerdings auf Kosten der Mähgeschwindigkeit, da der Roboter dann häufiger auf vermeintliche Hindernisse reagiert.

Die Geräteseite in Home Assistant bündelt Steuerung, Batteriestand, Sitzungsdaten und Statusmeldungen.

Smart-Home-Anbindung

Home Assistant – die stärkste Option: Für Home-Assistant-Nutzer gibt es mit der Community-Integration “dreame-mower” von Anton Daubert eine ausgereifte Lösung, die ausdrücklich für Dreame und Mova-Geräte entwickelt wurde – ein weiterer Beleg dafür, wie identisch beide Produktlinien aus technischer Sicht sind. Die Integration lässt sich über HACS installieren und exponiert nicht nur Basis-Funktionen, sondern den vollen Funktionsumfang des Mähroboters.

Im Test bot die Integration eine Live-Map des Rasens, die deutlich mehr darstellt als nur die aktuelle Position des Mähroboters: Sichtbar sind zusätzlich der gemähte Pfad (Mowing Path), erkannte Hindernisse (Obstacles) und die geplante Route (Trajectory). Damit liefert die Home-Assistant-Visualisierung praktisch denselben Informationsumfang wie die Hersteller-App. Über die Geräteseite lassen sich Mähvorgänge starten, pausieren und beenden, der Mäher zur Ladestation schicken und Sitzungsstatistiken einsehen – inklusive Batteriestand, abgemähter Fläche und Mähdauer.

Live-Map in Home Assistant: gemähter Pfad, erkannte Hindernisse und geplante Route auf einen Blick.

Für komplexere Setups stellt die Integration zusätzliche Service-Aktionen bereit, etwa das Mähen mehrerer Zonen in einem Durchgang ohne Rückkehr zur Ladestation. Der Maintainer dokumentiert im GitHub-Repository auch realistische Automatisierungs-Beispiele – darunter eine Kopplung mit motorisierten Toren (Mäher startet erst nach vollständigem Öffnen) und eine Regen-Erkennung über Netatmo, die Mähvorgänge bei nasser Witterung automatisch aussetzt.

Wichtig zu wissen: Die Integration läuft über die Hersteller-Cloud, ein rein lokaler Zugriff ohne Internetverbindung ist nicht möglich. Außerdem handelt es sich um ein Community-Projekt ohne offiziellen Hersteller-Support – die langfristige Pflege hängt am Engagement des Maintainers. In der Praxis ist die Integration aktuell stabil und aktiv weiterentwickelt.

Sprachassistenten: Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Home wird unterstützt. Damit lassen sich Basis-Befehle wie Mähvorgang starten, pausieren oder beenden per Sprache absetzen sowie der aktuelle Status abfragen. Eine Anbindung an Apple Home fehlt – Apple-Nutzer bleiben auf die Hersteller-App oder den Umweg über Home Assistant angewiesen.

Preis

Der getestete Mova Lidax Ultra 1000 AWD kostet regulär 1600 Euro, ist aktuell aber ausverkauft und erst ab Ende August wieder lieferbar. Dafür gibt es den Mova Lidax Ultra 2000 AWD aktuell für 1700 Euro (-23 %).

Fazit

Der Mova Lidax Ultra 1000 AWD ist ein technisch hochwertiger Mähroboter, der unter einem klaren Versprechen antritt: Testsieger-Hardware zum reduzierten Preis. Dieses Versprechen löst er mit der neuen Firmware 4.3.6_0439 ein. Schnittbild, Kantenpräzision und das schwimmend gelagerte Mähdeck bewegen sich auf dem Niveau des deutlich teureren Dreame A3 AWD Pro 3500 – wenig überraschend, da beide Geräte denselben Hersteller und identische Hardware teilen.

Beim Tempo zahlt der Käufer für den Preisvorteil mit Geduld: Im Standard-Modus mäht der Mova 30 bis 36 % langsamer als der Dreame. Für die ausgewiesene Maximalfläche von 1000 m² reicht das problemlos – die Einschränkung wird erst bei größeren Gärten spürbar, für die das Gerät ohnehin nicht vorgesehen ist.

Kritischer sind die beiden bewussten Beschneidungen gegenüber der Dreame-Linie. Der schnelle Mähmodus mit 5000 m²/Tag fehlt komplett. Es liegt der Verdacht nahe, dass der Hersteller den günstigeren Mova bewusst in der Funktionalität limitiert, um den teureren Dreame zu schützen.

Kaufempfehlung: Der Mova Lidax Ultra AWD ist die richtige Wahl für Gartenbesitzer mit Rasenflächen bis 1000 m² oder 2000 m² (je nach Modell), die Premium-Technik suchen und auf Schnelligkeit verzichten können. Wer 600 bis 1000 Euro sparen will, bekommt hier den besten Mähroboter seiner Preisklasse.

  • Historie:
  • Veröffentlichung des Artikels am 27.5.2026
  • Firmware-Update verbessert Verhalten an Engstelle 14.8.2026
  • Letztes Preis-Update siehe Artikeldatum
Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500 im Test: stark an Hang und Kante

LiDAR, Allrad und ein eigener Randmähteller machen den Luba Mini 2 AWD 1500 vielseitig. Schwächen bleiben bei Schnittbreite, Randhöhe und Preis.

VORTEILE

  • präzise LiDAR-Navigation ohne separate RTK-Antenne
  • sehr gute Geländegängigkeit durch Allradantrieb
  • separate Randmähscheibe reduziert manuelle Nacharbeit deutlich
  • tolle App mit umfangreichen Funktionen
  • sauberes, systematisches Schnittbild

NACHTEILE

  • Hauptmähscheibe nur 20 Zentimeter, daher eher langsam auf Maximalfläche
  • hoher Preis

LiDAR, Allrad und ein eigener Randmähteller machen den Luba Mini 2 AWD 1500 vielseitig. Schwächen bleiben bei Schnittbreite, Randhöhe und Preis.

Der Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500 hebt sich deutlich vom kleineren 1000er-Modell ab – nicht nur in der Flächenleistung, sondern vor allem technisch. Während der 1000er auf NetRTK mit drei Kameras setzt, kombiniert der 1500er 360-Grad-LiDAR mit zwei Kameras. Der große Vorteil: Eine separate RTK-Antenne entfällt, und die Navigation fällt selbst unter Bäumen, entlang von Mauern oder in engen Passagen spürbar zuverlässiger aus als bei einer rein satellitenbasierten Positionierung. Neu hinzugekommen ist zudem eine zweite Randmähscheibe. Bewährt bleiben dagegen das kompakte Format und der Allradantrieb – Eigenschaften, die den Luba besonders für unebene, steile oder verwinkelte Gärten attraktiv machen.

Der Hersteller legt das Modell für Rasenflächen bis 1500 Quadratmeter aus – trotz des kleinen Chassis. Ob diese Rechnung aufgeht und wie sich das kleine Vierrad-Modell im Alltag schlägt, haben wir im Test überprüft.

Design und Verarbeitung

Optisch bleibt der Luba Mini 2 AWD 1500 der bisherigen Designsprache von Mammotion treu. Das flache Chassis, die vier weit außenstehenden Räder und die weiße Kunststoffverkleidung erinnern eher an ein kleines Geländefahrzeug oder einen Rennwagen als an einen klassischen Mähroboter. Wirklich klein ist das Modell trotz des Namens allerdings nicht. Mammotion nennt Abmessungen von rund 58 × 46 × 29 Zentimetern, das Gewicht beträgt stolze 17,2 Kilogramm. Damit lässt er sich noch tragen, angenehm leicht ist er aber nicht. Außerdem wirkt sich hohes Gewicht schnell auf die Grasnarbe aus – spätestens bei tiefem Rasen in Frühling oder Herbst.

Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500: LiDAR-Mähroboter mit Allradantrieb, 20 cm Schnittbreite und extra Mähscheibe für den Rand

Im Unterschied zum Luba Mini 2 AWD 1000 verfügt die Variante für 1500 Quadratmeter über einen oben sitzenden LiDAR-Sensor. Anders als beim nicht mehr erhältlichem Vorgänger Luba Mini AWD LiDAR arbeitet das neue Modell allerdings nicht mit einem Festkörper-LiDAR, sondern einem 360°-LiDAR. Der halbkugelförmige und von einem Metallkäfig geschützte Sensor ist ganz oben auf dem Mäher positioniert. Er erfasst die Umgebung rund um den Roboter. Die grundsätzliche Verarbeitung hinterlässt einen soliden Eindruck. Wie bei seinen Geschwistermodellen der Luba-Reihe machen aber auch hier die vorderen Schutzbleche über den Rädern Probleme, wenn der Roboter unter Büsche fahren soll – mehr dazu später. Das Gehäuse ist nach IPX6 geschützt.

Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500: Für eine präzise Navigation sorgt das 360°-LiDAR, das oben auf dem Gehäuse sitzt.

Auch beim Luba Mini 2 AWD gilt dem Namenszusatz AWD (All Wheel Drive) entsprechend: Alle vier Räder werden angetrieben. Das hilft nicht nur an Steigungen, von denen der Roboter laut Mammotion bis zu 80 Prozent oder 38,6 Grad bewältigt. Der Allradantrieb erhöht auch die Traktion auf unebenen Übergängen, in kleinen Mulden und schlecht befestigten Verbindungswegen. Auf einem ebenen Rechteckrasen bringt der aufwendige Allradantrieb hingegen wenig Mehrwert. Auch kleinere Hindernisse überwindet der Luba Mini 2 AWD 1500. Mammotion nennt für ihn eine vertikale Überfahrhöhe von bis zu 45 Millimetern. Eine 3,6 Zentimeter hohe Dachlatte überfuhr er im Test zwar, allerdings nur mit abgeschalteter Hinderniserkennung.

Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500: LiDAR-Mähroboter mit Allradantrieb, 20 cm Schnittbreite und extra Mähscheibe für den Rand

Aufgesetzt hat er dabei nicht – und das, obwohl sich unter dem Chassis eine weitere Besonderheit der zweiten Generation befindet: eine zusätzliche seitliche Mähscheibe mit 12 Zentimetern Durchmesser. Sie soll näher an Rasenkanten schneiden und ist fest auf 50 Millimeter Schnitthöhe eingestellt. Gegenüber dem ersten Luba Mini AWD 1500, der nur eine zentrale Mähscheibe besaß, ist das eine klare funktionale Erweiterung. Die zentrale Hauptscheibe besitzt wie zuvor eine Arbeitsbreite von 20 Zentimetern. Ihre Schnitthöhe lässt sich per App zwischen 20 und 65 Millimetern einstellen.

Inbetriebnahme und App

Der grundsätzliche Installationsaufwand ist deutlich geringer als bei einem Mähroboter mit Begrenzungskabel. Auch eine klassische RTK-Basisstation muss für den Luba Mini 2 AWD 1500 nicht montiert, ausgerichtet und mit freier Sicht zum Himmel platziert werden. Benötigt werden im Wesentlichen die Ladestation, eine Stromversorgung und die Mammotion-App. Anschließend wird die zu mähende Fläche digital erfasst.

Wenn eine Rasenfläche klar abgegrenzt ist, bringt die automatische Kartierung brauchbare Ergebnisse. Die manuelle Kartierung sollte man dennoch bevorzugen, weil damit präzisere Karten erzeugt werden können.

Für die erste Karte sollte der Roboter manuell entlang der Grundstücksgrenze geführt werden. Dabei dient das Smartphone im Querformat als Fernsteuerung mit zwei virtuellen Buttons. Die Steuerung ist damit einwandfrei dosierbar, sodass der Roboter millimetergenau gefahren werden kann. Mammotion bietet inzwischen alternativ eine automatische Kartierung an, die Karte lässt sich anschließend bearbeiten. Wie immer funktioniert das aber nur bei Gärten mit klaren Begrenzungen durch gut sichtbare Randsteine, Zäune oder Mäuerchen wirklich gut. Wir bevorzugen daher den manuellen Anlernvorgang, zumal Nutzer dem Roboter dann auch beibringen können, unter Büschen zu mähen. Bei der automatischen Kartierung hält der Roboter zu in die Mähfläche hängende Zweige Abstand.

Die Kartenfunktionen wurden seit der Markteinführung mehrfach erweitert. Mammotion hat etwa die Genauigkeit automatisch erfasster Grenzen verbessert und später eine Funktion zum gezielten Neuzeichnen einzelner Kartenabschnitte ergänzt. Inzwischen lassen sich außerdem getrennte Rasenflächen erfassen, selbst wenn der Roboter auf dem Weg dorthin kurz über ein nicht befahrbares Hindernis wie eine Stufe getragen werden muss. Auch während der manuellen Kartierung aufgezeichnete Wege lassen sich mittlerweile korrigieren. Über die Mammotion-App können Aufgaben geplant, gestartet, pausiert und beendet werden. Auch der Gerätestatus lässt sich aus der Ferne abrufen. Eine Liveansicht der Kameras ist ebenfalls möglich.

Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500: Die Mammotion-App zeigt auch den Livestream der Kamera.

Bis zu 20 getrennte Mähzonen können angelegt und dazwischen Verbindungswege definiert werden. Hindernisse wie Beete, Bäume, Teiche oder Spielbereiche können zusätzlich als feste oder temporäre Sperrzonen eingetragen werden. Für die Grenzen solcher Sperrzonen stehen inzwischen eigene Einstellungen für das Randmähen zur Verfügung. Die App bietet darüber hinaus Zeitpläne, unterschiedliche Mähaufgaben, die Einstellung der Schnitthöhe und die Wahl verschiedener Fahrmuster. So kann der Roboter parallel verlaufende Bahnen mähen und seine Ausrichtung innerhalb der Fläche automatisch zur Verminderung von Fahrspuren verändern. Praktisch ist die automatische Nutzung der effektivsten Mährichtung, bei der der Roboter selbst entscheidet, wie er die Bahnen setzt. Auch dekorative Muster lassen sich anlegen, auch wenn es sich dabei eher um eine Spielerei handelt.

Praktisch ist DropMow. Dabei wird der Luba in einem Bereich abgesetzt, den er einmalig bearbeiten soll. Dafür muss nicht zwingend eine dauerhafte Karte gespeichert werden. Das kann bei einer nur gelegentlich gemähten Nebenfläche sinnvoll sein. Dank Firmware-Update fährt der Roboter bei DropMow inzwischen außerdem zwei Runden entlang des Randes.

Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500: Die Mammotion-App bietet sehr viele nützliche Einstellungsmöglichkeiten.

Die Vielzahl der Einstellmöglichkeiten ist zugleich Stärke und Schwäche. Wer nur eine rechteckige Rasenfläche automatisch mähen lassen möchte, wird einen beträchtlichen Teil davon nie benötigen. Die App verlangt entsprechend etwas Einarbeitung.

Zur Kommunikation stehen WLAN, Bluetooth und 4G zur Verfügung. Mammotion liefert das 4G-Modul mit drei Jahren Datennutzung. Damit lassen sich Status und Aufgaben auch aus der Ferne kontrollieren. Für Home Assistant gibt es derzeit keine offizielle Integration von Mammotion. Es existiert jedoch ein aktiv entwickeltes Community-Projekt, das über HACS installiert werden kann. Unterstützt werden unter anderem Start, Stopp, Pause, Rückkehr zur Ladestation, Akkustand, Betriebsstatus und das Starten vorhandener Mähaufgaben. Der Entwickler kennzeichnet die Integration ausdrücklich als noch nicht abgeschlossen und es wird ein zweiter, ebenfalls kostenfreier Mammotion-Account benötigt.

Mit einer Community-Integration lässt sich der Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500 auch unter Home Assistant steuern.

Navigation und Hindernisvermeidung

Beim Luba Mini 2 AWD 1500 ist die Navigation eine der wichtigsten Neuerungen. Der Vorgänger kombinierte NetRTK mit mehreren Kameras. Das neue Modell nutzt einen LiDAR-Sensor mit 360-Grad-Sicht zusammen mit zwei Kameras. Mammotion nennt für den LiDAR eine Reichweite von ungefähr 60 Metern und eine Erfassung von 200.000 Messpunkten pro Sekunde. Damit sind theoretisch Flächen von fast 120 × 120 Meter mähbar, sofern am Rand Orientierungspunkte zu finden sind.

Bei der Navigation schneidet der Luba Mini 2 AWD 1500 sehr gut ab. Besonders in engen Bereichen fährt er exakt und sauber. Auch bei schmalen Verbindungswegen und beim Wechsel über befestigte Abschnitte arbeitet die Navigation präzise. Engstellen von 70 cm passierte das Testgerät problemlos. Der praktische Vorteil von LiDAR zeigt sich primär dort, wo Satellitennavigation ungünstige Bedingungen vorfindet. Große Baumkronen, nahe Hauswände und schmale Korridore sind für einen Sensor, der seine Umgebung direkt vermisst, grundsätzlich weniger problematisch als für ein System, das für seine präzise Position stark auf Satellitensignale angewiesen ist. Genau für solche komplexeren Gärten ist die 1500er Variante interessant.

Das Kamerasystem des 1500er-Modells hilft hauptsächlich bei der Einordnung von Hindernissen. Mammotion spricht von mehr als 300 erkennbaren stationären oder beweglichen Objekten. Im Test arbeitete die Hindernisvermeidung insgesamt zuverlässig und schnell und gehört klar zu den Stärken des Roboters. Kleine Gegenstände und ungewöhnliche Formen bleiben trotzdem eine Herausforderung für jeden Mähroboter. Entsprechend sollten diese nicht in der Dämmerung oder bei Nacht fahren, da die kamerabasierte Hinderniserkennung mangels Licht dann zwangsläufig weiter verschlechtert wird.

Mähleistung im Alltag

Beim eigentlichen Mähen arbeitet der Luba Mini 2 AWD 1500 systematisch in geordneten Bahnen. Im Alltag entsteht ein gleichmäßiges Schnittbild. Das Gras wird sauber gekürzt und die Bahnen liegen ordentlich parallel nebeneinander. Die zentrale Mähscheibe lässt sich zwischen 20 und 65 Millimetern einstellen. Die Arbeitsbreite beträgt auf der Fläche allerdings nur 20 Zentimeter. Für einen Roboter, der nominell bis zu 1500 Quadratmeter bearbeiten soll, ist das nicht viel und er benötigt für die gleiche Fläche doppelt so lange wie seine größeren Geschwister der Luba-3-Reihe mit 40-cm-Schnittbreite.

Auch die kompakten Minis kämpfen mit ihrem vergleichsweise hohen Eigengewicht. Auf festem, dichtem Rasen halten sich die Spuren zwar in Grenzen, und im Sommer sind daraus keine nennenswerten Schäden an der Grasnarbe zu befürchten. Anders sieht es jedoch in den feuchteren Jahreszeiten aus: Bei anhaltendem Regen im Frühjahr oder Herbst kann der Allradantrieb in Kombination mit dem hohen Gewicht problematisch werden – vor allem in engen Wendemanövern oder an Rasenkanten, wo die Grasnarbe dann leichter aufgerissen wird – erst recht im steilen Gelände.

Und ein weiteres Problem gibt es beim Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500. Wie auch seine Geschwistermodelle der Luba-Reihe verfügt er über Schutzbleche über den Vorderrädern. Schickt man den Roboter regelmäßig unter Büsche, klemmen sich immer mal wieder Zweige zwischen Chassis und Schutzblech ein. Das führt im Extremfall dazu, dass der Roboter nicht mehr unter den Büschen hervorkommt, weil er sich durch die Vorwärtsfahrt vorn an den Ästen anhebt. Das erkennt er anhand seiner Lagesensoren und stoppt die Fahrt.

Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500: Die Mammotion-App bietet Zeitpläne, detaillierte Mähprotokolle und viele nützliche Einstellungsmöglichkeiten.

Auf freiem Rasen hinterlässt der Mini keine Spuren, und auch in verwinkelten Gärten macht er eine gute Figur. Zwischen Beeten, durch enge Passagen oder auf kleinen Flächen braucht er weniger Wenderaum als die großen Lubas. Sein Pluspunkt: die separate Randmähscheibe auf der rechten Seite – ein Feature, das die großen Modelle nicht haben. Sie rückt die Schnittkante näher an Begrenzungen heran; Mammotion gibt hier 5 bis 5,5 Zentimeter Abstand zur Wand an, was im Test weitgehend bestätigt werden konnte. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber zentralen Mähwerken. Doch ganz rund läuft es auch bei den Minis nicht: In Ecken und an bestimmten Hindernissen bleiben Grasreste stehen, die perfektionistische Gartenbesitzer theoretisch per Hand korrigieren müssten. Zudem ärgert die starre Schnitthöhe der Seitenmähscheibe – sie ist fest auf 50 Millimeter eingestellt. Wer das Hauptmähwerk niedriger wählt, muss entlang der Kante zwangsläufig mit einem störenden Höhenversatz leben.

Damit die Randmähscheibe zufriedenstellend arbeiten kann, muss der Luba natürlich möglichst nahe an den Rand fahren. Wenn Büsche in die Rasenfläche ragen, tut er dies standardmäßig jedoch nicht, weil bei aktivierter Hinderniserkennung diese umfahren werden. Mit dem Ergebnis, dass Rasen unter Ästen und Büschen nicht gemäht wird. Damit ihm das gelingt, deaktiviert man entweder die Hinderniserkennung oder konfiguriert den entsprechenden Bereich unter Kartenbearbeitung – Erstellen mit “Hindernisfreie Zone”. Eine dritte Möglichkeit besteht darin, eine zusätzliche Aufgabe einzurichten, bei der der Luba nur den Rand bei ausgeschalteter Hinderniserkennung mäht, während beim normalen Mähvorgang diese aus Sicherheitsgründen eingeschaltet bleibt. Die Einstellung ist in der App etwas versteckt und findet sich unter Mähmuster – Nur Perimeter.

Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500: Den Akku können Anwender selbst tauschen.

Akku und Mähgeschwindigkeit

Im Luba Mini 2 AWD 1500 steckt ein austauschbarer Akku mit 131,76 Wh (6,1 Ah x 21,6 V). Mammotion gibt eine maximale Mähfläche von bis zu 500 Quadratmetern pro Ladung an, die angegebene Betriebsdauer liegt bei 150 Minuten. Für eine vollständige Ladung werden ebenfalls etwa 150 Minuten genannt. Gegenüber dem ursprünglichen Luba Mini AWD 1500 hat Mammotion die offiziellen Leistungsdaten damit deutlich verbessert. Für den Vorgänger wurden 350 Quadratmeter pro Ladung und 200 Minuten Ladezeit genannt. Beim neuen Modell steigt die angegebene Flächenleistung also, während die Ladepause kürzer ausfällt.

Im Alltag schafft der Roboter je nach Garten und eingestellter Geschwindigkeit eher 350 bis 400 m² mit einer Akkuladung und benötigt dafür etwa zwei bis 2,5 Stunden. Danach lädt er nach, wobei die Ladedauer von der anschließend noch zu mähenden Fläche abhängig ist. Die angegebenen 1500 Quadratmeter sind an einem Tag grundsätzlich machbar, erfordern aber mehrere Ladepausen und eine vergleichsweise einfache Rasengeometrie.

Preis

Die unverbindliche Preisempfehlung für den Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500 beträgt in Deutschland 1899 Euro. Mammotion selbst bietet das Modell derzeit bereits reduziert für 1599 Euro an. Mit dem Code MAMMOTIONDE50, den man an der Kasse eingibt, spart man 50 Euro. Ein Ersatzakku kostet 219 Euro.

Fazit

Der Mammotion Luba Mini 2 AWD 1500 ist primär für Gärten interessant, bei denen ein einfacher Mähroboter wegen steiler Steigung oder dichtem Baumbewuchs an seine (RTK)-Grenzen kommt. Der Allradantrieb sorgt für viel Traktion auf Steigungen und unebenem Untergrund. Die Navigation funktioniert dank LiDAR ohne separate RTK-Antenne und ist sehr präzise. Die Dualkamera ergänzt das System dabei erfolgreich bei der Hinderniserkennung und positiv wirkt sich beim ohnehin guten Schnittbild zudem das zusätzliche Randschnittwerk aus. Diese Kombination aus Beweglichkeit und weitgehend störungsfreier Navigation samt toller App ist die größte Stärke des Modells.

Wegen der eher schmalen Schnittbreite ist der Luba Mini 2 AWD 1500 aber besser auf kleinen und mittleren als auf sehr großen Grundstücken aufgehoben – er benötigt einfach spürbar länger für die Fläche als etwa ein Luba 3 1500 (Testbericht). Außerdem ist der Preis im Vergleich zur Konkurrenz eher hoch angesetzt. Der Mini 2 1500 lohnt sich daher in erster Linie, wenn seine Fähigkeiten auch wirklich gefordert werden. Ansonsten gibt es günstigere, wenn auch nicht unbedingt bessere Alternativen.

Mähroboter Sunseeker X7 im Test: Tolle App, große Schnittbreite und Allrad

Der Sunseeker X7 erklimmt dank Allrad-Antrieb bis zu 35 Grad steile Steigungen und navigiert mit RTK-GPS ohne Kabel. Wie gut ihm das gelingt, zeigt unser Test.

VORTEILE

  • Mäht zügig dank großer Schnittbreite von 35 cm
  • Dank Allrad-Antrieb problemlos in steilem Gelände
  • Zonen- und Karten-Management hervorragend
  • Dank Schnellladung nur kurze Ladezeit
  • Community-Integration für Home Assistant

NACHTEILE

  • schafft Engstelle im Testgarten nicht (wie alle RTK-Mähroboter)
  • Auto-Kartierung bei Rasenflächen ohne Begrenzung unbrauchbar
  • relativ teuer

Der Sunseeker X7 erklimmt dank Allrad-Antrieb bis zu 35 Grad steile Steigungen und navigiert mit RTK-GPS ohne Kabel. Wie gut ihm das gelingt, zeigt unser Test.

Mähroboter mit Allrad-Antrieb gibt es nur wenige. Im Test hatten wir bereits die Mammotion-Modelle Luba 2 AWD (Bestenliste) und Luba Mini AWD (Bestenliste), deren Vierradantrieb zwar Steigungen von bis zu 38,6 Grad schafft, doch bei feuchten Bedingungen primär bei Richtungsänderungen im steilen Gelände den Rasen schädigt. Das will der Sunseeker X7 mit Drei-Rad-Antrieb besser machen. Er schafft zwar „nur“ 35 Grad steile Steigungen, doch ist er mit einem Gewicht von knapp 14 kg etwa 5 kg leichter als der Luba 2. Damit drückt er sich nicht so in den Rasen und dank des Drei-Rad-Antriebs ist er deutlich wendiger als die Lubas. Dementsprechend sollte er in der Praxis rasenschonender zu Werke gehen.

Wie der Luba 2 AWD 3000 ist der Sunseeker X7 für Rasenflächen bis zu 3000 m² ausgelegt. Er verfügt über zwei schwimmend gelagerte Mähscheiben, die sich an Unebenheiten anpassen und eine Schnittbreite von 35 cm bieten. Das ist zwar 5 cm weniger als der Luba 2, doch noch immer ordentlich. Zum Vergleich: Der Goat A3000 Lidar und der Goat A1600RTK von Ecovacs bieten eine Schnittbreite von 32 cm. Aber viele andere Modelle wie der Dreame A2 kommen nur auf 22 cm oder wie der Luba Mini AWD auf 20 cm.

Die Schnitthöhe lässt sich zwischen 20 mm und 100 mm anpassen, was eine individuelle Rasenpflege ermöglicht. Die Einstellung erfolgt einfach über die App, und zwar nicht global, sondern pro Zone. Das gilt auch für die Mährichtung.

Die Hinderniserkennung basiert auf 3D-Binokular-Kameras und Deep Learning. Technische Merkmale sind unter anderem eine Batteriekapazität von 5 Ah, ein Ladegerät mit 5 A, ein Geräuschpegel von 60 dB(A) und eine IPX5-Wasserdichtigkeit. Der Roboter verfügt über Wi-Fi- und Bluetooth-Konnektivität, einen Regensensor und unterstützt die Einteilung der Rasenfläche in bis zu 10 Mähzonen.

Sunseeker X7: RTK-Mähroboter mit Allrad-Antrieb für Rasenflächen mit bis zu einer Größe von 3000 m².

Sunseeker X7: Design und Verarbeitung

Der Sunseeker X7 ist mit 74,1 cm etwas länger als der Mammotion Luba 2 AWD mit 69 cm. Die Breite ist bei beiden Allrad-Mährobotern mit 51,3 cm identisch. Aber mit einer Höhe von 25,9 cm ist der Sunseeker X7 etwas flacher als der Luba 2 AWD mit 27,3 cm. Das Design ist nicht so schön wie das des Dreame A2 und auch nicht so auffällig wie das des Luba 2. Insgesamt würden wir es als wenig aufregend und unauffällig bezeichnen. Doch Schönheit sollte bei einem Mähroboter ohnehin nicht den Ausschlag geben. Praktisch ist hingegen der hohe Abstand der vorderen Abdeckung zum Gras, sodass dieses beim Mähvorgang nicht niedergedrückt wird.

Trotz des langen Chassis ist der Sunseeker mit seinem Drei-Rad-Antrieb sehr wendig. Mit nur einem Rad an der Hinterachse sind Richtungsänderungen auf engstem Raum kein Problem. Auch wird der Rasen beim Manövrieren nicht stark belastet. Ähnlich wie bei Mährobotern mit einem Zwei-Rad-Antrieb. Die beiden Schnittteller an der Unterseite sind versetzt angeordnet, sodass in der Mitte kein Rasen ungemäht bleibt.

Auf der Oberseite gibt es ein kleines Display mit vier Bedienknöpfen. Damit wird der X7 ein- und ausgeschaltet, zurück zur Ladestation geschickt oder der Mähvorgang gestartet. Zudem dienen die Bedientasten zur Eingabe der vierstelligen PIN, die man bei der Inbetriebnahme vergibt. Display und Bedientasten verdienen sich zwar keinen Schönheitspreis, erfüllen aber ihren Zweck. Hinter dem Display befindet sich der obligatorische Stopp-Schalter und davor sitzt die RTK-Antenne des Mähers. Vor dieser, an der Gehäusevorderseite, haben die Binokular-Kameras zur Erkennung von Hindernissen ihren Platz gefunden.

In puncto Design gibt es schönere Mähroboter als den Sunseeker X7. An der Verarbeitung des Grau-Silber lackierten Gehäuses gibt es hingegen nichts auszusetzen. Es ist wie üblich wasserdicht nach IPX5 und hinterlässt einen stabilen Eindruck.

Sunseeker X7: Im Lieferumfang ist alles für die Inbetriebnahme und Montage der Ladestation enthalten.

Mähroboter Sunseeker X7: Was ist im Lieferumfang?

Neben einer Schnellstart-Anleitung enthält der Lieferumfang auch ein mehrsprachiges Handbuch, das auf 22 Seiten auch auf Deutsch Ausstattung, Inbetriebnahme und Betrieb des Sunseeker X7 erläutert. Für die Befestigung von Ladestation und RTK-Antenne sind im Lieferumfang entsprechende Halterungen enthalten. Anders als bei vielen Mitbewerbern werden die Plastikhalterungen für die Ladestation und die Metallstifte für die RTK-Antenne nicht in den Boden gedreht, sondern müssen mit einem Hammer (Metallstifte) oder per Hand (Plastikhalterungen) versenkt werden. Mit dabei sind auch 12 Ersatzklingen für die beiden Mähteller mit jeweils drei Klingen (siehe auch Bildergalerie).

Aufstellort von Ladestation, RTK-Antenne und Inbetriebnahme

Die Ladestation und die RTK-Antenne haben wir wie üblich am Rand des Rasens platziert, der etwa drei Meter von der Hauswand entfernt beginnt. Die Ladestation kann sich auch außerhalb des Rasens befinden. Dann muss man eine Route zu dieser mit der App anlegen, sodass der Mähroboter sie erreichen kann. In jedem Fall benötigt sie einen ebenen Untergrund. Die 135 cm hohe RTK-Station muss mindestens drei Meter von Gebäuden und Bäumen entfernt platziert werden, um möglichst viele Satelliten empfangen zu können. Dank des mitgelieferten, netto zwölf Meter langen Verbindungskabels, das mit dem im Lieferumfang befindlichen Netzteil mit Strom versorgt wird, lässt sie sich relativ flexibel positionieren.

Sunseeker X7: Für eine präzise Navigation benötigen RTK-Mähroboter einen optimalen Satellitenempfang. In dicht bebauten Gebieten kann dieser problematisch sein.

In unseren beiden Test-Gärten hat die RTK-Antenne auf Anhieb die für den Betrieb nötige Anzahl von Satelliten empfangen. Selbst in dem von hohen Gebäuden umgebenen Garten gelang der Empfang, während etwa die RTK-Antenne von Ecovacs dort nicht genügend Satelliten empfangen konnte (siehe auch: Testbericht zum Ecovacs Goat A1600 RTK).

Der Aufbau und die Inbetriebnahme gelingen dank Schnellstart-Anleitung und der selbsterklärenden Sunseeker-App im Test innerhalb weniger Minuten. Bei schwierigen Empfangsbedingungen kann es allerdings nötig sein, die RTK-Antenne an einer Wand oder auf dem Dach zu montieren. Mehr Informationen dazu bietet das Handbuch.

Tipp: Da auch die Sunseeker-App keine Satellitenempfangshilfe bietet, empfiehlt sich eine Smartphone-App wie GNSS-View, um einen möglichst optimalen Standort für die RTK-Antenne zu finden. Grundsätzlich gilt, dass die Inbetriebnahme an einem sonnigen Tag erfolgen sollte und zu einer Zeit, die den Empfang möglichst vieler Satelliten ermöglicht.

Was sollte man bei der Kartierung beachten?

Die neuesten Mähroboter ohne Begrenzungskabel bieten inzwischen eine automatische Kartierung. Doch in der Praxis entpuppt sich diese Funktion als Marketing-Feature. Bei einer nicht durch Randsteine oder einen Zaun begrenzten Rasenfläche ist diese Funktion wertlos. Das ist auch beim Sunseeker X7 so. Er verließ während der automatischen Kartierung die Rasenfläche und kartierte unter Gartentischen- und Stühlen.

Durch die Aufteilung in Zonen können Anwender mit der Sunseeker-App die effizienteste Schnittrichtung pro Zone festlegen.

In den meisten Fällen liefert daher die manuelle Kartierung, bei der man in Bluetooth-Reichweite kurz hinter dem Mähroboter läuft und diesen per virtuellen Steuerungsflächen mit dem Smartphone navigiert, das bessere Ergebnis. Ähnlich wie Mammotion setzt Sunseeker dabei auf zwei Steuerungsflächen: Eine für Vor und Zurück und die zweite für Links und Rechts. Damit ist die Kartierung schnell abgeschlossen. Wer möchte, kann die Geschwindigkeit des Robotors für die Kartierung justieren.

Grundsätzlich empfehlen wir bei Rasenflächen, die unterschiedliche Ausrichtungen und Begrenzungen aufweisen, entsprechende Zonen anzulegen. Das hat den Vorteil, dass man pro Zone unterschiedliche Einstellungen vornehmen kann. Das wird von der Sunseeker-App unterstützt. So kann man pro Zone nicht nur Mähgeschwindigkeit und -höhe definieren, sondern auch die Mährichtung.

Sunseeker X7: Zonen können nachträglich per App aufgeteilt werden. Ein nachträgliches Abfahren zur Aufteilung ist nicht nötig.

Bei der Kartierung einer Rasenfläche, die an einen Weg grenzt, kartiert man überlappend zwischen Rasen und angrenzendem Weg, sodass beim Mähvorgang kein Gras stehen bleibt. Wenn hingegen die Rasenfläche von hohen Randsteinen begrenzt wird oder ein etwas niedriger gelegener Weg an diese grenzt, sollte man beim Kartieren zum Rand etwas Abstand lassen. Damit gibt man dem Mähroboter etwas mehr Raum für nötige Richtungsänderungen, ohne dass das Gehäuse beschädigt wird. Zudem verhindert man, dass der Sunseeker X7 über die Kante hinausfährt und an dieser hängenbleibt. Bei schwierigen Zonen sollte man außerdem die Mähgeschwindigkeit herabsetzen, die App bietet dafür die Einstellungen Schnell, Standard und Langsam.

Die Sunseeker-App hat beim ersten Versuch der Kartierung unserer gesamten Rasenfläche einen Fehler ausgegeben. Start- und Endpunkt lägen zu weit auseinander. Also haben wir zunächst einen kleineren Bereich kartiert und mit diesen um weitere Zonen erweitert. Die App unterstützt das nachträgliche Aufteilen von Zonen und speichert auch einmal erstellte Karten ab.

Wie gut gelingt die Navigation und wie effizient arbeitet das Schneidesystem?

Die Schnitthöhe können Anwender über die App zwischen 20 mm und 10 mm einstellen. Die beiden Mähscheiben bieten jeweils drei Messer und eine Schnittbreite von 35 cm. Damit ist klar, dass Sunseeker X7 zu den schnelleren Varianten seiner Gattung zählt, wenn er auch nicht die Leistung des Luba 2 AWD mit 40 cm Schnittbreite erreicht. Immerhin ist diese geringfügig größer als bei den Ecovacs-Modellen Goat A3000 Lidar und Goat A1600 RTK, die eine Schnittbreite von 32 cm bieten. Auch beim Kantenmähen macht der Sunseeker X7 mit einem Abstand der Mähklingen von etwa 8 cm zum Gehäuserand eine gute Figur. So muss man nur wenig mit einem Rasentrimmer nacharbeiten. Die Top-Modelle von Ecovacs Goat A3000 Lidar und Goat A1600 RTK sind mit einem Abstand von 5 cm allerdings noch besser aufgestellt.

Die Navigation hat im Test in allen Zonen einwandfrei mit den Standardeinstellungen funktioniert. Doch einen schmalen Weg, der zwischen zwei Häuserwänden liegt und zu einer abgelegenen Zone führt, hat der Sunseeker X7 wie auch andere RTK-Mäher nicht passiert. Hier kommt die RTK-Technik an seine Grenzen. Lediglich die Lidar-basierten Modelle Dream A2 und Ecovacs Goat A3000 haben diese Herausforderung bislang als einzige Mähroboter gemeistert. Schließlich haben wir den Sunseeker manuell durch diese Engstelle gesteuert. Interessanterweise hat er nach dem Mähen dieser Zone den Rückweg zur Ladestation gefunden.

Sunseeker X7: Je nach Mährichtung unterscheidet sich die Mähgeschwindigkeit für einen bestimmten Bereich. Die Angaben der gemähten Fläche variieren dabei zwischen 181 m² und 195 m² und die Mähdauer liegt zwischen 53 min und 1h 16min.

Wie gut und wie schnell mäht der Sunseeker X7?

Der Sunseeker X7 mäht zuverlässig in geraden Bahnen und geht dabei dank seiner großen Schnittbreite auch sehr zügig zu Werke. Das Schnittbild geht in Ordnung und kann dank zahlreicher Einstellungen in der App noch optimiert werden. Dafür gibt es etwa die Einstellung spurlos, die dafür sorgt, dass der Sunseeker unterschiedliche Mährichtungen einschlägt, sodass die typischen Mähbahnen mit der Zeit verschwinden.

Erreicht der Akku eine Kapazität von 15 Prozent, fährt der Sunseeker zurück zur Ladestation. Dank des 5 A starken Netzteils ist der Akku jedoch schnell aufgeladen. Ein Ladevorgang dauert von 0 auf 100 Prozent lediglich eine Stunde.

In unserem zweiten Testgarten mit teils sehr steilen Stellen zeigt der Sunseeker X7, wozu ein Allrad-Antrieb nützlich ist. Während bei dem Ecovacs Goat A3000 Lidar bei einer Querfahrt der Kippsensor ausschlägt und er diesen Bereich nur in der Falllinie bemähen kann, zeigt der Sunseeker X7 dank Allrad-Antrieb, egal in welcher Mährichtung, keine Schwächen. Aufgrund des rasenschonenden Drei-Rad-Antriebs ist er in unserem steilen Testgelände sogar den Mammotion-Modellen überlegen, die beim Manövrieren auf feuchtem Untergrund den Rasen beschädigen können.

Modelle und Preise: Was kostet der Sunseeker X7?

Der Sunseeker X7 kostet regulär knapp 2500. Aktuell kostet er 2100 Euro.

Neben dem X7 bietet Sunseeker mit dem X7 Plus noch ein Modell, das mit einem 10 Ah starken Akku ausgestattet und für eine Rasenfläche von bis zu 6000 m² ausgelegt ist. Der Sunseeker X5 für 2000 m² bietet zwar ebenfalls einen Allrad-Antrieb, unterscheidet sich gegenüber den Top-Modellen aber durch eine kleinere Schnittbreite von 22 cm.

Welche Smart-Home-Plattformen unterstützt der Sunseeker X7?

Mithilfe von Google Assistant und Amazon Alexa können Anwender den Sunseeker X7 auch per Sprache steuern. Anders als für Mammotion steht für Home Assistant allerdings keine Integration zur Verfügung. Inzwischen steht auch eine Community-Integration für Home Assistant (Bestenliste) zur Verfügung, mit der man den Sunseeker X7 vollständig steuern kann. Dashboard-Vorlagen für Pläne, Kontrolle und Zonen gibt es ebenfalls.

Dank einer Community-Integration auf Basis der Sunsseker-Cloud steht der X7 auch unter Home Assistant zur Verfügung.

Fazit

Der Sunseeker X7 ist für große Rasenflächen mit bis zu 3000 m² ausgelegt. Im Test bestätigt er diesen Anspruch dank einer großen Schnittbreite von 35 cm und einem starken Akku mit 5 Ah, der außerdem mit dem 5 A starken Netzteil schnell wieder aufgeladen ist. Gefühlt ist der Sunseeker X7 immer einsatzbereit.

Gegenüber dem Vier-Rad-Antrieb der Mammotion-Modelle erklimmt er mit seinem Drei-Rad-Antrieb zwar nicht ganz so steile Steigungen. Doch dafür ist er wendiger, wiegt weniger und geht trotz Allrad-Antrieb schonend mit dem Rasen um.

Die App erlaubt die Anpassung der Betriebsparameter wie Schnitthöhe, Geschwindigkeit und Mährichtung nach Zonen. Hervorragend.

Wie andere RTK-Mäher hat er unsere Engstelle zu einer Rasenzone im Testgarten nicht geschafft. Hier sind Lidar-basierte Mähroboter wie der Ecovacs Goat A3000 Lidar und der Dreame A2 klar im Vorteil.

Die Hinderniserkennung hat im Test einwandfrei funktioniert. Unseren Hund hat er großräumig umfahren.

Die Hinderniserkennung hat im Test einwandfrei funktioniert. Erkannte Objekte wie Hunde, Katzen oder kleinen Bällen umfährt er großzügig. Teilweise reagiert die Hinderniserkennung aber auf in der Rasenfläche eingelegte Platten, mit dem Ergebnis, dass hier ein wenig Rasen nicht gemäht wird. Mit dem neuesten Firmware-Update hat Sunseeker das Problem behoben. Jetzt mäht der X7 auch den Rasen auf einer mit Terrassensteinen durchsetzten Fläche.

Der Abstand vom Mähteller zur Außenkante des Gehäuses beträgt etwa 8 cm, sodass Rasen ungemäht bleibt, wenn diese von Randsteinen oder Zäunen begrenzt ist.

Insgesamt ist der Sunseeker X7 für große Rasenflächen mit starken Steigungen eine ausgezeichnete Wahl, wenn der RTK-Empfang gewährleistet ist. Sind Zonen durch enge Übergänge miteinander verbunden, sind Lidar-basierte Modelle aber besser geeignet. Mit einem Preis von aktuell 2100 Euro ist der Sunseeker X7 zwar kein Schnäppchen, aber angemessen bepreist.

  • Historie:
  • Veröffentlichung des Artikels am 27.5.2025
  • Letztes Preis-Update siehe Artikeldatum
Mähroboter Lymow One Plus im Test: Kettenantrieb und Rotationsmesser

Der Lymow One Plus verbessert Schneidwerk, Kameras, Bodenfreiheit & Ladetechnik. Reicht das gegen starke Konkurrenz?

VORTEILE

  • Schneidwerk gegenüber dem Lymow One deutlich verbessert
  • mehr Bodenfreiheit und dadurch noch bessere Geländegängigkeit
  • Ladekontakte sinnvoll überarbeitet
  • beheizte Kameralinsen verhindern Beschlagen
  • Raupenantrieb besser gegen Verschmutzung geschützt

NACHTEILE

  • Mit 35,6 Kilogramm sehr schwer
  • Schneidwerk nach wie vor laut
  • feuchtes und sehr dichtes Gras bleibt problematisch
  • Akku und Messer nicht mit Lymow One kompatibel
  • Für kleine, ebene Grundstücke unnötig radikal und teuer

Der Lymow One Plus verbessert Schneidwerk, Kameras, Bodenfreiheit & Ladetechnik. Reicht das gegen starke Konkurrenz?

Der Lymow One Plus ist keine komplette Neukonstruktion, das Grundkonzept des Vorgängers bleibt erhalten. So setzt Lymow wieder auf Raupenantrieb, RTK- und kameragestützte Navigation sowie ungewöhnlich große Rotationsmesser. Neu sind vor allem das deutlich überarbeitete Schneidwerk, stärkere Antriebe, beheizte Kameralinsen, mehr Bodenfreiheit und eine bessere Ladetechnik. Damit beseitigt Lymow mehrere Schwächen des ersten Lymow One und behält gleichzeitig dessen Stärken bei.

Im Test zum Vorgänger gab es kaum Probleme, im Alltag und im Dauerbetrieb mehrten sich aber in Foren Beschwerden wegen mangelnder Zuverlässigkeit. Kann Lymow mit dem Plus-Modell Vertrauen zurückgewinnen?

Design und Verarbeitung

Am Grunddesign ändert sich wenig. Der One Plus fährt weiterhin auf zwei breiten Gummiraupen, misst 75 × 60 × 32 Zentimeter und wiegt satte 35,6 Kilogramm. Auch darum ist ein Vergleich zu einem Panzer nicht zu weit hergeholt. Die Raupen verteilen das Gewicht immerhin über eine große Fläche, sodass der tatsächliche Bodendruck je cm² geringer als bei vielen Rad-Kontrahenten ist – wer den Lymow-Mäher aber tragen muss, hat davon allerdings auch nichts. Dafür bieten die breiten Gummiketten an Steigungen sowie generell auf unebenem Untergrund viel Traktion – zumindest bei trockenem Untergrund.

Gegenüber dem Vorgänger hat Lymow die Bodenfreiheit deutlich erhöht. Dickere Wurzeln, Äste und Unebenheiten bringen den Unterboden dadurch seltener zum Aufsetzen und behebt so einen der wesentlichen Kritikpunkte des ersten Modells. Auch die Raupen selbst wurden überarbeitet. Bürsten und zusätzliche Abdeckungen sollen verhindern, dass sich Grasschnitt und Schmutz im Laufwerk sammeln. Beim Vorgänger musste dieser Bereich häufiger manuell gereinigt werden – ein weiterer behobener Kritikpunkt.

Lymow One Plus: Weiterhin kommen zwei große Rotationsmesser aus Werkzeugstahl zum Einsatz, aber die neuen Messer sind symmetrisch aufgebaut und lassen sich leichter schärfen und auswechseln.

Genauso wichtig ist die neue Position der Ladekontakte. Beim Lymow One saßen sie unten und konnten durch Gras, Erde und Feuchtigkeit verschmutzen. Beim neuen Modell sind sie oben positioniert und werden beim Andocken zusätzlich gereinigt. Damit behebt Lymow eine weitere Schwachstelle des Vorgängers. Deutlich verändert wurde zudem das Schneidwerk. Zwar kommen weiterhin zwei große Rotationsmesser aus Werkzeugstahl zum Einsatz, aber die neuen Messer sind symmetrisch aufgebaut. Dadurch sind sie nicht nur einfacher zu wechseln, sondern auch besser nachzuschärfen. Wie der Akku sind die Messer des One Plus nicht mit dem älteren Lymow One kompatibel.

Lymow One Plus: Mähroboter mit Raupenantrieb, RTK- und kameragestützte Navigation sowie ungewöhnlich große Rotationsmesser.

Inbetriebnahme und App

Der Lymow One Plus kombiniert erneut RTK-Satellitennavigation mit kamerabasierter VSLAM-Navigation. Eine RTK-Referenzstation gehört zum System und muss möglichst freie Sicht zum Himmel haben. Die Kartierung erfolgt weiterhin manuell, in dem der Nutzer die Rasengrenzen mit dem Smartphone als Steuerung abfährt. Anschließend können Bis zu 80 Mähzonen sowie Verbindungskorridore und Sperrflächen angelegt werden. Für einzelne Bereiche lassen sich unter anderem Schnitthöhe, Zeitpläne, Fahrgeschwindigkeit und Messerdrehzahl konfigurieren.

Grundsätzlich bietet die App damit viele Möglichkeiten, ohne so intuitiv und umfangreich wie etwa bei Segway oder Mammotion zu sein. Vor allem Einstellungsmöglichkeiten bei der Hinderniserkennung haben wir stark vermisst.

Die Einrichtung komplexer Grundstücke verlangt weiterhin etwas Sorgfalt – je genauer der Nutzer fährt, desto besser navigiert der Roboter später. Eine offizielle Home Assistant Integration bietet Lymow nicht. Es existiert aber eine recht leistungsfähige Community Lösung, diese werden jedoch nicht offiziell vom Hersteller unterstützt.

Grundsätzlich bietet die App viele Möglichkeiten, ohne so intuitiv und umfangreich wie bei Segway oder Mammotion zu sein. Vor allem Einstellungsmöglichkeiten bei der Hinderniserkennung haben wir stark vermisst.

Navigation und Hindernisvermeidung

Der One Plus setzt wie der Vorgänger auf die Kombination aus RTK und Kameras. Das überarbeitete System nennt Lymow LySee 2.0. Zwei Kameras und fünf Ultraschallsensoren unterstützen die Hinderniserkennung. Da beim Lymow One die Linsen bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Morgentau beschlagen konnten, verfügt der One Plus über beheizte und entspiegelte Kameralinsen. Im Test gab es damit keine Probleme mehr.

RTK übernimmt unter guten Bedingungen die präzise Positionsbestimmung. Bei schlechter Satellitensicht kann die kamerabasierte Navigation bis zu 10 Minuten oder 150 m² übernehmen. Ein vollständiger Ersatz für guten RTK-Empfang ist das nicht, aber im Test kam es so nicht zu überraschendem Stillstand des Mähers mangels Empfang. Allerdings kam es immer wieder zu einem Fehler beim Testgerät: Obwohl die RTK-Antenne oben an einem Schuppen befestigt war und somit perfekte Sicht in den Himmel hatte, beschwerte sich der Roboter bei manueller Auftragstellung direkt am Gerät nach dem Herausfahren aus der Ladestation über mangelnden Empfang und blieb stehen. Alternativ meldete er fehlende Verbindung zur Mähfläche – auch wenn er direkt draufstand. Bei Mähauftrag per App funktionierte es hingegen tadellos.

Auf stark geneigten Flächen zeigt der Raupenantrieb deutlich mehr Traktion als typische Konstruktionen mit zwei oder auch vier Antriebsrädern.

Bei der Hinderniserkennung liefert der Lymow One Plus erneut gute Ergebnisse – zu gute. Größere Objekte wie Schuhe, Bälle oder Gartengegenstände werden meist erkannt und umfahren. Allerdings werden auch Inseln mit punktuell etwas höherem Gras ebenfalls als Hindernis erkannt und mangels Deaktivierbarkeit der Erkennung stehen gelassen. Gerade wegen des starken Schneidwerks, das mühelos – zumindest bei mehreren Überfahrten – auch mit hohem Gras zurechtkommt, ist das Ärgerlich. Gerade wegen der Kombination aus optischer Hinderniserkennung und starkem Schneidwerk sollte der One Plus – wie auch seine messerbewährten Wettbewerber – nicht arbeiten.

Eine der größten Stärken bleibt die Geländegängigkeit. Lymow gibt Steigungen von bis zu 45 Grad respektive 100 Prozent an und im Test durfte sich der Roboter auf einer Pferdekoppel mit größerem Hügel austoben. Auch auf stark geneigten Flächen zeigt der Raupenantrieb dabei deutlich mehr Traktion als typische Konstruktionen mit zwei oder auch vier Antriebsrädern. Bei Feuchtigkeit reduziert sich die Steigfähigkeit aber zusehends – Gummi macht sich auf feuchtem Gras nach wie vor nicht gut. Dank der Raupenketten und der gesteigerten Bodenfreiheit kann der One Plus theoretisch Hindernisse von bis zu 70 Millimetern Höhe überfahren. Meist ist aber der Bumper am vorgelagerten Mähdeck Grund für das Abdrehen des Roboters. Daher benötigt der Rasenpanzer auch eine recht sanfte Anrampung, um steile Hügel erklimmen zu können.

Wegen seiner Breite von satten 60 cm benötigt der Lymow One Plus zudem für Durchfahrten viel Platz: Unter 80 cm Freiraum klappte das im Test nicht.

Mähleistung im Alltag

Die wichtigste technische Neuerung ist LyCut 2.0. Der One Plus besitzt weiterhin zwei große Rotationsmesser und eine große Arbeitsbreite von 40 Zentimetern. Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch zwischen 30 und 100 Millimetern einstellen. Lymow hat Leistung und Aufbau des Schneidsystems gegenüber dem Lymow One noch einmal überarbeitet. Die Messer sind jetzt so geformt, dass sie einen Luftstrom erzeugen sollen. Dadurch wird plattgedrücktes Gras vor dem Schnitt stärker aufgerichtet und das neue Modell hinterlässt im manuellen Betrieb auf niedergetretenem oder dichtem Gras weniger ungeschnittene Stellen als sein Vorgänger. Vollständig lösen kann er das Problem aber nicht. Sehr dichtes, hohes oder feuchtes Gras bleibt weiterhin liegen, weil es unter den breiten Ketten niedergewalzt wurde. Dennoch ist es beeindruckend, wie kraftvoll sich der Roboter im manuellen Betrieb durch die Botanik kämpft. Dass beim ersten Durchgang kein perfektes Schnittbild entsteht, sollte klar sein.

Eine der größten Stärken bleibt die Geländegängigkeit. Lymow gibt Steigungen von bis zu 45 Grad respektive 100 Prozent an und im Test durfte sich der Roboter auf einer Pferdekoppel mit größerem Hügel austoben.

Auf regelmäßig gemähtem Rasen sieht das anders aus, hier entsteht ein sauberes und systematisches Schnittbild. Bei Bedarf kann der One Plus die Fläche zusätzlich im Kreuzmuster bearbeiten. Das verbessert das Ergebnis, benötigt aber mehr Zeit und Energie. Feuchtes Gras mag auch der One Plus nicht. Schnittreste sammeln sich dann unter dem Mähdeck und beeinträchtigt im Extremfall die Bewegungsfreiheit der Messer. Regelmäßige Reinigung ist deshalb sinnvoll. Ein anderes Problem des Vorgängers hat Lymow ebenfalls nicht beheben können: Auch der One Plus ist laut, gefühlt sogar noch lauter als das erste Modell. Großen Rotationsmesser und hohe Drehzahl sind deutlich hörbarer als die kleinen Klingen vieler klassischer Mähroboter. Für den typischen Reihenhausgarten in der Vorstadt ist das neue Modell ebenfalls nichts – auch, weil es beim Drehen auf der Stelle immer noch die Grasnarbe in Mitleidenschaft ziehen kann.

Ein zusätzliches Seitenschneidwerk oder schwenkbares Mähdeck (außer nach oben zur Wartung) besitzt auch der One Plus nicht. Beim Randschnitt hängt das Ergebnis daher stark von der Gestaltung des Gartens ab. An flachen Rasenkanten kann der Roboter dicht am Rand arbeiten. Entlang von Mauern oder Hindernissen bleibt konstruktionsbedingt ein Streifen von mindestens 10 cm stehen. Daran ändert auch eine entsprechende Option zur Verringerung des Abstands zu Hindernissen in der App nichts.

Akku

Der One Plus besitzt einen LiFePO4 Akku mit 15 Ah und 35,2 Volt. Rechnerisch ergibt das 528 Wh Bruttokapazität. Eine Netto-Kapazität nennt Lymow nicht. Der Hersteller gibt eine maximale Laufzeit von bis zu drei Stunden und unter Idealbedingungen bis zu 2.300 Quadratmeter pro Akkuladung an. In der Praxis beeinflussen Steigung, Rasendichte, Messerdrehzahl und Fahrgeschwindigkeit die Reichweite erheblich. Im Test benötigte der One Plus für eine Fläche von 1200 m² bei hoher Messerdrehzahl wegen starkem Randbewuchs etwa 2 Stunden.

Die Ladegeschwindigkeit hängt vom Ladegerät ab – es gibt Varianten mit 5 Ampere und 10 Ampere. Der Akku des Roboters ist immer identisch. Die Version mit 10 Ampere lädt allerdings schneller und kann dadurch pro Tag größere Flächen bearbeiten. Alternativ ist weiterhin ein Wechsel möglich. Für das Laden von 10 auf 90 Prozent nennt Lymow mit 5 Ampere rund 150 Minuten und mit 10 Ampere rund 90 Minuten. Wichtig: Der Akku des One Plus ist nicht mit dem Lymow One kompatibel.

Preis

Die UVP des Lymow One Plus wurde nachträglich erhöht und beträgt in Deutschland 2999 Euro für die Variante mit 5A-Ladegerät. Die Version mit 10 Ampere kostet laut Hersteller 3.199 Euro. Der niedrigste aktuelle Straßenpreis laut Geizhals.de liegt bei rund 2.999 Euro (Stand: 08/2026).

Fazit

Der Lymow One Plus ist eher ein Facelift zum Vorgänger statt ein komplett neues Modell. Das ist grundsätzlich sinnvoll, denn so ist das Plus-Modell deutlich ausgereifter als zuvor, ohne dessen Vorteile zu verlieren. Sinnvolle Änderungen sind die nach oben verlegten Ladekontakte, die besser geschützten Raupen und die beheizten Kameralinsen. Auch die größere Bodenfreiheit passt gut zum Anspruch des Roboters, auf Wurzeln, Hängen und unebenem Gelände zu arbeiten. Ein weiterer großer Fortschritt steckt im Schneidwerk: LyCut 2.0 kommt mit dichtem und niedergedrücktem Gras besser zurecht, sofern es nicht übertrieben wird.

Die grundsätzlichen Eigenschaften des Lymow One ändern sich dagegen kaum – mit allen Vor- und Nachteilen. So bietet der Roboter dank Raupenantrieb sehr gute Geländegängigkeit und die Schneidwerke viel Kraft weit über das normale Niveau eines Klingenmähers hinaus. Der One Plus ist im Gegenzug aber groß, sehr schwer und deutlich hörbarer als klassische Mähroboter. Ärgerlich für Käufer des Vorgängers ist außerdem, dass sie offensichtlich maßgeblich dazu beigetragen haben, ihren gekauften Roboter zum weitgehend ähnliche Plus-Modell zu optimieren – quasi als unfreiwillige Beta-Tester. Immerhin bietet der Hersteller ihnen einen Rabatt von 40 Prozent auf die UVP des Plus. Ob das als vertrauensbildende Maßnahme reicht?

Für alle anderen gilt: Bei großen, steilen oder insgesamt unebenen Grundstücken ist der Lymow One Plus insgesamt jetzt noch interessanter. Alle anderen ohne Extremgrundstück finden woanders weniger radikale Mähroboter.

Mähroboter Roborock Rockmow Z120 Lidar im Test: Allrad, aktive Lenkung und LiDAR

Roborocks Erstlingswerk für den Garten soll mit Allrad, LiDAR und aktivem Lenksystem punkten. Wir haben im Test überprüft, wie gut das klappt.

VORTEILE

  • sehr starkes Technikpaket für Hanglagen und schwierige Gärten
  • LiDAR, VSLAM und aktives Lenksystem sinnvoll kombiniert
  • gute App mit Zonen, Passagen, Sicherheitsfunktionen und Updates
  • schnelle Ladezeiten und gute Tagesflächenleistung
  • robuste Bauweise mit IPX6 und Federung

NACHTEILE

  • hoher Preis
  • PreciEdge-Modul für randnahes Mähen nicht im Lieferumfang (+150 €)
  • großes und schweres Gerät
  • Software und Funktionsumfang noch nicht vollständig
  • dadurch Probleme bei Randschnitt

Roborocks Erstlingswerk für den Garten soll mit Allrad, LiDAR und aktivem Lenksystem punkten. Wir haben im Test überprüft, wie gut das klappt.

Der Roborock Rockmow Z120 LiDAR zählt zu den auffälligeren Neuerscheinungen im Mährobotermarkt 2026. Das Modell kombiniert Allradantrieb mit einem aktiven Lenksystem, das die Vorderräder einzeln ansteuert. Dadurch kann der Mäher wie ein Pkw lenken oder die Räder gegeneinander drehen, um bodenschonend auf der Stelle zu wenden. Als Spitzenmodell von Roborock setzt der Z120 LiDAR auf ein LiDAR-System (Light Detection and Ranging) anstelle einer RTK-Antenne oder eines Begrenzungskabels.

Auffällig ist, dass die LiDAR-Variante in Deutschland auf der Produktseite als Rockmow Z1 LiDAR geführt wird, während Datenblatt, Anleitung und App die Bezeichnung Rockmow Z120 LiDAR verwenden. Wir haben im Test überprüft, wie sich das Erstlingswerk des Herstellers schlägt.

Design und Verarbeitung

Optisch unterscheidet sich der Rockmow Z120 LiDAR deutlich von vielen Konkurrenzmodellen. Charakteristisch sind die beiden Motorgondeln über den Fronträdern, die der Ansteuerung von Lenkung und Allradantrieb dienen. Das LiDAR-Modul sitzt ungewöhnlich weit hinten auf dem bulligen Gerät. Roborock gibt für die europäische LiDAR-Variante Abmessungen von rund 66 × 47,5 × 33 cm an. Das Nettogewicht liegt inklusive Akku bei knapp 22 kg, was theoretisch die Rasengesundheit beeinträchtigen kann. Zum Vergleich: Ein Mammotion Luba 3 AWD ist leichter, und bei dessen Vorgänger wurde das hohe Gewicht bereits kritisiert, da schwere Geräte weichen Boden stärker belasten.

Das grau-schwarze Design wirkt technisch und modern. Der Roboter macht einen soliden Eindruck, alle Formteile erscheinen robust. Das Gerät ist nach Schutzklasse IPX6 gegen Wasser geschützt – sowohl für den Roboter selbst als auch für die Ladestation. Die nach vorn abfallende Linie verleiht dem Mäher eine gewisse Dynamik, die jedoch durch die klobigen, mit LED-Leisten versehenen Motorgondeln über den Vorderrädern eingeschränkt wird. An der Vorderseite sind Kameras für Navigation und Objekterkennung installiert. Vier kräftige Räder, ein Dynamic Suspension genanntes Federungssystem mit hellorange gefärbten Spiralfedern hinten sowie ein schwebendes Mähdeck sollen den Kontakt zum Boden und die Schnitthöhe stabilisieren. Zusammen mit der Aufhängung und dem Allradantrieb soll der Z120 LiDAR Steigungen von bis zu 80 Prozent (39 Grad) bewältigen und Hindernisse von bis zu 8 cm Höhe überwinden können.

Roborock Rockmow Z120 Lidar: Das schwimmend gelagerte Schnittsystem bietet sechs Messer und eine Breite von 24 cm. Durch das optional erhältliche PreciEdge-Schneidemodul bleiben bei einer festen Randbegrenzung nur drei cm Rasen ungemäht. Ohne das Modul sind es bauartbedingt etwa 10 cm.

Praktisch ist das Display mit Statussymbolen für Akku, WLAN und Bluetooth auf der Oberseite des Geräts. Auch ohne App lässt sich so der Grundzustand schnell prüfen und der Mäher grundlegend bedienen. Die große Stopp-Taste dahinter ist sinnvoll platziert und im Ernstfall sofort erreichbar.

Unter dem Gerät befindet sich das schwebende Mähdeck mit einer Schnittbreite von 24 cm und sechs Messern samt einer Gleitplatte als Schutz. Beim Messerwechsel fallen daher einige zusätzliche Schraubarbeiten an. Die Klingen sollen laut Anleitung je nach Nutzung etwa alle ein bis zwei Monate gewechselt werden, wobei auch die Schrauben ersetzt werden sollten. Roborock empfiehlt zudem im englischsprachigen Handbuch, den Akku etwa alle zwei Jahre über den Service oder den Händler austauschen zu lassen – ein Selbsttausch ist nicht vorgesehen. Das Gerät soll regelmäßig auf Verschmutzung und Beschädigung kontrolliert werden. Ob Roborock hier übervorsichtig ist oder tatsächlich eine so kurze Akkulebenserwartung zugrunde liegt, konnte der Test nicht klären.

Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Angesichts des recht hohen Preises des Z120 LiDAR ist es als Kritikpunkt zu werten, dass dieses Modul nicht zum Standardumfang gehört. Es kostet etwa 150 Euro, die Installation ist einfach und in wenigen Minuten erledigt. Die beiliegende Anleitung mit mehreren kleinen Bildern hätte jedoch etwas größer ausfallen dürfen.

Mähparameter lassen sich pro Zone festlegen. Die Optionen zur Hindernisvermeidung sind noch nicht final.

Inbetriebnahme und App

Die Inbetriebnahme des Rockmow Z120 LiDAR erfolgt fast ebenso schnell wie bei einem Saugroboter. Die Ladestation kann laut Hersteller innerhalb oder außerhalb der Rasenfläche aufgestellt werden. Sie muss auf einer ebenen Fläche stehen, in guter WLAN-Abdeckung liegen und sich innerhalb von 10 m zum Ladegerät befinden. Im Umkreis von 2 m um die Station sollten möglichst keine Hindernisse sein, wobei weitere Testmuster direkt daneben den Mäher nicht störten. Das Gras in diesem Bereich sollte nicht höher als 9 cm sein – der Grund dafür wird im ersten Betrieb ersichtlich.

Die Verbindung zur App erfolgt anfangs über Bluetooth. Für den weiteren Betrieb wird ein 2,4-GHz-WLAN empfohlen, das Modell unterstützt jedoch auch 5-GHz-Netze. Anschließend steht der erste Kartierungsvorgang an. Eine automatische Kartierung gibt es noch nicht – dies ist jedoch nicht schwerwiegend, da automatisch erstellte Karten häufig nicht überzeugen. Die App führt durch den Prozess: Der Nutzer muss den Mäher per Joystick einmal entlang der zu mähenden Rasenbegrenzung steuern. Auch neue Bereiche, Passagen und No-Go-Zonen werden auf diese Weise manuell angelegt. Roborock bietet in der App einen einzelnen virtuellen Joystick an. Die Bedienung ist ausreichend präzise, jedoch ist eine Steuerung mit zwei separaten virtuellen Sticks für Lenkung und Vorwärts-/Rückwärtsfahrt – wie bei Mammotion – intuitiver. Beim Roborock-Modell ist der Übergang zwischen Vorwärts- und unbeabsichtigter Rückwärtsfahrt auf dem Smartphone-Touchscreen bei sehr langsamen und engen Kurven zu schwammig. Praktisch ist hingegen die Korrekturmöglichkeit während des Anlernens der Karte: Ähnlich wie bei Segway hält der Nutzer den Radiergummi-Button gedrückt, woraufhin der Mäher den zuvor gefahrenen Weg zurückfährt und dabei die gespeicherte Begrenzungslinie für diese Strecke löscht.

Die App bietet viele Einstellmöglichkeiten und informiert auch über zukünftige Wartungsaufgaben.

Die App ist funktional breit aufgestellt. Derzeit lassen sich bis zu 15 Zonen anlegen, wobei Roborock die genaue Zahl nicht eindeutig kommuniziert. Passagen zwischen Flächen können manuell gesetzt werden; sind mehrere Verbindungen vorhanden, wählt der Mäher automatisch den kürzesten und effizientesten Weg zur nächsten Zone. No-Go-Zonen lassen sich ebenfalls anlegen – eine maximale Obergrenze nennt Roborock nicht, solange die Sperrfläche innerhalb der gemappten Fläche liegt. Diese muss jedoch mindestens vier Quadratmeter groß sein. Für Pools, Blumeninseln oder heikle Stellen ist dies brauchbar; für sehr kleine Sperrflächen müssen sich Nutzer auf die selbstständige Erkennung durch den Roboter verlassen.

Die Planungsfunktionen gehen über einfache Zeitpläne hinaus. Hier lassen sich Zonen, Mähzeiten, Mährichtung und Effizienz (und damit die Geschwindigkeit) anpassen. Die automatisch wechselnde Mährichtung ist in der Praxis wichtig, da sie Spurenbildung verhindert. Das Echtzeit-Dashboard dokumentiert Mähfortschritt, wichtige Meilensteine (wie Zwischenladen oder Unterbrechung durch Wildtierschutz zu bestimmten Nachtzeiten) und die voraussichtliche Fertigstellung. Eine Funktion zum Fortsetzen der Aufgabe nach Unterbrechungen wurde ebenfalls implementiert, ebenso wie Erinnerungen an Messerwechsel und Reinigung.

Roborock Rockmow Z120 Lidar: Allrad, aktive Lenkung und LiDAR

Im Smart-Home-Bereich unterstützt der Roborock Z120 LiDAR Alexa, Google Home und Apple Siri. Die Sprachsteuerung ist über den Menüpunkt Profile und Smart Control erreichbar und ermöglicht zumindest Grundfunktionen wie Start und Stopp des Mähens. Eine Integration in Systeme wie Home Assistant gibt es derzeit noch nicht. Die bislang verfügbare Roborock-Integration unterstützt derzeit nur Saugroboter. Sicherheit gegen Diebstahl bieten hingegen eine PIN-Sperre, Ortungsfunktionen, ein akustischer Alarm und ein Extrafach für GPS-Tracker von Drittherstellern (z. B. AirTag). In der App lässt sich der Mäher orten oder per Ton auffinden. Zusätzlich kann ein Diebstahlalarm mit virtueller Grenze eingerichtet werden, wobei die Entfernung, ab der ein Alarm ausgelöst wird, in der App festgelegt werden kann. Praktisch ist auch, dass ein neuer Nutzer den Mäher nicht einfach übernehmen kann: Erst wenn der bisherige Besitzer das Gerät aus seinem Konto entfernt oder Zugriff gewährt, ist eine neue Kopplung möglich. Diese Funktion ist branchenüblich und stellt ein Hindernis für eine unbefugte Weiternutzung durch Dritte dar.

Im Netz finden sich Hinweise darauf, dass Roborock zum Marktstart mit der Software noch nicht vollständig fertig war. Bereits in den ersten Wochen lieferte der Hersteller einige Funktionen nach und korrigierte Fehler. Positiv ist das erkennbare Engagement von Roborock, negativ ist, dass manche Kunden anfangs den Eindruck haben konnten, Betatester zu sein.

Zum Testzeitpunkt Ende April 2026 fehlen mehrere Funktionen weiterhin, obwohl sie auf der offiziellen Produktseite mit Hinweis auf ein kommendes OTA-Update versehen sind. Dazu gehören bestimmte Hinderniskategorien, eine automatische Kartierung, Mähmuster und Teile der Mehrzonenverwaltung. Dass Hindernisse zwar eingezeichnet und anklickbar sind, dann aber nur mit einem Piktogramm und textlicher Benennung dargestellt werden, wirkt unfertig – die Darstellung erweckt den Eindruck, dass eigentlich ein Foto zu sehen sein sollte, da Kameras vorhanden sind.

Insgesamt ist die App bereits jetzt mächtig, logisch aufgebaut und stabil, ohne jedoch an den Umfang des Klassenprimus Mammotion heranzureichen. Am meisten vermisst wird eine Möglichkeit, eine bestehende Zone nachträglich zu korrigieren. Zonen können nachträglich nur umbenannt, zusammengeführt oder geteilt werden. Wer beim ersten Anlernen zu nah an den Rand gefahren ist, kann die Zone nur löschen und neu anlegen – ein Verfahren, das eher dem Stand von 2024 als von 2026 entspricht.

Die App zeigt den Mähfortschritt und bietet auch zahlreiche Funktionen hinsichtlich Diebstahlschutz und Sicherheit.

Navigation und Hindernisvermeidung

Die Navigation ist das Herzstück des Rockmow Z120 Lidar. Roborock setzt auf eine Kombination aus 360-Grad-3D-Lidar, VSLAM und Kameratechnik. Auf der Produktseite sind von 200.000 erfassten Punkten pro Sekunde und einer Erkennungsreichweite von 70 m die Rede. Ein externes RTK-Modul oder eine RTK-Antenne sind daher für eine genaue Navigation nicht erforderlich. Gerade für Gärten mit schwierigem Satellitenempfang – etwa durch viele Bäume oder nahe hohe Gebäude – ist die Lidar-Variante konzeptionell die bessere Wahl.

Zum Paket gehört auch der Antrieb: Allradantrieb, ein patentiertes aktives Lenksystem und das Dynamic-Suspension-System. Damit soll der Roboter Steigungen bis 80 Prozent (38,7 Grad) sowie Hindernisse bis 8 cm überwinden können – das ist außergewöhnlich viel und wird nur von wenigen Modellen wie dem Mammotion Luba 3 AWD oder dem Lymow One Plus erreicht oder übertroffen. Für Hanggrundstücke, Mulden, Bereiche mit hervorstehenden Wurzelausläufern oder wellige Flächen bietet dies einen echten Mehrwert, sofern der Garten nicht zugleich zu weich und matschig ist. Mit montiertem Kantenschnitt-Modul PreciEdge sinkt die überfahrbare Höhe vertikaler Hindernisse von 8 auf 5 cm. Eine testweise in den Weg gelegte Dachlatte mit 3,7 cm überwand der Roboter problemlos.

Für enge Passagen nennt Roborock eine Mindestdurchfahrtsbreite von 80 cm für die AWD-Modelle. Angesichts der Chassisbreite von knapp 50 cm ist dies ordentlich, aber nicht rekordverdächtig schmal. In sehr kleinteiligen Gärten mit schmalen Durchgängen oder dicht stehenden Gartenmöbeln kann dies eine Einschränkung sein. Im Test schaffte der Roboter auch 70 cm, wenn auch nicht kontaktlos.

Die App unterstützt Mähpläne und informiert über den Verlauf bisheriger Einsätze. Mit zukünftigen Firmware-Updates will der Hersteller Verbesserungen implementieren.

Bei der Hindernisvermeidung spricht der Hersteller von einer Vision-Lidar-Fusion und unterscheidet zwischen statischen Hindernissen, Menschen und Tieren sowie überwindbaren Hindernissen. Einzelne Funktionen sind auf der offiziellen Seite mit Hinweis auf ein baldiges OTA-Update versehen. Die binokulare Kamera spielt eine wichtige Rolle bei der Umgebungserkennung, wobei Nebel, Regen und Nacht die Leistung der Kamera verringern. Mähen bei Nacht ist grundsätzlich möglich, wird aber aus Tierschutzgründen nicht empfohlen. In einigen Kommunen gibt es gar ein Nachtfahrverbot. Bei Zuwiderhandlung drohen etwa in Leipzig Bußen bis 50.000 Euro. Ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter wird bereits diskutiert.

Im Test erkannte der Z120 Lidar willkürlich platzierte Hindernisse wie Gießkannen oder das durch das PreciEdge-Modul ersetzte Seitenteil zuverlässig. Die Hinderniserkennung ist sogar etwas überengagiert: Der Mäher erkannte wiederholt angebliche Personen und pausierte den Mähvorgang, obwohl keine Personen in der Nähe waren.

Zu Beginn navigiert der Z120 Lidar souverän auf der Fläche, mit zunehmendem Mähfortschritt wird das Verhalten jedoch unstrukturierter. Dann lässt er gelegentlich eine Bahn oder Ecke des Grundstücks aus, die er später nachholt. Dies führt zu vielen zusätzlichen Fahrmetern. Am Rand ist das Fahrverhalten erratisch: Der Roboter dreht oft auf der Stelle, teils stückweise und wieder zurück – obwohl die vorhandene Lenkung auch sanfte Rundungen ermöglichen würde. Zudem tauchen an Sträuchern immer wieder neue Hindernisse auf der Karte auf, um kurz darauf teilweise zu verschwinden. Büsche und Sträucher stellen aktuell die größte Herausforderung für den Rockmow Z120 Lidar dar.

Roborock Rockmow Z120 Lidar: Die LiDAR-Kuppel wird durch Verstrebungen geschützt.

Verbindungsprobleme oder sonstige Einschränkungen gab es im Test nicht – obwohl die Ladestation direkt an einer Hauswand unter einem breiten Dachüberstand stand und rechts und links daneben andere Mähroboter positioniert waren. Festgefahren hat sich der Z120 Lidar nur einmal, als er versuchte, direkt an einer Wand eine Drehung auf der Stelle zu vollführen, und sich anschließend mit dem nach innen eingelenkten Vorderrad an der Wand hochschob. Gelegentlich meldete der Roboter, dass er festgefahren sei, stand dann aber nur am Rand einer sehr kleinen Mähfläche und fuhr nach entsprechendem Befehl per App problemlos weiter. In schwierigen Umgebungen navigierte er selbstständig aus engen Situationen. Der Rasen wurde bis auf die genannte Wandaktion zu keinem Zeitpunkt in Mitleidenschaft gezogen. Eine Einschränkung betrifft die Höhe von Gras auf oder am Rand der Rasenfläche – darauf wird im nächsten Kapitel eingegangen.

Mähleistung im Alltag

Der Rockmow Z120 Lidar arbeitet nach dem klassischen Mulchprinzip: Kleine Stückchen der Grashalme werden oben abgeschnitten, fallen auf den Boden und dienen als Dünger. Die elektrische Verstellung der Schnitthöhe per App ist grundsätzlich angenehm, wird aber vermutlich selten verändert. Das schwebende Mähdeck passt sich dynamisch an Geländeänderungen an und fördert so einen gleichmäßigen Schnitt auf unebenen Flächen. Der Z120 Lidar erzeugt eine gleichmäßige Fläche mit gutem Schnittbild, alternativ fährt er präzise Bahnen. Die Lautstärke ist angenehm – vielleicht nicht der leiseste Mäher, aber dennoch zurückhaltend. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 0,6 m/s. Auch die Piep- und Sprachausgaben sind auf einem erträglichen Niveau: im Nahbereich gut hörbar, aber nicht in Nachbargärten.

Für hohes Gras ist der Mäher – wie fast alle Mähroboter – nicht ausgelegt. Die maximal verarbeitbare Grashöhe wird mit 12 cm angegeben; höheres Gras soll vorab manuell gekürzt werden. Dies liegt nicht nur an der Leistungsfähigkeit des Schneidwerks, sondern auch an der Navigation: Als im Test ein kleines Teilstück mit einzelnen hohen Halmen abgefahren wurde, erkannte der Roboter diese wiederholt als Hindernisse und wich aus. Das dürfte auch der Grund sein, warum Gras vor der Ladestation 9 cm Höhe nicht überschreiten darf, um eine verlässliche Rückkehr zu gewährleisten.

Das aktive Lenksystem des Rockmow Z120 Lidar wirkt sich positiv aus. Ein gezielt lenkender Vorderwagen schont die Grasnarbe mehr als ein Mäher, der das gesamte Chassis nur über unterschiedliche Radgeschwindigkeiten an der Hinterachse wenden muss. Die aktive Lenkung wühlt selbst bei Nässe weichen Boden grundsätzlich weniger auf als anders aufgebaute Modelle. Einschränkend wirkt sich jedoch das hohe Eigengewicht von fast 22 kg aus, das dazu führt, dass der Roboter stärker in weichen Boden einsinkt. Entsprechende Erfahrungen müssen zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werden – zum Testzeitpunkt war das Wetter bereits so gut, dass Mähroboter problemlos fahren konnten.

Roborock Rockmow Z120 Lidar: Die aktive Lenkung soll den Rasen weniger belasten.

Das größte Problem des Roborock Z120 Lidar betrifft den Randschnitt. Dies betrifft nicht nur das fehlende PreciEdge-Modul im Lieferumfang. Nur mit diesem Modul soll eine Präzision von 3 cm zum Rand erreicht werden. Ohne das Modul bleibt ein Streifen von etwa 10 cm stehen, sofern der Roboter nicht – etwa am Rand einer Terrasse – halb auf Stein ausweichen kann. Im Test mähte der Z120 mit dem Modul gut bis an den Rand. Doch auch das Randschnitt-Modul hilft nicht immer: Sobald der Roboter höhere Hindernisse wie Büsche in der Nähe des Randes erkennt, hält er einen deutlichen Abstand von teils mehr als einer Mäherbreite. Dies betrifft sowohl Büsche, die in oder über die Mähfläche ragen, als auch wandartige Büsche entlang der Grenze. Die Einstellung der Hindernisvermeidung (empfindlich oder ausgeglichen) hat darauf keinen Einfluss; eine vollständige Deaktivierung ist nicht möglich. Der Mäher fährt folglich auch nicht unter Büsche – selbst dann nicht, wenn die Grenze zuvor entsprechend angelernt wurde. An festen Steinwänden tritt dieses Problem nicht auf, was darauf hindeutet, dass der Roboter grüne Grenzen im Frühling, wenn Blätter noch nicht voll ausgewachsen sind und Büsche zu viele Lücken für den Lidar-Sensor aufweisen, noch nicht sicher genug erkennen kann.

An anderer Stelle arbeitet der Z120 Lidar zuverlässiger: Er besitzt einen Regensensor und kehrt bei Regen zur Ladestation zurück. Die Regenpause beträgt standardmäßig 180 Minuten und kann in der App angepasst werden. Fahrten bei Regen sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da der Schnitt dann weniger gut ist und der Mäher stärker verschmutzt.

Roborock Rockmow Z120 Lidar: Die Hinterräder sind gefedert und sorgen dafür, dass der Mähroboter auch Unebenheiten, Vertiefungen und unwegsames Gelände problemlos meistert und in Kombination mit dem schwimmenden Mähdeck für ein gutes Schnittbild sorgt.

Akku

Der Rockmow Z120 LiDAR soll bis zu 2.000 Quadratmeter pro Tag schaffen. Roborock verbaut einen Lithium-Ionen-Akku mit 21,6 V und 6 Ah Nennkapazität; geladen wird mit bis zu 5 A. Für einen AWD-Mäher dieser Größe wirkt das zunächst nicht übermäßig stark. Der Roboter punktet jedoch mit kurzen Ladezeiten von etwa einer Stunde, um von etwa 15 Prozent wieder auf rund 85 Prozent zu kommen. Im Testgarten schaffte der Z120 LiDAR in etwas über zwei Stunden rund 190 Quadratmeter und fuhr dann mit etwa 15 Prozent Restakku zum Laden. Hochgerechnet wären das rund 1.500 Quadratmeter in 24 Stunden (und auch nur mit Nachtfahrten). Die Herstellerangabe von 2.000 Quadratmetern pro Tag dürfte auf weniger verwinkelten und weitgehend hindernisfreien Flächen eher erreichbar sein als im Testgarten.

Die Anleitung empfiehlt weiterhin einen Akkuwechsel alle zwei Jahre, was stutzig macht.

Preis & Garantie

Die unverbindliche Preisempfehlung für Deutschland liegt bei 2699 Euro. Niedrigere Preise gab es im freien Handel zum Testzeitpunkt nicht (Stand: 04/2026). Die Garantie beträgt drei Jahre für den Mäher und zwei Jahre für den Akku.

Fazit

Der Roborock Rockmow Z120 LiDAR ist ein interessanter und in vielen Punkten überzeugender Premium-Mähroboter. Die Kombination aus Allrad, aktivem Lenksystem, LiDAR, VSLAM und gefederter Plattform ist technisch beeindruckend und für komplexe Grundstücke sinnvoll. Gerade bei Hanggrundstücken, unebenem Untergrund, verwinkelten Zonen und schwierigen Signalbedingungen setzt sich das Gerät konzeptionell von den meisten Wettbewerbern ab. Hinzu kommt eine grundsätzlich starke App mit guter Kartenlogik, Zonenverwaltung, Sicherheitsfunktionen und Bedienbarkeit.

Dennoch ist der Rockmow Z120 LiDAR noch kein perfektes Gerät. Der Mäher ist groß und schwer, was sich bei schlechtem Wetter und weichem Boden negativ auf die Grasnarbe auswirken dürfte. Ändern lässt sich das nicht. Anders verhält es sich beim fehlenden Randschnitt-Modul und bei den noch nicht vollständigen App- und Software-Features. Roborock könnte die Mähzonen mit einem Update editierbar machen und das Fahrverhalten am Rand so anpassen, dass der Mäher auch dort mäht, wo er angelernt wurde – und nicht nur dort, wo feste Begrenzungsmauern oder keinerlei Hindernisse in der Nähe des Randes vorhanden sind. Dann wären – abgesehen vom Preis – die beiden Hauptnegativpunkte entkräftet. Zum jetzigen Zeitpunkt stört dies jedoch noch, sodass der Mäher hinter seinen Erwartungen und Fähigkeiten zurückbleibt.

Hinweis: Die vergebene Bewertung von 3,5 Sternen ist vorläufig und bezieht sich ausschließlich auf den getesteten Zustand. Eine Anpassung erfolgt, sofern Firmware-Updates die wesentlichen Kritikpunkte adressieren.

ZUSÄTZLICH GETESTET

Mammotion Luba AWD

Ecovacs Goat G1 800

Einhell Freelexo Cam 500

Worx Landroid Vision

Ecoflow Blade

Mammotion Luba Mini AWD 1500

Terramow V1000

Anthbot Genie 3000

Goatbot Unicut H1

Mammotion Yuka 1500 / 2000

Husqvarna Automower 410XE Nera Epos

Ecovacs Goat G1 2000

Ecovacs Goat GX-600

Dreame A1

Airseekers Tron

Mammotion Luba 2 AWD

Segway Navimow X350

Mammotion Luba Mini AWD Lidar

Ecovacs Goat A3000 Lidar

Segway Navimow H-Serie

Ecovacs Goat A1600 RTK

Ecovacs Goat G1

Roboup T1200 Pro

Hookii Neomow X

Lymow One

Kärcher RCX 6

Stiga A-Serie

Sunseeker X5 Gen2



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