Angreifer missbrauchen kompromittierte GitHub-Konten zunehmend, um manipulierte Abläufe in Softwareprojekte einzuschleusen. GitHub reagiert nun mit einer automatischen Schutzfunktion: Potenziell bösartige Actions-Workflows werden vor der Ausführung angehalten und müssen erst von einem berechtigten Mitarbeiter freigegeben werden.
GitHub wartet vor der Ausführung auf Freigabe
GitHub Actions dient dazu, wiederkehrende Schritte in der Softwareentwicklung zu automatisieren. Bei einer Änderung am Quellcode kann die Plattform beispielsweise ein Programm kompilieren, Tests ausführen oder eine neue Version veröffentlichen. Die dafür hinterlegten Workflows führen Befehle innerhalb der Infrastruktur von GitHub oder auf eigenen Systemen aus.
Das macht die Automatisierung auch für Angreifer interessant. Gelingt es ihnen, das Konto eines Entwicklers zu übernehmen, können sie einen manipulierten Workflow in ein Projekt einschleusen. Dieser könnte während des automatischen Builds unter anderem auf hinterlegte Zugangsdaten, Tokens oder andere Geheimnisse zugreifen und sie an einen externen Server übertragen.
GitHub will entsprechende Angriffe nun früher stoppen. Wird ein Workflow-Lauf als potenziell bösartig eingestuft, beginnt seine Ausführung zunächst nicht. Stattdessen muss ein Mitarbeiter mit Schreibzugriff auf das Repository den Ablauf überprüfen und ausdrücklich freigeben.
Die Bestätigung muss über eine angemeldete Websitzung erfolgen. Eine automatisierte Freigabe über einen weiteren Workflow oder eine kompromittierte Kommandozeilenumgebung soll dadurch erschwert werden. Nach der Bestätigung wird der angehaltene Ablauf normal fortgesetzt.
Schutz wird automatisch aktiviert
Repository-Betreiber müssen die neue Funktion nicht selbst einschalten. GitHub aktiviert sie automatisch für öffentliche Projekte auf GitHub.com. Welche Merkmale zur Einstufung eines Workflows als verdächtig führen, legt das Unternehmen allerdings nicht offen.
Vorerst gilt der Schutz ausschließlich für öffentliche Repositories auf der von GitHub betriebenen Plattform. GitHub Enterprise Server, die von Unternehmen in der eigenen Infrastruktur betrieben werden können, erhalten die Funktion zunächst nicht.
Fehlalarme lassen sich nicht vollständig ausschließen. Die zusätzliche Bestätigung kann im Einzelfall einen legitimen Build verzögern. Dafür verhindert sie, dass ein als verdächtig erkannter Workflow unmittelbar nach einer Kontoübernahme Zugriff auf die Build-Umgebung erhält.
Dependabot erkennt mehr Schadpakete
Parallel erweitert GitHub den Schutz vor manipulierten Softwareabhängigkeiten. Die GitHub Advisory Database übernimmt nun Malware-Warnungen aus dem OpenSSF-Projekt „malicious-packages“. Dadurch wächst die Abdeckung über das npm-Ökosystem hinaus und umfasst unter anderem zusätzliche Pakete aus dem Python-Verzeichnis PyPI.
Dependabot kann die in einem Projekt verwendeten Abhängigkeiten mit diesen Warnungen abgleichen. Erkennt das Werkzeug ein als schädlich bekanntes Paket, erhalten Entwickler einen entsprechenden Hinweis. Voraussetzung ist, dass die Malware-Warnungen in den Sicherheitseinstellungen des Repositorys oder der Organisation aktiviert wurden.
Bereits aktivierte Projekte profitieren automatisch von den zusätzlichen Daten. Neu veröffentlichte Hinweise aus der OpenSSF-Datenbank sollen fortlaufend in die GitHub Advisory Database übernommen werden.






