Der Segway Navimow X420 ist ein Allrad-Mähroboter, der dank lenkbarer Vorderräder besonders rasenschonend sein soll. Was er sonst noch kann, zeigt der Test.
Segways neuer Top-Mähroboter ist zwar riesig und schwer, soll aber dennoch besonders wendig sein und rasenschonend arbeiten – bestätigt durch die TÜV-Rheinland-Zertifizierung „Lawn Care“. Maßgeblich verantwortlich dafür dürften die lenkbaren Vorderräder sein, die bei Wendemanövern deutlich weniger Druck auf den Rasen ausüben – unterstützt von einem kräftigen Vier-Rad-Antrieb mit Antischlupfregelung. Wie sich der RTK-gesteuerte Mähroboter im Praxistest schlägt, zeigt unser ausführlicher Testbericht.
Bilder: Segway Navimow X420
Segway Navimow X420: Großer und schwerer Allrad-Mähroboter mit RTK- und Kamera-Navigation für Rasenflächen bis 2000 m², 42 cm Schnittbreite, lenkbare Vorderräder, aber ohne Kantenschnittoptimierung.
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Die offizielle Integration für Home Assistant bietet nur wenige Steuerungsmöglichkeiten und zeigt lediglich den Batteriestatus an. Deutlich leistungsfähiger ist die Community-Integration. Sie erlaubt fast alle in der App verfügbaren Konfigurationsoptionen und zeigt auch eine Karte mit Mähfortschritt unter Home Assistant an.
Die offizielle Integration für Home Assistant bietet nur wenige Steuerungsmöglichkeiten und zeigt lediglich den Batteriestatus an. Deutlich leistungsfähiger ist die Community-Integration. Sie erlaubt fast alle in der App verfügbaren Konfigurationsoptionen und zeigt auch eine Karte mit Mähfortschritt unter Home Assistant an.
Die offizielle Integration für Home Assistant bietet nur wenige Steuerungsmöglichkeiten und zeigt lediglich den Batteriestatus an. Deutlich leistungsfähiger ist die Community-Integration. Sie erlaubt fast alle in der App verfügbaren Konfigurationsoptionen und zeigt auch eine Karte mit Mähfortschritt unter Home Assistant an.
Design und Verarbeitung
Einen Mähroboter wie den Navimow X420 sieht man nicht alle Tage. Beim ersten Anblick des kantigen Designs denkt man eher an ein Raumschiff auf Rädern oder an ein Bobbycar zum Draufsetzen – so wuchtig wirkt die Erscheinung. Die Dimensionen werden vor allem im Vergleich zur Allrad-Konkurrenz und zu kompakten Modellen wie dem Anthbot M9 Pro richtig greifbar:
| Navimow X420 | 85 | 61 | 35 | 5.185 | 28,8 |
| Dreame A3 | 74 | 53 | 33 | 3.922 | 24,3 |
| Mammotion Luba 3 | 69 | 53 | 28 | 3.657 | 19,0 |
| Anthbot M9 Pro | 50 | 39 | 25 | 1.950 | 10,4 |
Mit 85 cm Länge übertrifft der Navimow den Dreame A3 um 11 cm und den Luba 3 sogar um 16 cm. Auch bei der Breite legt er mit 61 cm noch einmal 8 cm zu. Noch deutlicher fällt der Gewichtsunterschied aus: Mit fast 29 kg übertrifft er den Dreame A3 um knapp 5 kg und den Luba 3 um fast 10 kg. Besonders krass zeigt sich der Unterschied bei der Grundfläche: Der Navimow nimmt 32 % mehr Fläche ein als der Dreame A3 und 42 % mehr als der Luba 3. Gegenüber einem kompakten Mäher wie dem Anthbot M9 Pro ist seine Grundfläche fast 2,7-mal so groß – ein echter Brocken.
Das Gehäuse besteht aus mattem Kunststoff, der bei unserem Testgerät in Schwarz lackiert ist. Im Handel gibt es den X420 bis auf Ausnahmen jedoch nur in grauer Lackierung. Die Verarbeitung macht einen durchweg hochwertigen und stabilen Eindruck. Am hinteren Ende befindet sich ein integrierter Hebegriff, der es erlaubt, den knapp 29 kg schweren Koloss zu transportieren – sofern man über die nötige Kraft verfügt.
Auf der Oberseite sitzt ein Display mit Bedientasten, das nicht nur über den Ladestatus informiert, sondern auch die direkte Bedienung des Mähers ermöglicht. Ein darunter angebrachter LED-Streifen zeigt ebenfalls den Ladezustand an. Oberhalb befindet sich der Notausschalter und der Regensensor. Während das Gehäuse nach vorn abfällt, sitzt an der Spitze ein Aufsatz mit drei Kameras: Eine ist nach vorn ausgerichtet, die beiden weiteren jeweils seitlich nach hinten. An der Frontseite ist – ähnlich wie beim Luba 3 von Mammotion – ein Stoßfänger montiert.
Die Unterseite offenbart zwei Mähscheiben mit insgesamt 12 Messerklingen – im Lieferumfang sind direkt 36 Ersatzklingen enthalten. Das Mähdeck ist beweglich und passt sich so Bodenunebenheiten an. Die vorderen Räder sind lenkbar und verfügen über eine Einzelradaufhängung; die Hinterachse ist zwar starr, aber ebenfalls beweglich gelagert. Eine spezielle Scheibe für das Randmähen hat der X420 nicht – anders als der Dreame A3 fährt sein Mähdeck auch nicht seitlich aus, und eine Trimmereinheit wie beim Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro sucht man ebenfalls vergeblich. Positiv hervorzuheben ist die IP66-Zertifizierung: Der Navimow verträgt Regen und kann vorsichtig mit einem Wasserschlauch gereinigt werden.
Inbetriebnahme und App
Im Lieferumfang des Navimow X420 enthalten sind eine Ladestation mit 224-Watt-Netzteil sowie eine RTK-Antenne – letztere ist für die Inbetriebnahme zwar nicht zwingend erforderlich, aber dennoch Teil des Pakets. Eine Garage gehört nicht zum Standardumfang, kann aber optional für 269 Euro nachgekauft werden.
Dank integriertem Mobilfunkmodul kann der X420 Netzwerk-RTK nutzen und Positionsdaten über das Internet beziehen. Die Inbetriebnahme gestaltet sich dadurch sehr schnell – für unseren Test haben wir zusätzlich die beiliegende RTK-Antenne montiert. Der Netzwerk-RTK-Zugang bleibt laut Segway kostenlos. Der Datendienst Connect+ ist beim X420 im ersten Jahr inklusive und kostet danach 29,99 Euro jährlich.
Die Kopplung mit dem heimischen WLAN erfolgt über die Navimow-App, anschließend kann die Kartierung starten. In übersichtlichen Gärten mit klaren Grenzen steht eine automatische Variante zur Verfügung – in unserem verwinkelten Testgarten mit offenen Beetübergängen, mehreren Zonen und eingelassenen Trittplatten hat diese jedoch nicht funktioniert. Allerdings hat es bislang noch kein Mähroboter in unserem Garten geschafft, die Kartierung automatisch zufriedenstellend durchzuführen.
Die App selbst ist übersichtlich gestaltet und bietet Zugriff auf alle wesentlichen Funktionen – einen Livestream der Kameras sucht man allerdings vergeblich. Auf der Startseite lässt sich die Kartenansicht von „Standard“ auf „Tatsächliches Gelände“ umschalten, die den Rasen und die Umgebung anhand realer Kameradaten darstellt. Das erleichtert die nachträgliche Anpassung von Sperrzonen und insbesondere von Vision-Fence-Aus-Zonen, da man sich an tatsächlichen Gegebenheiten orientieren kann. Letztere sind beispielsweise für einen sauberen Randschnitt erforderlich, damit der Mäher auch unter Büsche fahren kann. In der Standardeinstellung meidet er solche Bereiche und lässt merklich Platz zwischen Pflanzenrand und Rasen – bei überhängenden Ästen können so größere Flächen ungemäht bleiben.
Navigation und Hindernisvermeidung
Während des mehrwöchigen Tests arbeitete die Navigation des X420 – bestehend aus RTK- und Kamerasystem – größtenteils zuverlässig. Allerdings kam es vor, dass der Mähroboter über die kartierten Grenzen hinausfuhr. Das ist normalerweise unproblematisch, es sei denn, der angrenzende Bereich liegt tiefer. Bei Höhenunterschieden unter 7 cm meistert der X420 diese Hürde problemlos und findet eigenständig zurück auf die Rasenfläche. Bei größeren Absätzen kann er sich jedoch festfahren – in diesem Fall muss nachkartiert werden, was allerdings zulasten des Randschnitts geht.
Auch in den Rasen eingelassene Trittplatten – etwa unter einem fest installierten Wäscheständer – bringen den X420 aus dem Takt: Er weicht von der vorgegebenen Mährichtung ab und fährt verwirrt hin und her. Für solche Bereiche empfiehlt sich die Einrichtung einer Vision-Fence-Aus-Zone.
An unserem nur rund 70 cm breiten Verbindungsstück zwischen zwei Rasenzonen scheiterte der X420 – für diese Passage ist er schlicht zu breit.
Die Hinderniserkennung überzeugte im Test durchgängig: Größere Objekte wie Hunde, aber auch kleine Bälle und ein auf dem Boden liegender Gartenschlauch wurden zuverlässig erkannt.
Mähleistung im Alltag
Die Flächenleistung zählt zu den großen Stärken des Navimow X420. Mit einer Schnittbreite von 43 cm gehört er zu den schnellsten Mährobotern am Markt. Im Test bewältigte er ein 240 m² großes Flachstück in 66 Minuten.
Auf offener Fläche arbeitet er sich in nahezu perfekt parallelen Bahnen vor und hinterlässt ein makelloses Schnittbild. Die gleichmäßigen Streifen sorgen für ein gepflegtes, ordentliches Erscheinungsbild. Dank der lenkbaren Vorderräder bleibt der Rasen selbst bei Wendemanövern unbeschädigt – im Vergleich zu Modellen wie dem Dreame A3 oder der Mammotion Luba 3, die mit omnidirektionalen Rädern und Mehrpunktdrehungen arbeiten, erweist sich der X420 hier als deutlich rasenschonender.
Der Randschnitt gehört nicht zu den Stärken des X420. In der Standardkonfiguration lässt er teils viel Rasen stehen – Äste, die in den Rasen ragen, umfährt er großzügig. Mit Vision-Fence-Aus-Zonen lässt sich das zumindest beheben. An festen Kanten bleibt bauartbedingt mehr Rasen stehen als bei der Konkurrenz. Modelle wie der Dreame A3 mit seitlich ausfahrendem Mähdeck, der Sunseeker X5 Gen2 mit zusätzlicher Messerscheibe oder der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro mit integrierter Trimmeinheit schneiden hier besser ab.
Smart-Home-Anbindung
Der Navimow X420 lässt sich per Sprachbefehl über Amazon Alexa und Google Assistant bedienen und bietet darüber hinaus offizielle Anbindungen an Smart Home by Hornbach sowie an Home Assistant – allerdings fallen die Steuerungsmöglichkeiten in allen Fällen recht überschaubar aus.
Deutlich mehr Funktionsumfang bietet dagegen eine inoffizielle Community-Integration. Sie bietet fast alle Funktionen, die die App auch bietet, und bindet zudem Karten ein, die den Mähfortschritt direkt in Home Assistant visualisieren.
Akku
Der Navimow X420 kommt mit einem 216 Wh-Akku (21,6 V, 10 Ah), der im Test auf einem flachen Terrain eine Betriebszeit von 2,5 Stunden ermöglicht und dabei die Herstellerangabe von 1,5 Stunden erheblich übertrifft. Umgekehrt verhält es sich zunächst bei der Ladezeit: Während Navimow für das Laden nur 75 Minuten angibt, hat es im Test an einem heißen Sommertag gut drei Stunden gedauert, bis der Akku von 15 % bis 100 % geladen war. Am weniger heißen Folgetag dauerte das Laden des Akkus, dessen Ladelimit wir über die App von 15 % auf 5 % gesetzt haben, knapp zwei Stunden. Auch das liegt deutlich höher als der vom Hersteller angegebene Wert.
Wer den Akku schonen möchte, stellt über die App oder die Community-Lösung das untere Limit auf 20 % und das obere auf 80 %. Wer die Ladelimits auf 5 % und 100 % setzt, kann die Betriebszeit auf einem flachen Terrain noch einmal etwa 11 Minuten steigern, sodass man insgesamt auf 2:42 h kommt.
Preis
Die X4-Serie von Segway umfasst hierzulande zwei Modelle: Der Navimow X420 mit 216-Wh-Akku für 2000 m² kostet regulär 2500 Euro. Aktuell ist er für 2265 Euro im Angebot. Der Navimow X450 mit 324-Wh-Akku für 5000 m² kostet 3200 Euro. Im Handel findet sich außerdem noch das Modell X430 mit 276-Wh-Akku für 3000 m².
Fazit
Mit der Navimow X4-Serie liefert Segway leistungsstarke Mähroboter, die dank Vierradantrieb Steigungen von bis zu 40° bewältigen und dank lenkbarer Vorderräder auch bei Wendemanövern rasenschonend arbeiten – trotz eines Eigengewichts von 28 kg. Die Schnittbreite von 43 cm sorgt für hohe Flächenleistung: Im Test erreichte der Navimow X420 einen Stundenwert von 218 m² und setzt sich damit an die Spitze aller von uns bisher getesteten Mähroboter.
Das Schnittbild ist makellos, der Randschnitt hingegen verbesserungswürdig. Auf ebenen Übergängen – etwa zu einer Terrasse – hinterlässt der X420 ein sauberes Bild. An festen Begrenzungen bleibt jedoch deutlich mehr Rasen stehen als etwa beim Dreame A3, dessen fahrbares Mähdeck nur wenige Zentimeter ungemäht lässt. Um auch unter Büsche zu fahren, müssen entsprechende Bereiche manuell als Vision-Fence-Aus-Zone konfiguriert werden – ein Umweg, den eine einfache App-Option zur temporären Deaktivierung der Hinderniserkennung eleganter lösen könnte. Die Hinderniserkennung selbst arbeitet einwandfrei und erkannte im Test selbst kleinste Objekte zuverlässig.
Insgesamt empfiehlt sich die Navimow X4-Serie vor allem für große Rasenflächen mit starkem Gefälle und wenigen Engstellen unter 1 m Breite.




