Dank Wechselakku verdoppelt sich die Einsatzzeit des Rugone Xever 8 unterwegs. Das Outdoor-Handy kommt zudem mit Ladestation und Nachtsicht.
Rugged-Phones müssen einiges aushalten können, damit sie in der Wildnis nicht bei der kleinsten Erschütterung den Geist aufgeben. Umso verwunderlicher ist es, dass das Rugone Xever 8 mit einem Wechselakku ausgestattet ist. Trotz alledem ist das Smartphone rundum für den Outdoor-Einsatz zertifiziert. Wir haben das Rugged-Phone getestet.
Design
Mit 320 g und Maßen von 168 × 80 × 14 mm kommt das Rugone Xever 8 recht wuchtig daher, aber vergleichsweise flach für ein Outdoor-Handy. Unser Testgerät kommt in Sandfarben und Camouflage-Muster daher, alternativ gibt es das Rugged-Phone auch in Schwarz. Das Gros des Metallrahmens ist mit einer Gummierung überzogen, während die Bedienelemente an den Seiten in glänzendem Aluminium hervorblitzen. Das verleiht dem Smartphone eine hochwertigere Anmutung, die ihm sonst durch den Gummirand geraubt würde.
Auf der rechten Seite des Rugged-Phones befinden sich Lautstärketasten, Power-Button mit integriertem Fingerabdruckscanner sowie ein Shortcut-Key, den man in den Einstellungen frei belegen kann. Ab Werk ist er mit dem Öffnen der Kamera-App belegt, wenn man die Taste länger gedrückt hält. Auf der linken Seite befindet sich der zweite Shortcut-Key, welcher durch längeres Drücken der Taste die Walkie-Talkie-App Zello startet, die man aber zuvor aus dem Play-Store herunterladen muss. Auch den linken Shortcut-Key kann man, wenn gewünscht, mit anderen Aktionen belegen.
Rugone Xever 8 – Bilder
Die Backplate, hinter der der Akku sitzt, kann man abnehmen und gegen welche mit anderen Designs austauschen. Im Lieferumfang ist eine Platte mit schwarz-grauem Camouflage-Muster enthalten. Über ein mitgeliefertes Hebelplättchen löst man die Platte. Das gelingt nicht immer ganz einfach und teilweise hatten wir bedenken, dass die Platte beim Versuch, sie vom Smartphone zu lösen, abbrechen könnte.
Neben dem USB-C-Port unten am Xever 8 sitzen zwei Pins, mit denen das Smartphone auch über Ladestation geladen werden kann. Oben am Smartphone befinden sich die dedizierte Taschenlampe, ein 3,5-mm-Headphone-Jack sowie ein IR-Blaster, mit dem man das Smartphone auch als Fernbedienung nutzen kann. Die Hauptkamera sitzt zusammen mit den Lautsprechern in einem angehobenen Rahmen aus Metall, wodurch das Handy nicht ebenerdig auf dem Tisch liegt. Die Frontkamera ist hingegen ins Display eingelassen.
Neben dem Militärstandard MIL-STD-810H ist es auch mit IP68 und IP69K zertifiziert. Damit ist es gegen Erschütterungen, Stürze, Wasser, Staub und starke Temperaturunterschiede gewappnet. Man kann mit dem Xever 8 so bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von 2 m tauchen. Auch Hochdruckstrahlen von bis zu 80 °C machen dem Rugged-Phone nichts aus. Hat man es in der Hand, wirkt das Xever 8 unkaputtbar. Wir werfen es quer durch unsere Büros und heben es unversehrt wieder auf.
Display
Das LC-Display misst 6,5 Zoll und löst mit 2400 × 1080 Pixeln auf (Full-HD+). Es unterstützt eine maximale Bildwiederholrate von 120 Hz, auch 90 Hz und 60 Hz sind möglich. Standardmäßig ist der Smart-Modus eingestellt, bei dem das Handy die Bildwiederholrate selbstständig der Situation entsprechend anpasst. Die Screen-to-Body-Ratio liegt bei 75 Prozent. Geschützt wird das Display von Corning Gorilla Glass 3.
Wir messen eine maximale Helligkeit von knapp über 600 Nits, damit kann man das Xever 8 problemlos drinnen und auch draußen bei indirekter Sonneneinstrahlung verwenden. Mit einer Pixeldichte von 402 PPI bildet das Display zudem Inhalte wie Texte und Icons scharf ab und liefert zusätzlich recht kräftige Farben.
Kamera
Die Hauptkamera des Rugone Xever 8 ist eine Sony IMX682 und arbeitet mit 64 Megapixeln (f/1.89; FOV 81,6°), allerdings ohne optische Bildstabilisierung (OIS). Die Infrarot-Nachtsichtkamera schießt Bilder hingegen mit 20 Megapixel (Sony IMX350) während die Selfiekamera mit 32 Megapixel (f/2.45) auslöst (Samsung GC32E1).
Bei Tageslicht und starkem Sonnenschein liefert die Hauptkamera Bilder mit kräftigen Farben, einem recht guten Dynamikumfang und vielen Details. Unterstützt werden zweifacher und vierfacher digitaler Zoom. Bilder mit zweifachem Zoom sind noch zu gebrauchen, bei vierfachem Zoom wird es schon recht pixelig. Nachts geht bei wenig Licht viel an Schärfe verloren, bei Straßenbeleuchtung reduziert sich das Bildrauschen.
Die 32-Megapixel-Frontkamera produziert passable Bilder für Selfies und ist mehr als gerüstet für das Abfotografieren von Dokumenten und Videocalls. Je nach Lichtverhältnissen wirken die Bilder aber etwas blass.
Die Infrarot-Nachtsichtkamera macht indes einwandfreie Bilder in völliger Dunkelheit, vorausgesetzt man bringt Geduld und eine ruhige Hand mit, um dem Autofokus die nötige Zeit zu geben, die Linse scharfzustellen.
Videos nimmt die Kamera maximal in 2K auf, was dem Mediatek Helio G200 geschuldet ist. Die Kamera selbst wäre zu 4K in der Lage. Die Aufnahmen, wenn in Bewegung, wirken aufgrund fehlender Bildstabilisierung ziemlich ruckelig.
Rugone Xever 8 – Originalaufnahmen
Ausstattung
Beim SoC des Rugone Xever 8 handelt es sich um den schwachbrüstigen Mediatek Helio G200. Die CPU des Chips ist mit acht Kernen ausgestattet, von denen zwei bei maximal 2,2 und sechs bei maximal 2,0 GHz takten. Beim PCMark Work 3.1 Benchmark erzielt das Rugone Xever 8 gerade einmal 9500 Punkte. Das reicht für alltägliche Aufgaben wie im Internet zu browsen, für (Video-)Chats oder Serien streamen, für viel mehr aber auch nicht.
Das zeigt auch der auf Grafik fokussierte Benchmark 3DMark Wildlife Extreme. Hier kommt das Rugged-Phone gerade einmal auf 410 Punkte bei durchschnittlichen FPS von 2,46. An das Zocken anspruchsvoller Games braucht man hier gar nicht erst zu denken.
8 GB LPDDR4X RAM sind im Xever 8 verbaut, mit weiteren 8, die man per Festplattenspeicher hinzuschalten kann. Dieser beträgt entweder 128 GB im günstigeren oder 256 GB im teureren Modell (jeweils nach UFS 2.2). Unser Testgerät kommt mit 256 GB. Per microSD-Slot lässt sich der Speicher um zusätzlich maximal 2 TB erweitern. Zwei Nano-SIMs finden neben der microSD Platz und auch eSIM unterstützt das Rugged-Phone.
Bei den Schnittstellen sieht es mit Wi-Fi 5 und Bluetooth 5.2 nicht sonderlich modern aus. Im mobilen Netz surft und telefoniert man maximal mit 4G. Immerhin bezahlen per NFC ist möglich. Für die Ortung stehen GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS zur Verfügung. Die Genauigkeit beträgt laut GPS-Test nur 9 m – das ist nicht so gut.
Software
Das Rugone Xever 8 läuft unter Android 16 mit der Bedienoberfläche Rugone OS, die nahe an Stock Android ist. Einen App-Drawer gibt es. Man muss ihn allerdings einschalten, denn standardmäßig ist er deaktiviert, genauso wie die Bildschirmrotation. Rugone verspricht Software-Upgrades bis einschließlich Android 19 sowie regelmäßige Sicherheitsupdates. Das letzte Sicherheitsupdate stammt allerdings von April 2026 und ist damit ordentlich veraltet.
Zusätzlich zu den Apps der Google Suite finden sich auch diverse Bloatware-Apps, die sich allerdings nicht löschen lassen. Darunter Children Space, AI Pet, AI Text Assistant und AI Call Summary. Dank Widevine-L1-Zertifikat streamt man Serien bei Netflix und anderen Streaming-Diensten in Full-HD.
Akku
Das Besondere am Rugone Xever 8 ist der wechselbare 4400-mAh-Akku. Ein zweiter Akku liegt dem Smartphone bei und wird parallel per Ladestation aufgeladen. Im Battery Test von PCMark erreicht der Akku rund 14 h. Für ein Outdoor-Handy ist das eher wenig, für ein normales Smartphone aber ein guter Wert. Somit kommt man mit einem der beiden Akkus problemlos durch den Tag – bei Bedarf ist der Akku schnell getauscht.
Das Smartphone lädt man entweder per ebenfalls mitgeliefertem Netzteil mit 18 W oder platziert es auf der Ladestation (18 W). Die Ladegeschwindigkeit ist allerdings nicht sonderlich schnell. Da man aber immer theoretisch einen der Akkus immer lädt, wenn der andere gerade im Einsatz ist, sollte das im Alltag kein großes Problem darstellen. Das Xever 8 unterstützt zudem Reverse-Charging mit 10 W, womit man andere Geräte aufladen kann.
Preis
Die UVP des Rugone Xever 8 mit 256 GB Speicher liegt bei 530 Euro. Aktuell gibt es das Modell in Schwarz mit 256 GB schon für 399 Euro. Die Version mit 128 GB Speicher gibt es momentan für 379 Euro. Generell würden wir aber immer zu mindestens 256 GB Speicher raten, da 128 GB einfach heutzutage sehr knapp bemessen sind.
Fazit
Das größte Novum, welches das Rugone Xever 8 mitbringt, ist der austauschbare 4400-mAh-Akku, der das Rugged-Phone so deutlich flexibler macht. Erstaunlich ist, dass es trotz alledem weiterhin rundum gegen Staub, Wasser, Stürze und Co. geschützt ist. Die Frontkamera liefert brauchbare Ergebnisse und die Infrarot-Nachtsichtkamera überzeugt bei völliger Dunkelheit mit gut ausgeleuchteten Bildern.
Der schwache Mediatek Helio G200 schränkt das Potenzial des ansonsten für die Wildnis super ausgestatteten Rugged-Phones ein und sorgt zudem dafür, dass man maximal im 4G-Netz telefoniert. Wer damit kein Problem hat, bekommt mit dem Rugone Xever 8 ein robustes Smartphone für den Outdoor-Einsatz.





