Günstig und gut? Das Oppo Pad 5 bietet als Mittelklasse-Gerät ein scharfes Display mit kräftigen Farben.
Für den europäischen Markt bringt Oppo das Pad 5 in einer abgespeckten Variante auf den Markt: Hierzulande muss das Tablet mit einem schwächeren Prozessor, einer niedrigeren Displayauflösung und einem kleineren Akku auskommen. Als preiswertes Gerät für Streaming und Unterhaltung auf der Couch kann es dennoch überzeugen – vor allem mit seinem Display. Wie stimmig das Gesamtpaket ist, klären wir im Test.
Design
Das Oppo Pad 5 misst 266 × 192,8 × 6,8 mm und bringt etwa 597 g auf die Waage. Es ist in einem dunklen Grau-Blau erhältlich, das Oppo Starlight Black nennt. Auf der Rückseite prangt mittig der Oppo-Schriftzug, oben rechts sitzt die Kameralinse. Die Lautstärketasten befinden sich oben links am Rahmen, daneben der Power-Button. Die Frontkamera ist im Display-Rahmen untergebracht – wie bei Tablets üblich.
An Anschlüssen steht ein USB-C-Port zur Verfügung. Hat man die 5G-Variante des Tablets, liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Ports das Fach für die SIM-Karte und den microSD-Slot. Die Verarbeitung des Oppo Pad 5 ist hervorragend. Das Aluminiumgehäuse wirkt robust und verwindungssteif.
Display
Ein OLED-Display sucht man beim Oppo Pad 5 vergebens, stattdessen kommt ein 12,1-Zoll-LCD mit 7:5-Seitenverhältnis zum Einsatz. Dieses bietet eine Helligkeit von rund 550 cd/m² im manuellen Modus und knapp 800 cd/m² bei automatischer Helligkeitsanpassung. Damit eignet es sich auch für den Einsatz im Freien – wenn auch nicht in direkter Sonne. Die Screen-to-Body-Ratio beträgt üppige 88,5 Prozent. Gerade beim Streamen von Serien oder Filmen überzeugt das Display mit kräftigen Farben und einer flüssigen Bilddarstellung.
Die Auflösung des Displays liegt bei 2800 × 1980 Pixeln (284 PPI), das Bild wirkt dadurch schön scharf. Es unterstützt eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz. Alternativ lassen sich auch 30, 60 oder 90 Hz fix einstellen, wenn man den Akkuverbrauch reduzieren möchte.
Kamera
Sowohl die Front- als auch die Hauptkamera bieten 8 Megapixel (f/2.0). Die dadurch entstehenden Bilder wirken relativ blass und detailarm. Um Dokumente abzufotografieren, reicht das vollkommen, zu viel mehr ist die Kamera aber nicht zu gebrauchen.
Videoaufnahmen sind in 720p mit 30 FPS oder 1080p mit 30 FPS möglich. Als Webcam für Videocalls kann man die Kamera so verwenden, für den nächsten Vlog sollte man aber zu etwas mit besserer Ausstattung greifen.
Ausstattung
Die Leistung im Oppo Pad 5 erbringt ein Mediatek Dimensity 7300 Ultra mit acht Kernen. Der Prozessor kommt zwar mit den meisten alltäglichen Aufgaben klar, fürs Zocken ist er allerdings etwas schwachbrüstig – zumindest wenn man mehr als einfache Wimmelbild- oder Match-3-Spiele spielen möchte. Das spiegelt sich auch im 3DMark-Benchmark Wildlife Extreme wider. Hier erzielt das Oppo Pad 5 gerade einmal rund 870 Punkte.
Alltägliche Aufgaben meistert es deutlich besser. Beim Performance-Test von PCMark Work 3.1 erreicht es aber nur knapp 10.500 Punkte. Das ist angesichts der CPU erstaunlich niedrig, Smartphones mit dem Prozessor erreichten in unseren Tests Werte über 12.000 Punkte. Für den halbwegs reibungslosen Einsatz im Alltag reicht es aber aus.
In Bezug auf Speicher muss man mit fest verbauten 128 GB (UFS 3.1) vorliebnehmen. Immerhin lässt sich der Speicher der 5G-Variante via microSD auf bis zu 2 TB erweitern. 8 GB an LPDDR5X-Arbeitsspeicher stehen dem Oppo Pad 5 zur Verfügung.
An Schnittstellen bietet das Tablet Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4 sowie optional auch 5G. Es ist damit nicht auf dem aktuellsten Stand, für diese Preisklasse aber dennoch ausreichend gut ausgestattet. Einen Fingerabdrucksensor hat das Tablet nicht, die 2D-Gesichtserkennung via Kamera wird jedoch unterstützt. Für die Ortung dienen Glonass, GPS, Galileo und QZSS.
Die vier Lautsprecher des Pad 5 machen einen passablen Job, reißen einen aber nicht vom Hocker. Zum Serien streamen im Bett ist die Soundqualität aber in Ordnung. Apropos Streamen: Die vorhandene Widevine-L1-Zertifizierung schafft die Voraussetzung für Streaming in hoher Auflösung, etwa bei Netflix.
Software
Das Pad 5 läuft mit Android 16 und Oppos Oberfläche Color OS 16. Dazu gehört Oppo AI mit praktischen KI-Funktionen zum Schreiben, Übersetzen und Zeichnen. Abseits der Google-Apps hält sich die vorinstallierte Software erfreulich zurück – zusätzlich finden sich lediglich AI Studio und WPS Office auf dem Gerät.
Ein konkretes Versprechen für große Android-Versionssprünge gibt Oppo für das Pad 5 nicht ab. Bei den Android-Versionen erwarten wir etwa zwei Sprünge, voraussichtlich bis Android 18. Immerhin sichert der Hersteller Sicherheitsupdates für sechs Jahre zu, also verbindlich bis August 2032.
Zum Testzeitpunkt ist der Patch vom April 2026 aufgespielt – damit ist das Gerät nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand. Wir rechnen mit einem maximal quartalsweisen Update-Rhythmus, wobei die Praxis bei vielen Herstellern erfahrungsgemäß unregelmäßiger ausfällt.
Akku
Im Inneren des Oppo Pad 5 steckt ein 10.050-mAh-Akku, der dem Tablet eine ansehnliche Betriebszeit beschert. Beim Battery Test von PCMark erreicht das Pad 5 etwa knapp 12 Stunden. Beim reinen Youtube-Streaming kommen wir auf etwa 14 Stunden. Damit hat es genügend Stromreserven, um einen problemlos durch den Tag zu begleiten. Geladen wird mit bis zu 33 W. Vollgeladen ist der Akku in etwas mehr als zwei Stunden.
Preis
Das Oppo Pad 5 gibt es in zwei verschiedenen Varianten, der Wi-Fi und der 5G-Version. Die Wi-Fi-Version kostet aktuell 379 Euro, die 5G-Variante 439 Euro. Was Arbeitsspeicher und Prozessor anbelangt, unterscheiden sich die beiden Modelle nicht. Über den SIM-Kartenslot lässt sich bei der 5G-Version allerdings noch zusätzlich eine microSD einsetzen, um so den Speicher auf bis zu 2 TB zu erhöhen.
Fazit
Wer ein günstiges Tablet für gelegentliches Surfen und Streamen sucht, wird beim Oppo Pad 5 fündig. Das Display macht dabei die meiste Freude: Es ist nicht nur hell genug, sondern liefert auch kräftige, satte Farben. Praktisch: Die 5G-Version lässt sich mit bis zu 2 TB Speicher bestücken. Alle anderen müssen mit 128 GB vorliebnehmen.
Der Akku hält lange durch, selbst bei stundenlangem Streaming. Der Flaschenhals ist die Performance: Die ist schlicht mäßig. Wer auf brandaktuelle Technik verzichten kann und abends einfach auf der Couch surfen oder im Bett Serien schauen will, macht mit dem Oppo Pad 5 wenig falsch.





