Der KI-Musikgenerator Suno steht in der Kritik. Das Startup soll unrechtmäßig auf urheberrechtlich geschütztem Material trainiert haben. Zudem konkurrieren die generierten Songs mit menschlicher Musik. Beides setzt Suno unter Handlungsdruck.
Ein deutsches Gericht hat kürzlich entschieden, dass Suno beim Training urheberrechtlich geschützte Songs verwendet hat und sie bei entsprechendem Prompting auch wiedergeben kann. Daher sei auch das in den USA geltende Fair-Use-Prinzip auf Suno nicht anwendbar.
Zuvor hatte ausgerechnet eine Suno-Investorin eingeräumt, dass mit Suno generierte Songs in direkter Konkurrenz zu von menschlichen Künstlern gemachter Musik stehen. Bei der Fair-Use-Bewertung, die auf eine transformative Nutzung von Daten abzielt, hat dieser Faktor großes Gewicht.
Suno will Originalität statt Imitation fördern
Nun hat Suno-Mitgründer und CEO Mikey Shulman in einem Blogpost vier Prinzipien vorgestellt, die das Unternehmen künftig leiten sollen, und neue Maßnahmen angekündigt. Laut Suno verfolgt das Unternehmen eine Trainingsstrategie namens “Original Creation, By Design”, die das Risiko unautorisierter Reproduktionen reduzieren soll. Konkret habe man bewusst darauf verzichtet, Künstlernamen in den Trainingsmetadaten zu verwenden.
Suno habe zudem nie Prompts für bestimmte Künstler oder urheberrechtlich geschützte Songs erlaubt. Zusätzlich arbeite man mit Audible Magic, Musixmatch und anderen Drittanbietern zusammen, um hochgeladene Audiodateien und Texte auf potenzielle unautorisierte Nutzung zu prüfen.
Neue Download-Regeln sollen Massenverteilung eindämmen
Suno räumt ein, dass generative Technologie nicht dazu missbraucht werden sollte, massenhaft Inhalte zu exportieren. Die meiste auf Suno erstellte Musik sei zwar persönlicher Natur. Dennoch kündigt das Unternehmen eine neue Download-Policy an, die die Möglichkeit einschränken soll, Songs massenhaft auf Streaming-Plattformen zu verteilen.
Laut Suno sollen die meisten Nutzer davon nicht betroffen sein, großangelegter Missbrauch werde aber deutlich erschwert. Bereits im vergangenen Jahr habe man einen solchen Schritt angekündigt. Im März wurde ein Mann verurteilt, der sich durch den Upload hunderttausender KI-Songs Tantiemen in Höhe von acht Millionen Dollar erschlichen hatte.
Die Firma will zudem Transparenz-Tools einführen, die sich an aufkommenden Industriestandards orientieren. Songs, die auf Suno generiert werden, sollen damit auf anderen Plattformen als KI-generiert identifizierbar sein.
Parallel dazu hat Suno seine Community-Richtlinien laut eigenen Angaben eindeutiger formuliert. Von Anfang an seien Versuche verboten gewesen, existierende Songs nachzubilden, Material ohne Rechte hochzuladen oder die Stimme oder das Erscheinungsbild einer Person ohne Erlaubnis zu verwenden. Ebenso untersagt seien Spam, Fake-Engagement, Bot-Einsatz und als authentisch präsentierte, täuschende Audio-Inhalte.
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