Mobiles Kühlen | Split-Klimaanlagen fürs Camping


Ein Sommerabend auf dem Campingplatz, aber im Wohnwagen steht die Hitze wie in einer Sauna. Split-Klimaanlagen fürs Camping versprechen genau hier Abhilfe. Sie sind leiser und sparsamer als die klassischen Monoblock-Geräte mit Abluftschlauch. Wir zeigen dir, wie die Technik funktioniert und welche Modelle sich für Wohnwagen, Wohnmobile und Camper eignen.

Wie eine Split-Klimaanlage im Camper funktioniert

Eine Split-Klimaanlage besteht aus zwei Teilen: einem Innengerät, das die kühle Luft in den Wohnraum bläst, und einem Außengerät, das den lauten Kompressor und die Abwärme enthält. Beide Einheiten hängst du meist mithilfe einer verstellbaren Halterung ins Fenster, verbunden über einen dünnen Flachschlauch. Das Fenster lässt sich danach trotzdem noch schließen. Weil der Kompressor draußen sitzt, bleibt es im Innenraum deutlich leiser als bei einem Monoblock, bei dem die gesamte Technik im Wohnwagen steht und die Abwärme über einen dicken Schlauch nach draußen muss. Dieser Schlauch wird selbst warm und heizt einen Teil der Kühlleistung wieder zurück in den Raum, ein Nachteil, den Split-Geräte nicht haben.

Split Klimaanlagen fürs CampingSplit Klimaanlagen fürs Camping

Bild: Eurom

Die meisten mobilen Split-Klimaanlagen für Camper arbeiten mit dem Kältemittel R290, also Propan. Es ist umweltfreundlicher als ältere Kältemittel und macht die Geräte effizienter, allerdings auch brennbar. Das ist unproblematisch, weil der Kältekreislauf werkseitig geschlossen ist und du nicht selbst daran arbeiten musst. Anders sieht das bei fest eingebauten Split-Klimaanlagen aus, wie sie in Häusern verbaut werden: Dort braucht es zwingend einen Fachbetrieb, weil Kältemittelleitungen erst vor Ort verlegt und befüllt werden.

Kompakte Split-Klimaanlagen für Wohnwagen und Kastenwagen

Für kleinere Wohnwagen und Camper reichen größtenteils Geräte mit rund 3.000 bis 5.000 BTU Kühlleistung. Die MEDION P502 gehört hier zu den bekanntesten Modellen. Sie liefert 5.000 BTU, kostet rund 550 bis 580 €, wiegt etwa 22 kg und lässt sich per App oder Sprachbefehl über Alexa und Google Home steuern. In einem unabhängigen Praxistest zog die P502 bei 21 Grad Innentemperatur nur rund 21 Watt, ein ungewöhnlich niedriger Wert für eine Klimaanlage. Der Einbau ins Seitenfenster dauert nur wenige Minuten, das zusammengelegte Schlauchpaket passt in die Heckgarage.

Eine Alternative aus derselben Leistungsklasse ist der Eurom AC2401, mit 2.400 BTU speziell für kompakte Wohnwagen bis etwa 16 Kubikmeter ausgelegt und mit eingebautem Timer. Wer mehr Kühlleistung braucht, findet bei Herstellern wie Berger, Mestic oder Qlima weitere Split-Modelle in der 5.000-BTU-Klasse mit vergleichbarem Funktionsumfang. Alle diese Geräte eignen sich vor allem dafür, ein Fahrzeug über Nacht angenehm kühl zu halten, weniger für sehr große Wohnmobile.

Midea PortaSplit | Starke Alternative für große Camper & Vorzelte

Wer mehr Kühlleistung braucht oder auch mal ein größeres Vorzelt mitversorgen will, findet bei der Midea PortaSplit ein deutlich stärkeres Gerät. Mit rund 32,5 kg für das Innen- und 9,9 kg für das Außengerät ist sie allerdings deutlich schwerer als die kompakten Modelle weiter oben, für Dauercamper auf einem festen Stellplatz kein Problem, für häufigen Auf- und Abbau unterwegs aber weniger praktisch. Sie bildet bei der Kältemittelwahl eine Ausnahme und setzt statt auf R290 auf R32, mehr dazu und zum ab 2027 geltenden Verbot für Neugeräte liest du in unserem Artikel zum R32-Kältemittelverbot. Wir haben die mobile Split-Klimaanlage außerdem ausführlich getestet. Mit 12 000 BTU beziehungsweise 3,5 kW kühlt sie Räume bis 42 Quadratmeter, im Silent-Modus bleibt sie bei nur 39 dB(A). Dank Wärmepumpe heizt sie zusätzlich, was sie auch für Übergangszeiten im Frühling und Herbst interessant macht.

Die Midea PortaSplit kaufen

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Preisstand 14.08.26, 12:18 Uhr, es gilt der Preis im Shop.

Die günstigere PortaSplit Cool verzichtet auf die Heizfunktion, kühlt dafür mit 8000 BTU immer noch kräftig und eignet sich für Räume bis 28 Quadratmeter. Für den Aufbau ist kein Werkzeug nötig, die Außeneinheit stellst du einfach vors Fenster oder hängst sie mit dem passenden Montagekit ein.

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Worauf du vor dem Kauf achten solltest

Prüfe vorab, ob dein Fenster für die mitgelieferte Halterung geeignet ist. Nicht jedes Modell passt auf jede Fensterform oder -größe. Achte zusätzlich auf die Kühlleistung in BTU im Verhältnis zur Raumgröße deines Wohnwagens oder Wohnmobils. Zu schwach dimensionierte Geräte kommen bei praller Sonne schnell an ihre Grenzen. Da die meisten Modelle mit dem brennbaren Kältemittel R290 arbeiten, lohnt sich zudem ein Blick auf die Herstellerangaben zur Belüftung des Aufstellorts.

Autark kühlen ohne Landstrom

Alle hier vorgestellten Split-Klimaanlagen sind für den Betrieb an 230 Volt ausgelegt, also gebaut für den Anschluss an eine Stromsäule auf dem Campingplatz. Abseits von Landstrom brauchst du eine passend dimensionierte Powerstation. Die MEDION P502 gibt der Hersteller mit rund 0,6 kWh Energieverbrauch an. In einem unabhängigen Praxistest wurden bei 21 °C Innentemperatur allerdings nur etwa 21 Watt gemessen, ein ungewöhnlich niedriger Wert. Das gilt allerdings für den Teillast- beziehungsweise Haltebetrieb, sobald die Zieltemperatur erreicht ist. Bei großer Hitze und Volllast liegt die Aufnahme deutlich höher, rechne deshalb lieber mit dem Herstellerwert als Richtgröße.

Bluetti PowerstationBluetti Powerstation

Bild: BLUETTI

Zwei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Powerstations für diesen Einsatzzweck dimensioniert sein können. Die BLUETTI Elite 300 bringt 3.014 Wh Kapazität mit und würde die P502 rechnerisch für rund fünf Stunden im Dauerbetrieb versorgen, in der Praxis eher länger, weil das Gerät nach dem Abkühlen in den sparsameren Haltebetrieb wechselt. Die EcoFlow DELTA 2 Max startet mit 2.048 Wh und lässt sich mit bis zu zwei Zusatzbatterien auf 6.144 Wh erweitern. Damit eignet sie sich eher für längere Standzeiten oder wenn neben der Klimaanlage noch weitere Geräte laufen sollen. Welche Kapazität zu deiner Reiseart passt, ob Wochenendtrip oder mehrwöchiger Roadtrip, erfährst du in unserem Artikel zu Powerstations fürs Camping.

Wichtig für die Praxis: Ohne Nachladen ist auch die größte Powerstation irgendwann leer. Auf dem Campingplatz gleicht das ein Solarpanel aus, das die Powerstation tagsüber wieder auflädt, während die Klimaanlage läuft oder pausiert. Sowohl die BLUETTI Elite 300 (bis zu 1.200 Watt Solarladung) als auch die EcoFlow DELTA 2 Max (bis zu 1.000 Watt) unterstützen das, ein Solarmodul mit ausreichender Leistung vorausgesetzt. Realistisch ist das vor allem an sonnigen Tagen mit freier Dachfläche oder aufstellbaren Panels, bei bedecktem Himmel oder im Schatten sinkt der Ertrag deutlich. Für autarkes Stehen über mehrere Tage lohnt es sich deshalb, Solarleistung und Klimaanlagen-Verbrauch grob gegeneinander abzuwägen, statt sich allein auf die Akkukapazität zu verlassen.

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