Mit wenigen Kameras große Flächen sichern


360°-Überwachung von der Landebahn bis zum Tower

Fachartikel |
21.08.2026

Der St. Louis Lambert International Airport hat sein Videoüberwachungssystem modernisiert und dabei eine deutliche Effizienzsteigerung erreicht. Statt über 130 Kameras kommen nur 27 Kamera-Systeme zum Einsatz – eine Reduktion um 90 %. Die Multifocal-Sensortechnologie überwacht Start- und Landebahnen, Rollwege und Parkflächen in hoher Auflösung und ermöglicht künftig KI-gestützte Prozessoptimierungen.

Als größter und verkehrsreichster Flughafen in Missouri fertigte der St. Louis Lambert International Airport im vergangenen Jahr mehr als 15 Millionen Passagiere ab. Für die Umsetzung eines digitalen 360°-Überwachungskonzepts und die Absicherung von über 6,5 Mio. m2 Flughafeninfrastruktur benötigte der STL eine Lösung, die große Areale zuverlässig überwachen kann. Gleichzeitig die Infrastrukturkosten sowie die Komplexität des Systems zu reduzieren, stand ebenfalls auf der Agenda. Darüber hinaus verfolgt der Flughafen das Ziel, künftig KI-Anwendungen zur Optimierung seiner Betriebsabläufe einzusetzen.

Effiziente Überwachung großer Flughafenareale

Aufgrund des kontinuierlichen Passagierwachstums beschlossen die Betriebs- und Sicherheitsteams des Flughafens im Juni 2018, das bestehende Videosicherheitssystem in zwei Bereichen zu modernisieren: Zum einen galt es, die Parkbereiche besser zu überwachen, um die Sicherheit der Passagiere zu erhöhen und Straftaten wie Vandalismus oder Diebstahl zu verhindern. Zum anderen sollten die vier Start- und Landebahnen, die Rollwege sowie sämtliche Terminalgebäude überwacht werden, um die Aktivitäten von Flugzeugen, Bodenfahrzeugen und Flughafenpersonal zuverlässig erfassen zu können.

Klassische Kamerakonzepte stoßen an ihre Grenzen

Bild 1: Die »Panomera«-Technologie ermöglicht die hochauflösende Überwachung großer Flug­hafenareale mit deutlich weniger Kameras und reduziertem Infrastrukturaufwand

Bild 1: Die »Panomera«-Technologie ermöglicht die hochauflösende Überwachung großer Flug­hafenareale mit deutlich weniger Kameras und reduziertem Infrastrukturaufwand

(Bild: Dallmeier USA, Inc.)

Für die Planung und Umsetzung der Modernisierung beauftragte der STL seinen Integrator Tech Electronics. Der ursprüngliche Entwurf basierte auf einer Kombination aus PTZ-Kameras (Pan-Tilt-Zoom) und Single-Sensor-IP-Kameras und hätte insgesamt mehr als 130 Kameras erfordert. Zusätzlich wären mehr als 42 neue Kameramasten sowie die dazugehörige Infrastruktur für Stromversorgung, Netzwerk und Verkabelung notwendig gewesen.

Insbesondere im sogenannten Airside-Bereich – also in allen sicherheitsrelevanten Zonen wie Gates, Rollbahnen, Start- und Landebahnen sowie im Vorfeld – hätte der gewünschte Überwachungsumfang einen erheblichen technischen Aufwand verursacht. STL und Tech Electronics entschieden sich daher, nach einer wirtschaftlicheren Alternative zu suchen.

Im Zuge ihrer Evaluierung stießen die Verantwortlichen auf die Multifocal- Sensortechnologie »Panomera« von Dallmeier. Diese wurde speziell für die Überwachung großer Areale entwickelt und ermöglicht es, die erforderliche Flächenabdeckung mit einer geringen Anzahl an Kameras zu realisieren (Bild 1).

David Kulinsky, Deputy Director of Operations & Maintenance am STL Airport, erinnert sich: »Als wir sahen, dass bereits eine einzige Panomera-Kamera große Bereiche in hoher Auflösung erfassen und mehrere Single-Sensor-Kameras inklusive der dazugehörigen Infrastruktur ersetzen kann, wurde schnell klar, dass Panomera für STL die wirtschaft­lichere Lösung mit höherer Bildqualität und geringeren Gesamtkosten darstellt.«

90 % weniger Kameras, 75 % weniger Infrastruktur

Die Testinstallation am Flughafen bestätigte die Leistungsfähigkeit der Technologie. Kevin Hubble, Services Manager bei Tech Elec­tronics für STL, erklärt: »Ich war überrascht, wie wenige Panomera-Kameras erforderlich waren, um mehrere PTZ- und Single-Sensor-Kameras zu ersetzen und die Bilder gleichzeitig in einem wesentlich benutzerfreundlicheren Format darzustellen. Mit der ‚Semsy Compact‘ VMS-Software können Anwender ein einziges hochauflösendes Gesamtbild der Szene betrachten und mithilfe digitaler PTZ-Funktionen in jeden beliebigen Bildbereich hineinzoomen. Das Ergebnis ist eine intuitive Bedienung, höhere operative Effizienz und nicht zuletzt eine deutlich bessere hochauflösende Videoabdeckung.«

Heute sind am STL Airport mehr als 27 Panomera-Kameras installiert. Mehrere Aufzeichnungssysteme (IPS 10000) sowie fünf Bedienarbeitsplätze mit der Videomanagement-Client-Software »Semsy Compact« vervollständigen das Videosystem (Bild 2). Im Vergleich zur ursprünglichen Planung wurde die Anzahl der benötigten Kameras um rund 90 % und entsprechend der Infrastrukturaufwand um etwa 75 % reduziert.

Digitales 360°-Überwachungskonzept mit zehn Kameras

Ein Highlight des Projekts ist das digitale 360°-Überwachungskonzept des Flughafens. Mit lediglich zehn »Panomera«-Kameras erzielt STL einen umfassenden Überblick über den Lagezustand großer Flughafenbereiche einschließlich Start- und Landebahnen, Rollwegen und Vorfeldflächen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kamerakonzepten, die zahlreiche einzelne PTZ- und Single-Sensor-Kameras benötigen, liefert Panomera ein durchgängiges hochauflösendes Gesamtbild der beobachteten Bereiche. Dadurch überwachen Operatoren kritische Flughafenaktivitäten über große Flächen hinweg effizient, während gleichzeitig Infrastrukturaufwand, Wartungsaufwand und Betriebskosten sinken.

KI-gestützte Prozessoptimierung und Analysen

Neben klassischen Sicherheitsanwendungen prüft STL derzeit weitere Einsatzmöglichkeiten der Technologie zur Optimierung operativer Abläufe in den Terminalbereichen. Im Rahmen eines geplanten Projekts im Ticket-Bereich ist vorgesehen, ein »Panomera V8«-System für KI-gestützte Videoanalysefunk­tionen einzusetzen, etwa für die Analyse von Passagierströmen und Wartezeiten. Ziel ist es, die operative Effizienz zu steigern, Check-in-Prozesse zu optimieren und das Passagiererlebnis zu verbessern – auf Basis derselben hochauflösenden Überwachungsinfrastruktur, die bereits heute im gesamten Flughafen eingesetzt wird.

Eine zukunftssichere Lösung

Bild 3: David Kulinsky, Deputy Director of Operations & Maintenance am STL Airport

Bild 3: David Kulinsky, Deputy Director of Operations & Maintenance am STL Airport

(Bild: St. Louis Lambert International Airport)

David Kulinsky (Bild 3) fasst zusammen: »Jedes Technologieprojekt an einem Flughafen muss eine Lösung liefern, die effizient, ausfallsicher und langfristig leistungsfähig ist. Unsere Entscheidung für Panomera hat die Gesamtabdeckung des Flughafens deutlich verbessert und gleichzeitig den erforderlichen Technologie- und Infrastrukturaufwand erheblich reduziert. Darüber hinaus ermöglicht uns das System, gezielt in bestimmte Bereiche hineinzuzoomen, ohne dabei die Gesamtübersicht oder die Aufzeichnung des gesamten Szenarios zu verlieren. Das ist ein entscheidender operativer Vorteil gegenüber herkömmlichen PTZ-Kameras, die nur den aktuell überwachten Bildausschnitt aufzeichnen und dadurch die Gesamtsicht einschränken können.«



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