E-Mountainbike Cube Stereo Hybrid 140 HPC Race im Test: Carbon-Fully & Bosch CX


Wir testen das E-Mountainbike Cube Stereo Hybrid 140 HPC Race mit Bosch-CX-Motor stellvertretend für die Modell-Reihe und geben Kaufempfehlungen.

Das Stereo Hybrid 140 ist bei Cube das vollgefederte E-MTB für Waldwege und Trails. Die Reihe 2022 verteilt sich auf sieben Ausstattungsstufen: Pro, Race, SL, SLX, TM, Actionteam und SLT. Jede davon gibt es wahlweise mit 625 oder 750 Wh. Unser 22er Race steht auf der zweiten Stufe und bietet einen Bosch-Mittelmotor, den kleineren 625-Wh-Akku, 140 mm Federweg an beiden Enden auf 29 Zoll und eine Zwölffach-Schaltung von Shimano. Der Hauptrahmen besteht aus Carbon, der Hinterbau aus Aluminium – für diese Mischung steht das Kürzel HPC.

An unserem Rad sitzen weder Lampen noch Reflektoren oder eine Klingel. Bis diese Teile nachgerüstet sind, bleiben öffentliche Straßen tabu. Schutzbleche, Gepäckträger und Ständer fehlen ebenfalls.

Neu bekommt man das Modelljahr 2022 nicht mehr. Vom Modelljahr 2023 steht das Race 750 mit größerem Akku noch ab 2800 Euro (Bestpreislink) neu im Handel, den Jahrgang 2024 gibt es ab 3300 Euro (Bestpreislink) – beides allerdings nur in 27,5 Zoll und kleinen Rahmengrößen. Für 29 Zoll gibt es kein Angebot mehr. Die aktuelle Baureihe beginnt beim ONE44 EX 800 mit Alurahmen ab 3400 Euro (Bestpreislink) und beim ONE44 HPC Race 800 mit Carbonrahmen und Motor der fünften Generation ab 3700 Euro (Bestpreislink). Mehr zu den Unterschieden der Modelljahre weiter unten.

Wir sind das Fully im Wald gefahren. Zwei Fragen stehen dabei im Raum: Was taugt die Stereo-Hybrid-Reihe? Und lohnt der Griff zum Gebrauchten überhaupt noch?

Optik & Verarbeitung

Der Hauptrahmen besteht aus Carbon, der Hinterbau aus Aluminium. Unser E-Mountainbike kommt in Petrol mit mintfarbenen Akzenten an Sitzstrebe, Unterrohr und Kettenstrebe, die Serie zusätzlich in Grau-Grün, Grau-Chrom und Sand-Orange. An der Verarbeitung gibt es wenig zu bemängeln: Die Spaltmaße stimmen, der Hinterbau zeigt kaum Lagerspiel und wippt beim Pedalieren nur moderat.

Züge und Leitungen verschwinden ab dem Vorbau im Rahmen, der Steuersatz stammt von Acros. Der Dämpfer sitzt offen im Rahmendreieck, der Umlenkhebel trägt den Aufdruck Efficient Trail Control. Am Oberrohr sitzen Aufnahmen für Zubehör. Der Akku steckt vollständig im Unterrohr hinter einer Abdeckung an der Unterseite. Eine Kunststoffplatte schützt den Motor, ein Schutz mit Cube-Logo die Kettenstrebe.

Unser Exemplar hat Rahmengröße XL, laut Rebike für Körpergrößen zwischen 186 und 194 cm. Der Testfahrer misst 186 cm und sitzt sehr gut darauf. Die Rahmen der Reihe fallen trotzdem klein aus: Wer zwischen zwei Größen steht, greift besser zur größeren. Das Programm 2022 beginnt bei XS und endet bei XL, wobei die kleinen Größen auf 27,5 Zoll rollen und ab M auf 29 Zoll.

Auf die Waage bringt das Rad gut 25 kg. Bei 135 kg zulässigem Gesamtgewicht bleiben rund 110 kg Zuladung, für schwere Fahrer mit Gepäck also knapp. Die Geschwindigkeit misst noch ein Speichenmagnet, heute ist ein Sensor an der Bremsscheibe üblich.

Der Sattel Natural Fit Venec ist Serienteil und sitzt weiterhin am Rad. Rebike hat Kette, Reifen, eine Bremsscheibe, Griffe samt Lenkerbändern und das Schaltauge erneuert. Die Pedale sind schlichte Kunststoff-Plattformen von Acid, die beim Kauf eines Neurads nicht beiliegen.

Lenker & Display

Auf dem Vorbau sitzt ein Bosch Kiox BUI330 mit Farbdisplay im Hochformat, gehalten von einem Magneten. Es lässt sich abziehen und dient zugleich als digitaler Schlüssel: Ohne aufgestecktes Display gibt der Motor keine Unterstützung. Zwei Tasten am Gehäuse schalten Licht (insofern eines angeschlossen ist) und Bordcomputer.

Cube Stereo Hybrid 140 HPC Race 625

Gekoppelt wird der Kiox mit der Bosch-App Ebike Connect, die Routen überträgt und Einstellungen erlaubt. Over-the-air-Updates gibt es allerdings nicht. Das Display zeigt Fingerabdrücke, in der Sonne bleibt es trotzdem lesbar.

Links am Lenker sitzt die Bedieneinheit mit Plus, Minus, zwei Pfeiltasten und einer Auswahltaste. Eine LED-Leiste fehlt, die gewählte Unterstützungsstufe steht nur im Display. Darunter liegt der Hebel für die Dropperpost, rechts sitzt direkt an der Bremse der Schalthebel Shimano Deore. Die Bremsgriffe von Shimano lassen sich per Inbus in der Griffweite verstellen. Eine Fernbedienung für Gabel oder Dämpfer gibt es nicht. Der Lenker Newmen Evolution SL fällt mit 76 cm ausreichend breit aus, davor sitzt ein Vorbau Cube Performance Stem E-MTB mit 31,8 mm Klemmung.

Fahren

Als Antrieb dient ein Bosch Performance Line CX der vierten Generation, hier noch ohne Smart System. Der Mittelmotor kommt auf 250 W Nennleistung und 85 Nm, die Dosierung übernimmt ein Drehmomentsensor. Vier Stufen stehen bereit: Eco, Tour, eMTB und Turbo. Ab 25 km/h stellt der Motor die Unterstützung ein, die Schiebehilfe stoppt bei 6 km/h.

An der Leistung gibt es nichts auszusetzen. Im eMTB-Modus lässt sich die Kraft fein dosieren, bergauf schiebt der Bosch kräftig genug für steile Rampen. Auf ruppigen Trails rasselt das Getriebe leicht, sonst bleibt es ruhig am Rad.

Cube Stereo Hybrid 140 HPC Race 625

Geschaltet wird per Shimano Deore XT mit zwölf Gängen, dazu kommen ein Schalthebel Deore SL-M6100 und eine Kassette Deore CS-M6100 mit 10 bis 51 Zähnen. Damit bleibt genug Reserve für lange Anstiege. Die Kurbel Acid E-Crank misst 165 mm und trägt 34 Zähne.

Gebremst wird auf 203-mm-Scheiben vorn wie hinten, die Bremsen reagieren im Test gut dosierbar und kräftig. Vorn federt eine Rockshox 35 Silver TK mit 140 mm Federweg und Luftkammer, den Lockout erreicht man nur am Gabelkopf. Hinten arbeitet ein Rockshox Deluxe Select+ Debonair im Maß 185 × 55 mm. Auch sein Hebel für den Lockout sitzt am Rahmen statt am Lenker.

Das Fahrwerk gibt seinen Federweg früh frei, was Komfort bringt, aber im groben Gelände Reserven kostet. Auf Waldwegen und leichten Trails passt die Abstimmung dafür ausgezeichnet. Das E-MTB fährt sich komfortabel und einsteigerfreundlich, die Sitzposition bleibt angenehm aufrecht. Gegen das Hardtail Cube Reaction Hybrid Race 750 fährt sich das Fully auf dem Trail gänzlich anders: Es schluckt Wurzeln weg, hält deutlich besser Bodenkontakt und federt spürbar weicher.

Cube montiert eigene Laufräder EX30 mit 32 Speichen, die tubeless ready sind. Die Shimano-Naben nutzen Centerlock, hinten im Boost-Standard mit 148 mm. Darauf sitzen Schwalbe Nobby Nic mit 2,6 Zoll Breite und brauner Flanke. Die Sattelstütze lässt sich je nach Rahmengröße um 100 bis 150 mm absenken, was im Cockpit den größten Unterschied zum Hardtail ausmacht.

Akku

Den Strom liefert ein Bosch Powertube mit 625 Wh im Unterrohr. Cube nutzt hier sein Modular Battery System, in dessen Schacht wahlweise 500, 625 oder 750 Wh passen – ein größerer Akku lässt sich also nachrüsten. Zum Herausnehmen löst man erst die Abdeckung, öffnet dann das Schloss und entriegelt zuletzt den Akku. Laden lässt er sich auch im Rahmen.

Cube Stereo Hybrid 140 HPC Race 625

Mit den groben Stollenreifen halten wir für das E-Mountainbike 55 bis 70 km für realistisch, bei gut 25 kg Rad und Vollfederung eher das untere Ende. Wer im Gelände unterwegs ist oder lange Anstiege fährt, kommt spürbar kürzer. Das Reaction Hybrid Race 750 kommt mit seinem 750-Wh-Akku auf 70 bis 85 km.

Aktuelle Baureihe

Das Stereo Hybrid 140 heißt seit dem Modelljahr 2026 Stereo Hybrid ONE44. Die Reihe teilt sich in ONE44 HPA aus Aluminium und ONE44 HPC aus Carbon. Vorn federt die Carbon-Variante 150 mm, die Alu-Variante bleibt bei 140 mm. Der Hinterbau federt in beiden Fällen weiterhin 140 mm.

Aus dem Race ist das ONE44 HPC Race 800 geworden. Die 800 steht für den auf 800 Wh gewachsenen Akku. Wichtiger ist der Antrieb: Dort arbeitet nun ein Bosch Performance Line CX der fünften Generation mit 100 Nm. Vorn federt eine Fox 36 AWL Sport, hinten ein Fox Float Rhythm. Gebremst wird per Shimano MT420 mit vier Kolben wieder auf 203 mm, geschaltet weiterhin mechanisch mit einer Mischung aus Deore und XT. Das Gewicht sinkt auf 24,2 kg. Die Reihe 2026 reicht vom Race bis zum SLT, daneben stehen das ONE22 mit 120 mm und das ONE77 mit 170 mm Federweg.

Anders als beim Reaction Hybrid Race 750 hat Cube hier auch den Rahmen erneuert. Wer heute ein älteres Modell kauft, verzichtet also auf eine Motorgeneration, 175 Wh, mehr Federweg vorn und ein Kilogramm weniger Gewicht.

Preis

Bei Rebike kostet das Cube Stereo Hybrid 140 HPC Race ab rund 2900 Euro, dazu kommen 69 Euro Versand. Im Handel findet man keine Modelle aus 2022 mehr. Aus dem Jahr 2023 gibt es das Race 750 mit größerem Akku ab 2800 Euro (Bestpreislink), den Jahrgang 2024 gibt es ab 3300 Euro (Bestpreislink) – beides allerdings nur in 27,5 Zoll und kleinen Rahmengrößen.

Die aktuelle Baureihe beginnt beim ONE44 EX 800 mit Alurahmen ab 3400 Euro (Bestpreislink) und beim ONE44 HPC Race 800 mit Carbonrahmen ab 3700 Euro (Bestpreislink).

Fazit

Das Cube Stereo Hybrid 140 HPC Race ist ein sauber gebautes E-Mountainbike mit Carbonrahmen. Der Bosch-Mittelmotor packt mit 85 Nm jede Steigung, ohne die Dosierung zu verlieren. Die Zwölffach-XT arbeitet präzise, das Fahrwerk nimmt dem Untergrund die Spitzen, wo ein Hardtail durchreicht. Die Dropperpost gehört bereits dazu.

Grenzen zeigt das Rad im groben Gelände, wo der früh freigegebene Federweg wenig Reserven lässt. Den Lockout erreicht man weder an der Gabel noch am Dämpfer vom Lenker aus. Für die Straße fehlen Lampen, Reflektoren und Klingel, das Nachrüsten kostet allerdings wenig.

Den Ausschlag gibt am Ende der Preis. Ab rund 2900 Euro plus Versand kostet das E-Bike refurbished bei Rebike. Das liegt über den 2800 Euro (Bestpreislink), für die es das Modelljahr 2023 (27,5-Zoll-Variante) mit mehr Akku noch neu gibt. Bis zum aktuellen ONE44 HPC Race 800 für 3700 Euro (Bestpreislink) mit jüngerem Motor ist es ebenfalls nicht weit. Wer die Baureihe sucht, greift deshalb besser zum Neurad. Wer den Mittelmotor günstiger haben will und auf die Federung hinten verzichten kann, nimmt das Reaction Hybrid Race 750.



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