Da weht künftig ein anderer Wind: US-Konzern schluckt EBM-Papst


Da weht künftig ein anderer Wind: US-Konzern schluckt EBM-Papst

Der baden-württembergische Ventilator- und Lüftungsspezialist EBM-Papst geht in US-amerikanische Hände über. Das Familienunternehmen wird an den Konzern Madison Air verkauft. Der Nettoverkaufspreis liegt bei 4,775 Milliarden Euro, während das Unternehmen im Rahmen der Transaktion insgesamt mit 5,1 Milliarden Euro bewertet wird. Bei einigen wird da sicherlich etwas klingeln, oder? Ich selbst weiß nicht, wie viele der Papst 8412 N/2GL ich verbaut habe. Ein Klassiker unter den Lüftern. Ich vermute gar, dass viele Techies gar nicht auf dem Schirm haben, dass die PC-Lüfter eher eine Nische bei Papst sind, die machen ihr Geld mit größeren Kisten.

Hintergrund der Übernahme ist jedenfalls der stark wachsende Markt für die Kühlung von Rechenzentren und KI-Infrastruktur. EBM-Papst hatte diesen Bereich zuletzt massiv ausgebaut und sich von anderen Geschäftsfeldern getrennt. Madison Air ist auf Belüftungs-, Filtrations- und Kühlsysteme spezialisiert und beschäftigt rund 9.000 Mitarbeiter. Während die Amerikaner vor allem auf dem Heimatmarkt stark sind, bringt EBM-Papst die Präsenz in Europa und Asien mit.

EBM-Papst beschäftigt weltweit über 13.000 Mitarbeiter, davon rund 5.800 in Deutschland, und kam im abgelaufenen Geschäftsjahr auf einen Umsatz von 2,24 Milliarden Euro. Trotz des Eigentümerwechsels soll der Hauptsitz im baden-württembergischen Mulfingen erhalten bleiben. Das Geschäft steht noch unter dem üblichen Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen, der Vollzug der Übernahme wird für Ende des Jahres erwartet.

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