Mama strahlt übers ganze Gesicht, als sie mit Emil zur Haustür reinkommt. „Schau mal, Paula, wen ich mitgebracht habe!“
Ich lächle Emil zu. Er ist schließlich mein Freund, auch wenn er in letzter Zeit ein bisschen komisch geworden ist. Seit er so krank war, lacht er kaum noch. Er sitzt ganz oft allein zu Hause herum. Und manchmal kommt es vor, dass er irgendwelche Sachen nicht mehr weiß. Sachen von vorher. Mama hat mir erklärt, dass er Leukämie hatte, eine Art Krebs also. Davon könne man schon mal etwas seltsam werden, meinte sie. Ich musste kichern, weil das mit dem Krebs so witzig klang. Aber es war gar nicht witzig.

Was ist das: Es dreht sich um Technik, ist mal spannend, mal bestürzend, mal amüsant und hat nur sehr selten ein Happy End? Richtig: die c’t-Story. Seit gut 37 Jahren hat sie ihren festen Platz im Magazin – und seit einiger Zeit auch auf heise+. Mal kommt sie aus der Feder preisgekrönter Belletristik-Profis, mal sind die Verfasser hochkarätige Wissenschaftler – oder eigenwillige junge Science-Fiction-Debütanten. Viele unserer c’t-Story-Autoren haben in den vergangenen Jahren für ihre Werke renommierte Preise wie den Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) oder den Deutschen Science-Fiction-Preis (DSFP) errungen.
Mama sagte, dass Krebs eine schlimme Krankheit war. Früher sind richtig viele Leute daran gestorben. Bis die Impfung erfunden wurde. Aber bei Emil hat die Impfung nicht funktioniert. So was kommt nur ganz selten vor. Ich erinnere mich noch, wie blass und dünn er damals war. Alle dachten, dass er sterben würde. Dann war er lange weg, in einer Spezialklinik, und danach noch in einer anderen Klinik, aber schließlich kam er zurück nach Hause, und jetzt sieht er ziemlich gesund aus. Nur zur Schule geht er noch nicht wieder, denn er muss sich schonen, sagt seine Mutter.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels “c’t-Story: Wir töten Heinrich den Achten”.
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