Wegen der Trockenheit durch das Wetterphänomen El Niño hat die Panamakanalbehörde Beschränkungen für die Durchfahrt durch den Kanal angekündigt. Sie sollen Ende des Monats in Kraft treten. Das könnte Einfluss auf den Warenverkehr weltweit haben.
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Die Beschränkung gilt für die die größten Schiffe, die den Kanal durchfahren, die Neopanamax-Klasse. Diese dürfen nicht mehr voll beladen durch den Kanal fahren. Der Tiefgang der Schiffe werde zunächst auf 48 Fuß (14,63 Meter) beschränkt, teilte die Behörde mit. Ab dem 3.- September wird die Regelung verschärft: Dann dürfen die neuen Schleusen mit einem Tiefgang von nur noch 47,5 Fuß (14,48 Meter) befahren werden.
„Die Maßnahme bezieht sich auf den aktuellen Wasserstand sowie auf die für die kommenden Wochen prognostizierten Bedingungen am Gatún-See“, erläutert die Behörde und betont, dass die Einschränkungen beim Tiefgang „keine Auswirkungen auf die Zahl der täglichen Schiffsdurchfahrten“ haben.
El Niño voraussichtlich mit Rekordniveau
Anlass sind Warnungen der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und Weltorganisation für Meteorologie (World Meteorological Organization, WMO), dass der aktuelle El Niño Rekordniveau erreichen könnte. Die gute Nachricht ist laut NOAA ist, dass die bevorstehende Hurrikansaison im Nordatlantik mit großer Wahrscheinlichkeit unterdurchschnittlich ausfallen wird. Damit gehen aber voraussichtlich auch geringere Niederschläge einher.
Der Panamakanal wird vom Gatún-See gespeist, ist damit also von Niederschlägen abhängig. Der Wasserstand im See beträgt derzeit knapp über 84 Fuß, etwa 25,6 Meter, ist aber seit Juli um beinahe einen Fuß, etwa 30 Zentimeter, gesunken. Nach den Vorhersagen der NOAA könnte er bis September auf etwa 83 Fuß fallen. Bei der Dürre 2023 betrug der Wasserstand im Gatún-See zeitweise nur noch 78 Fuß.
Die Kanalbehörde beschränkte daraufhin nicht nur den Tiefgang der Schiffe in den Schleusen auf 43,5 Fuß, sondern auch die Zahl der Durchfahrten auf 22 am Tag. Normalerweise passieren 38 Schiffe pro Tag den Kanal, der den Pazifik mit dem Atlantik verbindet.
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Zahl der Kanaldurchfahrten gestiegen
Die Beschränkungen bedeuten einen Einschnitt in den weltweiten Warenverkehr: Durch den Krieg, die die USA und Israel gegen den Iran ist der Schiffsverkehr im Mittleren Osten bereits eingeschränkt. Ein Teil der Schiffe nimmt stattdessen den Weg durch den Panamakanal, sodass die Zahl der täglichen Kanaldurchfahrten gestiegen ist.
Die Tiefgangbeschränkungen 2023 führten dazu, dass Schiffe ihre Ladung reduzieren mussten. Containerschiffe wurden zum Teil entladen, und die Ladung wurde per Zug über die Landenge transportiert. Ein großer Teil der Schiffe, die den Kanal nutzen, sind aber Flüssiggas- und Öltanker.
Etwa 90 Prozent des Welthandels werden auf dem Seeweg abgewickelt. Fünf Prozent des Seehandels läuft durch den Panamakanal. 40 Prozent des gesamten Containerverkehrs der USA wird über diese Wasserstraße abgewickelt.
(wpl)




