Anthropic wird bald eine Watermarking-Prüf-API anbieten. Über diese können Drittanbieter die KI-Texterkennungstechnologie in ihre Anwendungen integrieren.
Das Unternehmen setzt bei seinem KI-Modell Claude eine Variante der SynthID-Text-Methode ein, die Google Deepmind 2024 in Nature veröffentlicht hat. Das Wasserzeichen verändert die Zufallsquelle bei der Wortwahl, sodass ein nachvollziehbares Muster entsteht. Auf “Inhalt, Kreativität oder Lesbarkeit” des Textes hat das laut Anthropic keine Auswirkungen . Google Deepmind visualisierte das Verfahren 2024 mit der folgenden Animation.
Bei kurzen Texten oder faktenbasierten Passagen, bei denen es kaum alternative Formulierungen gibt, funktioniert die Markierung entsprechend schlechter. Das gilt auch für Code. Bei reinen Korrekturen, bei denen die gesamte Wortwahl vom Menschen stammt, greift die Markierung ebenfalls nicht; sehr wohl jedoch bei Übersetzungen, wo alle Worte von Claude gewählt werden. Starkes Umschreiben kann das Wasserzeichen entfernen.
Das Wasserzeichen kann zudem nur feststellen, dass Claude wahrscheinlich an der Erstellung beteiligt war. Es kann nicht unterscheiden, ob Claude den Text komplett geschrieben oder nur stark bearbeitet hat. Ebenso wenig kann es erkennen, ob ein Text von einem Menschen oder einem anderen KI-Modell stammt.
KI-Innovation aus der EU für die ganze Welt
Anthropic führt das Watermarking ein, um den EU-AI-Act zu erfüllen. Zusammen mit rund 190 weiteren Unterzeichnern hat das Unternehmen im Juli 2026 den EU Code of Practice zur Transparenz von KI-generierten Inhalten unterschrieben. Da eine regionale Begrenzung derzeit technisch nicht möglich ist, startet das Watermarking weltweit. Laut Anthropic würden weitere Möglichkeiten laufend untersucht, Updates sollen folgen.
Alle ab dem 2. August veröffentlichten Modelle unterstützen Watermarking direkt. Für ältere Claude-Modelle soll es in den kommenden Monaten nachgerüstet werden. Bei Dateien nutzt Anthropic den offenen Standard C2PA, der Metadaten anfügt, aber nichts an der Datei selbst ändert.
Anthropics Watermarking unterscheidet sich von externer KI-Erkennungssoftware wie Pangram: Solche Dienste haben keinen Zugang zu Anthropics Schlüssel und suchen stattdessen nach typischen Mustern in KI-Texten, etwa auffälligen Formulierungen oder übermäßig häufig verwendeten Wörtern. Das Prüfen auf ein Wasserzeichen ist ein grundlegend anderer Ansatz und sollte im Alltag deutlich verlässlicher sein.
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