Amazon soll Werbepreise manipuliert haben: Jetzt klagt die FTC


Erst im Herbst 2025 hatte Amazon sich zur Zahlung von 2,5 Milliarden US-Dollar bereiterklärt, um eine Klage der FTC beizulegen. Darin hatte die US-Handelsbehörde dem E-Commerce-Konzern vorgeworfen, Kund:innen zur Anmeldung bei seinem Prime-Dienst verleitet zu haben. Auch die Abo-Kündigung soll Amazon erschwert haben.

Systematisch überhöhte Preise berechnet?

Jetzt sieht sich der Konzern mit einer weiteren FTC-Klage konfrontiert, der sich die Generalstaatsanwält:innen aus 22 US-Bundesstaaten angeschlossen haben. Wie die FTC mitteilt, soll Amazon Werbeauktionen manipuliert und Werbekund:innen über Jahre hinweg „heimlich und systematisch überhöhte Preise berechnet haben“. Dabei habe der Konzern rund 20 Milliarden Dollar zusätzlich eingenommen.

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Konkret wirft die FTC Amazon vor, bei seinen Auktionen den Mindestpreis für die Schaltung von Produktwerbung angehoben zu haben, ohne dass die Werbetreibenden davpn gewusst hätten. 2019 habe der Konzern seine Auktionsstrategie entsprechend geändert und gibt seitdem ein eigenes Gebot ab, eine sogenannte „Soft Reserve“.

Werbepraxis auch intern verschwiegen

Dieses Gebot soll jeweils über dem Preis des zweithöchsten Bieters gelegen haben, wie Investing.com schreibt. Dadurch seien die Anzeigenpreise gestiegen. Amazon soll die konkurrierenden Gebote der Händler gekannt, aber seine Praxis nicht offengelegt haben.

Auch intern sollen die zuständigen Manager:innen versucht haben, das Wissen darum zu begrenzen. Um die hohen Preise erklären zu können, sei die Strategie zudem nur an umsatzstarken Einkaufstagen eingesetzt worden.

Anzeigenpreise um 50 Prozent erhöht

Insgesamt, so der Vorwurf der FTC, soll Amazon in bis zu 70 bis 80 Prozent der Fälle in Auktionen eingegriffen haben, um den Mindestpreis zu erhöhen. An wichtigen Einkaufstagen wie dem Black Friday seien auch dadurch die Kosten für Pay-per-Click-Anzeigen um 50 Prozent in die Höhe geschossen.

Der FTC zufolge sollen davon Millionen Kund:innen, darunter über 500.000 kleine und mittelständische Unternehmen, betroffen gewesen sein. Die höheren Kosten sollen dann zu einem großen Teil an US-Verbraucher:innen weitergegeben worden sein, so FTC-Chairman Andrew Ferguson laut CNBC.

Amazon weist FTC-Vorwürfe zurück

Amazon wies die Vorwürfe derweil per Blog-Post zurück. Das Unternehmen bezeichnete die Klage der FTC als „fehlgeleitet“. Dabei würde die Arbeitsweise von Werbetreibenden grundlegend verkannt.

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Zudem gebe es für Preiserhöhungen für Verbraucher:innen keine Beweise. Und: Amazon habe Werbetreibenden durch seine Auktionssysteme zwischen 2021 und 2025 vielmehr Einsparungen in der Höhe von acht Milliarden Dollar ermöglicht.



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