Akko Year of Snake Armor im Test: fast schon mehr Kunstwerk als Gaming-Tastatur


Die Akko Year of Snake Armor zieht mit auffälligem Design und Alice-Layout die Blicke auf sich. Aktuell gibt es die Premium-Tastatur etwa 148 Euro günstiger.

Die Akko Year of Snake Armor ist nicht nur ein optisches Statement, sondern dank Alice-Layout auch eine ergonomische 65-Prozent-Tastatur – wenngleich man sich an die veränderte Anordnung der Tasten gewöhnen muss. Keyboard-Enthusiasten dürften sich an der genial einfachen Konstruktion erfreuen, um an das Innere der Gaming-Tastatur zu gelangen. Das mitgelieferte Zubehör, um die Year of Snake zu individualisieren, setzt dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen auf.

Lieferumfang

Der Lieferumfang der Year of Snake Armor ist enorm. Zur Tastatur gibt es ein Travelcase, eine Plexiglas-Handballenauflage sowie eine Riege an Zubehör, um das Keyboard wie gewünscht anzupassen: Switch-Puller, Keycap-Puller, eine Aluminium-Platte, drei Sets an Federn (120 g, 170 g, 210 g), eine Ersatz-Silikon-Säule, Schrauben und Federsilikon. Ein USB-C-zu-USB-A-Verbindungskabel, ein 2,4-GHz-Funkdongle sowie eine Kurzanleitung liegen ebenfalls bei.

Design

Wie der Name bereits vermuten lässt, ist das Design thematisch an das Jahr der Schlange angelehnt. Auf unserem Testgerät, im Farbschema Green Snake, zieren Illustrationen von Schlangen und Symbolen die Tasten. Das Gehäuse ist vollständig aus Aluminium gefertigt, insgesamt misst das Keyboard 380,9 × 130, 62 × 49 mm. Auf der Rückseite der Tastatur prangt ein bläuliches spiegelndes Metallgewicht, in welches eine Schlange hineingefräst wurde. Dadurch bringt die kompakte 65-Prozent-Tastatur etwa 4,7 kg auf die Waage und kann damit beinahe schon als Trainingsgerät verwendet werden.

Aufgrund des Alice-Layouts ist das Tastenfeld zur Mitte des Keyboards zweigeteilt. Zudem ist ein Teil der Tasten leicht schräg positioniert. Anstatt einer durchgehenden Leertaste gibt es zwei kürzere Leertasten, auf jeder Seite eine. Auch die B-Taste ist auf beiden Seiten vertreten. Hinzu kommt, dass es die Year of Snake nur im amerikanischen ANSI-Format gibt. Wer mit beiden nicht vertraut ist, wird hier einiges an Umgewöhnung benötigen. Etwas ungewöhnlich ist auch die Anordnung von Tasten wie der Entf- oder der Fn-Taste. Diese sind links neben Shift-Taste, Tab-Taste und Co. positioniert.

Akko setzt bei der Beleuchtung ebenfalls noch eine Schippe obendrauf: Zusätzlich zum regulären Festlichtaufgebot unter den Tastenkappen gibt es acht Keile, die symmetrisch auf beiden Seiten zwischen den Tasten angeordnet sind und ebenfalls mit leuchten. Damit noch nicht genug, denn auch die Front der Tastatur wurde mit einem dieser Keile ausgestattet und leuchtet synchron mit. An den Seiten der Peripherie leuchtet die Tastatur indes via Seitenstreifen durch Aussparungen des Aluminium-Gehäuses.

Vier Keile auf beiden Seiten sorgen für zusätzliche Beleuchtung

Die Verarbeitung ist tadellos, das erwarten wir allerdings bei dem Preis auch. Die Tastatur fühlt sich unheimlich wertig an, weder am Gehäuse noch am gefrästen Metallgewicht finden wir Makel.

Ausstattung

An Verbindungsmöglichkeiten stehen Bluetooth 5.0, 2,4-GHz-Funk und Kabel zur Verfügung. Während des Testzeitraums hatte die Tastatur mit der 2,4-GHz-Verbindung häufig Aussetzer, bei denen Tastenanschläge schlicht nicht registriert wurden. Beim Schreiben frustriert das ungemein und beim Zocken kann das ganz schnell den Verlust der Runde bedeuten.

Hinzu kommt, dass man für den akkubetriebenen Funkmodus einen Schalter umlegen muss, der sich aber nicht leicht zugänglich am Gehäuse befindet, sondern umständlich unter der Feststell-Taste versteckt ist. Man muss also jedes Mal die Tastenkappe entfernen, um zwischen dem 2,4-GHz-Modus und dem kabelgebundenen Betrieb zu wechseln. Ersterer bezieht seinen Strom von einer fest verbauten 8000-mAh-Batterie. Wir verwenden die Tastatur seitdem allerdings ausschließlich im Kabelmodus. Die Abtastrate liegt bei 1000 Hz im Funk- und Kabelmodus und 125 Hz im Bluetooth-Modus.

Spannend ist der Aufbau des Gehäuses. Die obere Hälfte löst sich mit etwas Kraft vom unteren Teil und offenbart das Innere der Peripherie. Ideal, um Staub oder Haare aus den Zwischenräumen zu entfernen oder das Keyboard auseinanderzunehmen und beispielsweise die Federn für ein anderes Tippgefühl auszutauschen. Genauso einfach, wie es auseinandergenommen wurde, klicken beide Hälften des Gehäuses wieder ineinander.

Anstatt des weitverbreiteten Dichtungsrahmens (Gasket-Mount) setzt Akko bei der Year of Snake Armor auf eine Federaufhängung, wodurch sich die Tippcharakteristik der Tastatur unterscheidet. Die verbauten linearen Akko-Cobras-Switches haben eine Betätigungskraft von 50 ± 5 gf und eine Reisedistanz zum Betätigungspunkt von 2 ± 0,5 mm. Die vollständige Distanz bis zum Anschlag beträgt 3,5 ± 0,3 mm. Das Keyboard unterstützt außerdem Hot-Swapping mit 3- und 5-Pin-Switches. Die Tastenkappen sind aus PBT-Kunststoff und im Dye-Sub-Verfahren hergestellt. Akko verwendet das klassische Cherry-Profil.

Software

Als Software dient der Akko Web Driver. Die über den Browser gestartete App benötigt zusätzlich den IOT-Driver, den man sich über die Akko-Website herunterlädt. Nur dann gibt es den vollen Funktionsumfang.

Man kann die Tastenbelegung verändern, Makros erstellen, den Sleep-Timer der Tastatur anpassen sowie die Snap-Tap-Funktion einrichten. Bei zwei gleichzeitig gedrückten Tasten wird immer die zuletzt gedrückte von der Tastatur registriert. Man muss also beispielsweise einen der beiden Finger nur einmal leicht anheben, während der andere einfach die Taste gedrückt halten kann. Die Technologie nennt sich allgemein Simultaneous Opposing Cardinal Directions (SOCD) und ist in Spielen wie Counter-Strike 2 verboten.

Insgesamt 23 Lichteffekte stehen per Software zur Auswahl. Helligkeit, Geschwindigkeit, die Farbe und teilweise auch die Richtung, in der sich der Effekt bewegt legt man hier ebenfalls fest. Die Seitenstreifen haben sechs eigene Beleuchtungseffekte, über den Custom-Modus legt man die Farben einzelner Tasten selbst fest.

Die Benutzeroberfläche gewinnt jetzt zwar keinen Schönheitspreis, erfüllt aber ihren Zweck und ist einfach verständlich.

Akku

Da wir aufgrund der ständigen Aussetzer im Funkmodus schnell wieder auf den Kabelmodus umgestiegen sind, können wir über die Ausdauer des 8000-mAh-Akkus hier keine fundierte Aussage treffen. Zum Zocken sollte man aufgrund der niedrigen Abtastrate auch nicht zu Bluetooth wechseln, sondern direkt mit Kabel spielen, weswegen der Akku hier überflüssig ist. Nutzt man Bluetooth zum Schreiben am PC, hat man hier erfahrungsgemäß aufgrund des geringeren Stromverbrauchs sehr lange etwas vom Akku. Wie immer wirkt sich die Intensität der Beleuchtung auf den Stromverbrauch des Akkus aus.

Sollte sich die Performance des Funkmodus durch ein zukünftiges Firmware-Update ändern, reichen wir an dieser Stelle unsere Eindrücke nach.

Tippgefühl

Das Tipperlebnis auf der Year of Snake Armor ist schlichtweg fantastisch. Der Anschlag ist super zart und das Soundprofil irgendwo zwischen thocky und creamy angesiedelt. Beim schnellen Tippen kommt so ein knackiger Sound zustande, der für unseren Geschmack genau die richtige Lautstärke hat und nicht zu laut ist. Die Stabilisatoren leisten ganze Arbeit und sorgen für ein rundes Tippgefühl. Kratzen, Hallen und Key-Wobble sucht man glücklicherweise vergebens. Auch beim Zocken begeistert die Tastatur. Anschläge fühlen sich durch die Bank weg präzise an und dank der PBT-Keycaps sitzt jeder Finger sicher.

Preis

Die Akko Year of Snake Armor hat eine UVP von etwa 369 Euro. Mit unserem Code Heise.de (Eingabe im Warenkorb) sinkt der Preis allerdings auf knapp 221 Euro.

Fazit

Die Akko Year of Snake Armor ist ein absoluter Blickfang mit herausragender Verarbeitung und so was von over-the-top. Sie sieht aber nicht nur schick aus, sondern tippt auch hervorragend sowohl bei der Arbeit als auch beim Zocken. An das ergonomische Alice-Layout müssen wir uns eingangs sehr gewöhnen, kommen dann aber nach einiger Zeit relativ gut damit klar. Das einfach zu öffnende Gehäuse kommt denjenigen zugute, die das Tippgefühl der Tastatur anpassen möchten – Zubehör dafür wird mitgeliefert.

Schade ist, dass es die Tastatur nur im amerikanischen Tastenlayout gibt. Man kann damit zwar auch prima hierzulande arbeiten, greift auf bestimmte Tasten aber nur per Software und der Fn-Ebene zu. Das macht die Year of Snake Armor zu einer recht nischigen Angelegenheit. Die Verbindung mit dem 2,4-GHz-Funk lief während des Testzeitraums leider auch nicht rund und sorgte dafür, dass die Tastatur beim Tippen regelmäßig Aussetzer machte. Ob sich das Problem über ein zukünftiges Firmware-Update beheben lässt, bleibt abzuwarten. Die Verbindung per Kabel läuft hingegen problemlos.

Für 221 Euro bekommt man hier dennoch eine insgesamt hervorragende Gaming-Tastatur, die aufgrund ihrer Eigenarten aber nicht für jeden geeignet ist.



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