PV, Speicher und Wallbox als integriertes Energiesystem


Viele Eigenheimbesitzer betreiben bereits eine Photovoltaikanlage, heizen elektrisch oder fahren ein Elektroauto – die Systeme arbeiten jedoch meist unabhängig voneinander. Erst durch intelligente Vernetzung entsteht ein Energiesystem, das den selbst erzeugten Solarstrom konsequent nutzt und die Betriebskosten senkt.

PV-Anlage und Batteriespeicher

Smart-Home-Systeme zeigen Solarertrag, Netzeinspeisung und Batterieladung in Echtzeit an und schaffen so die Basis für intelligentes Energiemanagement

Smart-Home-Systeme zeigen Solarertrag, Netzeinspeisung und Batterieladung in Echtzeit an und schaffen so die Basis für intelligentes Energiemanagement

(Bild: Hager/Elektro +)

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom direkt auf dem Dach. Da Erzeugung und Verbrauch zeitlich oft auseinanderfallen, fließt ein Teil des erzeugten Stroms ins öffentliche Netz. Ein Batteriespeicher puffert den Überschuss und stellt ihn bei erhöhtem Bedarf bereit – abends oder bei bewölktem Wetter.

Die entscheidende Kenngröße ist die Eigenverbrauchsquote: der Anteil des selbst erzeugten Stroms, der tatsächlich im Gebäude genutzt wird. Ohne intelligente Steuerung liegt sie laut Fraunhofer-ISI-Studie bei 36 %. Mit Batteriespeicher, Elektroauto und Energiemanagementsystem steigt sie auf 68 % – ein Zuwachs von 32 Prozentpunkten.

Wallbox und bidirektionales Laden

Über eine Wallbox lässt sich ein Elektrofahrzeug gezielt dann laden, wenn die PV-Anlage besonders viel Strom erzeugt. Die Ladeleistung passt sich automatisch an den verfügbaren PV-Überschuss an. Das Fahrzeug wird damit zu einem aktiven Bestandteil des häuslichen Energiesystems.

Perspektivisch gewinnt das bidirektionale Laden an Bedeutung: Erste Systeme ermöglichen es bereits, dass Elektrofahrzeuge gespeicherte Energie bei Bedarf wieder ins Haus zurückspeisen.

Energiemanagementsystem als Schaltzentrale

Ein Energiemanagementsystem (EMS) koordiniert alle Verbraucher automatisch. Es steuert Wärmepumpe und Wallbox dann, wenn viel Solarstrom verfügbar ist oder dynamische Stromtarife niedrige Preise anzeigen – ohne Eingreifen der Bewohner. Voraussetzung ist in der Regel der Einbau eines Smart Meters, also eines digitalen Stromzählers mit Datenkommunikation.

Frühzeitige Planung reduziert Gesamtkosten

Ohne Elektroinstallation läuft nichts: Schalter, Steckdosen und ausreichend Leerrohre bilden das Fundament für jedes vernetzte Energiesystem im Eigenheim

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(Bild: Busch-Jaeger/elektro+)

Die Fraunhofer-ISI-Studie vergleicht drei Szenarien über einen Zeitraum von 20 Jahren: vollständige Integration von Anfang an, vorbereitete Nachrüstung nach zehn Jahren und ungeplante Nachrüstung nach zehn Jahren. Bei frühzeitiger Integration belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 69.000 €, ohne jede Vorbereitung auf rund 111.000 €.

Für die Dimensionierung des Zählerschranks empfiehlt die Initiative Elektro+ die sogenannte 20-Prozent-Regel: Etwa ein Fünftel der Montagereihen sollte frei bleiben, um spätere Erweiterungen ohne aufwendige Umbauten zu ermöglichen. Wer heute baut oder saniert, sollte zudem Leerrohre verlegen lassen – eines für die Energieversorgungsleitung, eines für die Datenleitung zur Steuerung.

Für Planung und Installation empfiehlt sich die Beratung durch einen qualifizierten Elektrofachbetrieb. Weitere Informationen sowie Broschüren zu Photovoltaik, Energiemanagement und Elektromobilität stellt die Initiative Elektro+ unter www.elektro-plus.com bereit.



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