Ein Absatz “Herr der Ringe” rein, 5.500 Zeilen Code raus: Andrej Karpathy hat Claude Opus 5 die Tolkien-Eröffnung als 3D-Szene für den Browser bauen lassen.
Das Modell arbeitete rund zwei Stunden, hatte ein Budget von einer Million Token (etwa 10 Dollar) und sollte alles in Three.js rendern, einer Grafikbibliothek für 3D im Browser. Den Quellcode stellte Karpathy online, damit andere die Szene abspielen und umbauen können.
Karpathys Punkt: Den bekannten Pelikan-Test hält er für langsam ausgereizt. Bei dem Spaß-Benchmark von Simon Willison soll ein Modell eine SVG-Grafik eines radfahrenden Pelikans zeichnen, absichtlich absurd gewählt, damit das Motiv nicht schon im Trainingsmaterial steckt. Die Idee ist älter: Microsoft ließ 2023 im Sparks-of-AGI-Paper GPT-4 ein Einhorn in TikZ zeichnen und deutete das als Zeichen für räumliches Verständnis. GPT-4 war damals ausschließlich mit Textdaten trainiert, anders als die multimodalen Modelle, die heute alle großen Chatbots antreiben.
Sein Ergebnis nennt Karpathy holprig, aber lustig. Den Ton lieferte Eleven Labs, Objekte platzierte und animierte das Modell selbst. Solche Welten würde sonst niemand von Hand bauen, sagt Karpathy, mit einem Modell sei es fast kostenlos. Er sieht darin Potenzial für Spielwelten nach Wunsch, in die man Nutzer als Nebenfigur oder Hauptfigur setzen könnte.
Ein Problem bleibt: Das Modell kann sein eigenes Video nicht ansehen und musste sich per Screenshot behelfen, was zu Fehlern führte. Andere Nutzer lassen sich von Opus 5 ganze Browser-Spiele schreiben, vom Ego-Shooter bis zum Minecraft-Nachbau. Harte Messwerte sind beides nicht, eher Vibe-Checks.
Karpathy war Mitgründer von OpenAI und KI-Chef bei Tesla, danach führte er das Bildungs-Startup Eureka Labs und arbeitet seit Mai 2026 bei Anthropic an Pre-Training-Forschung. Er testet also das Modell seines Arbeitgebers.
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