Schon am 23. August 2026 hatten US-Medien berichtet, dass die KI-Plattform Hugging Face einen rund 13 Milliarden Dollar schweren Verkauf plant. Um einen interessierten und entsprechend potenten Bieter zu finden, sei eine Bank eingeschaltet worden.
Nvidia soll Hugging Face gekauft haben
Vier Tage später scheint ein Deal schon so gut wie in trockenen Tüchern zu sein, wenn man einem Bericht von The Information glauben kann. Demnach soll sich Nvidia dem Kauf von Hugging Face zugestimmt haben. Der Preis liegt laut dem Portal bei 12,9 Milliarden Dollar.
Interessant ist, dass Hugging Face bei der bis dato letzten Finanzierungsrunde 2023 noch mit 4,5 Milliarden Dollar bewertet worden war. Zu den investierenden Tech-Firmen hatte damals neben Salesforce, IBM und Google auch Nvidia gehört. Ende 2025 hatte die KI-Plattform ein Angebot von Nvidia abgelehnt, das eine Bewertung von sieben Milliarden Dollar bedeutet hätte, wie trendingtopics.eu berichtet.
Berichte weder bestätigt noch dementiert
Beide Unternehmen haben sich noch nicht zu dem Bericht geäußert. In anderen US-Medien heißt es, Nvidia und Hugging Face seien in Gesprächen über eine Übernahme. Allerdings haben weder Nvidia noch Hugging Face entsprechende Berichte dementiert.
Derweil ist die Plattform, auf der sich Open-Source-Entwickler:innen bei der Entwicklung von KI-Modellen unterstützen, noch nicht profitabel. Der Jahresumsatz soll rund 150 Millionen Dollar betragen.
Größte Übernahme der Firmengeschichte
Für Nvidia wiederum würde ein Kauf von Hugging Face zwar die größte Übernahme der Firmengeschichte bedeuten. Auf der anderen Seite sprudeln bei dem KI-Chipkonzern weiterhin die Einnahmen. Für das abgelaufene zweite Quartal 2026 meldete Nvidia zuletzt einen Umsatz von gut 96 Milliarden Dollar, eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Nettogewinn stieg auf knapp 60 Milliarden Dollar an.
Der Zukauf von Hugging Face hätte für Nvidia vor allem strategische Vorteile. Denn die großen KI-Konzerne wie OpenAI, Google, Amazon oder Anthropic arbeiten mittlerweile an der Entwicklung eigner KI-Chips, um die Abhängigkeit von Nvidia zu verringern.
Open-Source-KI als neuer Absatzmarkt
Floriert das via Hugging Face angetriebene Geschäft mit Open-Source-Modellen kann Nvidia weitere Absatzmärkte erschließen. Nvidia könnte sogar eine Art Comeback im Cloud-Geschäft feiern, wie es bei The Information heißt. Ungenutzte Kapazität könnte der Konzern dann an Hugging-Face-Nutzer:innen verkaufen.





