Google Pixel 11 Pro im Test: Fokus auf Kamera und KI


Das Google Pixel 11 Pro setzt weiter auf starke KI und Kamera statt CPU-Power – im Vergleich zum Vorgänger gibt es positive wie negative Überraschungen.

Das neue Pixel 11 Pro von Google gehört zu den kompaktesten Smartphones mit besonders starker Kamera und vielen KI-Features. Die Kollegen von der c’t haben das neue Smartphone getestet, wir fassen hier deren wichtigste Erkenntnisse zusammen.

Design

Das Pixel 11 Pro ist optisch sofort als solches zu erkennen – ein wohltuender Kontrast zum Smartphone-Einheitsbrei. Das Markenzeichen bleibt der Kamerabalken, den Google mit dem Pixel 9 eingeführt hat. Beim Pixel 11 Pro überspannt er die Kameralinsen und die Blitz-LED nun durchgehend mit Glas – das wirkt symmetrischer als die bisherige, teils in Alu eingefasste Lösung.

Im Alltag punktet das Pro-Modell mit einem praktischen Detail: Es liegt flach auf dem Tisch, ohne zu kippeln. Zudem ist das Pixel 11 Pro nach IP68 zertifiziert und damit staub- und wasserdicht – es übersteht also auch mal ein unfreiwilliges Bad, ohne Schaden zu nehmen. Das Gehäuse aus Glas auf der Rückseite und recyceltem Aluminium im Rahmen misst 152,7 × 71,9 × 8,4 mm bei einem Gewicht von 204 g – kompakt und handlich für ein Flaggschiff der Pro-Klasse.

Display

Das 6,3 Zoll große OLED-Display des Pixel 11 Pro löst mit 2856 × 1280 Pixeln bei einer Pixeldichte von rund 495 PPI auf – scharf bis in den letzten Winkel. Mit einer Spitzenhelligkeit von 2880 cd/m² gehört es zum Hellsten, was der Markt aktuell zu bieten hat, und übertrifft damit noch seinen Vorgänger. Auch im direkten Sonnenlicht war das Display in unserem Test problemlos ablesbar.

Für Kratzer soll eine spezielle Beschichtung des Gorilla Glass Victus 2 sorgen, die laut Google die Kratzfestigkeit gegenüber dem unbeschichteten Glas verdoppelt. Die variable Bildwiederholrate reicht von 1 bis 120 Hertz – bei statischen Inhalten drosselt das Display den Takt automatisch, was den Akku schont.

Die Farbdarstellung ist satt, aber ausgewogen: Realmotive wirken kontrastreich und natürlich, die Blickwinkelstabilität ist vorbildlich – Farbschleier oder Kontrasteinbrüche sucht man vergebens. Wer möchte, kann die Farbsättigung in den Android-Einstellungen anpassen.

Kamera

Das Pixel 11 Pro setzt auf eine Triple-Kamera aus 50-MP-Hauptkamera (f/1,68, 1/1,3-Zoll-Sensor, OIS), 48-MP-Telekamera (f/2,8, 5-facher optischer Zoom, größerer Sensor als beim Vorgänger) und 48-MP-Ultraweitwinkel (f/1,7, Makrofunktion). Videos gelingen bis zu 8K mit 30 fps.

Bei Tageslicht arbeitet die Hauptkamera feinste Details präzise heraus – die Ergebnisse sind angenehm natürlich und frei von Schärfungsartefakten. Die verbesserte Telekamera liefert im Vergleich zum Vorgänger mehr Plastizität und Tiefe, der Ultraweitwinkel überzeugt mit spektakulärem Bildwinkel, bleibt aber bei der Detailwiedergabe die schwächste der drei Linsen. Bei schlechtem Licht genügen die standardmäßigen 12 Megapixel und der hier schnellere Nachtmodus sorgt dafür, dass auch bewegte Motive gelingen.

KI spielt beim Pixel 11 Pro eine zentrale Rolle: Der Pro-Zoom schafft bis zu 120-fache Vergrößerung – mit generativer KI im Hintergrund. Neue Funktionen wie „Magische Aufnahme“ (KI wählt den besten Frame aus Videosequenzen) und „Camera Looks“ (anpassbare Bildstile) ergänzen das klassische Repertoire aus Portrait, Panorama und Langzeitbelichtung.

Ausstattung

Das Pixel 11 Pro wird vom neuen Tensor G6 angetrieben – mit 12 statt bisher 16 GB RAM, was ein Rückschritt gegenüber dem Vorgänger ist. Mehr RAM gibt es nur gegen Aufpreis – die Speicherkrise lässt grüßen. Der Sicherheitschip Titan M3 ist neu an Bord und unterstützt Post-Quanten-Kryptografie.

In der Praxis reagiert das Pixel 11 Pro einen Hauch flotter als sein Vorgänger. Bei CPU-Benchmarks legt es gegenüber dem 10 Pro zu, bei der Grafikleistung schwächelt die PowerVR-GPU jedoch. Mit Flaggschiffen wie dem Samsung Galaxy S26 oder iPhone 17 Pro kann es nicht mithalten – für den Alltag reicht die Leistung aber aus. Positiv: Unter Last zeigt das Pixel 11 Pro wenig Schwächen, Throttling ist kein Thema mehr.

Software

Das Pixel 11 Pro läuft ab Werk mit Android 17 – ohne Herstelleranpassungen und mit sieben Jahren Funktions- und Sicherheitsupdates. Neu und besonders praktisch: Die Gboard-Tastatur beherrscht jetzt KI-gestützte Diktierfunktion namens „Klartext“ (englisch: „Rambler“), die Spracheingaben nicht nur transkribiert, sondern auch Ähs, Füllwörter und korrigierte Satzfragmente automatisch entfernt. In unseren Tests funktionierte das beeindruckend gut – für den vollen Funktionsumfang ist jedoch eine Internetverbindung nötig.

„Circle to Search“ ist nun direkt in der Kamera-App verfügbar, eine Echtzeitsuche gelingt damit ohne Umwege. Content-Creator können zudem die neue Creator Suite nutzen, die Videoprojekte, Teleprompter und Reaction-Videos vereint.

Akku

Das Pixel 11 Pro kommt mit 4850 mAh und hält laut Google mindestens 30 Stunden durch. In unseren Tests zeigte sich ein gemischtes Bild: Beim Gaming erreichte es mit rund 15 Stunden nur einen Mittelwert, beim Youtube-Streaming kratzte es hingegen an der 24-Stunden-Marke.

Beim Laden gibt es Fortschritte: Drahtlos sind nun 25 statt 15 Watt möglich, per Kabel 30 Watt. In 30 Minuten landet der Akku bei 50 Prozent, voll ist er nach rund 100 Minuten. Ein Ladegerät liegt nicht bei.

Preis

Das Pixel 11 Pro startet mit einer UVP von 1199 Euro für die 256-GB-Variante (12 GB RAM), die 512-GB-Version (16 GB RAM) schlägt mit 1329 Euro zu Buche – die frühere 128-GB-Option entfällt. 1 TB liegt bei 1589 Euro.

Im Handel sind die Straßenpreise bereits etwas günstiger: 256 GB ab rund 1100 Euro, 512 GB ab etwa 1287 Euro und 1 TB für stolze 1537 Euro. Erhältlich ist das Pixel 11 Pro in den Farben Canyon (Orange-Rosé), Fog (Blaugrün), Olive (gedämpftes Grün) und Obsidian (Mattschwarz).

Fazit

Das Pixel 11 Pro ist teurer geworden – und kommt gleichzeitig mit weniger RAM als sein Vorgänger. Die Verbesserungen bei Kamera, Ladegeschwindigkeit und Performance sind real, rechtfertigen aber kaum den Neukauf gegenüber dem günstigeren Pixel 10 Pro. Wer mehr Leistung fürs Geld sucht, wird bei der Konkurrenz fündig. Für Pixel-Fans mit einem 7er oder 8er in der Tasche lohnt das Upgrade aber – alle anderen sollten genau abwägen.



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