Der Balco Transfer Hub macht Powerstations zum 800-W-Balkonspeicher. Dank Smart Meter klappt die dynamische Einspeisung im Test zuverlässig.
Große Powerstations sind praktisch beim Camping, im Wohnmobil, im Garten oder als mobile Notstromversorgung. Im Alltag stehen mehrere Kilowattstunden Akkukapazität aber oft ungenutzt herum. Genau hier setzt der Bluetti Balco Transfer Hub an: Er macht aus einer vorhandenen Powerstation einen netzgekoppelten Speicher, der bis zu 800 W in das Hausnetz einspeisen kann.
Im Test haben wir den Transfer Hub vor allem mit der Bluetti Elite 300 und einem Shelly Pro 3EM betrieben. Mit aktuellem Firmwarestand funktioniert die dynamische Einspeisung zuverlässig. Steigt der Stromverbrauch im Haus, erhöht der Hub seine Leistung, sinkt die Last, regelt er wieder zurück. Damit verhält sich die Kombination im Alltag weitgehend wie ein klassischer Balkonkraftwerkspeicher.
Der Transfer Hub enthält selbst weder Akku noch Solarladeregler, sondern nutzt eine angeschlossene Powerstation. Genau darin liegt sein Reiz: Wer bereits mehrere Kilowattstunden mobilen Speicher besitzt, bekommt für vergleichsweise wenig zusätzliche Hardware einen neuen Einsatzzweck.
Wer dagegen ausschließlich einen stationären Balkonkraftwerkspeicher neu kaufen möchte, fährt mit dedizierten Systemen meist besser. Sie besitzen eigene PV-Eingänge, benötigen weniger Wandlungsstufen und sind auf den stationären Dauerbetrieb optimiert.
Bilder: Bluetti Balco Transfer Hub
Die Bluetti-App unterstützt die Koppelung mit einem Smart Meter wie dem Shelly Pro 3EM, sodass die Lösung eine dynamische Einspeisung bietet.
Was ist der Balco Transfer Hub?
Bluetti bezeichnet das Gerät als Smart Grid-Tied Controller. Das trifft das Konzept besser als der Begriff Balkonkraftwerkspeicher, denn gespeichert wird im Hub selbst nichts. Im 271 × 222 × knapp 132 mm großen und rund 4 kg schweren Gehäuse steckt die Schnittstelle zwischen Powerstation und Hausnetz.
Der 230-V-Ausgang einer Powerstation ist für den Inselbetrieb ausgelegt und darf nicht direkt ins Hausnetz einspeisen. Der Transfer Hub stellt die dafür notwendige netzgekoppelte Schnittstelle bereit, begrenzt die Einspeisung auf 800 W und beendet sie bei fehlendem Netz. Die Powerstation übernimmt Akku, MPPT und Solarenergie, der Balco Transfer Hub die geregelte Einspeisung. Er besitzt IP54 und große rückseitige Kühlrippen.
| Maximale Netzeinspeisung | 800 W |
| Maximale AC-Aufnahme von Powerstation | 850 W |
| Maximale AC-Bypass-Ladeleistung | 2300 W |
| Netzspannung | 230 V |
| Schutzart | IP54 |
| Abmessungen | 271 × 222 × 131,8 mm |
| Gewicht | rund 4 kg |
| Sicherung | 15 A |
| Kommunikation | WLAN, Bluetooth |
| Eigener Akku / PV-Eingang / MPPT | nein / nein / nein |
Solarmodule gehören an die Powerstation
Am Transfer Hub selbst lassen sich keine Solarmodule anschließen. Wer aus dem System tatsächlich ein Balkonkraftwerk machen möchte, verbindet die Module direkt mit der Powerstation. Bei der Elite 300 steht dafür ihr MPPT-Eingang mit bis zu 1200 W Solar-Ladeleistung zur Verfügung.
Der Energiefluss im System:
Solarmodule → MPPT der Elite 300 → Akku → AC-Ausgang der Elite 300 → Balco Transfer Hub → Hausnetz
Die Elite 300 übernimmt damit Akku und MPPT eines klassischen Balkonkraftwerkspeichers, der Hub die Einspeisung ins Hausnetz. Ein sinnvolles Setup sind beispielsweise zwei geeignete Solarmodule direkt an der Powerstation.
In der Kombination aus Elite 300 und Transfer Hub lässt sich außerdem eine Überschusseinspeisung aktivieren. Ist der Akku bis zur eingestellten Ladegrenze gefüllt und liefern die Solarmodule weiter Energie, kann der zusätzliche PV-Ertrag durch die Powerstation hindurch an den Transfer Hub und von dort mit bis zu 800 W ins Hausnetz fließen.
Das entspricht der Surplus-Feed-in-Funktion klassischer Balkonkraftwerkspeicher: Zunächst wird der Akku geladen, anschließend steht weiterer Solarertrag direkt für das Haus zur Verfügung. Diese Funktion lässt sich aktivieren oder deaktivieren.
Nicht zu verwechseln ist das mit dem Laden aus dem Überschuss einer bereits vorhandenen, separaten PV-Anlage – dazu später mehr.
Reines Netzladen mit anschließender Entladung ist technisch möglich, wegen der zusätzlichen Wandlungsverluste aber als Dauerstrategie wenig attraktiv. Sinnvoll wird das Konzept vor allem mit eigenen Solarmodulen an der Powerstation.
Installation und Aufstellort
Die elektrische Grundinstallation ist unkompliziert. Der Transfer Hub wird mit dem Hausnetz verbunden, sein Powerstation-Anschluss steckt im AC-Ausgang der Powerstation, bei uns im Test die Bluetti Elite 300. Für das Nachladen wird zusätzlich der AC-Eingang der Powerstation mit dem Charging Socket des Hubs verbunden. Beim Entladen fließt Energie von der Powerstation über den Hub ins Haus, beim Laden in Gegenrichtung vom Netz zur Powerstation.
Diese Steckerlösung erfordert keinen Eingriff in die Hausinstallation. Ein Smart Meter im Sicherungskasten wie der Shelly Pro 3EM sollte dagegen von einer Elektrofachkraft installiert werden.
Beim Aufstellort gibt es eine wichtige Einschränkung. Der Transfer Hub besitzt IP54 und eignet sich für einen geschützten Standort im Außenbereich, sollte aber nicht ungeschützt Starkregen oder dauerhafter Nässe ausgesetzt werden. Aus thermischer Sicht sollte der Hub gut belüftet montiert und vor direkter, starker Sonneneinstrahlung geschützt werden.
Die Elite 300 besitzt nur IP20 und damit keinen Wasserschutz. Regen, Schnee, Spritzwasser oder eine dauerhaft feuchte Umgebung sind tabu. Sie sollte deshalb trocken im Innenbereich, einer geeigneten Garage oder einem vergleichbaren Raum stehen. Auch die zulässigen Temperaturbereiche sind zu beachten, insbesondere im Winter bei Minusgraden.
Gegenüber All-in-one-Speichern mit IP65 oder IP67 schränkt das die Wahl des Aufstellorts deutlich ein.
App, Smart Meter und Betriebsmodi
Der Balco Transfer Hub und die Elite 300 werden über die Bluetti-App gekoppelt und ins WLAN eingebunden. Für die verbrauchsabhängige Regelung unterstützt das System mehrere Messlösungen: Shelly, den Bluetti-eigenen Smart Meter sowie Everhome.
Die App bietet Self-Consumption, Backup und einen frei konfigurierbaren Custom-Modus sowie Lade- und Entladezeitpläne. Bei kompatiblen Bluetti-Powerstations können außerdem SoC-Grenzen im gemeinsamen System konfiguriert werden. Einen KI-Modus gibt es ebenfalls, für den praktischen Nutzen des Hubs ist die normale Verbrauchsregelung aber wichtiger.
Eine Lücke bleibt bei der Einbindung in Smart-Home-Systeme: Zum Testzeitpunkt bietet der Transfer Hub keine dokumentierte native MQTT-Schnittstelle, über die wir ihn direkt in Home Assistant integrieren konnten. Community-Lösungen oder spätere Integrationen sind damit nicht ausgeschlossen, eine einfache, offiziell dokumentierte lokale MQTT-Anbindung fehlt aber.
Dynamische Einspeisung funktioniert zuverlässig
Der wichtigste Test war der Self-Consumption-Modus mit dem Shelly Pro 3EM. Der Shelly misst den saldierten Hausverbrauch. Benötigt der Haushalt beispielsweise 450 W, hebt der Transfer Hub seine Einspeisung entsprechend an. Kommt ein Verbraucher hinzu, steigt die Ausgabe; bei sinkender Last regelt das System zurück. Der Transfer Hub gibt hierbei maximal 800 W in das Hausnetz ab.
Mit aktuellem Firmwarestand funktioniert diese Regelung in unserem Test zuverlässig. Eine zu jeder Millisekunde perfekte Nulleinspeisung sollte man bei einem per Smart Meter und über Funk kommunizierenden System nicht erwarten. Lastsprünge können kurzzeitig Netzbezug oder geringe Überschusseinspeisung verursachen. Im normalen Alltagsbetrieb arbeitet die Regelung aber überzeugend.
Mit zwei 500 Wp Solarmodulen an der Elite 300 verhält sich die Kombination damit tatsächlich wie ein moderner Balkonkraftwerkspeicher: Solarenergie wird gespeichert und bedarfsgerecht ins Haus abgegeben.
Auch ohne Smart Meter sinnvoll
Ein dreiphasiges Smart Meter im Zählerkasten respektive am Hausanschlusspunkt ist nicht zwingend nötig. Alternativ lässt sich eine feste Grundlast definieren und mit einem oder mehreren Bluetti S1 Smart Plugs kombinieren.
- Als Grundlast sind 200 W eingestellt. Ein über den S1 Smart Plug erfasster Verbraucher startet und benötigt 1000 W. Der Transfer Hub erhöht daraufhin seine Einspeisung; wegen des 800-W-Limits liefert er maximal 800 W. So lassen sich ausgewählte Verbraucher zusätzlich zur Grundlast automatisch berücksichtigen.
Ganz ohne zusätzliche Messtechnik funktionieren feste Ausgangsleistungen und Zeitpläne, beispielsweise Entladefenster am Morgen und Abend.
AC-Laden mit bis zu 2300 W
Zusätzlich zur Einspeisung kann der Transfer Hub die Powerstation aus dem Stromnetz laden. Die Charging Socket reicht dafür bis zu 2300 W durch. Das Laden lässt sich über den Charging Switch, den Backup-Modus oder ein im Custom-Modus hinterlegtes Ladefenster auslösen.
Wichtig: Der Transfer Hub bestimmt nicht, mit welcher Leistung die Powerstation lädt. Er stellt lediglich die AC-Verbindung bereit. Welche Leistung tatsächlich aufgenommen wird, entscheidet die Powerstation. Bei der Elite 300 wird die gewünschte Ladeleistung deshalb in deren Einstellungen festgelegt. Bei Powerstations anderer Hersteller gilt dasselbe.
Auch die Lade- und Entladegrenzen des Akkus werden von der angeschlossenen Powerstation beziehungsweise deren BMS umgesetzt. Bei kompatiblen Bluetti-Modellen lassen sich Min- und Max-SoC über das gemeinsame System konfigurieren. Bei anderen Geräten müssen entsprechende Grenzen in der Powerstation selbst eingestellt werden, sofern sie solche Einstellungen bieten.
Beim AC-Laden bleibt der Hub vergleichsweise kühl, weil der Netzstrom weitgehend durchgereicht wird. Bei hoher Einspeiseleistung sieht es anders aus.
Kein automatisches Laden aus bestehendem PV-Überschuss
Für Besitzer einer vorhandenen Dach-PV fehlt derzeit eine besonders interessante Funktion: Der Transfer Hub kann die Powerstation nicht automatisch entsprechend dem aktuellen Überschuss einer bereits vorhandenen AC-gekoppelten PV-Anlage laden.
Produziert eine Dachanlage beispielsweise 1500 W mehr als das Haus verbraucht, kann ein Smart Meter diesen PV-Überschuss erkennen. Der Transfer Hub nutzt die Information derzeit aber nicht, um die Ladeleistung der Powerstation automatisch entsprechend anzupassen.
Die Elite 300 Powerstation lässt sich über den Charging Switch, den Backup-Modus oder einen Zeitplan aus dem Netz laden. Ihre Ladeleistung folgt jedoch nicht fortlaufend dem aktuellen PV-Überschuss des Hauses.
Das ist die Gegenrichtung zur zuvor beschriebenen Überschusseinspeisung der direkt an der Elite 300 angeschlossenen Module: Diese funktioniert. Was also noch fehlt, ist das automatische dynamische AC-seitige Laden aus dem Überschuss einer separaten bestehenden PV-Anlage.
Nach bisherigen Informationen von Bluetti soll diese Funktion per Software oder Firmware nachgereicht werden. Zum Testzeitpunkt fehlt sie jedoch noch.
Wandlungsverluste und Wärme
Der größte konstruktive Nachteil des Konzepts liegt bei der Effizienz. Ein klassischer Balkonkraftwerkspeicher ist für einen möglichst direkten Energiefluss von PV über den Akku zum Hausnetz optimiert. Beim Transfer Hub führt der Weg über den internen Wechselrichter der Powerstation:
Pfad der Energieumwandlung:
Akku/DC → Wechselrichter der Powerstation → 230 V AC → Transfer Hub → netzsynchrones AC → Hausnetz
Bei maximal 800 W Netzeinspeisung zeigte die Elite 300 im Test rund 850 W AC-Ausgangsleistung an. Die beobachtete Differenz beträgt damit etwa 50 W beziehungsweise gut sechs Prozent zwischen der von der Powerstation angezeigten AC-Abgabe und der Einspeiseleistung des Transfer Hubs. Hinzu kommen bereits zuvor die Wandlungsverluste vom Akku zum AC-Ausgang der Powerstation.
Die 50 W sind nicht mit einer exakt gemessenen Verlustleistung des Hubs gleichzusetzen. Die Anzeige der Elite 300 ist keine kalibrierte Labormessung und Ein- sowie Ausgangswert stammen aus unterschiedlichen Messsystemen. Als beobachtete Größenordnung für die Differenz auf diesem AC-seitigen Übertragungspfad ist der Wert aber aussagekräftig.
Die Differenz macht zugleich plausibel, warum sich der Transfer Hub bei längerer hoher Einspeisung deutlich erwärmt. Ein Teil der Verluste fällt als Wärme an; eine separate kalorimetrische Verlustmessung haben wir nicht durchgeführt. Die großen rückseitigen Kühlrippen des Transfer Hubs benötigen deshalb Luft. Beim AC-Laden der Elite 300 konnten wir keine Erwärmung des Transfer Hubs feststellen, weil der Netzstrom zur Powerstation direkt ohne Wandlung durchgereicht wird.
Für Besitzer einer bereits vorhandenen Powerstation relativiert sich die Effizienzkritik: Hier geht es nicht darum, die effizienteste Speicherarchitektur neu zu kaufen, sondern die vorhandene Akkukapazität einer meist ungenutzten Powerstation häufiger zu nutzen.
Powerstations anderer Hersteller und DIY-Speicher
Der Transfer Hub ist nicht auf Bluetti-Powerstations beschränkt. Entscheidend ist ein ausreichend leistungsfähiger AC-Ausgang; Bluetti nennt für Powerstations anderer Hersteller mindestens 1000 W Ausgangsleistung als Größenordnung.
Bei Bluetti-Modellen kann die App zusätzliche Informationen wie Ladezustand und SoC-Grenzen einbeziehen. Bei Powerstations anderer Hersteller sieht der Hub im Wesentlichen eine AC-Stromquelle. Entsprechend fehlen Teile der intelligenten Integration, auch wenn die grundlegende Einspeisung möglich ist.
Das offene AC-Prinzip legt zudem nahe, dass technisch nicht zwingend eine klassische Powerstation als Energiequelle dienen muss. Grundsätzlich denkbar wäre auch ein selbst aufgebauter LiFePO4-Speicher mit separatem Sinus-Wechselrichter, sofern dieser eine geeignete 230-V-Ausgangsspannung und ausreichende Leistung bereitstellt. Daraus folgt jedoch weder eine Herstellerfreigabe noch eine Garantie für Kompatibilität, Sicherheit oder regulatorische Unbedenklichkeit.
Bei einem Eigenbau liegt die Verantwortung für BMS, Sicherungen, Leitungen, Berührungsschutz, Erdung, Wechselrichter und den DC-seitigen Aufbau beim Betreiber. Für normale Anwender bleibt eine gewöhnliche Powerstation daher die sinnvollere Lösung.
Keine Ersatzstromversorgung fürs Haus
Eine Powerstation am Transfer Hub macht daraus keine Haus-Ersatzstromanlage. Fällt das öffentliche Netz aus, beendet der Transfer Hub seine Einspeisung. Das Haus wird also nicht über die normale Steckdose weiter versorgt.
Die Elite 300 kann Verbraucher aber weiterhin direkt an ihren AC-Ausgängen versorgen. Außerdem bleibt sie mobil und kann für Camping oder Garten jederzeit vom System getrennt werden.
Balco Transfer Hub oder Balco 260?
Der Unterschied liegt in der Systemphilosophie: Während der Bluetti Balco 260 als klassisches All-in-One-Gerät Akku, MPPT-Laderegler und Netzeinspeisung in einem wetterfesten Gehäuse vereint, fungiert der Balco Transfer Hub lediglich als intelligente Schnittstelle für eine externe Powerstation.
Wer neu einsteigt und noch keinen Speicher besitzt, fährt mit einem dedizierten System wie dem Balco 260 meist besser: Die direkte DC-Anbindung bietet eine spürbar höhere Gesamteffizienz, das Gehäuse ist voll outdoortauglich und die Installation bleibt kompakt. Steht hingegen bereits eine leistungsstarke Powerstation (wie die Bluetti Elite 200 oder 300) im Haushalt, verhindert der Transfer Hub teure Doppelinvestitionen. Sie nutzen Ihre teuer erworbene Akkukapazität auch im Alltag kontinuierlich aus, statt nochmals Geld für einen fest installierten Akku auszugeben.
Preis
Die UVP für den Balco Transfer Hub liegt aktuell bei 349 Euro, aktuell ist das Gerät für 245 Euro (MwSt-Befreiung aktivieren) erhältlich. Und mit dem Code HEISE15 kostet die Lösung sogar nur 208 Euro. Wer sich für ein Bundle entscheidet, spart mit dem Code HEISS10 ebenfalls. So zahlt man für das Set Balco Transfer Hub und Powerstation Elite 200V statt 1232 Euro nur 1109 Euro.
Fazit
Für einen Controller ohne Akku und PV-Eingänge ist ein Preis von aktuell 245 Euro zunächst nicht wenig. Die Rechnung ändert sich aber, wenn eine geeignete Powerstation bereits vorhanden ist. Eine Elite 300 bringt mehr als 3 kWh Akkukapazität, einen eigenen MPPT und einen leistungsfähigen Wechselrichter mit. Der Transfer Hub erschließt diese vorhandene Hardware für eine neue Aufgabe.
Im Test funktioniert das überzeugend. Zusammen mit der Elite 300, direkt angeschlossenen Solarmodulen und einem Shelly Pro 3EM verhält sich das System wie ein moderner und auf 800 Watt Einspeiseleistung begrenzter Balkonkraftwerkspeicher. Die dynamische Einspeisung passt sich zuverlässig an den Hausverbrauch an. Alternativ unterstützt das System auch Smart Meter von Bluetti und Everhome; zusätzlich stehen S1 Smart Plugs, feste Grundlasten und Zeitpläne zur Verfügung. Ist der Akku voll, kann bei aktivierter Überschusseinspeisung weiterer direkt an der Powerstation anliegender Solarstrom ins Haus fließen.
Die größte funktionale Lücke bleibt das fehlende automatische AC-Laden aus dem Überschuss einer bereits vorhandenen PV-Anlage. Dazu kommen zusätzliche Wandlungsverluste, die eingeschränkte Außenaufstellung der IP20-Powerstation und die fehlende dokumentierte native MQTT-Schnittstelle.
Wer bereits eine geeignete Powerstation besitzt, bekommt mit dem Balco Transfer Hub eine überzeugende Möglichkeit, sie auch zu Hause sinnvoll einzusetzen. Statt einen Großteil des Jahres herumzustehen, speichert sie Solarstrom, senkt den Netzbezug und bleibt trotzdem für Camping, Garten oder Notstrom mobil.
Wer dagegen noch keine Powerstation besitzt und ausschließlich einen stationären Balkonkraftwerkspeicher sucht, sollte zu einem dafür entwickelten Komplettsystem greifen. Der Balco Transfer Hub ist nicht der effizienteste Weg zu einem neuen Balkonkraftwerkspeicher – aber möglicherweise der cleverste Weg, um eine bereits vorhandene Powerstation deutlich häufiger zu nutzen.




