Der Meaco Sefte Pro 10 verbindet drei Bauhöhen mit Akku und App. Der Ventilator liefert kräftigen Wind, ist aber in den hohen Stufen recht laut.
Meaco baut für die lange Strecke: drei Jahre Garantie, sparsame DC-Motoren, unaufgeregtes Weiß. Was der Marke bislang fehlte, war eine App. Der Meaco Sefte Pro 10 holt das nach und legt einen Akku obendrauf. 200 Euro kostet der Standventilator, der sich mit wenigen Handgriffen auch als Tischmodell aufstellen lässt.
Die Vorlage liefert der Meaco Fan Sefte 10 (Testbericht). Der beherrschte schon drei Bauhöhen und eine Oszillation in beide Richtungen, kassierte aber Kritik für die fehlende App und die zu kleine Fernbedienung. Nach einigen Wochen begann er zu scharren, was ihn einen halben Stern kostete. Der Pro erbt 12 Geschwindigkeitsstufen, drei Höhen, 3D-Oszillation und DC-Motor. Neu sind Akku, WLAN und eine Fernbedienung, die im Dunkeln nachleuchtet. Damit zielt er auf dasselbe Publikum wie der Switchbot Standventilator (Testbericht) mit Akku, der ebenfalls Akku, App und drei Höhen mitbringt. Ob der Aufpreis lohnt, klärt der Test.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Der Sefte Pro 10 wächst mit seiner Aufgabe. Auf 59 cm dient er als Tischventilator, auf 82 cm als mittelhohe Zwischenlösung, auf 110 cm als vollwertiges Standmodell. Der Aufbau gelingt ohne Werkzeug: Zwei Führungsstifte rasten ein, dann zieht man die Befestigungsmuffe gegen den Uhrzeigersinn fest.
Optisch bleibt Meaco der Linie treu, der Vorgänger sieht ihm sehr ähnlich. Der Korpus ist weiß, das Spiralgitter an der Front dunkelgrau, die Rückseite trägt feine Längsschlitze, hinter denen die Rotorblätter sicher liegen. Schlank ist das Ergebnis nicht: Der Rotorkopf baut sehr weit in die Tiefe und wirkt dadurch klobig, fast schon plump. Der Rotor selbst misst 25,4 cm, also 10 Zoll.
Meaco Sefte Pro 10: Bilder
Praktisch ist der versenkte Tragegriff hinten im Kopf, den Meaco als Griffmulde ins Logo gelegt hat. Die knapp 6 kg trägt man damit ohne Mühe. Zur Reinigung lässt sich das Frontgitter abnehmen: eine Schraube an der Unterseite lösen, das Gitter gegen den Uhrzeigersinn drehen, fertig. Die Oszillation läuft weich, so wie man es aus der Sefte-Reihe kennt.
Der Strom kommt über ein externes Netzteil mit Rundhohlstecker, das 12 V bei 3 A liefert. Der Anschluss sitzt im Sockel, das Kabel hängt also nicht vom Kopf herab, bleibt mit 1,6 m aber genauso kurz wie beim Vorgänger. Das Gerät gibt es nur in Weiß. Meaco gewährt drei Jahre Garantie, nimmt davon aber Akku, Fernbedienung und Netzteil aus. Wer über eine Schaltsteckdose eines Drittanbieters schaltet, verliert sie ganz.
Windkraft, Lautstärke & Oszillation
Meaco nennt 1150 m³/h Luftumwälzung und maximal 7,07 m/s, womit der Vorgänger praktisch gleichauf liegt. Die beworbene Reichweite von 32 m illustriert der Hersteller mit der Länge einer Boeing 737 – und übertreibt maßlos. Gemessen landet der Sefte Pro 10 im Mittelfeld: Auf 5 m ist der Luftstrom deutlich spürbar, auf 7,5 m nur noch etwas, auf 10 m nehmen wir kaum mehr wahr. Das ist keine Katastrophe, aber ganz sicher keine 32 m. Auf 10 m liegt er gleichauf mit dem Meaco Sefte 6, einem Tischmodell mit 21 cm Durchmesser; auf dieser Distanz erreicht im ganzen Testfeld nur der Dreo Turbopoly 765S (Testbericht) ein „gut“. Der Luftstrom kommt dabei eher gebündelt als breit gefächert.
Die Windstärke regelt der Ventilator in 12 Stufen, die App bietet dieselben 12. Beim Geräusch messen wir in 0,5 m Abstand 27 dB auf der niedrigsten und 56 dB auf der höchsten Stufe. Der Vorgänger kam auf 24,3 und 43,2 dB und ist damit an beiden Enden leiser, oben um fast 13 dB. Meaco wirbt mit „ab 25 dB“, das Handbuch führt diese 25 dB(A) als Schallleistungspegel. Die 27 dB im Leerlauf sind zusammen mit dem Dreo Turbopoly 765S der höchste Wert der 2026 von uns gemessenen Ventilatoren, die 56 dB reichen für Rang vier unter den lautesten Geräten des Testfelds.
Die ruhige Oszillation gehört zu den Stärken des Geräts. Horizontal schwenkt der Kopf motorisiert um 30, 75 oder 120 Grad, vertikal um 20, 30 oder 65 Grad. Beide Richtungen lassen sich einzeln abschalten und laufen auf Wunsch gleichzeitig, eine Pausentaste friert die Bewegung an jeder Stelle ein.
Bedienung & App
Am Gerät sitzen wie schon beim Vorgänger nur zwei Touch-Tasten: Standby und Geschwindigkeit. Ein langer Druck auf die Geschwindigkeitstaste wechselt die Modi, den vollen Funktionsumfang deckt das nicht ab. Dazu kommt ein konstruktiver Patzer: Display und Bedieneinheit liegen tief unter dem Kopf, große Menschen müssen sich zum Bedienen bücken. Das runde LED-Display zeigt Raumtemperatur, Modus, Timer und WLAN-Status und lässt sich per Taste abschalten, darüber meldet eine LED den Akkustand von weiß für voll bis rot blinkend unter 10 Prozent.
Die Fernbedienung bleibt rund, flach und unbeleuchtet, trägt aber zehn Tasten für Power, Modus, Geschwindigkeit, beide Schwenkrichtungen, Pause, Timer, Licht und Mute. Der sichtbarste Fortschritt gegenüber dem Vorgänger: Die Tasten leuchten fluoreszierend im Dunkeln nach. Das Handbuch nennt 4 m Reichweite, im Test funktioniert sie bis 6 m. Magnetisch hält sie mittig auf der Rotorkopf-Front, allerdings nicht besonders fest.
Im Nachtmodus schaltet sich das Display ab, die Töne verstummen, und die Geschwindigkeit sinkt stündlich um eine Stufe bis auf Stufe 1. Der Eco-Modus koppelt die Stufe an die Raumtemperatur: unter 19 °C läuft Stufe 1, ab 30 °C Stufe 12. Ein- und Ausschalt-Timer decken je 1 bis 12 h ab, den Piepton schaltet die Mute-Taste stumm.
Die Meaco-App setzt auf einen Tuya-Unterbau und verlangt zwingend ein Konto. Zum Koppeln hält man die Modustaste zwei Sekunden gedrückt, bis das WLAN-Symbol blinkt. Erfreulich: Der Ventilator funkt auf 2,4 und 5 GHz und benötigt keinen Hub. Die App bündelt alle Funktionen der Fernbedienung, dazu die Tuya-Standardkost aus Automatisierungen, Gruppen, Gerätefreigabe und Offline-Benachrichtigung. Per Kontoverknüpfung gehorcht er auch Alexa und Google Assistant. Matter, Home Assistant und Homekit weist Meaco nicht aus.
Akku & Stromverbrauch
Der Lithium-Ionen-Akku sitzt im Sockel, ein Knopf öffnet die Klappe, ein Zugband holt die Zelle heraus. 7,2 V und 9200 mAh ergeben 66,24 Wh, gut dreieinhalbmal so viel wie beim Meaco Sefte 6; der Vorgänger kam ganz ohne Akku aus. Laut Handbuch läuft der Ventilator ohne Schwenken 40 h auf Stufe 1, 21,5 h auf Stufe 6 und 10 h auf Stufe 12, mit Oszillation nur 11 h, 8,5 h und 5,5 h. Das können wir aus unsrem Test in etwa bestätigen. Geladen wird über den Rundhohlstecker, USB-C fehlt. Immerhin lässt sich der Akku tauschen, ein Ersatz ist separat erhältlich.
Ohne eingesetzten Akku messen wir 3 W auf der niedrigsten und 21,9 W auf der höchsten Stufe, dazu je 2 W für horizontale und vertikale Oszillation. Der Vorgänger begnügte sich mit 2,4 und 19,6 W.
Was kostet der Meaco Sefte Pro 10?
Fazit
Der Meaco Sefte Pro 10 ist der flexibelste Ventilator der Sefte-Reihe. Drei Bauhöhen von 59 bis 110 cm decken Schreibtisch, Nachttisch und Wohnzimmer ab, die motorisierte Oszillation verteilt die Luft in beide Richtungen mit je drei Winkeln und läuft dabei butterweich. Der wechselbare Akku mit 66,24 Wh löst ihn von der Steckdose und macht ihn damit wunderbar flexibel einsetzbar. Die App braucht keinen Hub, die Fernbedienung leuchtet nach.
Bezahlt wird das mit Geräusch. Mit 27 und 56 dB liegt der Pro an beiden Enden über dem Meaco Fan Sefte 10, oben um fast 13 dB, und auch der Verbrauch steigt leicht. Die beworbenen 32 m Reichweite erreicht er nicht annähernd. Dazu kommen die tief sitzende Bedieneinheit, der schwache Magnet der Fernbedienung, das fehlende USB-C und eine Garantie, die Akku, Fernbedienung und Netzteil ausspart.
Wer ein wandlungsfähiges Gerät mit Akku, App und solider Verarbeitung sucht und es tagsüber im Wohnraum einsetzt, bekommt für 200 Euro ein rundes Paket. Wer ihn nachts neben dem Bett laufen lassen will oder auf jedes Watt schaut, greift besser zum Switchbot Standventilator mit Akku: Der ist leiser im Leerlauf, sparsamer und günstiger, handelt sich dafür aber billigeren Kunststoff und einen Hub-Zwang für Matter ein.




