Creative Muvo Free im Test: Winziger Bluetooth-Lautsprecher für 25 Euro


Der Mini-Bluetooth-Lautsprecher Creative Muvo Free wiegt nur 85 g und kostet 25 Euro. Clip und Magnet halten ihn am Rucksack. Wir haben ihn getestet.

Der Creative Muvo Free ist der kleinste mobile Lautsprecher im Programm des Herstellers. Er misst 5,0 × 7,2 × 3,05 cm, wiegt 85 g und hängt wahlweise am Clip, am Magneten oder an der Trageschlaufe. Damit unterbietet er jeden anderen Mini-Bluetooth-Lautsprecher im Testfeld deutlich: Der JBL Go 4 bringt 190 g auf die Waage, der Klipsch Austin fast 400 g.

Auf seinen deutschen und europäischen Produktseiten führt Creative den Muvo Free nicht mehr. Im Handel ist er weiterhin breit verfügbar, aktuell für 25 Euro bei Amazon. Er tritt damit gegen Modelle wie den JLab Pop Party und den Hama Tube 4.0 an, die in derselben Preisklasse spielen, aber deutlich mehr Gehäusevolumen mitbringen. Die Testfrage liegt auf der Hand: Was bleibt vom Klang, wenn ein Lautsprecher nur 85 g wiegt?

Design und Verarbeitung des Creative Muvo Free

Mit 85 g inklusive Trageschlaufe ist der Muvo Free ein Leichtgewicht. Bei Maßen von 5,0 × 7,2 × 3,05 cm passt er in jede Hosentasche. Die Form wirkt leicht organisch und fällt angenehm aus der Reihe der üblichen Quader und Zylinder. In der Hand fühlt sich der Speaker ausgesprochen gut an, obwohl er fast ausschließlich aus Kunststoff besteht. Creative liefert ihn nur in Schwarz, setzt aber orangefarbene Akzente: Der Aufdruck der drei Knöpfe leuchtet orange, ebenso das Creative-Logo auf der Front und das Stoffnetz hinter der Perforation.

Für die Befestigung gibt es gleich drei Wege: eine Klammer, einen Magneten in dieser Klammer und eine abnehmbare Schlaufe. Der Clip macht einen stabilen Eindruck und lässt sich einhändig anbringen, etwa am Rucksackriemen. Der Magnet arbeitet weniger zuverlässig. An glattem Metall wie einer Kühlschranktür rutscht der Lautsprecher langsam nach unten weg, an einer rauen Oberfläche wie einer Kreidetafel hält er dagegen gut.

Trotz fehlender Gummierung steht der Muvo Free sicher, egal ob hochkant, seitlich oder liegend. Der Wasserschutz fällt allerdings knapp aus: IPX5 schützt gegen Strahlwasser aus jeder Richtung, nicht aber gegen Staub und nicht gegen Untertauchen. JBL Go 4 und Hama Pocket 3.0 bieten hier IP67, der JLab Pop Party immerhin IP55.

Im Karton liegen neben dem Lautsprecher ein 0,3 m kurzes USB-A-auf-C-Kabel, die Schlaufe und eine Kurzanleitung. Ein Netzteil gehört nicht dazu.

Wie gut ist der Klang des Creative Muvo Free?

Im Inneren arbeitet ein einzelner Breitbandtreiber mit 33 mm Durchmesser. Zur Leistung nennt Creative nur einen Spitzenwert von 6 W, eine RMS-Angabe fehlt. Der Frequenzgang reicht von 180 Hz bis 17 kHz und damit an beiden Enden weniger weit als bei jedem anderen Mini-Bluetooth-Lautsprecher im Testfeld. Die Empfindlichkeit gibt der Hersteller mit 80 dB/mW an, einen maximalen Schalldruck nennt er nicht.

In der Praxis wird der kleine Speaker überraschend laut und schlägt gute Handylautsprecher locker. Ab etwa 80 Prozent Lautstärke kratzt und verzerrt er allerdings hörbar. Wer ihn darunter betreibt, bekommt einen sauberen, wenn auch schmalen Klang.

Creative Muvo Free

Bass hat der Muvo Free praktisch keinen. Gute Notebook-Lautsprecher, etwa die eines Macbooks, klingen hier deutlich fülliger und differenzierter. Am besten kommt der Lautsprecher mit Pop und Electro zurecht. Komplexe Musik überfordert ihn: Bei Metal oder Orchesterstücken verschwimmen die Instrumente, sie lassen sich kaum noch auseinanderhalten. Dazu kommt die Abstrahlung, die ausschließlich nach vorn geht – der Muvo Free will auf den Hörer ausgerichtet sein.

Bei den Codecs bleibt es beim Standard SBC, an Profilen unterstützt der Speaker A2DP, AVRCP, HFP und HSP. Zwei Muvo Free lassen sich zu einem Stereopaar koppeln; ein zweites Gerät stand für den Test nicht zur Verfügung.

Ein Mikrofon für Freisprechfunktionen ist eingebaut. Das ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit: Weder der JBL Go 4 noch der JLab Pop Party bringen eines mit.

Bedienung des Creative Muvo Free

Drei Tasten steuern den Muvo Free. Der Power-Knopf dient zugleich als Multifunktionstaste für Wiedergabe und Anrufe, daneben sitzen Lautstärke plus und minus. Ein langer Druck auf eine der beiden Lautstärketasten springt zum nächsten oder vorherigen Titel. Beleuchtet sind die Tasten nicht, dank ihrer Haptik lassen sie sich aber auch im Dunkeln sicher unterscheiden.

Eine LED zeigt den Zustand an: Weißes Blinken steht für den Pairing-Modus, rotes Dauerlicht für den Ladevorgang, rotes Blinken für einen schwachen Akku. Eine echte Ladestandsanzeige gibt es nicht.

Creative Muvo Free

Eine App bietet Creative für den Lautsprecher nicht an – damit fehlt auch jeder Equalizer. Das ist ein deutlicher Rückstand auf die Konkurrenz: Der JLab Pop Party liefert in derselben Preisklasse einen Zehnband-Equalizer samt eigenem Profil. Die Verbindung läuft über Bluetooth 5.4 mit einer Reichweite von 10 m.

Der Akku des Creative Muvo Free

Im Muvo Free steckt ein Lithium-Polymer-Akku mit 450 mAh, geladen wird über USB-C. Das ist die mit Abstand kleinste Zelle im Testfeld: Der Hama Pocket 3.0 kommt auf 1050 mAh, der Hama Tube 4.0 sogar auf 1300 mAh.

Trotzdem hält der Lautsprecher durch. Creative verspricht bis zu neun Stunden – bei mittlerer Lautstärke bestätigt sich diese Angabe im Test. Die beiden Hama-Modelle laufen mit 14 und 12 h zwar länger, benötigen dafür aber die dreifache Akkukapazität.

Der Akku ist bereits nach etwa einer Stunde wieder voll. Andere Geräte lädt der Muvo Free nicht, eine Powerbank-Funktion fehlt.

Was kostet der Creative Muvo Free?

Der Creative Muvo Free kostet aktuell 25 Euro bei Amazon.

Fazit

Der winzige Bluetooth-Lautsprecher Creative Muvo Free wiegt 85 g, hängt per Clip, Magnet oder Schlaufe an Rucksack, Tasche oder Gürtel und steht überall sicher. Die Verarbeitung fällt für 25 Euro erfreulich gut aus, die organische Form hebt ihn optisch ab, und die versprochenen neun Stunden Akku hält er bei mittlerer Lautstärke ein. Das Mikrofon ist in dieser Preisklasse ein seltenes Extra.

Der Klang ist auch wegen des geringen Gewichts eher durchwachsen. Der Bass fehlt fast vollständig, komplexe Musik verschwimmt, ab 80 Prozent Lautstärke kratzt der Speaker hörbar. Auch das Drumherum bleibt sparsam: keine App, kein Equalizer, keine Ladestandsanzeige. IPX5 schützt gegen Regen und Spritzer, aber weder gegen Staub noch gegen einen Sturz ins Wasser und der Magnet hält nur auf rauen Oberflächen.

Für unterwegs und für Pop aus dem Rucksack reicht der Muvo Free trotzdem – kein anderer Mini-Bluetooth-Lautsprecher im Testfeld lässt sich so bequem mitnehmen. Wer mehr Klang und robusteren Wasserschutz will, greift zum JBL Go 4, der aber mehr als das Doppelte wiegt und kein Mikrofon hat. Wer den Klang anpassen möchte, findet beim JLab Pop Party einen Zehnband-Equalizer. Und wer Ausdauer sucht, ist mit dem Hama Tube 4.0 besser bedient, verzichtet dafür auf jeden Wasserschutz.



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