Litheli Frozen Pack im Test: Rucksack mit Kompressor-Kühlbox & Akku


Die Kompressor-Kühlbox Litheli Frozen Pack kühlt auf bis zu -20 °C und lässt sich dank Rucksack-Tragesystem bequem transportieren. Im Test überzeugt sie mit Tempo und leisem Betrieb.

Kompressor-Kühlboxen gibt es viele, doch der Litheli Frozen Pack fällt aus dem Rahmen. Statt auf Griff oder Rollen setzt der Hersteller auf ein Rucksack-Tragesystem mit Schulter- und Beckengurten. Damit richtet sich die kompakte Kühl- und Gefrierbox an Nutzer, die abseits von Straßen und Steckdosen unterwegs sind. Im Test zeigt der Frozen Pack für rund 230 Euro, ob das ungewöhnliche Konzept im Alltag überzeugt und ob die versprochene Kühlleistung stimmt.

Design & Verarbeitung

Mit Abmessungen von 57 cm × 35 cm × 54 cm, einem nutzbaren Innenraum von 16 l und einem Gewicht von rund 15 kg ist der Frozen Pack verhältnismäßig kompakt gebaut. Das Gehäuse wirkt robust und ist sauber verarbeitet. Das eigentliche Highlight ist das Rucksack-Tragesystem mit gepolsterten Schultergurten und Beckengurt. Damit lässt sich die Kühlbox tatsächlich auf dem Rücken transportieren – ein Novum in diesem Segment.

Der Tragekomfort ist erfreulich hoch, selbst bei schmaler gebauten Personen. Leicht ist die Box im beladenen Zustand zwar nicht, doch die Gewichtsverteilung über Schultern und Hüfte funktioniert deutlich besser als bei klassischen Kühlboxen mit Tragegriff. Die Gurte lassen sich bei Bedarf abnehmen, wodurch das Gesamtpaket noch ein bisschen kompakter wird – praktisch für die Lagerung oder den Transport im Fahrzeug. Der Innenraum bietet trotz der schlanken Bauform ausreichend Platz für Tages- und Wochenendausflüge.

Bedienung & Ausstattung

Die Bedienung erfolgt über ein Display an der Front, an dem sich Zieltemperatur und Betriebsmodus einstellen lassen. Der Temperaturbereich reicht stufenlos von +20 °C bis -20 °C. Damit taugt der Frozen Pack sowohl zum Kühlen von Getränken als auch zum Tiefkühlen von Lebensmitteln oder Eis. Wer will, kann die Anzeige auf Fahrenheit umstellen.

Bei den Betriebsmodi gibt es zwei Varianten: Der Eco-Modus arbeitet energiesparend und eignet sich für Getränke und unempfindliche Lebensmittel. Der Max-Modus regelt häufiger nach, verbraucht mehr Energie und ist bei empfindlicher Ware wie Fleisch oder Fisch die bessere Wahl. Für den Betrieb im Auto steht zusätzlich ein einstellbarer Batterieschutz bereit, der die Fahrzeugbatterie vor Tiefentladung bewahrt.

Besonders flexibel zeigt sich der Frozen Pack bei der Stromversorgung: Er läuft über die Wechsel-Akkus der Litheli U20-Serie, über das mitgelieferte 12-V-Autoladekabel oder per Haushaltssteckdose mit 230 Volt. Die U20-Akkus sind zudem mit Werkzeugen und weiteren Outdoor-Geräten des Herstellers kompatibel und lassen sich unterwegs auch als Powerbank für Smartphone und Laptop nutzen. Im Test hatten wir etwa die elektrische Luftpumpe U20 und die elektrische Mini-Kettensäge von Litheli.

Kühlleistung

Im Praxistest bestätigt der Frozen Pack die Herstellerangaben nahezu punktgenau. Laut Litheli kühlt der Inverter-Kompressor von 25 °C auf 0 °C in nur 15 Minuten herunter. Bei einer Raumtemperatur von 24 °C erreicht die Box im Eco-Modus nach 15 Minuten -1 °C, nach 30 Minuten steht die Anzeige bereits bei -13 °C. Die niedrigste Temperatur von -20 °C wird nach rund 48 Minuten erreicht – ein guter Wert für ein Gerät dieser Größenklasse.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft den Transport im Betrieb: Klassische Kompressor-Kühlboxen muss man nach einem Transport üblicherweise mehrere Stunden aufrecht stehen lassen, bevor man sie einschalten darf. Der Grund liegt im Kältemittel-Kreislauf, der sich beim Kippen oder Schütteln verlagern kann und den Kompressor sonst beschädigen könnte. Der Frozen Pack ist hier eine Ausnahme: Dank seiner Bauweise darf man ihn problemlos auf dem Rücken tragen, während er aktiv kühlt. Damit fällt eine der größten Einschränkungen mobiler Kompressor-Kühlung komplett weg – ein klarer Vorteil für alle, die unterwegs nicht warten wollen.

Auch die Konstanz überzeugt: Die eingestellte Temperatur hält die Box zuverlässig. Positiv fällt zudem auf, dass die Innentemperatur bei geschlossenem Deckel auch ohne aktive Kühlung mehrere Stunden stabil bleibt – die dreilagige Isolierung leistet hier gute Arbeit.

Der Stromverbrauch fällt vor allem im Eco-Modus moderat aus. Die Laufzeit der Akkus hängt aber stark vom eingestellten Kältegrad, der Temperatur der Lebensmittel und Getränke sowie der Umgebungstemperatur ab. Litheli gibt eine mobile Kühlleistung von bis zu 6 Stunden mit den beiden mitgelieferten 4,0 Ah Akkus an. Diese Angabe ist realistisch, wenn man das Gerät bei einer moderaten Innentemperaturen zwischen 0 und 8 Grad Celsius betreibt. Bei hoher Außentemperatur und einer Einstellungen von -20 °C sind die Akkus deutlich schneller leer. Bei Minustemperaturen hält ein Akku dann noch etwa eine bis eineinhalb Stunden.

Für die Stromversorgung unterwegs sorgen die Letheli-Akkus mit integrierter Powerbank-Funktion.

Ein Pluspunkt des Kühl-Rucksacks ist die niedrige Lautstärke des Kompressors. Der Hersteller gibt maximal 35 Dezibel an, im Test bestätigt eine App-Messung maximal 36 Dezibel in einem Meter Entfernung. Damit gehört der Frozen Pack zu den leisesten Kompressor-Kühlboxen am Markt – direkt neben dem Kopfkissen sollte sie zwar nicht stehen, im Alltag fällt sie aber kaum auf.

Preis

Der Litheli Frozen Pack mit zwei Wechsel-Akkus ist aktuell schon ab rund 230 Euro erhältlich – in der Vergangenheit lag der Preis deutlich höher. Für ein Gerät mit Kompressor, flexibler Stromversorgung und einzigartigem Rucksack-Design ist der geringe Aufpreis gegenüber klassischen Kühlboxen gerechtfertigt.

Fazit

Der Litheli Frozen Pack ist eine der ungewöhnlichsten Kompressor-Kühlboxen am Markt. Das Rucksack-Tragesystem eröffnet neue Einsatzgebiete: Wandern, Radfahren oder Angeln fernab von Straßen sind mit einer aktiv gekühlten Box plötzlich problemlos möglich. Besonders praktisch: Anders als bei üblichen Kompressor-Kühlboxen muss man den Frozen Pack nach dem Transport nicht erst stundenlang stehen lassen, sondern kann ihn tragen und gleichzeitig kühlen.

Auch die Kühlleistung überzeugt. Der leise Betrieb mit maximal 35 dB, die dreilagige Isolierung und die flexible Stromversorgung über Wechsel-Akku, 12/24 Volt oder Steckdose runden das Paket ab. Die 16 Liter Nutzvolumen reichen für Tagesausflüge oder ein Camping-Wochenende zu zweit, für größere Gruppen ist die Box dagegen zu klein.



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