Gelöschte Apps belegen weiterhin Speicherplatz


„Speicherplatz auf Laufwerk C: unzureichend“ – vom Bluescreen of Death abgesehen, ist das wohl eine der nervigsten Fehlermeldungen, die man auf einem Windows-PC erhalten kann. Sie bedeutet: Du musst aufräumen und unnötige Programme deinstallieren. Blöd nur, dass das nicht immer hilft.

Ein Post im Developers Blog von Microsoft liefert jetzt eine Erklärung dafür, warum das Entfernen von Apps unter Windows 11 nicht immer auch zu mehr Speicherplatz führt. Wurde die Anwendung aus dem Microsoft Store als App heruntergeladen, wird sie nämlich nicht im herkömmlichen Sinne „deinstalliert“.

„Entfernen“ ≠ „Deinstallieren“: So funktioniert das MSIX-Format von Microsoft

Der Grund dafür ist, dass Microsoft Anwendungen im hauseigenen Store im speziellen Format MSIX bereitstellt. „Microsoft hat dieses Format entwickelt, um Apps sauber zu installieren, sie aktuell zu halten und unnötige Registry-Einträge […] zu vermeiden“, fasst pcworld.com zusammen.

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Das MSIX-Format soll das Handling von Anwendungen also einfacher machen. Der Haken ist jedoch, dass das „Entfernen“ hier nicht zwangsläufig mit „Deinstallieren“ gleichzusetzen ist. Howard Kapustein, leitender Softwareentwickler bei Microsoft, erklärt das in einem Post in Microsofts Dev Blog.

Die Deinstallation von Software bedeute normalerweise, dass Binärdateien gelöscht, Verzeichnisse sowie Runtime-Artifacts entfernt und Registry-Einträge bereinigt werden. In MSIX existiere „dieses Modell schlichtweg nicht“.

Die vier Stadien einer App aus dem Microsoft Store

Das Systemdesign von MSIX sieht stattdessen vier Stadien einer Anwendung vor: „bereitstellen“ (engl. „stage“), „registrieren“ („register“), „abmelden“ („deregister“) und „entfernen“ („destage“). „Entfernt“ ein User eine Anwendung, wird sie nicht im klassischen Sinne deinstalliert. Stattdessen kann sie weiterhin auf der Festplatte verbleiben, ist ab diesem Zeitpunkt aber nicht mehr für den User sichtbar.

„Beim Entfernen eines Pakets werden die Paketdateien nicht zwangsläufig von der Festplatte gelöscht“, erklärt Kapustein. „Stattdessen konzentriert sich die Operation in erster Linie auf die Entfernung der Registrierungen und Systemintegrationen des Pakets. Aus Sicht des Nutzers ist die Anwendung verschwunden. Aus Sicht des Betriebssystems kann das Paket jedoch weiterhin auf der Festplatte vorhanden sein – verfügbar für und möglicherweise auch in Verwendung durch andere Benutzer.“

Nutzer:innen melden sich mit dem Klick auf „Entfernen“ also vor allem ab und haben dann keinen weiteren Zugriff auf die Anwendung. Sie wird unsichtbar. Erkennen, dass sie sich weiterhin auf der Festplatte befindet, können sie lediglich an der unveränderten Belegung des Speicherplatzes.

MSIX-App entfernen: Microsoft-Entwickler kündigt weitere Details an

Kapustein verspricht am Ende seines Blogposts, in einem zweiten Teil genauer darauf einzugehen, welche Verweise und Komponenten auf dem Rechner im Verborgenen zurückbleiben. Vielleicht ergibt sich aus diesen Informationen dann auch ein manueller Workaround zum endgültigen Löschen der Daten.



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