
Nvidias zweite Titan X ist zehn Jahre alt geworden. Zeitweise das Flaggschiff der Pascal-GPUs, musste die Karte ihre Krone schon bald mit der GTX 1080 Ti teilen, die für weniger Geld teilweise mehr FPS auf den Tisch zauberte. Nur beim VRAM blieb die Titan ungeschlagen: 12 GB gab es nur direkt bei Nvidia und kosteten 1.299 Euro.
Die zweite Titan X erschien am 2. August 2016 und war Nvidias erste Titan ohne das GTX-Prefix. Die Vorstellung am 22. Juli wurde zu einer kleinen Überraschung: Die Titan X brachte den kleinen Bruder der bisher nur im Datacenter verwendeten GP100 auf den Consumer-Markt. Zwar durfte erst die Titan Xp wirklich auf den Vollausbau der GP100 setzen, doch auch der GP102 in der Titan X stellte mit 3.584 Shader-Einheiten rund 40 Prozent mehr Einheiten als die GTX 1080 zur Verfügung. Der Abstand zu Nvidias Tesla P100 mit rund 3.840 Shadern schmolz dahin. Der Leistungssprung versprach Gewaltiges.
Kein HBM2, dafür aber 12 GB GDDR5
Dass die Grafikkarte dann aber doch nicht einfach nur eine leicht gebinnte Variante des Server-Chips war, zeigte sich beim Speicher: Zwar behielt Nvidia die 12 GB VRAM bei, doch nutzte sie statt HBM2 nur GDDR5. Das entsprach gegenüber der GTX 1080 einem rund 50 Prozent größeren Speicherausbau. Deutlich höher fiel dementsprechend auch der Stromverbrauch aus, denn anstelle der 180 Watt einer GTX 1080 genehmigte sich die Titan X nun 250 Watt. Das stellte damals eine deutliche Effizienzsteigerung dar, die GTX Titan X der Maxwell-Generation verbrauchte als direkter Nachfolger ebenfalls 250 Watt, lieferte aber deutlich weniger Leistung.
Sperrspitze für mehrere Monate
Die Titan X lieferte in Spielen zur damaligen Zeit eine ganz andere Leistung ab als bisherige Consumer-Karten: In UHD-Tests setzte sich die Titan rund 32 Prozent vor eine GTX 1080 im Referenzdesign und saß damit unangefochten auf dem Thron der Gaming-GPUs. Die zu diesem Zeitpunkt ein Jahr alte AMD R9 Fury X mit 4 GB HBM bot zwar die modernere Speichertechnologie, aber weniger Leistung als die GTX 1080 und war für die Titan keine Konkurrenz. Erst die GTX 1080 Ti konnte der Titan X etwas anhaben.
Verkauf direkt bei Nvidia
Der Verkauf der Titan X startete am 2. August 2016 direkt bei Nvidia für 1.299 Euro. Schon damals limitierte Nvidia die Bestellmenge auf zwei Grafikkarten pro Kunden.
GTX 1080 Ti folgte im Jahr darauf
Leistung war damals keine Mangelware: Nach der Titan X brachte die GTX 1080 Ti im März 2017 die Leistung der Titan X für 819 Euro auf die Straße, im Dezember 2017 erschien mit der Titan Xp dann der Vollausbau des GP102. Im Sommer 2018 folgte dann die RTX-20-Serie.





