Großes Hardware-Update: Apple rüstet Mac mini und Mac Studio auf


Weiterlesen nach der Anzeige

Unerwarteter Hardware-Paukenschlag aus Cupertino: Apple kündigt überraschend ein großes Update des Mac mini und Mac Studio nebst zweier neuer Prozessoren an. Neu sind der M6 und M5 Pro im Mac mini sowie der M5 Max und M5 Ultra im Mac Studio. Apple nennt im Vergleich zu den Vorgängermodellen mit M4, M4 Pro, M4 Max und M3 Ultra deutliche Leistungszuwächse. Besonders stark im Fokus: Lokale KI. Adressaten dürften hier vor allem Unternehmenskunden sein.

Der Zeitpunkt der Ankündigung ist ungewöhnlich: In früheren Jahren behielt sich Apple neue Macs für den Herbst vor. Dass statt Oktober oder November schon im August neue Modelle vorgestellt werden, sei der hohen Nachfrage geschuldet, ist aus Cupertino zu hören. Besonders der Einsatz von KI-Agenten wie OpenClaw hat Apple kräftige Nachfrage beschert. Damit einher ging auch ein Bedarf an leistungsstarken Nachfolgern. Vorbestellungen der neuen Macs sind ab heute möglich, der Verkaufsstart ist für den 22. September geplant.

Bemerkenswert ist, wie Apple mit den neuen Macs bei seinen Versionsbezeichnungen auseinanderdriftet. War der M3 Ultra bisher der Ausreißer der M4-Linie, sprintet nun der M6 an den M5 vorbei. Dabei ist der M6 der erste in 2-Nanometer-Bauweise hergestellte Apple-Chip. M5 Pro, M5 Max und M5 Ultra verbleiben bei der 3-Nanometer-Strukturbreite. Der M5 Ultra, der zwei M5-Max-Dies per UltraFusion verbindet, hat eine deutlich verbesserte Interconnect-Bandbreite von 4,4 TByte/s – zum Vergleich: beim M3 Ultra waren es 2,5 TB/s.

Der Mac mini bekommt als erster Computer von Apple den M6-Chip. Äußerlich ändert sich am Gerät fast nichts.

(Bild: Apple)

Der Mac mini mit M6 macht einen Zwei-Generationen-Sprung beim Chip. Die CPU hat 12 Kerne (2 Super-Cores, 4 Performance-, 6 Efficiency-Cores) und soll beim Multi-Threading bis zu 40 Prozent schneller sein als der M4. Die 12-Core-GPU bringt erstmals die Neural Accelerators in den Mac mini und soll für bis zu 4-mal höhere KI-Rechenleistung und zweifach schnellere Grafikleistung gegenüber dem M4 sorgen. Ordentlich draufgepackt hat Apple auch bei der Neural Engine. Bei ihr handelt es sich um eine Dual-16-Core-Neural Engine. Das Unified Memory mit bis zu 170 GB/s Bandbreite legt ebenfalls gegenüber dem M4 zu. Der M6 kann mit bis zu 32 GB Unified Memory ausgestattet werden.

Weiterlesen nach der Anzeige

Für den Mac mini mit M5 Pro verspricht Apple bis zu vier Mal schnellere KI-Workloads. Der Chip debütierte bereits im März 2026 im MacBook Pro. Er kann im Mac mini mit bis zu 64 GB Unified Memory bestellt werden. Zu den weiteren Verbesserungen – sowohl des Mac mini mit M6 als auch des M5 Pro – zählen bis zu zweifach schnellerer Speicher, der Einbau des Apple-eigenen N1-Chips für Wi-Fi 7 und Bluetooth 6 sowie als neuer Standard ein 2,5-Gigabit-Ethernet-Port (bislang 1 Gbit/s). Weiterhin kann der LAN-Port gegen Aufpreis auf 10 Gbit/s aufgerüstet werden. Das Kühlsystem ist das gleiche geblieben. Die Basiskonfigurationen beginnen weiterhin bei 16 GB.

Ein wichtiger Unterschied: Der Mac mini mit M6 hat drei Thunderbolt-4-Ports, nur der M5 Pro bekommt Thunderbolt 5 – und damit auch die Cluster-Fähigkeit für lokale KI-Modelle.

Der Mac Studio mit dem im Frühjahr im MacBook Pro vorgestellten M5 Max macht ebenfalls einen ordentlichen Leistungssprung gegenüber dem Vorgänger M4 Max: Die 18-Core-CPU soll bis zu 30 Prozent schneller sein, die 40-Core-GPU bis zu 50 Prozent. Neural Accelerators stecken nun in jedem einzelnen GPU-Core, was laut Apple bis zu vierfach schnellere KI-Aufgaben ermöglicht. Er kann mit bis zu 128 GB Unified Memory konfiguriert werden und hat eine Speicherbandbreite von bis zu 614 GB/s.

Der Mac Studio wird vor allem als „KI-Kraftwerk“ weiterentwickelt. Hier im Bild mit LM Studio und MATLAB.

(Bild: Apple)

Den größeren Sprung markiert der M5 Ultra, der Nachfolger des M3 Ultra. Die 36-Core-CPU (12 Super-, 24 Performance-Cores) soll gegenüber dem M3 Ultra bis zu 30 Prozent mehr Multi-Thread-Leistung liefern. Die 80-Core-GPU bringt erstmals Neural Accelerators in den Ultra-Chip und soll dadurch bis zu 4,5 Mal höhere KI-Rechenleistung erzielen, dazu kommen ein überarbeiteter Shader-Core sowie eine Raytracing-Engine der dritten Generation für bis zu 80 Prozent mehr Grafikleistung. Auch beim Unified Memory legt Apple kräftig zu: Die Bandbreite steigt um 50 Prozent auf 1,2 TB/s, die maximale Kapazität liegt bei 512 GB. Für Workflows mit besonders hohem Rechenbedarf – etwa das Training von KI-Modellen oder das Ausführen von Modellen mit über einer Billion Parametern – lassen sich mehrere Mac Studios per Thunderbolt 5 clustern. Apple nutzt hierzu RDMA (Remote Direct Memory Access) als Grundlage.

Der UltraFusion-Bandbreitensprung beim M5 Ultra ist die erste echte Leistungssteigerung beim Interconnect seit Einführung der Technologie im Jahr 2022. Wohl deshalb dürfte Apple auch den M4 Ultra übersprungen haben. Kräftig zugelegt hat der M5 Ultra auch bei der Media Engine. Sie schafft bis zu 33 gleichzeitige 8K-ProRes-422-Streams bei 30 fps.

Zwei Hürden, die auch das große Upgrade der Geräte nicht senkt, sind die Preise und die Verfügbarkeit. Apple hatte vor einigen Wochen aufgrund der Speicherknappheit seine Preise deutlich erhöht. So wird der Mac mini M6 in seiner Grundkonfiguration mit 1049 Euro zu Buche schlagen – deutlich über dem Startpreis des Mac mini M4 vor zwei Jahren, der bei 699 Euro lag. Und der Preis wurde jetzt erneut erhöht, denn zuletzt kostete der Mac mini mit M4 949 Euro. Der Mac mini M5 Pro ist ab 1999 Euro erhältlich, der Mac mini M4 Pro lag zum Start noch bei 1649 Euro. Der Mac Studio mit M5 Max ist ab 2999 Euro zu haben (Mac Studio M4 Max zum Marktstart 2499 Euro). Sehr deutlich ist der Preisunterschied beim Mac Studio M5 Ultra im Vergleich zum Marktstart des M3 Ultra. Statt 4999 Euro gehen die Preise bei 6599 Euro los.

Von Apple ist zu hören, dass man so viele Geräte produzieren werde, wie man könne – übersetzt: die erwartete Nachfrage droht offenbar das Angebot zu übersteigen, es könnten Wartezeiten entstehen. Die mit 512 GB Unified Memory ausgestattete Variante des Mac Studio ist grundsätzlich erst ab Ende Oktober erhältlich.

Während die Preise ambitionierte Privatkunden zögern lassen könnten, dürfte sich das aus Sicht mancher Unternehmenskunden anders darstellen: Sie können den massiven Leistungszuwachs von Apples „KI-Kraftwerken“ gegen die Tokens gegenrechnen, die sie sparen, wenn sie auf On-Device-KI statt Cloud-Anbieter setzen. Weitere Argumente für lokale KI sind Datenschutz und Datensouveränität. Apple, das offenbar selbst von der starken KI-bedingten Nachfrage nach seiner Hardware überrascht wurde, will jetzt offenbar die Gunst der Stunde nutzen und den KI-Ball mit deutlichen Leistungszuwächsen weiter nach vorn spielen. Auch der Wechsel auf 2 nm beim M6 ist ein Fingerzeig. Die größte Herausforderung dürften aus Sicht Cupertinos aktuell nicht die Preise sein, sondern, ob es gelingt, die Nachfrage zu bedienen.


(mki)



Source link

Leave a Comment