Der Influencer-Wirtschaft wird manchmal vorgeworfen, dass hinter der schönen Fassade nicht viel dahinter ist. Ein neuer Trend in Gebrauchtwaren-Börsen im Netz stärkt dieses Narrativ – und er wird laut Recherchen wohl auch maßgeblich von Influencern angeheizt. Bei eBay und Co. floriert laut einem Bericht von Wired der Handel mit leeren Originalverpackungen von Luxusgütern. Teilweise würden diese für über 2500 US-Dollar pro Stück gehandelt.
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Bei eBay in den USA fand das Magazin alleine über 160.000 „Empty Box“-Angebote, wovon allerdings viele auch bei unter 25 US-Dollar lagen. In der britischen Version des Auktionsportals wurden 140.000 leere Kisten gefunden. Die Motive der Käufer seien vielfältig. Einige kauften die leeren Verpackungen, weil sie sich einen höheren Wiederverkaufswert für ihre gebrauchten Gegenstände erhoffen, wenn sie zuvor die Originalverpackung weggeworfen haben. Teils sollen auch Kriminelle zur Kundschaft gehören, die gefälschte Produkte glaubwürdiger erscheinen lassen wollen.
Verpackungen als Deko und Ausdruck der Bedeutung
Ein nicht geringer Anteil werde aber vor allem an Influencer und Content Creator verkauft. Diese nutzten die Verpackungen dann als Dekoration für Instagram- und TikTok-Aufnahmen, etwa, um Partnerschaften mit hochpreisigen Marken vorzugeben oder persönlichen Wohlstand zum Ausdruck zu bringen.
Entsprechend seien unter den offerierten Verpackungen auch solche zu finden, die zu PR-Zwecken gezielt nur an ausgewählte Influencer verschickt werden. Diese würden sie mit Gewinn weiterverkaufen und andere erhoffen sich wiederum eine öffentliche Aufwertung davon, diese Verpackungen vor der Kamera zeigen zu können. Der Bericht stützt diese Aussagen auf Gespräche mit Verkäufern der Gebrauchtplattform Vinted. Solche Verkäufe liefen unter dem Oberbegriff Room Staging oder Social Media Staging.
Gegentrend zu KI-generierten Inhalten
Teilweise würden sogar Dienstleister die Verpackungen einkaufen, um damit Studios zu dekorieren, die sie wiederum an Influencer vermieten. Der lebhafte Handel mit den Verpackungen habe zur Folge, dass aufstrebende Creator zunehmend unter Druck geraten, dass andere ihnen voraus sind, und sich selbst auf die Suche nach den überteuerten Kartons machen.
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Die echten Kartons seien auch deshalb so begehrt, weil Menschen sie – anders als KI-generierte Inhalte – tatsächlich anfassen und zeigen können. Am Ende bleibt es zwar eine Inszenierung, aber eine, die wenigstens menschlich ist.
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(mki)




