Oppo Reno 16 Pro 5G im Test: Kleines Smartphone mit Top-Kamera und großem Akku


Klein aber oho: Das Oppo Reno 16 Pro 5G bietet starke Hardware im kompakten Format: 144-Hz-AMOLED, 200-MP-Kamera und 6000-mAh-Akku.

Die Reno-Reihe von Oppo steht für kompakte, gut ausgestattete Smartphones der gehobenen Mittelklasse – zwischen soliden Alltagsgeräten und echten Flaggschiff-Modellen. Mit dem Reno 16 Pro 5G schickt Oppo den Nachfolger des Reno 15 Pro ins Rennen. Die Eckdaten sind vielversprechend: 144-Hz-AMOLED-Display, Triple-Kamera mit 200-Megapixel-Hauptsensor und 6000-mAh-Akku. Ob das neue Modell hält, was die Zahlen versprechen, zeigt unser Test.

Design

Das Oppo Reno 16 Pro 5G zählt zu den kompakten Android-Smartphones. Mit Abmessungen von 151,2 × 72,4 × 8,4 mm in Weiß oder 151,2 × 72,4 × 8,2 mm in Schwarz ist es ungefähr so groß wie ein Xiaomi 17 und nur geringfügig größer als das Samsung Galaxy S26. Damit passt es problemlos in Hosen- oder Handtaschen. Mit 185 g in Schwarz oder 188 g in Weiß fällt es zudem vergleichsweise leicht aus.

Dank IP68-Zertifizierung soll das Smartphone bis zu 30 Minuten in einer Wassertiefe von einem Meter überstehen. Die zusätzliche Schutzklasse IP69K bescheinigt zudem Widerstandsfähigkeit gegen kurzzeitige Hochdruckreinigung mit heißem Wasser.

Die Verarbeitung wirkt hochwertig: Ein Metallrahmen umfasst die gläserne Rückseite, deren Oberfläche laut Oppo kaltbearbeitet wurde. Auffällig ist die Musterung mit 3D-Lichteffekt: Die Strukturen scheinen sich optisch von der Rückseite abzuheben. Das sieht schick aus, hat aber einen Nachteil: Die glatte Glasrückseite ist etwas rutschig, sodass das Gerät leicht aus den Fingern gleiten kann. An den Ecken ist das Smartphone deutlich abgerundet.

Display

Die Diagonale des AMOLED-Displays beträgt 6,32 Zoll. Mit 2640 × 1216 Pixeln erreicht es eine hohe Pixeldichte von rund 460 ppi. Die Bildqualität ist ausgezeichnet: Farben wirken lebendig, Kontraste kräftig und Inhalte bleiben auch aus schrägen Blickwinkeln gut erkennbar.

Die Bildwiederholrate reicht bis 144 Hz, steht jedoch nur in bestimmten Spielmodi zur Verfügung. Im Alltag arbeitet das Display automatisch mit 60 bis 120 Hz oder lässt sich fest auf 60 oder 120 Hz einstellen. Die hohe Bildwiederholrate sorgt für eine flüssige Darstellung beim Scrollen, in Animationen und beim Spielen, geht aber zulasten der Akkulaufzeit.

Im manuellen Modus erreicht das Display rund 600 cd/m². Bei aktivierter Automatik messen wir etwa 1200 cd/m² – allerdings nicht unter voller Sonneneinstrahlung. Laut Hersteller sollen mit aktivierter automatischer Helligkeitsregelung bis zu 1800 cd/m² im HBM-Modus großflächig möglich sein. Im Freien bleibt die Anzeige damit gut ablesbar, auch wenn einige Konkurrenzmodelle noch höhere Helligkeitswerte erzielen.

Kamera

Die Triple-Kamera ist gut ausgestattet: Die Hauptkamera bietet 200 Megapixel mit f/1,8 und optischer Bildstabilisierung (OIS). Als Teleobjektiv kommt ein 50-Megapixel-Sensor mit f/2,8 und OIS zum Einsatz, der einen 3,5-fachen optischen Zoom bietet. Dazu gesellt sich ein Ultraweitwinkelobjektiv mit ebenfalls 50 Megapixeln und f/2,0. Die Frontkamera löst mit 50 Megapixeln bei f/2,0 auf.

Die Kamera des Oppo Reno 16 Pro 5G liefert bei Tageslicht sehr gute Aufnahmen mit stimmigem Dynamikumfang und ausgeprägten Details. Insgesamt ist die Fotoqualität überzeugend – auch wenn sie nicht ganz das Niveau aktueller Flaggschiff-Smartphones erreicht. Bei starkem Sonnenschein neigt das Objektiv gelegentlich dazu, Lichtstreifen ins Bild zu zeichnen. Der Porträtmodus überzeugt dagegen mit natürlichem Bokeh.

Weitwinkelaufnahmen weichen farblich kaum von der Hauptkamera ab und fügen sich so nahtlos in Fotoserien ein. Auch der Zoom kann sich sehen lassen: Bis zur 7-fachen Vergrößerung bleiben die Aufnahmen detailreich und zeigen kaum Pixelbildung, selbst 30-fache Aufnahmen wirken noch ordentlich. Das Maximum des digitalen Foto-Zooms liegt bei 120-facher Vergrößerung. Die Farbgebung des Teleobjektivs weicht leicht von der Hauptkamera ab – Aufnahmen wirken bei Tageslicht etwas heller.

Bei Nacht lässt die Kamera etwas nach. Die Hauptkamera hellt Aufnahmen zwar gekonnt auf und hält Bildrauschen gut im Zaum – nur in dunkler Umgebung ohne Restlicht stößt sie schnell an ihre Grenzen. Das Teleobjektiv neigt bei Nacht deutlich stärker zu Pixelbildung, das Weitwinkelobjektiv ist bei Dunkelheit kaum brauchbar.

Selfies gelingen gut, auch im Porträtmodus mit sauberem Bokeh. Videos sind in bis zu 4K mit 60 fps möglich und wirken gut stabilisiert mit natürlichen Farben.

Ausstattung

Als Prozessor kommt der MediaTek Dimensity 8550 Super zum Einsatz, flankiert von 12 GB RAM – eine ordentliche Ausstattung. Der interne Speicher beträgt stets 512 GB, allerdings setzt Oppo auf den älteren UFS-3.1-Standard, der bei sequenziellen Lese- und Schreibraten nicht ganz an moderneres UFS 4.0 heranreicht.

Im PCMark-Benchmark erreicht das Gerät rund 18.800 Punkte – ein starkes Ergebnis. Die Grafikleistung zieht zwar nicht mit Top-Chips gleich, ist aber dennoch mehr als solide: 3DMark Wild Life Extreme kommt auf rund 4500 Punkte. Auch für gelegentliches Gaming reicht die Leistung.

Auffällig ist aber: Unter hoher Last wird das Gerät spürbar warm, der Prozessor drosselt dann merklich. Das schlägt sich in einer unterdurchschnittlichen Effizienz von nur 35 Prozent im Stresstest nieder.

Die Schnittstellen sind nicht mehr auf dem neuesten Stand: USB-C 2.0, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4, NFC und ein Infrarot-Port – für den Preis zu wenig, diese Ausstattung ist inzwischen auch in deutlich günstigeren Geräten zu finden. Die Ortung arbeitet dank Glonass, Beidou, Galileo und QZSS präzise.

Der Klang des Stereo-Lautsprechers ist klar, ordentlich und für Videos gut geeignet, für Musikgenuss allerdings weniger. Der Fingerabdrucksensor unter dem Display arbeitet zuverlässig und schnell.

Software

Das Oppo Reno 16 Pro 5G läuft mit Android 16 und der hauseigenen Bedienoberfläche Color OS 16. Der Sicherheitspatch datierte zum Testzeitpunkt im August auf Juni – akzeptabel, aber nicht tagesaktuell. Wir gehen hier von einem Update-Zyklus von rund zwei Monaten aus. Insgesamt gibt sich Oppo beim Update-Support aber großzügig: fünf Jahre Android-Updates, sechs Jahre Sicherheitspatches.

Color OS präsentiert sich aufgeräumt und intuitiv bedienbar. Nettes Detail: Ein Wisch vom Uhrzeitwidget nach unten öffnet direkt die Gerätesuche. Weniger erfreulich ist die vorinstallierte Bloatware – TikTok, LinkedIn und Temu sind ab Werk an Bord und müssen bei Bedarf manuell deinstalliert werden.

Einen deutlichen Schwerpunkt setzt Oppo bei KI-Funktionen, die unter dem Label Oppo AI zusammengefasst sind. Für die Nutzung ist ein Konto erforderlich. Herzstück ist Mind Space: ein KI-Assistent mit Anbindung an Gemini oder Perplexity, der beim Recherchieren und Texten hilft und als digitales Gedächtnis für wichtige Inhalte fungiert. Aufgerufen wird er über den Snapkey – die frei belegbare Zusatztaste an der Gehäuseseite. Ergänzend stehen ein KI-Autor für die Umwandlung von Notizen in Fließtext, ein KI-Übersetzer sowie Voice Scribe für Sprache-zu-Text bereit.

Akku

Der 6000-mAh-Akku ist für das kompakte und schlanke Gehäuse üppig dimensioniert. Möglich macht das die Lithium-Carbon-Technologie. Der PCMark-Battery-Test lieferte allerdings keine plausiblen Werte: Die simulierte Laufzeit von 10 bis 12 Stunden passt nicht zu unseren Praxiserfahrungen. Vermutlich belastet der Benchmark den Prozessor stärker als typische Alltagsszenarien.

Im Alltag hält das Reno 16 Pro 5G problemlos einen Tag durch und bietet auch am nächsten Morgen noch Reserven. Bei der Nonstop-Wiedergabe von YouTube-Videos lief es bei 200 cd/m² Displayhelligkeit mehr als 20 Stunden. Mit bis zu 80 W lässt sich der leere Akku in rund eineinhalb Stunden vollständig laden. Kabelloses Laden fehlt allerdings – in dieser Preisklasse wäre das wünschenswert.

Preis

Mit einer UVP von 1099 Euro ist das Oppo Reno 16 Pro 5G ambitioniert bepreist – zumal es sich eigentlich eher um ein Gerät der gehobenen Mittelklasse und kein echtes Top-Modell handelt. Mittlerweile ist es ab rund 869 Euro zu haben. In Deutschland stehen lediglich zwei Farben zur Wahl: Schwarz und Weiß.

Fazit

Das Oppo Reno 16 Pro 5G ist ein schickes, erfreulich kompaktes Smartphone und gehört damit zu den besten Geräten seiner Klasse. Die Triple-Kamera liefert tolle Bilder und einen starken Zoom – kann aber nicht ganz mit echten Flaggschiff-Smartphones mithalten. Zu den größten Stärken zählen der üppige Akku und das hervorragende Display mit bis zu 144 Hz.

In einigen Bereichen zeigen sich jedoch Schwächen: Bei Anschlüssen und Speicherstandard ist das Reno 16 Pro nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit, kabelloses Laden fehlt gänzlich, und unter Last wird das Gerät spürbar warm – der Chip scheint beim Thema Effizienz noch Luft nach oben zu haben. Gemessen am Gebotenen fällt der Preis insgesamt etwas zu hoch aus.



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