Mit 279 Radarfallen möchte die Slowakei Einnahmen aus Verkehrsstrafen verzehnfachen und hat für das Straßenüberwachungssystem EU-Mittel in zweistelliger Millionenhöhe erhalten. Doch die Radargeräte kommen offenbar aus Russland und sind sicherheitsmäßig ein Desaster. Mangelnde Sicherheit haben sich auch Cyberkriminelle für den weitreichenden LiteLLM-Lieferkettenangriff zunutze gemacht. Dafür verantwortlich gemacht wird TeamPCP. Doch jetzt wurden zwei mutmaßliche Mitglieder dieser Cybergang in Australien gefasst. Derweil hat Rockstar Games umfangreiche Gameplay-Szenen aus „GTA 6“ veröffentlicht – zunächst auf Netflix, einige Stunden später auch bei YouTube. Das Video weiß technisch zu überzeugen, verrät aber auch Story-Elemente. Wer Spoiler vermeiden will, sollte bis zum Erscheinen des Spiels im November warten – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Die Slowakei hat zahlreiche Radarfallen russischer Herkunft fix installiert, die mehrfach unsicher sind und bei der Zertifizierung der Messsoftware betrogen haben. Zudem enthalten sie gleich mehrere Hintertüren. Das hat die für Datensicherheit zuständige Behörde des Landes aufgedeckt und warnt öffentlich vor dem Einsatz dieser stationären Radargeräte mit Kamera, die ursprünglich aus Russland kommen. Diese gehören zu 279 ortsfesten Radargeräten mit Kamera, die die Slowakei installiert hat, um ihr Straßenüberwachungssystem zu erneuern. Dafür hat das Land 30 Millionen Euro aus EU-Mitteln erhalten, aber das erklärte Ziel ist eine Verzehnfachung der Einnahmen aus Verkehrsstrafen. Dabei ist es offenbar Betrügern und Spionen zum Opfer gefallen: Russische Radarfallen mit falscher Software und Hintertüren in der Slowakei.
Australische Ermittler haben mithilfe des FBI zwei Personen in Westaustralien festgenommen, die der TeamPCP genannten Gruppe von Cyberkriminellen angehören sollen. Die Behörde spricht von einem globalen Cybercrime-Syndikat, deren Schadcode weltweit möglicherweise mehr als 1000 Organisationen kompromittiert haben könnte. Dabei sollen schätzungsweise über eine halbe Million Zugangsdaten und mindestens 300 Gigabyte an Daten gestohlen worden sein. Den beiden verhafteten Männern werden insgesamt 14 Straftaten vorgeworfen, die jeweils drei bis 20 Jahre Gefängnis nach sich ziehen könnten. Dabei geht es um Computerkriminalität und Geldwäsche im großen Stil. Das FBI vermutet, dass einer der Männer der Anführer von TeamPCP ist: Zwei mutmaßlich zu TeamPCP gehörende Cyberkriminelle in Australien verhaftet.
Netflix und Rockstar Games haben ihr vorab angekündigtes Gameplay-Video aus „GTA 6“ veröffentlicht. Das Video ist 25 Minuten lang und zeigt verschiedene Gameplay-Szenen aus dem kommenden Action-Spiel. Wer vorher nichts von der Story wissen möchte, sollte das Video besser überspringen. Zu sehen ist ein Zusammenschnitt aus verschiedenen Spielszenen und Zwischensequenzen, der lose an der Haupthandlung entlangführt. Dazu kommen Eindrücke aus mehreren verschiedenen Spielelementen: Autorennen, Schießereien, Krafttraining. Die Inszenierung bewegt sich auf Filmniveau, technisch wirkt das Material stark. Alle Szenen wurden auf der Playstation 5 aufgezeichnet, wird im Video deklariert. Mittlerweile hat Rockstar das Gameplay-Video auch bei YouTube veröffentlicht: Rockstar zeigt 25 Minuten Gameplay von „GTA 6“ auf Netflix.
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Im April 2020 haben die Mobilfunk-Netzbetreiber T-Mobile USA und Sprint fusioniert. Dabei verlor die Deutsche Telekom ihre Aktienmehrheit an T-Mobile USA; Softbank verlor seine Mehrheit an Sprint und überließ seine Stimmrechte der Deutschen Telekom, die damit eine Mehrheit hatte. Doch brauchte Softbank dringend Geld, durfte seine Aktien am fusionierten Unternehmen aber ein halbes Jahr lang nur mit Zustimmung verkaufen. Diese Zustimmung hat sich die Deutsche Telekom teuer bezahlen lassen, T-Mobile-Minderheitsaktionäre erhielten fast nichts. Ob das rechtens war, soll ein Gericht des US-Staates Delaware klären. Denn ein Kleinaktionär erachtet sich übervorteilt, beklagt Insider-Geschäfte und behauptet, die Deutsche Telekom hat sich dabei unrechtmäßig bereichert: T-Mobile-Aktionär verklagt Deutsche Telekom und Manager.
Wer ein teures Gerät online bestellt und es beschädigt erhält, steht vor einer Frage, die viele Verbraucher verunsichert: Wer haftet eigentlich für den Schaden, und an wen muss ich mich im Schadensfall wenden? Nicht selten versuchen Händler, die Verantwortung auf das Versandunternehmen abzuwälzen oder den Kaufvertrag eigenmächtig zu stornieren. Verbraucher müssen sich auf solche Ausflüchte jedoch nicht einlassen, das Bürgerliche Gesetzbuch räumt ihnen weitreichende Schutzrechte ein. Warum Händler für die erneute Lieferung manchmal Kreditkartendaten verlangen und wie Betroffene bei Transportschäden vorgehen sollten, um möglichst schnell zu ihrem Recht zu kommen, besprechen wir in der aktuellen Episode des c’t-Verbraucherschutz-Podcasts „Vorsicht, Kunde“: Transportschäden beim Online-Kauf richtig reklamieren.
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Auch noch wichtig:
- Die Republik Nauru hat ihren Namen offiziell in Republic of Naoero geändert. Die Top-Level-Domain .nr bleibt gleich.
- Hannovers Schulen sollten mit Microsoft 365 digital durchstarten. Ein Jahr später kann niemand erklären, wozu diese das Software-Abo überhaupt brauchen: Wie Hannover sich an 75.000 M365-Lizenzen die Finger verbrannte.
- Recherchen des Bayerischen Rundfunks haben eine Schwachstelle bei Mobilfunkanbietern aufgedeckt, über die sich Handys tracken lassen könnten: IMEI-Kennungen gelangten beim Rufaufbau im Mobilfunk unbemerkt zu Anrufern.
- Angriffe wurden auf Red Hat, MS SQL, Ajax.NET, Linux, Citrix NetScaler und Gitea beobachtet. Admins sollten rasch updaten: CISA warnt vor Angriffen auf diverse Software.
- Nvidia hat die zentrale KI-Plattform Hugging Face übernommen und könnte damit seinen Einfluss auf das Ökosystem offener KI-Modelle ausbauen, so ein Bericht: Nvidia übernimmt Hugging Face für 12,9 Milliarden Dollar.
- Paradox entwickelt mit „Afterworld“ ein postapokalyptisches Strategiespiel mit frommem Bestreben. Es soll zugänglicher sein als „Stellaris“ oder „Victoria“: Nächstes Paradox-Strategiespiel „Afterworld“ geht in die Postapokalypse.
- Eine Cyberattacke traf vor knapp zwei Wochen zwei Berliner Senatsverwaltungen. Bislang hieß es, es seien nur frei verfügbare Geodaten abgeflossen: Sensible Daten bei Cyberangriff auf Berliner Landesnetz womöglich doch betroffen.
- Aerosoft verlegt Job-Simulationen kleiner deutscher Studios. Zwei Entwickler erklären, warum Menschen die Berufe anderer nachspielen wollen in diesen Simulationsspielen: Warum gibt es Krabbenfang als Videospiel?
- Nach einem 200-Megawatt-Rechenzentrum in Brandenburg baut Schwarz Digits eines mit 240 MW bei Rostock, wo es viel Windenergie gibt. Bis 1 Gigawatt sind möglich: Schwarz Digits baut großes KI-Rechenzentrum in Mecklenburg-Vorpommern.
- LibreOffice 26.8 verbessert Blocksatz, variable Schriften sowie den Diagramm-Austausch mit Microsoft Office – und verzichtet bewusst auf generative KI: LibreOffice 26.8 verbessert Schriftsatz und Schriften.
- Omarchy 4.0 ersetzt große Teile der bisherigen Desktop-Umgebung. Gleichzeitig erhält das Projekt eine mit zehn Millionen US-Dollar finanzierte Stiftung: Desktop-Umbau für Omarchy Linux und 10 Millionen Dollar für Stiftung.
- Für eine hochriskante Lücke in Exchange, die die Systemübernahme erlaubt, ist Exploit-Code erschienen. Admins müssen updaten: Wegen Proof-of-Concept Angriffe auf Exchange-Sicherheitslücke wahrscheinlich.
- Der rote Überriese liegt rund 600 Lichtjahre entfernt. ESO-Astronomen gelangen überraschend detaillierte Aufnahmen von Beteigeuze in seiner letzten Phase: ALMA-Teleskop zeigt, wie der sterbende Stern Beteigeuze wirklich aussieht.
- XR-Verbände und Hochschulen haben Leitlinien für Smart Glasses veröffentlicht. Privatsphärebedenken gegen Metas Datenbrille werden jedoch immer lauter beim Streit über Spannerbrillen: Verbände legen Leitlinien für Smart Glasses vor.
- „Dwarf Fortress“ war 16 Jahre lang gratis, erst dann kam die Steam-Version. Entwickler Tarn Adams über Geld, KI-Psychosen und ein Spiel ohne Ende nach 20 Jahren „Dwarf Fortress“: Warum das Spiel niemals fertig wird.
(fds)




