Chang‘e-7-Mondmission: China macht überraschenden Rückzieher


Eigentlich hätte sich das Startfenster für die geplante chinesische Mondmission in den kommenden Tagen geöffnet. Bis Ende August 2026 wäre ein Start der Mondsonde Chang‘e-7 täglich über einen Zeitraum von mehreren Stunden möglich gewesen.

Chinas Mondmission überraschend abgesagt

Die Trägerrakete Langer Marsch 5 stand schon auf dem Startplatz am Weltraumbahnhof in Wenchang auf der Insel Hainan bereit. Doch die Raumfahrtbehörde CMSA (China Manned Space Agency) hat die Mondmission jetzt überraschend abgesagt. Die Chang‘e-7 habe die Startbedingungen nicht erfüllt, hieß es dazu in einer Mitteilung.

Der Abbruch sei nach dem Prinzip „der Vorsicht, Zuverlässigkeit und des absoluten Erfolgs der Mission“ erfolgt. Weitere Details gab es vonseiten der CMSA nicht. Ebenfalls ist unklar, ob und wann ein möglicher neuer Startversuch erfolgen kann.

Start nur begrenzt möglich

Die große Herausforderung der Chang‘e-7-Mondmission liegt in dem Landeplatz am Südpol des Mondes begründet. Um in dem dortigen Mondkrater mit Energie versorgt werden zu können, muss die Sonne in einem besonderen Winkel stehen. Dadurch kann sich ein mögliches neues Startfenster um Wochen oder Monate verschieben.

Dem thailändischen Forschungsinstitut Narit zufolge, dessen Messinstrument CE-7 Match per Chang‘e-7 zum Mond gebracht werden soll, habe die Absage der Mission mit dem Tropensturm Narra zu tun. Dieser war zuletzt auch vor der Küste Hainans gekreist.

Laut Narit sei der Start lediglich um einen Monat verschoben worden. In der CMSA-Mitteilung ist dagegen die Rede davon, dass ein Start im geplanten Zeitfenster „dieses Jahr“ nicht stattfinden kann. Daraus ließe sich folgern, dass ein neuer Versuch wegen der oben genannten Herausforderungen mit dem Landeplatz erst 2027 erfolgen kann.

Spekulation über technische Gründe

Darüber hinaus wird in internationalen Medien auch über technische Schwierigkeiten spekuliert. Anfang August 2026 war die Rakete Langer Marsch 7A nur 85 Sekunden nach dem Start von Wenchang explodiert. Verantwortlich dafür sollen die dort verbauten YF-100-Triebwerke gewesen sein. Und genau diese Triebwerke sorgen auch bei den Langer-Marsch-5-Raketen für den Schub, wie es bei Ars Technica heißt.

Immerhin könnte durch die Verschiebung die Nasa wieder die Nase vorn haben, was eine erfolgreiche Landung am Mond-Südpol angeht. Die US-amerikanische Weltraumorganisation hatte ihre geplante Mission wegen der Explosion der New-Glenn-Trägerrakete von Blue Origin im Mai 2026 auf das kommende Jahr verschieben müssen.



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