Besser schlafen bei Sommerhitze: Bett kühlen mit Matratzenauflage oder Luftstrom


Bei Hitzewellen wird der Schlaf zur Qual. Wassergekühlte Matratzentopper und Bettlüfter versprechen Abhilfe – aber funktioniert das? Wir haben es probiert.

Klebrige Laken, nasse Kissen, schlafloses Wälzen – in Hitzewellen gleicht das Bett eher einer Heimsauna als einem Ort der Erholung. Klassische Klimaanlagen helfen oft nur bedingt: Es fehlt der Platz für den Abluftschlauch oder der Kompressor ist für einen Dauerbetrieb zu laut.

Es muss aber gar nicht zwingend der ganze Raum heruntergekühlt werden – nachts zählt vor allem das Klima unter der Decke. Genau hier setzen Bettkühlsysteme an. Wir und die Kollegen der c’t haben wassergekühlte Matratzentopper und Bettlüfter getestet – und zeigen, welche Bettkühlsysteme in heißen Nächten wirklich helfen.

Matratzenauflagen mit Wasserkühlung

Eine Methode, das Bett zu kühlen, ist ein Topper mit integriertem Wasserkühlsystem. Für die Kühlung setzen die meisten Geräte auf Peltierelemente – elektrothermische Wandler, bei denen eine Seite dem Wasser Wärme entzieht, während die andere die Abwärme per Lüfter an die Umgebung abgibt. Eine externe Einheit kühlt dabei Wasser herunter und pumpt es durch die Auflage, in der Schläuche mäanderförmig verlaufen und das temperierte Wasser über fast die gesamte Liegefläche verteilen.

Nach dem Anschließen der Schläuche zirkuliert das gekühlte Wasser durch die Auflage und kühlt den Körper gleichmäßig – manche Modelle variieren die Temperatur dabei automatisch im Laufe der Nacht. Versionen für zwei Personen bieten oft zwei unabhängige Zonen, sodass eine Person kühlen und die andere gleichzeitig wärmen kann. Einige Systeme überwachen zudem die Schlafqualität per Sensor.

Eight Sleep Pod 5: Smarter Topper mit Schlafanalyse und Wasserkühlung

Der Eight Sleep Pod 5 ist ein System aus Matratzenauflage, Schlafanalyse und wasserbasierter Kühl- und Heiztechnik. Es kann für jede Betthälfte eine eigene Temperatur festlegen – die sich im Schlaf automatisch an die jeweiligen Schlafphasen anpasst oder auf Wunsch manuell eingestellt wird.

Zentrales Bauteil ist der Smart Hub, eine große Box, die entfernt an einen Subwoofer erinnert. Diesen schließt man an die Schläuche des Toppers an und füllt anschließend Wasser ein. Die Einrichtung läuft per App.

Standardmäßig aktiviert man einen Autopiloten, der die Temperatur automatisch regelt. Für heiße Nächte bietet sich der Rapid-Cooling-Modus an, der die Auflage für 15 Minuten auf die kälteste Stufe stellt. Bis die Auflage kühl wird, vergehen einige Minuten – danach ist der Effekt aber deutlich spürbar.

Ein kleiner Haken: Der Smart Hub gibt warme Abluft an die Umgebung ab. Idealerweise platziert man es so neben dem Bett, dass die warme Luft nicht stört. In kleinen Schlafzimmern kann das den Raum zusätzlich aufheizen.

Der Eight Sleep Pod 5 ist mehr als nur eine Bettkühlmöglichkeit – er analysiert auch das Schlafverhalten, auf Wunsch separat für zwei Personen. Entsprechend ist er mit einem Preis ab 3300 Euro kein Schnäppchen, bietet dafür aber eine umfassende Lösung für alle, die Schlafkomfort und Schlafanalyse kombinieren wollen. Für die Autopilot-Mitgliedschaft kommen dann je nach gewählter Variante abermals 199 Euro bis 399 Euro pro Jahr dazu.

Hydrosnooze: Matratzenauflage mit Wasserkühlung und Heizung

Die Kollegen der c’t haben die Hydrosnooze Cooling & Heating Mattress Pad (EU Version) getestet – ein wassergekühlter Matratzentopper mit vier Peltierelementen, der zwischen 15 und 35 °C kühlt oder heizt.

Der Aufbau ist unkompliziert: Schläuche anstecken, Wasser einfüllen, Netzkabel anschließen – fertig. Bedient wird das Gerät per Folientasten, Fernbedienung oder App. Ein kleiner Wermutstropfen: Die Schläuche sind seitlich an der Auflage angebracht, der Pod muss also neben dem Bett stehen und kann je nach Zimmeraufteilung im Weg sein.

Hydro Snooze

Im Gegensatz zum Eight Sleep Pod 5 bietet die Hydrosnooze keine automatische Temperaturanpassung über die Nacht. Immerhin lässt sich ein manueller „Smart-Sleep-Plan“ einrichten, der die Temperatur in drei Phasen der Nacht wechselt – nach einigen Tagen Eingewöhnung eine passable Alternative zur Automatik des Konkurrenten.

Beim Stromverbrauch schlägt sich die Hydrosnooze gut: Rund 1 kWh pro Nacht ist deutlich weniger als eine mobile Klimaanlage benötigt – die zudem den ganzen Raum kühlen muss, nicht nur die Liegefläche. Ein Nachteil des Peltier-Prinzips ist der vergleichsweise geringe Wirkungsgrad.

Die Kühlleistung ist laut der Kollegen überzeugend: Wer die Hydrosnooze auf höchster Stufe betreibt, kann nachts frieren – im 24,5 °C warmen Testschlafzimmer reichte die leise Stufe bei 22 °C für eine schweißfreie Nacht. Die Lautstärke ist gut verträglich, eine messbare Erhöhung der Zimmertemperatur durch die Abluft konnten die c’t-Kollegen nicht feststellen.

Der Topper ist angenehm weich, die eingearbeiteten Schläuche sind kaum zu spüren. Ein Laken darüber empfiehlt sich allerdings – ohne Kühlung schwitzt man auf dem wenig atmungsaktiven Material deutlich mehr. Waschen oder chemisch reinigen darf man den Topper laut Hersteller nicht.

Beim Abbau sollte man unbedingt Handschuhe anziehen und einen Eimer bereithalten – nach dem Abstöpseln läuft das Wasser mit Druck aus dem Gerät. Erhältlich ist der Hydrosnooze in Breiten von 90 × 180 cm ab rund 855 Euro, die Variante in 160 × 200 cm kostet 900 Euro, in 180 × 200 cm ebenfalls 900 Euro.

Eine günstige No-Name-Variante ist derzeit bei Amazon für rund 103 Euro erhältlich – weitere günstige Modelle gibt es von 143 Euro bis 193 Euro. Allerdings decken sie nicht das ganze Bett ab. Getestet haben wir diese bisher nicht.

Bedjet 3: Luftstrom für das Bett

Ganz ohne Wasserkühlung kommt der Bedjet 3: Das Gerät bläst per Schlauch Raumluft unter die Bettdecke – für rund 399 Euro. Die Luft wird dabei nicht gekühlt. Der Effekt entsteht allein durch Verdunstungskälte, ähnlich wie bei einem Ventilator – nur gezielt unter der Bettdecke. Optional gibt es ein passendes „Cloud-Bettlaken“ aus Baumwolle mit integrierten Luftkanälen für rund 193 Euro.

Bedjet 3

Der Bedjet 3 erfüllt sein Versprechen und sorgt per Luftstrom für schnelle Erfrischung. Doch der Dauerwind unter der Bettdecke wirkt eher wie unangenehmer Durchzug als angenehme Kühlung. Ohne das separat erhältliche Cloud-Laken verteilt sich die Luft zudem sehr ungleichmäßig. Wassergekühlte Systeme wie die Hydrosnooze kühlen dezenter und leiser – dafür punktet der Bedjet 3 mit deutlich geringerem Stromverbrauch und soliderer Verarbeitung.

Fazit

Bettkühlsysteme funktionieren – wie unsere Erfahrungen zeigen, können sie in heißen Nächten einen echten Unterschied machen. Die Frage ist, wie viel Komfort und Geld man investieren möchte.

Wer das Beste will und Schlafanalyse gleich mit dazu haben möchte, ist mit dem Eight Sleep Pod 5 gut bedient – allerdings zum entsprechend hohen Preis plus laufenden Abo-Kosten. Die automatische Temperaturanpassung an die Schlafphasen ist ein echter Mehrwert.

Die Hydrosnooze ist die günstigere Wasserkühl-Alternative: solide Kühlleistung, geringer Stromverbrauch und unkomplizierter Aufbau – dafür ohne Automatik und mit einem Pod, der je nach Zimmeraufteilung im Weg stehen kann. Wer mit dem manuellen Smart-Sleep-Plan leben kann, bekommt hier ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. No-Name-Modelle sind teils günstiger, Erfahrungen damit haben wir jedoch noch keine gesammelt.

Der Bedjet 3 ist günstiger als der Hydrosnooze, aber auch mit Kompromissen verbunden. Der Luftstrom unter der Bettdecke kühlt zwar spürbar, wirkt auf Dauer jedoch eher wie unangenehmer Durchzug. Für Schläfer, die damit kein Problem haben, ist er eine stromsparende Alternative.

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